Was zu viele Deutsche nicht hören wollen. Mit Sascha Chaimowicz
Shownotes
Paul Ronzheimer spricht mit Sascha Chaimowicz, Chefredakteur des ZEITmagazins, über seinen Alltag als Jude in Berlin-Kreuzberg. Seit dem 7. Oktober habe sich das Lebensgefühl im Viertel grundlegend verändert: Chaimowicz erzählt, warum jüdische Freunde ihren Davidstern verstecken, weshalb seine Familie offen über einen Umzug nachdenkt und warum er sein Kind möglicherweise nicht auf eine Kreuzberger Schule schicken will.
Außerdem geht es um den Wahlsieg der Linken in Berlin und die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile der Partei. Chaimowicz erklärt, wo für ihn die Grenze zwischen legitimer Israel-Kritik und Antisemitismus verläuft – und was er jetzt von der Linken erwartet.
ZEITmagazin-Artikel von Sascha Chaimowicz: "Liebe Nachbarn, was habt ihr da bitte gewählt?" https://www.zeit.de/zeit-magazin/2026-09/die-linke-berlin-wahl-sieg-antisemitismus-judentum
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dann hat sich meine Frau an eine familiäre Beratungsstelle gewandt der Stadt und hat in diesem Beratungsspräch zu meiner Überraschung schon sehr deutlich den Rat bekommen.
00:00:13: An eurer Stelle würde ich das Kind nicht in einer Kreuzberger öffentlichen Schule einschulen, weil es eben Fälle von Mobbing gegenüber israelischen und jüdischen Kindern gab und gibt.
00:00:28: Und deshalb der Rat, vielleicht sich eher Richtung Charlottenburg zu orientieren.
00:00:32: Aber da hat
00:00:32: man ja aufgegeben oder?
00:00:34: Also wenn dann staatliche Beratungsstellen sagen, meldet euer Kind besser nicht an der Schule an weil es jüdisch ist und weil's dann gefährlich wird...
00:00:42: Ich glaube in dem Moment wo dieser Rat ausgesprochen wurde war das wirklich einfach ein mitmenschliches Errat.
00:00:49: ich glaube nicht dass es das ist was sie ein paar E-Mail schreiben würden sondern er war eine Mitarbeiterin die einfach eine Herzheit und gesagt hatte hey ich sehe was eure Frage isst Ich beantworte es euch jetzt mal ehrlich.
00:00:59: Und Ried eben dazu geht lieber auf eine christliche private Schule oder eben auf eine Charlottenburger...
00:01:06: Nach dem Wahrsieg der Linken gab's viele Debatten um Unterstützung von Clans, um Antisemitismus bei den Linken und natürlich wurden ne Menge Texte geschrieben.
00:01:16: Ein Text hat mich besonders berührt und trägt den Titel Liebe Nachbarn Was habt ihr da bitte gewählt?
00:01:22: Es ist der Titel Und geschrieben hat ihn Sascha Heimovitz, er ist Chefredakteur des Zeitmagazins.
00:01:29: Sascha kommt aus einer jüdischen Familie und lebt in Berlin-Kreuzberg.
00:01:32: In diesem Wahlkreis hat die Linke ca.
00:01:36: der Stimmen geholt und er hat diesen Wahlsieg zum Anlass genommen um zu beschreiben wie es ist als Jude in Berlin zu leben.
00:01:43: Deshalb wollte ich hier unbedingt mit ihm sprechen darüber Wie es ist, in so einem Stadtteil zu leben wie man damit umgeht.
00:01:49: Was das bedeutet und warum Israel ein riesiges Thema in diesem Milieu ist?
00:01:54: Sascha ich freue mich dass du da bist!
00:01:55: Danke dir Paul für die Einladung schön hier zu sein.
00:01:58: Sascha
00:01:58: Du wohnst seit fast zehn Jahren glaube ich in Berlin-Kreuzberg.
00:02:04: Wo warst du vorher in Deutschland?
00:02:06: Ich bin eigentlich Münchner Und glaub auch dass mich das stark geprägt hat und wohnt seit zehn Jahren in Kreuzberg.
00:02:15: Und muss man sagen, es ist ein Stadtteil der sich insbesondere seit dem siebten Oktober stark verändert hat.
00:02:20: Das ganze Lebensgefühl ist ein anderes.
00:02:22: Wie war das als du dahin gezogen bist?
00:02:25: Wie war's in München?
00:02:26: Gab's da irgendwelche Stimmungen die du auch so wahrgenommen hast wie heute oder sind das zwei unterschiedliche Städte?
00:02:33: Ich glaube mal muss sagen ich bin von Haus aus glaube ich eher jetzt nicht besonders sensibel für das was man Bewegung der Wokenisse letzten Jahre, so Mikroaggression und Mikrothemen.
00:02:45: Dafür bin ich nicht besonders sensibel.
00:02:47: also ich bin ja ein schwarzer Mensch auch und fand.
00:02:50: auch.
