Zerstört Trump Deutschlands wichtigste Industrie? Mit Hans-Werner Sinn
Shownotes
Paul Ronzheimer spricht mit dem ehemaligen ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Während Friedrich Merz einen Aufschwung verkündet, baut Audi Arbeitsplätze in Deutschland ab und kündigt gemeinsam mit Donald Trump Milliardeninvestitionen in den USA an. Sinn erklärt, warum er die europäische Klimapolitik für eine Gefahr für die deutsche Automobilindustrie hält und weshalb er nicht an einen nachhaltigen Aufschwung glaubt.
Außerdem geht es um die stockenden Reformen der Bundesregierung, die Zukunft der Rente und die Frage, wie Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden kann. Welche Fehler wirft Sinn Angela Merkel und Friedrich Merz vor? Warum fordert er längere Lebensarbeitszeiten? Und ist Deutschland überhaupt noch zu retten?
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Redaktion: Filipp Piatov und Lieven Jenrich u. Magalie Mohler | Team Social: Jan-Philipp Borchert & Etienne Fruchtmann | Executive Producer: Daniel van Moll
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Transkript anzeigen
00:00:00: Der Lebensstandard in Deutschland wird sich entweder absolut oder mindestens gegen den Trend sehr, sehr deutlich verringern in den kommenden Jahren.
00:00:12: Was
00:00:12: bedeutet das?
00:00:13: Sehr, sehr deutlich!
00:00:15: Naja...das bedeutet dass es eben knapp wird.
00:00:21: eine Gesellschaft kann letztendlich nur die Ressourcen verbrauchen, die sie auch erzeugt nicht.
00:00:27: und wenn das nicht mehr so viel ist rüstungsgüter kann man nicht essen.
00:00:33: Bundeskanzler Friedrich Merz feierte sich vergangene Woche auf seinem Investitionsgipfel in Berlin.
00:00:39: Eins Komma drei Prozent Wachstum, hunderte Milliarden Euro Investitionen für Deutschland.
00:00:43: Nur vier Tage später steht Audichef Gernot Döllner auf Donald Trumps Wahlkampfbühne bedankt sich beim US-Präsidenten und verkündet ein Werk für vier Milliarden Dollar in den USA.
00:00:56: Dort sollen Viertausend Fünfhundert neue Jobs entstehen.
00:00:59: In Deutschland baut Audi gleichzeitig bis zu siebentausendfünfhundert Stellen ab.
00:01:05: Wie passt das zusammen?
00:01:06: Und heute möchte ich wissen, wie steht es wirklich um unsere Wirtschaft?
00:01:10: ist der Aufschwung echt und wie geht es mit Deutschland weiter?
00:01:14: Darüber spreche ich mit einer ja so kann man sagen echten Legende der deutschen Wirtschaftswissenschaften Hans Werner Sinn.
00:01:20: Siebzehn Jahre lang war er Präsident des IFO-Instituts.
00:01:23: Er ist einer der wichtigsten Ökonomen des Landes.
00:01:27: Schön, dass Sie da sind.
00:01:28: Herr Professor Sinn.
00:01:31: Gerne!
00:01:32: Hessen, dieses Bild Donald Trump neben dem Audi-Chef.
00:01:36: wie viel Symbolik hat das?
00:01:38: Das ausgerechnet Audi und wir haben ja ganz viel über die Automobilkonzerne gesprochen in den USA investiert und in Deutschland abbaut.
00:01:48: Ja, das ist charakteristisch für die Zeit.
00:01:52: Trump hat ja seinen Wahlkampf schon gemacht, mit dem Versprechen die deutsche Automobilindustrie nach Amerika zu locken.
00:02:03: K-Companies to become American companies.
00:02:07: Und das macht er jetzt wahr, Amerika hat ja ein Riesenproblem, Amerika hatte ein verarbeitendes Gewerbe.
00:02:15: Das ist aber heute alles rostig!
00:02:17: Das ist der Rust Belt, dieses Dreieck zwischen dem Eri und dem Huronsee bis nach Tennessee runter.
00:02:23: wenn sie da so'n spitzes Dreiecken malen Da wurden mal sechzig Millionen Menschen nur noch vierzig Und dieses verarbeitende Gewerbe ist seit längerer Zeit im Niedergang begriffen.
00:02:34: Jetzt will er mit seiner Zollpolitik erreichen, dass eben dort in Amerika wieder Industrieansiedlungen kommen.
00:02:41: und der sagt den deutschen Firmen ganz klar kommt doch zu uns produziert hier dann dürft ihr zollfrei eure Autos nach Europa exportieren Während wenn ihr von Deutschland aus nach Amerika exportiert, dann zahlt er mir ein Zoll von fünfzehn Prozent.
00:02:59: Das ist ja inzwischen der Zoll, das ist zwischendurch was sogar mal höher!
00:03:03: Aber das ist schon ein starker Anreiz.
00:03:06: Und es kommt hinzu, dass nicht nur Trump hier die deutsche Automobilindustrie bedrängt sondern natürlich auch die EU.
00:03:14: Die will sie gerne nun eigentlich vertreiben wenn ich's mal auf die Spitze treiben darf wie ich das sage.
00:03:20: Dadurch, dass Sie diese CO-Zweiverordnung gemacht hat im Jahre zwei tausend achtzehnt und später noch verschärft.
00:03:26: dem Green Deal damals zweitausend achttzin wurde beschlossen dass eine Flotte eines Herstellers nur fünf Wenn Sie das übersetzen in Diesel-Equivalente, das kann man mathematisch ganz sauber machen.
00:03:43: Dann sind es zwei Komma zwei Liter gewesen und inzwischen dürfen es nur noch eins Komma acht Liter pro hundert Kilometer sein.
00:03:50: Frage, wenn man selber so ein Auto hat, gelingt es jemals dahin zu kommen.
00:03:54: Nein das eigene Auto braucht dreimal so viel Sprit, wenn's günstig fährt nicht?
00:04:00: Also hier wird etwas von der EU vorgeschrieben was gar nicht geht und das vertreibt natürlich die Autohersteller.
00:04:07: Sie können jetzt nur noch E-Autos bauen Das können die Chinesen aber besser und die Franzosen möglicherweise auch sodass sie ihren Ausweg in Amerika suchen.
00:04:15: Da gibt es ja praktisch keine E-Autos, obwohl der Tesla von Dachkamp, ne?
00:04:19: Macht das aus ihrer Sicht Sinn, dass Audi das macht?
00:04:22: und wie sehr ist das auch Erpressung von Trump?
00:04:27: Ja die ganze Politik von Trump läuft auf Erpressungen hinaus wenn ich das mal ganz hart sagen darf.
00:04:34: diese Zollpolitik verletzt ja die WTO Regeln Das wissen wir.
00:04:39: damit fing er im April letzten Jahres an und er erpresst die gesamte westliche Welt mit irrsinnigen Steuersätzen, die er dann bei Wohlverhalten ein bisschen reduziert.
00:04:52: Er hat uns erpreszt bei Grönland, da hat er gesagt wenn nicht der Kaufvertrag für Grön land bis zum Juni dieses Jahres hat er Anfang des Jahres gesagt unterschrieben ist Dann werde ich wieder extrem hohe Zölle verlangen.
00:05:09: Und dann haben wir Europäer zittert, haben uns gewährt.
00:05:13: Aber im Endeffekt ist jetzt doch ein Vertrag zustande gekommen der den Amerikanern militärisch jedenfalls alle Rechte gewährt die sie haben wollten.
00:05:22: in Grönland also so ist Trump erpresst seine Verbündeten in der westlichen welt um damit sie gefügig zu machen.
00:05:29: und die Grundidee von trump war eigentlich das große finanzproblem dass die amerikaner haben.
00:05:35: die amerikane haben eben hohe staatsschulden in der Größenordnung von Frankreich noch nicht ganz Italien relativ zur Wirtschaftsleistung.
00:05:46: Die Zinsen, die die Kapitalmärkte verlangen sind hoch viel höher als in Deutschland, anderthalb Prozentpunkte höher weil man der Bonität des amerikanischen Staates nicht mehr glaubt.
00:05:56: und Amerika ist im Ganzen nicht nur Staat sondern auch die Haushalte im Ausland verschuldet In Höhe von etwa zwanzig Billionen Dollar also das sind zweiundzwanzigtausend Elbphilharmonien sozusagen an netto Schulden die die gesamte amerikanische Volkswirtschaft hat.
00:06:17: Also dem steht das Wasser bis zum Halse in Amerika trotz der Chips und trotz Kalifornien und dieser modernen Industrie.
00:06:24: aber dass Das wirkliche Amerika ist ja noch ein anderes.
00:06:27: und deswegen macht er diese rabiate Zollpolitik, um eben Standortverlagerungen nach Amerika zu interessieren.
00:06:34: Sind wir da einfach machtlos?
00:06:36: Also jetzt gibt es große Empörungen, Betriebsräte auch Politiker die sagen erstens sind absolutes Undigen dass der Audi-Chef auch noch Wahlkampfwerbung mit Donald Trump macht und gleichzeitig natürlich dass sie sagen, wie kann das sein?
00:06:50: Hier in Deutschland werden Stellen abgebaut und jetzt investiert ihr ausgerechnet in den USA.
00:06:54: Und da ist ja auch noch ein Konzern Audi der zu VW gehört.
00:06:59: Da sitzt das Land Niedersachsen im Aufsichtsrat und die haben da Anteile.
00:07:03: also Wie blicken Sie auf diese massive Kritik daran?
00:07:08: Ja nun gut!
00:07:08: Das ist eine moralische Kritik.
00:07:10: des verstehe ich ja moralisch.
00:07:12: nur Die Firmen müssen, sind gehalten als Aktiengesellschaften den Gewinn und das Vermögen ihrer Aktionäre zu mehren und zu verteidigen nicht.
00:07:23: Und er könnte ja gerade so belangt werden der Audichev wenn er nicht den Weg wählt der für das Unternehmen am besten ist hier in Europa wird's halt nichts mehr.
00:07:34: diese CO²-Verordnung aus Brüssel.
00:07:39: Die macht ja letztlich die Automobilindustrie kaputt, damit das ist ein Anschlag auf das Herz unserer Industrie und das ist die Automobilindustrie.
00:07:47: Die Automobilindustrie hat seit dem Jahr zwei Tausendzehn als diese Verordnung rauskam einen Rückgang der Produktion um etwa dreiundzwanzig Prozent, zweiundzwanzig vierundzwansig Prozent hingelegt.
00:08:02: Und das ist eine zweifache Dezimierung dieser Kernindustrie unseres Landes!
00:08:08: Jetzt
00:08:08: würde ein Kritiker sagen es liegt vor allem daran dass die deutschen Automobil-Konzerne nicht schnell genug umgestellt haben und zum Beispiel in Elektrofahrzeuge investiert haben und dadurch Tesla aber auch die Chinesen uns abgehängt haben.
00:08:21: also... Ja das
00:08:21: mag ja sein ne?
00:08:25: Man kann ja nicht schneller handeln, als man es tut.
00:08:27: Man kann nicht unterstellen, dass sie keinen Gewinninteresse hatten.
00:08:31: Das kam alles sehr überraschend, diese Entscheidungen die da zugeführt haben.
00:08:36: Es sind nicht Marktentscheidung auf die die Automobilhersteller reagieren müssen sondern es sind politische Entscheidungen.
00:08:44: Das ist diese Doppelzange Auf der einen Seite die eine Backe der Zange das ist Trump und die andere ist die EU mit ihren CO²-Verordnungen.
00:08:52: Und diese CO² Verordnung sind im Grunde Mogelpackungen wenn man sich das genau anschaut Die erinnern an die Abschaltvorrichtungen von Volkswagen.
00:08:59: Warum?
00:09:01: Weil in der Formel für den Flottenverbrauch und die Flotteemission an CO² E-Autos, wenn sie drin in der Flotte sind mit Null angesetzt werden.
00:09:13: Das ist natürlich eine Riesenmogel.
00:09:16: Die E-Autos ja nun auch einen Auspuff haben, der ist nur ein bisschen weiter weg im Kohlekraftwerk.
00:09:21: Auch in Deutschland ist noch ein erheblicher Teil Kohlestrom und vor allem Gasstrom.
00:09:27: Und den Tanken natürlich die E-Autos – es kann ja nicht die Rede davon sein dass sie einen CO²-Ausstoß von Null hätten.
00:09:33: Dieses ist Industriepolitik, die seinerzeit von Frankreich betrieben wurde um mit dem billigen Atomstrom und der Möglichkeit Elektroautos zu haben, ein neues Modell aufzubauen.
00:09:50: Damit man die Autos verkaufen konnte hat die EU sich zum Unterstützer dieser industriepolitischen Position Frankreichs gemacht.
00:10:03: Timmermans damals, der Kommissar steckte dahinter auch französischer Seite Ullo und so weiter.
00:10:09: Also das haben wir ja häufig in der Politik nach außen hin wird ein moralisches Männchen präsentiert und nach innen geht es um materielle Vorteile.
00:10:17: aber diese materiellen vorteile die sind eben auch für Frankreich nicht eingetreten weil inzwischen die Chinesen mit viel besseren Autos daherkommen und man sich jetzt versucht mit Zölln ihrer zu erwähren.
00:10:33: Jetzt sind wir schon tief drin bei einem großen Problem in Deutschland, nämlich die Automobilindustrie.
00:10:38: Wir kommen da auch später nochmal darauf zurück.
00:10:40: aber ich will noch einmal genereller fragen.
00:10:43: Sie haben vor über zwanzig Jahren mittlerweile ein Buch geschrieben mit dem Titel ist Deutschland noch zu retten?
00:10:51: Damals ging es um die Agenda-Zwanzigzehn und die Debatten die sie damals maßgeblich geprägt haben.
00:10:58: Wenn ich sie heute nochmal frage Im Vergleich zu damals.
00:11:03: Ist Deutschland noch zu retten?
00:11:05: Nicht mehr so leicht, denn wesentliche Entscheidungen hätten damals noch verschärft werden müssen und getroffen werden.
00:11:14: Sie
00:11:16: hat ja schon mal viel getan!
00:11:19: kam dann an die Regierung und hat behauptet, sie würde noch mehr tun.
00:11:22: Das Gegenteil hat sie getan.
00:11:23: also es wurde dann schleifengelassen.
00:11:26: das ganze Thema Schröder hat den Arbeitsmarkt reformiert.
00:11:29: wir hatten seit Willy Brandt quasi in westdeutschland alle zehn jahre acht hundert tausend arbeitslose mehr gekriegt.
00:11:37: das war ein trend der zyklisch immer weiter anstieg und überhaupt nicht zu einem Erkennbaren Gleichgewicht führte.
00:11:47: Da musste gehandelt werden, zumal die Osterweiterung der EU bevorstand mit all den Niedriglöhnern aus Europa.
00:11:53: und das ging nicht.
00:11:55: Deutschland hatte zu hohe Löhne im Bereich der gering qualifizierten Arbeit.
00:12:00: Wir waren Weltmeister, OECD-Weltmeister bei der Arbeitslosigkeit der Gering Qualifizierten.
00:12:05: Und dann hat der Schröder und seine Regierung gesagt es geht nicht.
00:12:08: wir müssen weniger Geld fürs weg bleiben und mehr fürs Mitmachen zahlen wenn ich mal so banal sagen darf.
00:12:14: Also die arbeitslosen Hilfe, die es damals gab dieses ewige zweite Arbeitslosengeld was gegebenenfalls bis zur Pensionierung gegangen wäre.
00:12:22: Es hat da gestrichen und das hat schon den Arbeitsmarkt massiv mobilisiert.
00:12:26: Das heißt die Leute kriegt nicht mehr so viel Geld vom Staat.
00:12:30: Und die Anspruchflöne, mit denen sie an den Arbeitsmarkerantraten um einen Job zu akzeptieren.
00:12:35: Die waren niedriger bei niedrigen Löhnen.
00:12:38: im unteren Bereich gab es mehr Geschäftsmodelle, die Jobs zur Verfügung gestellt haben.
00:12:44: das war der Schröderische Idee.
00:12:46: was damals auch in dem Buch stand und was mir ganz besonders wichtig ist ist das demografische Thema.