00:02:50: beim Alltagsrassismus hatte ich jetzt nicht so sonderlich empfindliche Gefühle und auch beim Antisemitismus in München Ich habe.
00:02:57: natürlich gab es Themen und Vorfälle aber die haben sich nie somiert zu einem Gefühl das mich geprägt hat im Leben.
00:03:03: Und eigentlich ist es auch für Berlin und für Kreuzberg.
00:03:06: Es war im Alltag ein relativ wenig präsentes Thema, bis zu jüdisch-schwarz.
00:03:12: Ich hatte eigentlich ein sehr entspanntes freies Lebensgefühl hier.
00:03:16: Und du sagst das hat sich dann schlagartig verändert durch den siebten Oktober?
00:03:20: Was genau und wann hast du es gemerkt dass ich jetzt hier gerade alles drehe?
00:03:24: Naja es gab die erste Phase in der ich den Eindruck hatte dafür was passiert war.
00:03:29: am siebben Oktober war so eine seltsame Stille in den Straßen.
00:03:32: Man konnte es interpretieren als Zurückhaltung oder vielleicht sogar Kälte.
00:03:36: Man erleben konnte relativ wenige Menschen, die sich irgendwie geäußert haben dazu.
00:03:41: Und dann sucht es hier über die Monate und eine Phase als Israel dann begann zurückzuschlagen in Gaza.
00:03:49: Das war die Phase wo du plötzlich begonnen hast.
00:03:51: so wenn ich auf meinem Balkon stehe nach links schau siehst Du dann die Fuck Israel Wand.
00:03:56: oder im Café in das ich morgens immer reingegangen bin stand dann groß in Lettern Israel ist gleich völkermord Und es intensivierte sich, das waren so Kleinigkeiten im Alltag die man halt so sehen kann.
00:04:08: Die ich auch erst mal nicht so erheblich finde.
00:04:10: Kann man ja äußern wenn man unbedingt möchte aber es gab dann schon... Es wurde denn immer mehr!
00:04:15: Du gehst dann irgendwie in den Schwimmkraulunterricht und plötzlich bekommst du in so einer Art Stream of Consciousness Rede von der Schwimmlärerin völlig ungefragt erklärt warum Israel furchtbar ist weil man da eigentlich gar nicht sein kann.
00:04:31: Menschen, die ich kenne.
00:04:32: Die Geschäfte in Kreuzberg haben das Mitarbeiter offensichtlich antisemitische Aufklebe auf Mitarbeiterkloß kleben und solche Dinge.
00:04:40: Und ich hatte ein Einungswort immer intensiver und ja man kann schon sagen fast obsessiv.
00:04:45: Gleichzeitig hatte ich schon immer das Gefühl vielleicht ist es auch meine Art die Dinge so ein bisschen runterzudimmen und zu sagen naja Es ist hier auch erstmal völlig legitim dass Menschen angesichts dessen was im Gaser passiert reagieren und das vielleicht auch ausdrücken wollen.
00:04:59: Aber die Intensität im Viertel hat schon gemacht, dass sich das Gefühl hatte als Mensch der ja auch Familien Israel hat.
00:05:08: Hier ist schon eine mindestens feindliche Atmosphäre gegenüber Israel ein Land des vor dem siebten Oktoberjahr den Menschen zumindest habe ich so wahrgenommen schon auch nah war mir sowieso biografisch sehr nah ist.
00:05:20: Wie war es für dich in solchen Alltagssituationen?
00:05:23: Also du siehst da das erste mal etwas an der Wand stehen aber dann plötzlich einen persönlichen Umgang was du beschreibst mit einer Schwimmlehrerin.
00:05:30: Du bist auch Journalist und bist es gewohnt, zu diskutieren in Konferenzen, zu argumentieren aber dann trifft es dich ja plötzlich persönlich.
00:05:38: hast du da gegen geredet oder hast du gesagt komm bringt jetzt nichts?
00:05:42: hören wir das an und Gewalt her.
00:05:44: also ich habe nicht des Bedürfnis in meinem Viertel nach Ostdebatten zu führen mit Menschen.
00:05:49: Ich bin keine Aussexperte.
00:05:51: ich hatte den Eindruck die Menschen um mich herum die sich so äußern sind's auch nicht.
00:05:55: ich hatte schones bedürfen.
00:05:56: ist uns eine Sehnsucht nach Freiheit sich nicht damit permanent zu beschäftigen mit den Leuten.
00:06:02: Und wie gesagt mir ist schon auch ein wichtiger Punkt, ich finde schon also ich würde mich nicht, also innerlich denke ich mir natürlich mein Teil bin ich manche Sprüche seh fuck Israel und so.
00:06:12: es wäre jetzt absolut nicht meins.
00:06:14: aber ich habe schon das Gefühl man muss natürlich auch als Jude was Dinge aushalten können und auch in einem Viertel wie Kreuzberg sagen du kannst da nicht leben wenn du auf all diese Dinge hypersensibel reagierst.
00:06:25: deswegen dachte ich okay dem dich runter versuch, vielleicht auch absichtlich.
00:06:30: Ich hab einen jüdischer Vater der sehr Israel verbunden ist und habe ihm immer bevor er hier zu Besuch kam aus München gesagt.
00:06:41: Offen gesagt wir haben Code-Wörter gehabt dafür, ich hab ihm gesagt nicht ständig Israel sprich von mir aus von Irland oder so damit wir nicht gesprechen.
00:06:49: Na ja weil du halt irgendwann lernst und ich kenne glaube ich kaum ein Juden in Berlin der nicht irgendwann gelernt hat seit dem siebten Oktober letztlich so Croping-Mechanismen und Strategien zu entwickeln, wie man seinen Jüdisch ist.
00:07:01: Und vielleicht ihr auch leben mit Israel.
00:07:04: also wir fahren der regelmäßigen Urlaub
00:07:06: usw.,
00:07:07: Wie man das weiterleben kann ohne jetzt öffentlich Anschluss zu erregen?
00:07:10: Das ist in einem Viertel wie Kreuzberg was du irgendwann trainiert bist darin.
00:07:14: ich weiß schon relativ gut In einer Situation abzuschätzen ob das Thema jetzt in die Richtung geht und bin auch ganz gut darin es abzulenken.
00:07:21: Also ich in dem Artikel den Du geschrieben hast Den ich geschrieben habe den Du angesprochen hast erzähle ich an einer Stelle auch von einer Babysitterin, die wir hatten.
00:07:30: Und wirklich wahnsinnig herzliche junge Frau und ich wusste schon so ein bisschen okay lass uns über dieses Thema einfach nie sprechen!
00:07:37: Ich sah schon bei ihr diese Wassermelonen-Anhänger
00:07:41: usw.,
00:07:41: aber da würde ich sagen absolut macht das völlig in Ordnung.
00:07:45: Aber irgendwann kam es dann schon zu der Situation, in der sie irgendwann am Spielplatz anfing mit einem Popstar den Sie nicht mag und sagte des fucking Zionist.
00:07:55: Das sind so Momente, wo ich dachte, okay, ich ahne schon das Schlummertier.
00:07:59: Aber du willst da natürlich nicht hin und ...
00:08:01: Wie macht man das dann am Spiegelplatz?
00:08:07: Du musst ja da sehen... Ich meine es ist ja unsere Baby hier drin!
00:08:09: Ich will ja eigentlich ein gutes Verhältnis mit ihr noch nicht wählen.
00:08:12: In den Bundestag wählen die soll einfach ... Was ist das?
00:08:15: Ein großer Job, Kinder zu hüten Und viele jüdische Freunde haben nicht verstanden wie wir mit ihr eine ganze Weile länger arbeiten konnten.
00:08:23: aber meine Einstellung ist, ich glaube das gefällt mir natürlich nicht.
00:08:27: Aber ich bin jetzt auch keine Gesinnungspolizei die schaut also im Grunde da sollte es keine Rolle spielen.
00:08:34: und gleichzeitig gebe ich zu Ich habe sehr stark gehadert und wir haben das Verhältnis dann irgendwann auch beendet weil es uns dann zu krass wurde.
00:08:42: aber ich glaube schon wie gesagt du lernst so ein bisschen robust zu werden bei solchen Themen.
00:08:49: Und dein Vater der aus München dann durchkam Hat er das dann mitgemacht und hat an Irland auf der Straße gesagt?
00:08:55: Ich meine, es muss ja auch schrecklich sein für... Man kommt nach Berlin.
00:08:59: Und kann nicht mehr offen über Israel sprechen!
00:09:03: Naja ich glaube wenn du in München lebst und die Nachrichten hörst wie ist hier in Kreuz?
00:09:06: also die bekannten Pferde wir werden wahrscheinlich noch drauf kommen mit den Linken usw.. Da ist es... Du kannst aus der Distanz zeichnet sich ja auch aus jüdischer Sicht ein ziemlich beängstigendes Bild und es hat er natürlich auch.
00:09:18: Also ihr fragt Seche und uns auch öfters Wie könnt ihr hier eigentlich leben unter solchen Bedingungen, wo du die ganze Zeit umgeben bist mit so einer Art mindestens israelfeindlichen Stimmung.
00:09:28: Was ist deine Antwort an dem?
00:09:30: Naja ich glaube das je näher du also wenn du in so einem Viertel lebst lernst du halt zu differenzieren und so lernest halt auch mit Reibung umzugehen.
00:09:37: und du lernste auch dass eine Familie, die palästinensisch ist, die vielleicht die Embleme und die Palästine solidarischen Zeichen mit sich trägt gleichzeitig unglaublich herzlich mit uns sein kann Wissend, dass ich jüdisch bin mit Familien Israel.
00:09:53: Also das sind Beispiele die natürlich medial nicht so präsent sind und die beispielsweise mein Vater aus seinem Alltag nicht kennt.