00:12:52: Es war ja schon klar dass die Deutschen viel zu wenig Kinder haben um ein tragfähiges Rentensystem zu haben.
00:13:00: Die Rente lebt ja davon, dass neue Generationen in den Arbeitsmarkt eintreten und dann Beiträge zahlen die dann an die Alten ausgezahlt werden können.
00:13:09: Obwohl man das Gefühl hat, dass man spart... Man klebt sozusagen, hieß es früher, wie man so kleine Renten... nach Punkte eintragen konnte in sein Büchlein, dieses Kleben würde einen Anspruch generieren der materieller Bedeutung hat.
00:13:29: Da ist aber nichts!
00:13:30: Die Rentenversicherung hat gar keinen Kapital die lebt von der Hand in den Mund, die ist sofort pleite wenn keine neuen Beiträge eingezahlt werden und braucht deswegen immer wieder neue junge Menschen im Arbeitsmarkt.
00:13:44: Und davon haben wir jetzt nicht genug.
00:13:46: Wenn ich es auf eine einfache Formel bringen darf, die Babyboomer, die schon über sechzig sind in Kürze ins Rentenalter wollen.
00:13:57: Die wollen eine Rente von Kindern, die sie nicht genug haben!
00:14:02: Aber das ist damals ein Kernpunkt dieses Buches gewesen.
00:14:07: Hätte man drauf gehört, hätte man über zwanzig Jahre Zeit gehabt um noch mal neue Kinder in die Welt zu setzen nicht?
00:14:15: Die werden heute am Arbeitsmarkt und es wäre alles nicht so schlimm.
00:14:19: jetzt ist die Zeit verloren gegangen und wir können das schwer korrigieren.
00:14:26: Ich will jetzt nicht sagen, dass man also moralische Appelle an die Menschen richtet mehr Kinder zu kriegen.
00:14:32: Das ist nicht der Punkt.
00:14:33: aber wir haben ein Rentensystem, das diese wesentliche Leistung für das Rentenssystem nämlich nachkommen zu haben und großzuziehen, das die gar nicht honoriert wird – nicht im Rentens system adäquat!
00:14:45: Und das wollte ich damals ändern.
00:14:48: Und was bedeutet das für heute?
00:14:50: Also wenn ich sie nochmal festnagel auf diese Grundsatzfrage, also ist Deutschland noch zu retten auch abseits der der Rentenfrage, weil noch zu retten schwingt ja mit.
00:15:01: also unseren Wohlstand zu halten zumindest oder am besten zum Meer?
00:15:05: Nein wir können ihn nicht halten da glaube ich nicht dran.
00:15:08: Wir können natürlich jetzt sowas wie Wachstum erzeugen durch Rüstungsausgaben.
00:15:13: aber die Rüstungsausgaben sind richtig sie sind in dieser schwierigen Zeit mit Russland und der Ukraine Erzeugen ja keine Produktionskapazität und kein Wachstum.
00:15:23: Also der Lebensstandard in Deutschland wird sich entweder absolut oder mindestens gegen den Trend sehr deutlich verringern, in den kommenden Jahre.
00:15:36: Was bedeutet das?
00:15:37: Sehr, sehr deutlich!
00:15:39: Naja, das bedeutet dass es eben knapp wird.
00:15:45: Eine Gesellschaft kann letztlich nur die Ressourcen verbrauchen, die sie auch erzeugt nicht.
00:15:51: und wenn das nicht mehr so viel ist rüstungsgüter kann man nicht essen Und Investitionsgüter bräuchte man auch um zu wachsen, aber die kann man auch nicht essen.
00:16:00: Aber
00:16:00: sind das denn nur Rüstungs-Güter?
00:16:01: Es wird immer wieder auf unseren Mittelstand verwiesen!
00:16:04: Wir sollen das nicht alle schlecht reden.
00:16:06: Deutschland habe eben immer noch tolle Mittelständler und die auch innovativ sein und wo etwas entstehen könne.
00:16:12: Ja
00:16:12: zum Glück, zum Glück... Die Basis ist schon noch da in Deutschland.
00:16:16: Wenn wir es richtig machen kriegen wir vielleicht noch die Kurve.
00:16:18: Deutschland hat ja dieses Eine besondere Geschäftsmodell, dass wir auf kleine Firmen setzen.
00:16:24: Nicht auf große Stars – die Franzosen setzen auch Riesenfirmen, die dann aber interne Wasserköpfe entwickeln und ineffizient sind und sich verrennen in irgendeine politisch vorgegebene Richtung, die sich nachher als falsch erweist.
00:16:38: Und wir haben diesen Mittelstand mit tausend, zweitausend Firmen an der Spitze des jeweiligen Weltmarktes sind.
00:16:46: Natürlich kleine Firmen, also kleine Nischen des Produktionsprozesses wo die brillieren.
00:16:54: Deswegen kennt man die auch gar nicht aber sie sind schon da und sie sind immer noch das Gerüst.
00:16:59: außerdem haben wir die duale Ausbildung Das heißt also die Verbindung aus Berufsausbildung in der Schule und der praktischen Ausbildung, das ist Spitze.
00:17:12: Das ist etwas was wir behalten und stärken müssen drauf aufbauen, wenn es geht vielleicht neue Geschäftsfelder zu entwickeln.
00:17:23: Aber
00:17:23: wenn Sie darauf schon das eine, wo Sie sagen eigentlich können wir da unseren Wohlstand so nicht halten weil wir so viel falsch gemacht haben in der Vergangenheit sie haben die Demografie angesprochen und dann auf der anderen Seite doch diese Hoffnungspunkte also der Mittelstand dass du alle System Bildung... Wo sehen Sie denn die Lage?
00:17:39: Also sind Sie pessimistischer oder optimistisch?
00:17:43: Ich bin ziemlich pessimistisch, weil es kommen so viele Sachen zusammen die jetzt eine große Krise implizieren.
00:17:51: Wir haben das Problem des Krieges in der Ukraine.
00:17:54: mit Russland haben wir gebrochen und doch erhebliche Energieimport aus Russland gehabt.
00:18:03: Das ist jetzt alles nicht mehr da, das müssen wir jetzt teuer auf den Weltmärkten stattdessen kaufen.
00:18:09: Das macht es schwierig!
00:18:12: Wir haben das Demografie-Problem.
00:18:14: Wir haben die exzessive für meine Begriffe völlig übertriebene und auch letztlich Partikularinteressen dienen der Interpretationen des Umweltthemas durch Brüssel.
00:18:27: Das wichtige Umweltthema missbraucht wurde für Partikula-Interessen.
00:18:35: Wir haben eine überzogene Regulierung aus Brüssel, die kommt – diese ganze ESG-Gesetz.
00:18:44: ESG ist was?
00:18:45: Environmental and Social Governments, das heißt also da ist alles drunter subsumiert, ethische Kriterien sind für die Unternehmensführung.
00:18:57: Da müssen die Unternehmen komplizierte Berichte machen über die Vorprodukte, nicht?
00:19:04: Zum Beispiel müssen sie nachweisen wie grün ihre Vorprodukte sind und wie grünen sie produzieren und wiegrün die vorlieferanten der Vorlieferanden der Vor lieferanten produzieren.
00:19:18: Nachweisen, dass da keine Kinderarbeit involviert ist in den Vorprodukten.
00:19:24: Das alles hört sich gut an natürlich aber es lässt sich ja kaum realisieren denn Ein Unternehmen, ein typisches Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes hat, sagen wir mal, hundert Vorlieferanten.
00:19:36: Da muss sich für alle hundert vorlieferenden diesen Nachweis führen und jeder dieser hundert-vorlieferanden dann nochmal hundert vorliefern.
00:19:43: Also das wird ja schnell eine völlig unbeherrschbare Riesenmenge an Dokumenten.
00:19:49: Und in Brüssel hat sich also eine ganze Industrie von Beratern entwickelt die den Firmen helfen für viel Geld diese Berichtsketten aufzustellen.
00:20:01: Das ist des Teufels, das gehört abgeschafft.
00:20:04: Das brauchen wir nicht.
00:20:06: Lieferkettengesetzgebung.
00:20:09: Sie haben davon sicher
00:20:10: gehört.".
00:20:11: Wenn wir jetzt darauf schauen was unsere Politik macht?