00:10:00: aber wenn du unter Menschen wohnst wie wir, die arabisch sind, die links sind, sehr palästinär solidarisch sind Du merkst nur aus den Unterschiede Gleichzeitig.
00:10:10: es gibt immer wieder Momente Und der Wahlabend war ein solcher Moment bei dem Ich mich schon frage Sind wir hier richtig?
00:10:17: Weil am Ende geht's ja nicht drum praktisch das Leben so zuführen, dass man möglichst irgendwie, weil es demokratisch irgendwie Reibung aushält und so weiter.
00:10:24: Und Meinungsvielfalt usw.
00:10:25: Das ist ja alles als ideal richtig aber du solltest dein Leben auch genießen können und ein schönes friedliches Leben haben.
00:10:31: Da komme ich manchmal an Grenzen insbesondere wenn Kinder ins Spiel kommen.
00:10:36: Beispielsweise über die Schulwahlen und so was nachdenken.
00:10:39: Und du merkst, dass jüdisches Leben durch die Lage wie sie ist sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht.
00:10:45: also... Die Beispiele kennt man ja und ich kann sie nur bestätigen.
00:10:48: Ich kenne praktisch niemanden, der durch Kreuzberg mit einem Davidstern läuft, der sichtbar ist.
00:10:53: also wenn dann steckt man ihn in den C-Shot rein damit er nicht so sichtbares von der Kippa nicht dass sich da mit sonst rumlaufen würde.
00:11:00: aber ganz zu schweigen es macht keinen.
00:11:03: keiner den ich kenne Und für mich ist das eben in Berlin lebend mittlerweile eigentlich normal sowas zu sagen.
00:11:10: Aber ich merke schon immer wenn ich dann mit Leuten in anderen Städten spreche Das ist natürlich krass Es kommt mir im Alltag nicht mehr so vor, aber eigentlich ist es krass dass wir in der Hauptstadt von Deutschland eine weitgehende Einigkeit gibt auf Spielplätzen und sonst Markthallen wo ich unterwegs bin.
00:11:28: Dass das so ist also wenn ich sowas erzähle natürlich kein David Stern usw.
00:11:32: nicken alle da ist man eigentlich nicht mal erschrocken sondern es ist halt schon klar würde ich auch nicht machen.
00:11:38: Du sagst nach so einem Wahlergebnis die letzte Woche wieder am Sonntag dass du dann zweifelst, ob ihr als Familie hier
00:11:47: richtig seid.
00:11:48: Wie war das also den Balken gesehen hast?
00:11:51: Dachtest du in dem Moment jetzt müssen wir ja eigentlich
00:11:53: wegziehen?".
00:11:54: Ich war schon überrascht wie viel Stimmen die Linkspartei bekommen hat vor allem von dem Hintergrund des was sich jetzt in dieser Woche so nochmal extra entfaltet hat an Vorfällen.
00:12:04: Es ist nicht so, dass es die antisemitischen Vorfälle der Linkspartei in Berlin unbekannt waren davor sondern Nicht so, dass irgendein Investigativ Journalist Dinge enthüllt hat.
00:12:14: Sondern die Linkspartei hat in Teilen Wahlkampf gemacht mit, wie ich fand wirklich Volksverhetzenden und kriegstreiberischen Dingen also.
00:12:22: Ich nenne nur die ein zwei Beispiele, eine linken Mitglied, die dann sagt Die Befreiung Palästina ist es im Grunde erst abgeschlossen Wenn Tel Aviv fällt oder wenn von der Zerstörung Israels die Rede ist auf einer Website vom Bundestagsabgeordneten Von einem Mitarbeiter von Ferd Kroczak Wenn am Tag der Wahl zur Wahl intifade aufgerufen wird, dann kann man ja nicht davon sprechen dass die Leute schockiert sind im Nachhinein.
00:12:49: Sondern das ist offensichtlich.
00:12:50: ich würde nicht mal behaupten und den Nachbarn bei uns unterstellen, dass sie die Partei deshalb gewählt haben.
00:12:56: Wer bin ich?
00:12:57: Ich weiß es nicht!
00:12:58: Aber zumindest haben Sie anders priorisiert als ich es erwartet hätte und gesagt vielleicht ist das Mietenthema beispielsweise für uns so wichtig... Dass wir diese Partei wählen und damit in Kauf nehmen was man da alles so mitfällt und es wird in dieser Woche ja sehr deutlich.
00:13:12: Und das hat mich schon erschrocken, muss ich sagen.
00:13:15: Es ist glaube ich so ein Gefühl von wenn wir noch mal zurückgehen zu dem schwarzen Teil meiner Identität – es gab ja in den letzten Jahren schon insbesondere im linken progressiven Milieu auch in Kreuzberg eine hohe Sensibilität für Rassismus-Erfahrungen von Schwarzen zum Beispiel, eine sehr große Empfindsamkeit war nicht in manchen Teilen wie gesagt gut, in manch anderen auch ein bisschen schräg.
00:13:34: aber auch so Jetzt zu erleben, dass man in Bezug auf Diskriminierung von Juden und auch von Israelis, die es ja auch zu zehntausend Berlin gibt.
00:13:43: Dass man da so, ich will gar nicht sagen aggressiv aber dann doch relativ kühl drauf reagiert und sagt Ja das kommt offen meiner Partei vor wählen wir trotzdem mit.
00:13:53: Ja davon war ich überrascht.
00:13:55: Wie erklärst du dir das?
00:13:57: Es ist glaube ich Ganz schwer über diese Wählerschaft der Linken jetzt irgendwie so ein großes Urteil zu fern.
00:14:05: Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen einfach anders gewichtet haben gesagt haben.
00:14:11: Mir ist dieses Mietenthema so wichtig.
00:14:13: es gibt nun mal keine Partei offenbar für viele insbesondere junge Menschen die das Thema so angepackt hat im Wahlkampf.
00:14:19: Das mag einen Grund sein und ich glaube man muss schon auch sagen Es gibt ja auch viele Menschen in Berlin auch in Kreuzberg oder Köln die Israel-Solidarisch sind, denen es richtig wichtig ist.
00:14:34: Die aber noch im gemäßigten Spektrum sind.
00:14:36: Die einfach sagen mir...die Menschenrechtsverletzungen und das was in Gaza passiert ist beschäftigt mich jeden Tag.
00:14:41: Das ist für mich Wahl mit beeinflussend!
00:14:44: Und da muss man schon fragen welche der Parteien der Mitte haben diesen Menschen eigentlich ein Angebot gemacht?
00:14:50: Und da habe ich schon bei allen Kritik auch, die ich ja auch geäußert hab.
00:14:54: an der Linkspartei würde ich schon sagen, wenn man den was zu gut halten will dann dass sie sich schon zumindest mit dieser Gruppe beschäftigt haben und gesagt haben wir adressieren diese Gefühle die ihr habt.
00:15:05: Ich nenne mal ein extremes Beispiel aus unserem berliner Wahlkampf.
00:15:08: ich erinnere mich an eine Episode wo meine Erinnerung nach...ich weiß nicht ob es der Bürgermeisterkandidat der CDU selbst war?
00:15:14: Ich glaube ja!
00:15:14: Wo dann mitten im Auto durch die Sonne lege fahren wurde Fenster runter und lauter hebräische Musik gespielt wurde.
00:15:21: Das ist jetzt nicht die Art, wie du versuchst praktisch noch Leute in die Mitte zu ziehen.
00:15:25: Die so vielleicht an der Grenze sind und ich glaube diese Wellerschaft gab es auch im Kreuzberg.
00:15:31: Die gar keinen Bock haben drauf mit Terroristen auf der Wahlpartie der Linken zusammenzustehen aber die nun mal halt aus ihrer Sicht und auch aus meiner Sicht vielleicht kann ja und das ist ja wichtig kannst du Palästina solidarisch sein?
00:15:44: Aber es gibt einfach eine Grenze und da kippt es bei der Linkspartei regelmäßig Vorher schon wissen, bis zu ihrer Ära, das sind ja keine Geheimnisse.
00:15:52: In eine Kategorie von Volksverhetzung vom Kriegstreiberei wenn ich möchte dass Israel praktisch aus der Hand von Israel genommen wird und dass die Befreiung Palästinas bedeutet.
00:16:04: Das ist im Grunde ein Aufruf zu Krieg nichts anderes.
00:16:06: Und das von einer Partei, die hier in Berlin die Bürgermeisterwahl gewonnen hat.
00:16:11: Ich war schon erschrocken.
00:16:13: Wo ziehst du die Grenze?
00:16:14: Weil es ist immer wiederkehrende Diskussion immer wenn es um Israel geht, auch um Antisemitismus.
00:16:20: Und jetzt wieder also diejenigen, die das im besonders laut kritisieren oder stark kritisiert, dass was bei der Linkspartei passiert welche ja antisemitischen Äußerungen es dort gibt worüber wir gerade gesprochen haben dann kommt von der anderen Seite ihr macht das ja jetzt populistisch groß und Wahrheit wollt ihr einfach nicht Kritik an Israel zulassen.
00:16:46: Wo ziehst du die Grenze?
00:16:49: Ab wann beginnt da es problematisch zu werden, ab wann beginnnt Antisemitismus.
00:16:53: Wo ist es noch Kritik an Netanyahu, wie das Militär vorgeht, Kritik am Menschenrechtsverletzungen Grase?
00:17:01: Ich glaube, dass Interessante also jetzt in den letzten Wochen auch bei der Linkspartei mal die Grenzen relativ einfach ziehen konnte.
00:17:08: Für mich beginnt die Grenzer dort wo wirklich zu Gewalt aufgerufen wird.