00:20:14: Sie haben gerade den Zustand beschrieben dass sie eher pessimistisch sind was die weitere Entwicklung angeht.
00:20:19: Jetzt gibt es diese neue Regierung seit mittlerweile fast anderthalb Jahren.
00:20:24: Friedrich Merz als Bundeskanzler, er hat Reformen ... den Herbst der Reform schon zwanzig-fünfundzwanzig ausgerufen und ein Jahr später hängen diese sogenannten großen Reformen immer noch fest.
00:20:36: Die Rentenreform kommt erst zwanzi, siebenundzwanze in den Bundestag.
00:20:40: Wie blicken Sie auf diesen Prozess?
00:20:42: Und dieser Regierung?
00:20:48: Die Rentenreformkommission hat ja noch vor der Sommerpause ihren Bericht vorgelegt.
00:20:52: Den hätte man umsetzen können, die Parteien SPD und CDU waren sich einig CSU Dass man das machen sollte, hatten das Beschlossens von Undinkommen.
00:21:02: anschließend die Landtagshahlen und die Ministerpräsidenten, die Angst haben um ihre Wähler.
00:21:08: Die hauen jetzt da rein und sagen nein, die Rente mit ... Krantästisch!
00:21:13: ... mit der Bremsen-Präsidentin, wie ja immer es praktisch ist... muss gehalten werden, dann kommen wieder moralische Argumente.
00:21:20: Ja gut ich kann aber die moralischen Argumenten nicht bringen ohne die Zahlen und die Knappheitsverhältnisse zu kennen.
00:21:27: irgendwo muss das ja herkommen.
00:21:28: also die Jungen immer stärker zu belasten wo jetzt die Zahl der Alten zunehmend es geht halt nicht.
00:21:33: Der einzige sozialverträgliche Weg der kurzfristig geht.
00:21:36: bei der Rentenversicherung ist dass wir alle ein bisschen länger arbeiten.
00:21:39: Aber in der Bevölkerung ist es ja auch so, wenn man sich die Umfragewerte anschaut.
00:21:43: Das war viele sagen Ja wir wollen große Reformen aber dann wenn's um die einzelnen Reformen geht auch bei Rente mit Dreiundsechzig eine Mehrheit dahinter steht hinter der Kritik der Ministerpräsidenten und anderer die sagen Nein das wollen wir jetzt nicht!
00:21:55: Die wollen dass jemand anderes zahlt für sie.
00:21:58: Wer denn?
00:21:58: Wer
00:21:58: denn?!
00:21:59: Wie muss man doch benennen?
00:22:01: Das müssen die Jungen sein.
00:22:03: In der Masse geht es nur von den Jungen.
00:22:05: Wir haben aber nicht genug Junge, die jungen laufen uns weg oder gehen auf die Straße.
00:22:09: Das geht dann funktioniert auch hinten und vorne nicht.
00:22:11: Es muss auch funktionieren was man macht Nicht nur moralisch korrekt sein Die Moral ist das eine Aber die materiellen Verhältnisse einer Wirtschaft kann man doch nicht vernachlässigen, gerade im internationalen Wettbewerb.
00:22:26: Wir haben mit Trump begonnen.
00:22:27: Der Wett-Bewerb ist jetzt sogar mit den Amerikanern da.
00:22:30: Die ziehen uns die Automobilfirmen aus dem Lande.
00:22:33: Das ist eben so wie es ist!
00:22:35: Da können wir noch lange lamentieren darüber... Es ist so und wenn man das ändern will muss man Trump absetzen.
00:22:43: Ja bitte deutscher Steuerzahler und Rentenbezieher tue das doch mal.
00:22:48: Ich meine, das ist doch alles illusorisch.
00:22:50: Wir könnten uns nur als kleines deutsches Land was politisch gar nicht mächtig ist nach der Decke strecken und unter den gegebenen weltwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen so hässlich sie im Moment alle für uns sind versuchen durchzukommen.
00:23:05: Das eine ist die Rentenreform.
00:23:07: Sie sagen es müsste jetzt schnell umgesetzt werden.
00:23:09: dann gibt es aber Auch bei der Einkommenssteuer, die Frage gibt es jetzt Entlastung.
00:23:14: Was sind das wirklich für Entlastungen?
00:23:16: Die soll es ab dem Jahr zwanzig siebenundzwanzig geben.
00:23:18: dann soll's beim Arbeitsmarken ein bisschen mehr Flexibilität geben.
00:23:21: wir haben die Grundsicherungsdebatte also weg vom Bürgergeld diskutiert.
00:23:27: Wir haben ja begonnen auch mit der Frage, wie Sie vor zwanzig Jahren auf diese Reform geblickt haben die damals Gerhard Schröder umgesetzt hat.
00:23:35: Die ja noch weit aus Radikaler waren.
00:23:38: Wie blicken sie heute auf diese
00:23:39: Reform?
00:23:39: Na gut das Buch kam hier vorher von den Reformen.
00:23:44: Ja, die haben gewirkt also ohne Zweifel!
00:23:46: Die Schröderschen Reformen haben auf dem Arbeitsmarkt gewirgt...die Lohnskala wurde nach unten hin ausgespreizt, wenn ich mal so eine Ziamonika nehme und sie hängen lasse.
00:24:01: Die Rippen der Ziammonika sind die Löhne ja?
00:24:03: Und er hat dadurch Jobs am unteren Ende attraktiv gemacht für neue Geschäftsmodelle im Bereich der Dienstleistungsgewerbe und so weiter.
00:24:17: Das war ein Erfolg, insofern als die Arbeitslosigkeit, die Massenarbeitslosigkeiten deutlich reduziert wurde.
00:24:25: Und die Reformen jetzt?
00:24:26: Wohin werden sie führen?
00:24:28: Sind das echte Reformen?
00:24:29: Ja, es
00:24:29: ist eine Mangelverwaltung!
00:24:31: Es ist eine Mahlverwaltung, wenn nicht genug Geld reinkommt in die Rentenversicherung dann kann man noch nicht so viel ausgeben Und der beste Weg ist, dass alle ein bisschen länger arbeiten.
00:24:40: Dann zahlen sie noch einen Jahr länger ein und brauchen ja weniger Rente.
00:24:46: Was kann man denn sonst machen?
00:24:49: Sonst kann man sagen, du hättest dich ja selber versorgen können am Kapitalmarkt
00:24:54: usw.,
00:24:54: das ist aber nicht der Fall gewesen.
00:24:56: Aber
00:24:56: wenn wir die Ursprungsreformen nehmen sowohl bei Rente, Arbeitsmarkt, Steuern, Sozialstaat sind das Reformen.
00:25:05: also wenn diese so umgesetzt würden momentan scheint ja alles wieder zerredet zu werden.
00:25:10: Wenn die so umgesetzt würden, könnte das Deutschland dann tatsächlich helfen?
00:25:15: oder ist es wie Sie sagen, alles Mangelverwaltung?
00:25:22: Also die Arbeitsmarktreform hat Frau Merkel zum Teil wieder zurückgedreht.
00:25:28: Das hätte sie unterlassen können und Sie hätten das tun können, was sie damals bei ihrer ersten Wahl angekündigt haben.
00:25:35: Aber wir sind
00:25:35: jetzt ja bei Friedrich Merz, weg aus der Vergangenheit.
00:25:40: zu heute also die Dinge, die jetzt auf dem Tisch liegen.
00:25:43: hilft uns das?
00:25:45: Es hilft uns im Sinne der Mangelverwaltung.
00:25:48: Ja Mangelverwaltung heißt, es ist weniger da.
00:25:52: Man muss das irgendwie aufteilen Und sonst bricht das Staatswesen zusammen, weil es in die Pleite geht.
00:25:59: Wir sind ja weit entfernt in Deutschland von einer Pleite um das mal zu betonen.
00:26:04: Das zeigt sich auf den Kapitalmärkten.
00:26:06: wir haben viel niedrigere Zinsen als Frankreich zum Beispiel oder Italien
00:26:10: und auch in der Verschuldung immer noch weiter.
00:26:11: Die
00:26:12: Verschulung ist dank der schwarzen Null von Schäuble zurückgegangen Richtung sechzig Prozent.
00:26:18: wir sind knapp über Sechzig prozent.
00:26:20: aber jetzt ist natürlich letztes Jahr das Grundgesetz geändert worden sodass man also über drei Legislaturperioden in der Summe sich für zweieinhalb Billionen Euro verschulden darf.
00:26:34: Das ist so viel Schulden, wie wir heute haben.
00:26:35: Also wenn dieser Weg dann gegangen wird, dann ist es auch ziemlich vorbei mit der deutschen Bunität.
00:26:41: Man kann nur hoffen dass das vorher noch ein bisschen eingebremst hat.
00:26:45: Sehen
00:26:45: Sie, dass das der Wirtschaft geholfen hat oder noch helfen kann?
00:26:50: Nein, das hilft nicht!
00:26:52: Ja, nicht der Wirtschaft.
00:26:55: Es hilft unsere Sicherheit!
00:26:57: Das Problem ist ja auch, es ist sehr lange die Bundeswehr vernachlässigt worden.
00:27:01: Man dachte Friedefreude Eierkuchen, die Russen sind lieb und das passiert nichts.
00:27:05: Und in Wahrheit... Gibt es den Krieg in der Ukraine?
00:27:08: Man kann noch die Augen vor der Realität nicht verschließen.
00:27:11: Aber
00:27:11: das geht ja auch um Infrastrukturprojekte, nicht nur um Milliarde.
00:27:15: Da gibt es von den zweieinhalb Billionen sind fünfhundert Milliarden Infrastruktur.
00:27:20: Das ist schon richtig!
00:27:21: Ja da wird schon was gemacht.
00:27:23: jetzt – das ist ja mal das Positive und das andere ist halt nötig.
00:27:27: Die Verteidigungsfähigkeit muss hergestellt werden.
00:27:31: Vor dem Bundestag hat Der Präsident des Auslands Geheimdienstes von Deutschland, ich glaube Martin heißt er oder so vor kurzem doch gesagt dass die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Russland sehr stark gestiegen ist.
00:27:49: Und das sehen alle Militärs so.
00:27:51: Die NATO ist nervös der Sackör der Oberbefehlster.
00:27:56: aber der NATO hat gerade vor vierzehn Tagen eine neue Doktrin für die Verteidigung niedergelegt, dass man sofort reagieren wird auch auf natustichartige Attacken Russlands wie in Leipzig.
00:28:10: Wie die vielen Brandanschläge auf Rüstungsfirmen im Westen.
00:28:15: Dass man das nicht so geschehen lässt.
00:28:17: und man will also Russland klar machen.
00:28:20: wir meines Ernst!
00:28:21: Die NATO steht zusammen Und ist bedroht im Moment wie eigentlich lange nicht in der Geschichte durch die Verhältnisse, durch Russland und wird gegenhalten.
00:28:32: Das ist erforderlich!
00:28:34: Jetzt gab es den angesprochenen Investitionsgipfel – in der vergangenen Woche mit rund zweieinhalb Konzernchefs aus dem In- und Ausland.
00:28:42: und da hat Friedrich Merz auf das Wirtschaftswachstum von einem Prozent in diesem Jahr verwiesen und auch appelliert, dass man doch nicht alles so negativ sehen soll.
00:28:53: Ist das jetzt schon ein Aufschwung oder ist es schön verborei?
00:28:59: Sie müssen wissen die tatsächliche Produktion des Sozialproduktes oder der Porto Indans Produkte entsteht durch zwei Kräfte – durch Nachfrage nach Gütern, die die Firmen produzieren und durch deren Produktionskapazität Fabriken da stehen haben, was sie auch produzieren können.
00:29:21: Wachstum im engeren Sinne kommt nur durch die Vergrößerung der Produktionskapazität.
00:29:27: Man kann aber natürlich auch das Sozialprodukt ein bisschen steigern, indem man die Nachfrage nach den Gütern der Firmen erhöht.
00:29:35: Nicht?
00:29:35: Dann wird der Auslastungsgrad höher und dieses diese eins Komma zwei oder Eins Komma X Prozent, die da im Moment im Raum stehen für das deutsche Wachstum ist allein Die Verbesserung der Auslastungskapazität.
00:29:47: es ist kein Struktur eines angebots orientiertes wachstums.
00:29:52: jenes käme wirklich nur durch netto Investitionen also investieren.
00:29:57: Also ich sag mal so, Güter werden produziert.
00:30:01: Die einen Güter kann man aufessen das sind Konsumgüter.
00:30:04: die anderen Güter können man auf den Haufen legen das sind Investitions-Güter.
00:30:07: mit denen kann man später wieder andere Güter produzieren nicht Fabriken Maschinen und so weiter.
00:30:12: auch know how Und von der zweiten Sorte haben wir zu wenig.
00:30:16: Deutschland hat derzeit negative Nettoinvestitionen Das heißt es investiert noch nicht einmal Brutto genug, um den abbröckelnden alten Kapitalstock konstant zu halten.
00:30:29: Also das Abbröckeln zu ersetzen.
00:30:30: Das ist die Realität.
00:30:32: und was jetzt ein bisschen hochgeht, ist die öffentliche Investition durch diese... ...durch die fünfhundert Milliarden.
00:30:37: Aber wir brauchen nicht vor allem öffentliche, wir brauchen private Investitions.
00:30:42: Sie kriegen wir die!
00:30:43: indem wir Deutschland zu einem attraktiven Standort machen.
00:30:46: Das heißt, wir müssen den Investoren der Welt – Kapital ist ja genug auf der Welt vorhanden – sagen hier kommt nach Deutschland, hier könnte eine schöne Rendite erzielen.
00:30:55: Hier müsste er investieren!
00:30:57: Sie kennen die
00:30:57: ja Herr Professor Sinnenmannsagen, die dann Mensch Deutschland lohnt sich wieder?
00:31:01: Ja wenn hier ein entsprechender Geist sich verbreitet hat... Und zwar das Gegenteil von dem, was ich jetzt hier aus Berlin höre, Enteignungen und so.
00:31:09: Das vertreibt sie natürlich.
00:31:10: Also
00:31:11: Sie meinen die möglichen Rot-Rot-Grüne Landesregier?
00:31:14: Ja,
00:31:14: es ist ja unglaublich!
00:31:16: Man sich da auf das Grundgesetz bezieht und will enteignen.
00:31:19: Ich meine zum Wohle der Allgemeinheit – das ist zum Unwohle de Allgemeinnheit weil dann wird gar nicht mehr investiert.
00:31:25: Dann machen die großen Investoren in der Welt einen Bogen um Deutschland und bauen keinen neuen Wohnblock mehr.
00:31:32: Hören Sie das aus den Kreisen, in denen Sie unterwegs sind... Das abschreckt bereits?
00:31:37: Ja, natürlich hört man überall.
00:31:38: Es ist eine große Sorge in der ganzen Welt um das was mit Deutschland und überhaupt Europa passiert.
00:31:44: Frankreich ist ja nicht besser Italien ist auch nicht besser.
00:31:47: Wir machen uns nichts vor.
00:31:49: Was hören Sie da?
00:31:50: welche Sorben?
00:31:52: Man hört dort dass eben der Zug in die Richtung einer sozialistischen Wirtschaftsweise doch wieder unterwegs ist und das ist halt Gift für das Investitionsklima, nicht?
00:32:07: Sobald man in diese Richtung geht wenn die sich ab suchen irgendwie einen Platz in Asien wo sie ihr Geld anlegen und sind nicht mehr In Deutschland.
00:32:15: Und dann stagniert die Wirtschaft.
00:32:17: Was bedeutet das denn genau für uns?
00:32:19: Ja es bedeutet dass es eben weniger Produktionskapazität gibt weniger tatsächliche Produktion vor allem auch weniger Nachfrage nach Arbeitskräften seitens der Unternehmen, sodass eben der Lohnerhöhungsspielraum dann reduziert wird.
00:32:39: Die Löhne hängen ja direkt an der Investition der Firmen.
00:32:43: Wenn eine Wirtschaft viel investiert, dann braucht sie viel Arbeitskräfte und dann konkurrieren die Firmen die Löhnen hoch Und jeder hat was davon.
00:32:54: So ist das in der kapitalistischen Entwicklung der letzten zwei Hundert Jahre ja ganz deutlich gewesen.