00:17:13: Gewalt gegen Israelis, gewalt gegen Soldaten ist der israelischen Armeewertenden Fall von dem Rapper, der ja bekannt auf der linken Bühne skandiert hat, tote in israelische Soldaten und Jalla intifada.
00:17:25: das muss man jetzt nicht groß interpretieren.
00:17:28: Dann würde
00:17:28: die andere Seite Videos scheren und sagen schaut her welche Grausamkeiten die israelische Armee begangen hat, diese Menschenrechtsverletzungen und wie könnt ihr das?
00:17:38: Und da genau.
00:17:39: Da kann man gut unterscheiden ist.
00:17:40: Wir haben auf der einen Seite wirklich, wie ich sagen würde, Aufruf zur Gewalt zu letztes Kriegstreiberei.
00:17:46: aus meiner Sicht.
00:17:47: und was in meiner Sicht – und ich glaube, da streite ich auch oft mit Menschen, die eher vielleicht in der israelis solidarischen Seite der Sache stehen Ich glaube, wir müssen auch ich als jüdischer Mensch der Familie in Israel hat.
00:18:01: Wir müssen sehr viel robust zulassen an Kritik an Israel.
00:18:06: Das es jetzt wenig Israel-Kritik öffentlich gibt, das würde ich nicht so sehen.
00:18:09: Es gibt natürlich Medial und es ist absolut in Ordnung massive Kritik am Israel.
00:18:16: Gleichzeitig habe ich schon öfters das Gefühl gehabt dass wir als Leute die sich liberal und freiheitlich empfinden dass da manchmal zu regiert, der auch reagiert wurde auf palästina-solidarische Aktionen.
00:18:30: Also ich nenne nur Beispielhaft wenn er irgendwo auf einer Kulturbühne jemand eine Kufia trägt und wie war Palästiner ruft?
00:18:37: Das ist für mich nicht Antisemitismus per se.
00:18:40: also das ist es für mich etwas auszuhalten, das kann man so machen.
00:18:45: Und ich finde es falsch was zu canceln genauso wie früher auch falsch waren Leute zu Canceln Ich finde es auch in dem Fall falsch Rominente Beispiele.
00:18:52: Macklemore und Ed Sheeran war dieser große Popstar, der jetzt von der Tour von Ed Sheering gekanzelt wurde.
00:18:58: Ich bin ja sehr vorsichtig weil ich glaube wir müssen da schon an Grenzen gehen können.
00:19:03: Nur weil das nicht meiner Meinung entspricht es muss möglich sein.
00:19:06: Gleichzeitig haben solche großen Figuren natürlich auch eine große Verantwortung sehe ich auch.
00:19:10: aber ich glaube die dürfen dann nicht zu sensibel sein.
00:19:13: Für mich beginnt es eben da, wo's Gewalt bedeutet und ich glaube schon wenn wir jetzt überlegen.
00:19:17: Deswegen war mir auch wichtig ein Artikel aus so'n bisschen das Milieu und die Lebenswelt so einen Alltag zu beschreiben.
00:19:25: Das eine ist ja nicht empfindlich zu seines Anderes sich dann praktisch irgendwann das Gefühl zum Ich muss mich zurückziehen Und das sind Grenzen die wir nicht.
00:19:31: also nennen es antisemitischen anes wie auch immer aber das sind Dinge Die wir als Gesellschaft finde ich Nicht zulassen können dass Menschen aufgrund ihres Glaubens sagen, ich kann mich damit nicht mehr zeigen.
00:19:42: Und wenn ich mitbekomme wie auch jetzt in den letzten Tagen reagiert wird, auch öffentlich von seitens der Linkspartei da würde ich manchmal ein bisschen mehr Gefühl und auch so eine Art Adressierung dieses Problems zu dieser Sorgen die Juden im Alltag von Berlin haben das da würde Ich mir so ein bisschen Mehr erwarten.
00:20:02: wer klästete dass dass Die Linke da ja also je nach Politiker-Politikerin sagt, also das ist alles quatscht.
00:20:10: Natürlich wir haben hier einen Fünf-Punkte-Plan und da müssen wir uns orientieren.
00:20:13: aber diese Vorwürfe, dass sie da relativ selbstbewusst mit oben sind?
00:20:18: Also zum Teil glaube ich kann man es... Ich glaube zum Linkseine der Linkspartei gehört auf erstmal so eine Art Solidarität mit den eigenen Parteimitgliedern und dass man sich vielleicht auch als vorderste Person der Partei der Spitze und zwar erst mal vor die eigene Leute stellt.
00:20:33: Ich glaube dieses Zusammenhaltswagenburggefühl gerade wenn der Sturm scharf ist, stehen wir zusammen.
00:20:39: Dieses Gefühl habe ich gehört irgendwie... Gerade
00:20:41: wenn voll konservativer seid oder auch rechterlaute?
00:20:44: Ich
00:20:45: glaube so kann man sich ein bisschen erklären warum die Parteispitzen gerade so ein bisschen reagieren.