00:32:58: mit den Investitionen, stieg die Arbeitsproduktivität und der Wunsch der Firmen Leute einzustellen.
00:33:06: Die haben sich gegenseitig die Arbeitnehmer versucht wegzunehmen durch höhere Lohnangebote und dadurch folgten die Löhne dieser Wirtschaftsentwicklung.
00:33:17: Das ist das Grundgesetz des Kapitalismus.
00:33:19: Und wenn jetzt wir den Standort kaputt machen mit irgendwas, existiven staatlichen Interventionen dann geht es halt nicht die andere Richtung?
00:33:29: Aber
00:33:30: das liegt an Wahlergebnissen, die wir in Berlin erleben auch in anderen europäischen Ländern und ein großes Gefühl der Ungerechtigkeit gerade bei der jungen Generation.
00:33:38: Es ist ja nicht so dass sie alle gewalttätig nur demonstrieren sondern auch viele
00:33:41: friedlich
00:33:42: Die sich ihre Mieten nicht mehr leisten können, die keine Jobs mehr finden trotz eben perfekte Ausbildung.
00:33:49: Also dieses Empfinden, was es ja in Europa gibt und auch in den USA.
00:33:53: ich meine wir haben in New York erlebt mit Bürgermeister Mamdani und anderen das ist ja dort auch passiert.
00:33:58: also dem kann man nicht begegnen ausschließlich indem man sagt Ja Moment mal wenn ihr in die Richtung geht dann gibt's noch weniger Investitionen.
00:34:06: diese Generation scheint sich Führt sich allein gelassen und sieht eben in der Politik der letzten Jahrzehnte nicht die Lösung für ihre Probleme.
00:34:19: Ja, wenn Sie sie nicht sehen heißt es ja nicht dass es sie nicht gibt.
00:34:22: das müsste man vielleicht erklären wie diese Zusammenhänge sind.
00:34:26: ich verstehe dass die Einkommensverteilung ein kapitalistisches System eine Marktwirtschaft Ich sag's mal hart kapitalisch hervorbringt.
00:34:40: Ich verstehe, dass das nicht als gerecht angesehen wird.
00:34:42: Das ist auch nicht gerecht!
00:34:43: Warum sollen das gerecht sein?
00:34:45: Wie der Markt entlohnt nach Knappheit.
00:34:48: wenn einer besonders gut Fußball spielen kann und macht das sogar noch gerne.
00:34:52: Der stringt sich gar nicht an mehr spielt und verdient dann gleich viele Millionen.
00:34:59: Was ist denn daran
00:35:00: gerecht?!
00:35:01: Der spielt so gerne den müsste man gar kein Geld zahlen er würde auch ohne Geld spielen Und trotzdem kriegt er das Geld.
00:35:08: Na ja, weil die Clubs konkurrieren um den Fußballspieler und jeder versucht im Besten zu kriegen.
00:35:14: Das mit dem Managern desgleiche... Ich habe also verschiedene Unternehmen, die sind im Wettbewerb.
00:35:18: Die Aktionäre als Eigentümer wollen natürlich den besten Manager.
00:35:22: Die wollen dass der in dem Fußballspielen der Firmen untereinander siegt!
00:35:27: Man will den Sieger und bezahlt für den Siege natürlich hohe Gehälter damit man ihn kriegt.
00:35:31: Ja, das ist der Kapitalismus aber er führt zum Schluss... doch auch zu einer gewaltigen wirtschaftlichen Dynamik, die dann ausstrahlt auf alle.
00:35:41: unter banalen vordergründigen Gerechtigkeitsaspekten ist es alles sehr unbefriedigend.
00:35:51: Sie gehören auch zu denjenigen, die in der Vergangenheit massiv den Ausbau des Sozialstaats immer wieder kritisiert haben?
00:35:57: Nein.
00:35:57: Nicht an sich.
00:35:58: Bürgergeld...
00:35:59: Also
00:36:00: ich war für eine aktivierende Sozialpolitik.
00:36:06: Als Ökonom bin ich mit den Zielen der Gesellschaft schon einverstanden.
00:36:11: Ich will nicht andere Ziele.
00:36:12: sondern andere Mittel.
00:36:14: Hin und wieder entdeckt man als Ökonom, dass das Instrument, das die Politik verwendet nicht funktioniert.
00:36:19: Also wenn die Politik jetzt sagt, dass man durch höheres Bürgergeld irgendwie Gerechtigkeit schafft dann würde der Ökоном sagen vorsicht, vorsicht vor sich.
00:36:31: Das kann auch in die Hose gehen weil es dann eben sehr viel Arbeitslosigkeit erzeugt.
00:36:37: Und dass das so ist sehen wir sehr deutlich.
00:36:42: Es gibt ja einen Vergleich über die Beschäftigungskwoten ukrainischer Geflüchteter hier in Westeuropa, gleich
00:36:49: zu Polen.
00:36:50: Ja,
00:36:50: Polen, Baltische Länder, Holland, Skandinavische Länder.
00:36:55: und wo ist die Beschäftigungskquote am niedrigsten?
00:36:58: In Deutschland!
00:37:00: Warum ist sie am niedrigsten?
00:37:01: weil es hier das Bürgergeld gibt für die Gefluchteten?
00:37:04: Die anderen haben das nicht in dieser Form.
00:37:06: Ja gerechter sind wir vielleicht Aber das Ergebnis ist eben sichtbar in den Zahlen.
00:37:13: Na so geht es nicht!
00:37:15: Wie kann man denn einen sinnvollen Sozialstaat konstruieren?
00:37:18: Man kann ihn so konstruierend, dass man denen die mit ihrer Händearbeit nicht genug verdienen können... ...in dieser harten Marktwirtschaft, die es nun mal gibt,... Dass man denen hilft indem man ihnen noch was dazugibt.
00:37:31: Nicht indem man Ihnen das Geld als Alternative für den Job gibt.
00:37:35: Sagt hier, ich habe ein Bürgergeld.
00:37:36: Das kriegst aber nur wenn du bei mir bist.
00:37:38: zum Staat gehst, sagt der Staat.
00:37:40: Aber wenn wehe du gehst in die Wirtschaft dann streiche ich dir das.
00:37:43: So kann man das doch nicht machen!
00:37:45: Man muss ihm umgekehrt sagen Ich helfe dir in deinem Job und du kriegest von mir zusätzlich zu dem was du da verdienst noch etwas obendrauf so dass in der Summe aus dem was Du selber verdienst und den Zuschuss oben drauf Ein sozialverträgliches Gesandteinkommen entsteht, nur das geht in der Marktwirtschaft.
00:38:06: Es gibt ja häufig den Spruch, jeder muss von seiner Hände Arbeit leben können.
00:38:09: Das ist ein völlig sinnloser Spruch so moralisch erklingt weil das nicht geht in der Marktwirtschaft.
00:38:17: Ein Unternehmer kann ja nicht gezwungen werden jemand einzustellen wenn er damit nicht genug gewinn macht oder überhaupt keinen Gewinn macht dann gibts eben kein Job.
00:38:28: man muss diese Regeln der marktwirtschaft nehmen wie sie sind und man kann also nur zulassen bei dem der Lohn sich durch Angebote und Nachfrage bildet, der ist dann so niedrig dass es dann doch Jobs gibt.
00:38:40: Und wenn er nicht reicht um davon zu leben kann man den Leuten zusätzlich was geben.
00:38:44: das ist der bessere Sozialstaat.
00:38:46: dafür habe ich gekämpft zwei Jahrzehnte lang
00:38:49: Bei vielen, was Sie jetzt beschreiben und analysieren, was in der Vergangenheit schiefgelaufen ist.
00:38:54: Was jetzt besser laufen müsste, fragen sich denke ich viele ja wie kriegen wir es denn hin in Deutschland?
00:38:59: Wie kriegen wir's hin dass wir nach vorne kommen?
00:39:01: sie haben es angesprochen einerseits Reform private Investitionen das die rein fließen müssen wenn wir auf die Politik blicken.
00:39:09: für dich mehr als insbesondere der Bundeskanzler was müsste er aus ihrer Sicht jetzt machen Damit ist mit Deutschland wirklich auch dauerhaft nach vorne geht, auch in fünf und zehn Jahren dass wir wieder besser darstellen.
00:39:25: Das erste ist einmal das sein Brüssel vorstellig wird denn manches kommt aus brussel was nicht funktioniert.
00:39:31: ich meine wir kann natürlich beim trump vorstellung werden.
00:39:33: es ist auch richtig aber weniger weniger erfolgreich.
00:39:38: er muss im brüssel sich wenden gegen diese co-zwei verordnung.
00:39:41: das ist des teufels.
00:39:42: also mal wir haben eine CO²-Bepreisung über Emissionszertifikate.
00:39:49: Das würde funktionieren, da ist aber der Automobilsektor nicht eingeschlossen sondern dem gibt man harte octroise indem man sagt so und zu viel CO² für die Flotte und dann kommen die E-Autos rein, dann kann man das erfüllen und die E Autos werden in der Rechnung der EU mit Null angesetzt beim CO² Ausstoß eine
00:40:08: bodenlosere Überein.
00:40:09: Ist es realistisch dass man da noch was umdrückt?
00:40:11: Ja
00:40:11: natürlich!
00:40:13: Es gibt ja gerade, weil jetzt auch das Europaparlament anders besetzt ist.
00:40:18: Es sind andere Parteien und im Moment kann man... mit etwas Energie und Kraft erreichen, dass dieser Unsinn beendet wird.
00:40:27: Aber Sie sagen Unsinn!
00:40:28: Andere sagen es geht doch hier um Klimaschutz und auch um die Zukunft des Kontinents?
00:40:32: Ja
00:40:32: ja natürlich geht's zum Klimaschutz.
00:40:34: Man muss auch das was man damit tun will richtig machen so dass es funktioniert.
00:40:38: und dieses funktioniert eben gar nicht.
00:40:40: wenn da muss man über einen einheitlichen Preis in Europa machen hat eins und zwei müsste man die anderen Länder mit ins Boot kriegen denn das ist ja nun auch das Problem auf der Erde, dass Öl einfach kaufen.
00:40:55: Wie es für sie verfügbar ist.
00:40:58: Dann werden Sie auch das kaufen was wir nicht mehr kaufen, was wir frei geben.
00:41:03: Es gibt ja drei Spieler sozusagen im Kopf.
00:41:05: Es gib die Böschen Länder, die nicht an Klimaschutz denken.
00:41:08: Also China?
00:41:10: Ja, USA kann man drüber diskutieren aber es gibt genug.
00:41:13: Nicht Indien, USA vor allem und China ein halb.
00:41:17: Und dann haben wir die Europäer, die sagen, wir machen Klimaschutz.
00:41:21: Wir verbieten den CO²-Ausstoß, das heißt, wir verbieten dem Kauf von Brennstoffen auf den Weltmärkten im wesentlichen Gas und Öl durch deren Verbrennung CO² in die Luft kommt.
00:41:36: Das kann ja nur wirken wenn die Mengen, die wir nicht kaufen, in der Erde bleiben.
00:41:40: Wenn die Öl schalke ich sie nicht extrahieren?
00:41:43: Wahrheit ist aber, die reagieren gar nicht auf Freisänderungen.
00:41:46: Das haben wir in der Vergangenheit gesehen.
00:41:48: Man kann sich die Zahlen anschauen...
00:41:49: Aber das ist ja ein Totschlagargument.
00:41:51: oder wenn man sagt... Ja es
00:41:51: ist ein Todschlag-Argument.
00:41:53: Wenn man sagt, die anderen machen eh nicht mit deswegen machen wir auch nichts?
00:41:55: Ja so ist es!
00:41:56: Also wenn's ein Tod schlag ist, dann ist es eben tot.
00:41:58: Punkt Es isso Die Kurve der Ölexstraktion seit der zweiten Ölkrise, zweiundachtzig bis kurz vor Corona war mehr oder weniger eine Grade.
00:42:16: Die Stieg an, währenddessen sind die Preise für Öl rauf und runtergegangen in den Himmel und in den Keller.
00:42:25: Und eigentlich müsste wenn die Preisen hochgehen doch mehr Öl produziert werden weil es sich lohnt.
00:42:30: Nee!
00:42:31: Oder wenn sie runter gehen dürften sich die Minen nicht mehr lohnen müssten sie eingestellt werden?
00:42:37: Nein Einfach eine Konstante.
00:42:39: Und das erste Mal, wo was passiert ist war Corona.
00:42:43: Da stand die Räder der Industrie weltweit still.
00:42:46: Überall wurde weniger nachgefragt Öl.
00:42:49: Das Öl der Ölpreis ging in den Keller und das war das Signal für die Ölschecks- und die anderen Extraktionsländer, sage ich mal Venezuela usw.. jetzt die Notbremse zu ziehen.
00:43:03: Die OPEC hat also die Menge reduziert, wenn man stark die Preise senkt durch gemeinschaftliche Nachfrage-Reduktionen dann kann man die Extraktionsländer bedrängen und zwingend ihr Zeugs in der Erde zulassen, denn wenn der Preis kleiner ist als die Extractionskosten erholen sie es ja nicht raus.
00:43:22: Aber nur so ein bisschen reicht gar nicht, weil nämlich der Ölpreis meilenweit über den Extraktionskosten liegt.
00:43:29: Der hat damit gar nichts zu tun.
00:43:30: Das ist anders als bei anderen Gütern.
00:43:32: Das sind ja Güter die schon da sind.
00:43:35: Alte Rembrandt haben auch einen Preis, der nichts mit den Kosten der Farbe des Malers zu tun hat oder des Finsels.
00:43:44: Leichte Schwankungen, wie wir Europäer sie hervorrufen haben keine Wirkung.
00:43:49: Starke Reduktionen haben eine Wirkung.
00:43:52: mit anderen Worten eine weltweite Koordination bei der CO²-Reduktion würde wirken.
00:43:56: aber unilaterale Aktionen wie wir europäer Sie machen wirken halt nicht weil sie zu einer Verlagerung der hier nicht mehr gekauften Mengen in andere Länder führen und dort Also Sie sagen,
00:44:10: das Erste ist Friedrich Merz soll nach Brüssel das anpacken.
00:44:13: Was ist das zweite, dritte, vierte Fünfte?
00:44:16: Was passieren muss aus Ihrer Sicht?
00:44:17: Ja dann muss er die Rentenreform so machen wie es jetzt gesagt ist von der Renten-Reformkommission und keinen Deut daran abweichen.
00:44:24: davon abweichend da sind ja nun schon alle relevanten Kräfte vertreten gewesen in der Kommission.
00:44:30: Dritt ins.
00:44:31: Und
00:44:34: drittens würde ich das Ausbildungssystem verbessern.
00:44:38: Das ist auch ein Riesenthema!
00:44:40: Nicht nur Frankreich hat schlechte Schulen, auch Deutschland hat schlechten Schulen.
00:44:43: Wir sind bei der letzten PISA-Statistik im weltweiten Vergleich also ziemlich deutlich abgeschlagen unter dem OECD Durchschnitt und Frankreich ist noch ein Tacken schlechter als wir.
00:44:54: Also mit den Amerikanern praktisch auf einem Niveau was das Schulniveau betrifft und das ist schrecklich genug.
00:45:00: Das Land der Dichter und Denker hat keine vernünftigen Schulen mehr.
00:45:02: Also das müsste man dringend ändern.
00:45:04: Eine große Schulreform ist nötig, um die Qualität der Schulen zu verbessern.
00:45:09: Viel mehr Geld in die Schulen, höhere Gehälter für die Lehrer auch, dass man die besten kriegt.
00:45:14: Wir schicken uns die besten Leute, die wir haben, in die Vorstandsetagen.
00:45:18: Na gut!
00:45:19: Wir schicken sie aber auch in die Investmentgesellschaften.
00:45:22: Warum sind diese klugen Leute nicht Lehrer?
00:45:25: Da ist da irgendwas faul an der Lohnstruktur im öffentlichen Sektor.
00:45:33: Dann haben wir dieses duale Ausbildungssystem, was jetzt so dahin sicht, würde ich mal sagen.
00:45:38: Obwohl es die Stärke Deutschlands begründet, das Facharbeiter-Turm und die Handwerkerschaft
00:45:44: usw.,
00:45:44: ist noch eine Stärke in unserem Land.