00:20:50: Ich glaube man darf auch nicht unterschätzen.
00:20:51: Ich erzähle ja auch in einem Artikel das ich an meiner Haustür einen Kandidaten der Linkspartei hatte.
00:20:57: Man darf nicht und dem hab' ich also der hat sofort als er gesagt hat mir ist die Partei zu antisemitisch entteilen um sie zu wählen.
00:21:04: Hat er sofort reagiert.
00:21:06: Das mit dem Rapper fand ich scheiße.
00:21:08: Das war der
00:21:08: Rapper, der
00:21:09: auf der Fahnschaltung
00:21:10: war und dann Jalla in die Farbe.
00:21:12: Es fand er sofort ... fand ich Scheiße!
00:21:15: Und wir werden nach der Weile aufräumen, sagt er.
00:21:17: Ich hab mich offensichtlich gefragt warum.
00:21:19: nach der weile aber sei es drum.
00:21:22: Du beschreibst ja im Text?
00:21:24: Aber das waren ein lokaler Politiker dort aus da einen Kandidat für Die Linke.
00:21:27: Genau, es war ein Lokaler ... Politiker, ich will ihn jetzt nicht namentlich, aber genau.
00:21:33: Der kam
00:21:34: dann in deine Wohnung, ne?
00:21:34: Ja.
00:21:35: Er
00:21:35: stand mit den Kindern da, erklingelte klassischer Haustür-Wahlkampf, sympathischer Mann und ich hab ihm auch... Man hat hier so ein bisschen Intuition, ich habe ihm auch abgenommen dass der das nicht gut findet an Ausschreizungen antisemitischer Art.
00:21:49: Und gleichzeitig habe ich mir vorgestellt als sich dann diese Bilder zu einem Fernsehen der Linkspartei wie dann irgendwie Remo-Bilder usw.
00:21:57: gesehen und diesem Terrorunterstützer Ibrahim Ibrahim auf der Party.
00:22:01: Ich hab mich dann schon gefragt, was macht der jetzt?
00:22:03: Dieser nette Mann, der da an meiner Tür stand und davon sprach wir werden aufräumen.
00:22:09: Welche Rolle spielt er in der Partei einer Phase oder Bezirksverband Neukölln?
00:22:14: Das klingt ja immer so als wäre das irgendein Randständiges Ding.
00:22:17: Es ist einfach ein Verband, der sich verdreifacht in den letzten Jahren.
00:22:20: Der ist der Motor hinter dem Wahlsieg von Erev Eralp.
00:22:24: Insofern du kommst an diesen Leuten nicht so leicht vorbei und es auch also ein Teil der Erklärung warum's der Parteigrade vielleicht nicht so leicht fällt da zu handeln jetzt.
00:22:32: Und ich glaube, man darf auch nicht vergessen ein Verband und eine Partei wie die Linke, die in den letzten Jahren wirklich explosiv groß geworden ist.
00:22:40: du kannst da auch als Parteispitze als RFR-Ralt nicht so durchregieren von oben nach unten.
00:22:45: das sind Strukturen.
00:22:47: Ich meine wir mussten uns ja alle in den Letzten Tagen Begriffe merken irgendwie Volksfront zur Befreiung Palästinas hier und Untergruppen bei den Linken Da es gibt tausend Abzweigungen bei dieser linken.
00:22:58: Berlin durchzugreifen ist erstmal auch gar nicht so leicht.
00:23:01: in kurzer Zeit und ich glaube aber, kurz bevor wir jetzt gesprochen haben ein Video angeschaut von den beiden Spitzen Partisano und Ines Schwertner.
00:23:13: Die haben sich gestern per Instagram an die Öffentlichkeit gewandt mit einem Slogan Wir müssen reden stand da Und das meine Erwaltung.
00:23:21: Ich habe seit Tagen gefragt es gibt der Zentralrat der Juden hat sich geäußert in voller Sorge.
00:23:27: Der Chef der jüdischen Gemeinde Berlin hat sich voller Sorge geäußert, Menschen wie ich waren jetzt auch nicht gerade still.
00:23:33: Ich warte so ein bisschen darauf dass das einmal so adressiert wird.
00:23:36: also wird man da gehört beschäftigt ihr das weil ich den Nicht unterstelle Dass die antisemiten sind oder so?
00:23:42: Ich glaube es sind eigentlich würde ich hoffen anständige leute die das auch schockieren müsste.
00:23:47: Du meinst
00:23:48: jetzt
00:23:48: die Parteilspitze?
00:23:49: Erief Ehrreib die Spitze der Bundespartei.
00:23:52: Was kommt von denen?
00:23:53: und als ich das video sah muss ich schon sagen macht mich so ein bisschen erschrocken.
00:23:57: Da hast du einen Video von drei, vier Minuten wo die Parteispitze sich wendet an das Volk und erstmal von einer Kampagne spricht dass man sich nicht hätte vorstellen können wie scharf es jetzt ist.