00:45:46: Das müsste man weiter pflegen.
00:45:48: Und ich würde ein großes Programm machen um insbesondere die Migrationsbevölkerung da reinzuholen.
00:45:56: Die kennen das ja nicht!
00:45:57: Sie von zu Hause wissen gar nicht, was sowas ist.
00:46:01: Wenn sie schon zur Schule gehen, dann wollen Sie gleich studieren und CEO werden in einem Unternehmen.
00:46:06: Also dass es da in Deutschland dort diese breite Mitte gibt des Facharbeitertums die da wirklich gut verdienen und sich auch ihr Häuschen nochmal leisten können im Laufe des Lebens Das ist Ihnen noch nicht bewusst.
00:46:18: Da würde ich daran arbeiten, dass das verbessert wird.
00:46:23: Zwei Punkte haben wir noch also erstens EU zweitens Rentenreform drittens Bildung.
00:46:30: welche Zwei Punkte müsste März noch direkt anpacken, wenn wir bei fünf Punkten
00:46:34: bleiben.
00:46:34: Ja die Investitionen müssen unbedingt hoch.
00:46:38: also Wir sehen ja wie der Tamp agiert und so weiter.
00:46:44: für meine Begriffe ein System beschleunigter Abschreibung einführen bis hin zur Cash-Show Steuer.
00:46:48: das heißt wir haben eine Einkommensteuer Bei der derzeit eine Abschreibung auf Investitionen, also vom Steuerpflichtie in Einkommen pro Rata Temporis erlaubt ist.
00:46:58: Wenn man da die Sofortabschreibung erlaubte solche Steuersysteme gibt es auch dann würde das Wunder wirken.
00:47:03: Reagan hat das oneinzehnhundertachtzig gemacht so ein fast sofortabschreibungssystem nachdem die Wirtschaft am Boden liegt lag Das Accelerated Cost Recovery System, das also das System der beschleunigten Abstreibung für steuerliche Zwecke.
00:47:20: Es klingt jetzt wer weiß wie kompliziert hat aber gewirkt weil Abschreibungsvergünstigung im Gegensatz zu bloßen Steuersatzenkungen wie sie von der Industrie immer gefordert werden haben den Vorteil dass sie selektiv die Investitionen im Inland fördert.
00:47:36: wenn ich die Steuer Setze senke dann senke ich ja auch die Steuerschätze auf Die Finanzerträge, die die Erben einer mittelständischen Firma im Ausland verdienen können wenn sie ihr Geld dahintragen.
00:47:49: Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein sondern man muss selektiv die Investitionen im Inland fordern und das geht nur über Abschreibungsvergünstigung.
00:47:56: Einen Punkt haben Sie noch was ist der letzte was der Kanzler angreifen muss vorangreifen?
00:48:02: Na ja bei der Rente würde ich mal ganz fundamental jetzt argumentieren das Hauptproblem ist kurzfristig nicht los aber umso wichtiger Wir haben zu wenig Kinder.
00:48:13: Deutschland hat zur Zeit so wenige... Und
00:48:15: das kann früh nicht mehr jetzt nicht ändern, oder?
00:48:17: Doch, doch!
00:48:17: Das kann er ändern.
00:48:18: Und zwar
00:48:18: wie?
00:48:19: Indem er Bismarck korrigiert und Adenauer.
00:48:22: Aber Deutschland hat derzeit so wenig Kinder wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
00:48:32: Da ist die Migrantenkinder.
00:48:35: Die Migranten haben nur noch viel mehr Kinder, weil sie die Sitten von zu Hause mitbrachten in dieser Zahl drin sind.
00:48:43: Also wir haben hier wirklich eine sich anbahrende größere Katastrophe.
00:48:48: Wie kann man das ändern?
00:48:49: Man kann das ändern, indem man Kinder in die Rentenformel bringt.
00:48:54: Das hat Oswald von Nell Bräuning aus dem Jahr und siebenfünfzig von Adenauer gefordert.
00:49:00: Er hat gesagt braucht man nicht, Kinder kriegen die Leute von alleine Stimmt aber nicht.
00:49:04: Die Leute kriegen wegen der Rentenversicherung weniger Kinder Und ich will ihnen beweisen warum das so ist.
00:49:09: Als Bismarck, in der Vorbereitung seiner Sozialreform gehalten hat, hatte er gesagt, ihn stören diese hungrig ernährten Alten die keine Kinder haben und in der größeren Familie betteln gehen müssen.
00:49:28: Deswegen hat er nacht Jahre später, also achtzehnhundertneunundachtzig die Rentenreform eingeführt.
00:49:37: Und siehe da nach der Renten-Reform war ein Lebensmodell, was vor Bismarck vollkommen ökonomisch unmöglich war nämlich alt zu werden ohne Kinder zu haben weil man dann ja in der Gosse landete wurde möglich.
00:49:51: Man kriegte also ein Geld von der staatlichen Rentenversicherung auch wenn man keine Kinder hatte.
00:49:56: man musste nicht mehr in der Familie betteln gehen so Bismark.
00:50:00: So dieses neue Modell hat von Generation zu Generation immer mehr Nachahmer gefunden.
00:50:06: Aha, es geht auch im Alter ohne Kinder!
00:50:09: Denn irgendwie kommen die Renten... Die anderen hatten ja noch Kinder, ne?
00:50:13: Aber wenn alle keine Kinder mehr haben dann funktioniert das nicht und an dem Zustand nähern wir uns hier in Deutschland.
00:50:23: Also wie könnte man das machen?
00:50:24: Man könnte sagen Es gibt Entgeltpunkte in der Rentenversicherung für Kinder.
00:50:30: Das Thema Mütterrente ist nicht falsch Wie häufig so behauptet wird, sondern im Kern richtig.
00:50:36: Weil ohne Mütter keine Rente ist klar zu sagen und man könnte es auch machen indem man vielleicht ein zweistufiges Rentensystem macht.
00:50:47: das habe ich mal vorgeschlagen vor längerer Zeit dass man sagt also junge Leute müssen Wenn Sie ins Arbeitsleben eintreten, Pflicht sparen.
00:50:56: Die Pflicht ersparen ist wird angehäuft und wenn sie dann ein Kind kriegen, dann wird beim ersten Kind ein Drittel der Ersparnis frei und dann können Sie das Geld haben um das Kind damit großzuziehen.
00:51:09: Dann hilft Ihnen das ein bisschen.
00:51:10: Beim zweiten Kind das zweite Drittel, beim dritten Kind das dritte Drittel.
00:51:14: Und wo kriegen Sie denn also ... das Kapital her, um im Alter davon zu leben.
00:51:20: Na ja man müsste dann eine Zusatzrentenversicherung machen speziell für die Kohorte der Menschen, die Kinder haben mit einer Abgabe, die die Kinder an das Kollektiv ihrer Eltern zahlen.
00:51:32: Das alte System würde weiter bestehen also würde ich nicht dran rühren so dass niemand das Rente hier gekürzt wird aber es gäbe eine neue kinderabhängige Rente hinzu.
00:51:41: Es gibt auch die Möglichkeit natürlich, die Familienleistungen direkt zu verbessern.
00:51:47: Aber wissen Sie das ist so ein bisschen doppelt gemoppelt?
00:51:50: Auf der einen Seite haben wir das Rentensystem was die Anstrengung der Menschen bei der Kindererziehung, Kinder großziehen und so weiter sozialisiert indem die Beiträge die die Kinder an die Rentenversicherung abtreten auch an Nichteltern gewährt werden.
00:52:10: Und auf der anderen Seite unterstützen wir jetzt die Eltern, die Kinder großziehen gleichzeitig.
00:52:16: Das ist zweimal Start also man könnte auch sagen vielleicht ist das nicht nötig und wir bauen das System von vornherein richtig auf.
00:52:25: Herr Professor Sehnen vielen Dank für die spannende Analyse und auch die Lösungsansätze, die Sie hier mitgeliefert haben.
00:52:32: Vielen dank dass sie heute bei uns
00:52:34: waren!
00:52:35: Und ich bedanke mich bei Liven Jendrich für die Produktion und die redaktionelle Vorbereitung bei Oscar Luis Bender.
00:52:42: Vielen Dank, und Tschüss!
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