00:24:10: Die Medien, die Schlagzeilen.
00:24:12: wir werden von allen Seiten angegriffen aber wir stehen zusammen Wir lassen uns nicht die Mietenpolitik kaputt machen.
00:24:18: Und irgendwann dann nach dem ersten Drittel kommen dann so zwanzig Sekunden adressiert an die Jüdinnen und Juden in der Stadt.
00:24:26: Und da habe ich so ein bisschen das Gefühl, vielleicht ist es auch wenn du in der Linkspartei heute bist.
00:24:29: Es ist vielleicht eine sehr hermetische Welt wo du vielleicht von Leuten wie mir und vielen anderen Jüdinnen Juden dann doch gar nicht so viel dich da so rein fühlen kannst.
00:24:38: anders kann ich mir das nicht erklären.
00:24:40: Jetzt gab's ja auch einen offenen Brief glaube ich von Hundertfünfzig Jüdens und Juden die sich gegen diese also was die Linkspartei auch Kampagnen nennt stellt.
00:24:49: Wie wird denn unter Juden in Berlin da diskutiert?
00:24:53: Also wie nimmst du das wahr?
00:24:55: Ich
00:24:56: nehme das so auch im persönlichen Freundeskreis und erlebe da durchaus heftige Debatten, auch zwischen Leuten die genau dieses Wohnenthema ins Zentrum stellen.
00:25:06: Auch unter Juden und sagen Moment mal, dass ist mir wichtig!
00:25:09: Und was redet über Antisemitismus?
00:25:10: Ja den gibt's ja wohl in allen Parteien und jetzt wollte ich hier irgendwie die Linke ausschließlich mit dem Finger drauf zeigen wie erlebst du die Debatte?
00:25:20: Na ja, so die Jüdinnen und Juden ich kennen sind.
00:25:22: Also ich glaube da gibt es ganz viele Meinungen, die aufeinander prallen aber insbesondere bei der Frage wo ziehe ich Grenzen?
00:25:30: Ist das antisemitisch oder nicht?
00:25:31: Ich habe vier jüdische linke Freundinnen und Freunde, die da sagen auch ähnlich wie ich sage, da muss man robust sein, aber ich glaube was ich nicht erlebe ist oder was ich erlebe, wo man schon geschlossen ist in der Frage dieser Gewaltauffroh für diese wirklich volksverhetzenden Art Teile der Linken an den Tag gelegt haben in den letzten Monaten.
00:25:52: Und da ist es erschrecken und die Sorgen sind schon groß, ich glaube die ... Ich glaube, die Hundertfünfzig Unterzeichner dieses Briefs, das kenne ich einige von denen durchaus auch Freundschaften in dieser Szene.
00:26:08: Wir sehen uns absolut nicht einig in der politischen Bewertung aber ich finde es absolut nachvollziehbar in den Orten dass sie sich jetzt in diesem Moment Offensichtlich haben die die Partei gewählt.
00:26:18: Es wird ja auch in dem Brief deutlich, dass sie für diese Koalition sind und das sie sich äußern ist völlig okay.
00:26:24: Ich glaube man darf nur einen Fehler aus meiner Sicht nicht machen zu denken, dass das ein erheblicher Teil der jüdischen Gemeinde oder der Judeninnen und Juden im Berlin oder gar in Deutschland ist.
00:26:34: so erlebe ich es nicht.
00:26:35: Das ist eine laute kleine Gruppe an Menschen dies absolut zu respektieren gilt.
00:26:42: und wie gesagt ich mag auch einige von denen Aber ich glaube, da entsteht manchmal medialen falsches Bild.
00:26:48: Es ist nicht so dass sich jetzt Jüdinnen und Juden, nehm ich's zumindest nicht wahr beim Abendessen irgendwie darüber unterhalten ob diese Exzesse Ibrahim, Ibrahim auf Partys Tel Aviv muss fallen Wahlintifader.
00:27:01: Da hab' ich schon das Gefühl das was ich geschrieben habe schon eher konsensual ist Dass man davor mindestens Sorge hat was hier gerade in der Stadt passiert.
00:27:08: Und die andere Gruppe glaub' ich wie gesagt ist eher eine kleinere.
00:27:14: Ich will nochmal zurück auf den Stadtteil, in dem du lebst.
00:27:17: Also Kreuzberg Neukölln Das ist ja ein Stadtteil der auch sehr geprägt ist von der muslimischen Community.
00:27:26: Welche Einstellung nimmst Du da war?
00:27:30: Hat sich das noch einmal verändert in den vergangenen Jahren?
00:27:33: Wie ist es im Zusammenleben auch?
00:27:35: also wie ist der Alter?
00:27:38: ich habe den Eindruck dass Die Solidarität, die sichtbare, der Solidaritet mit Palästina unter den arabischen Menschen, die ich kenne im Viertel größer und sichtbarer geworden ist.
00:27:51: Interessanterweise in den letzten Monaten als es vielleicht im ersten Jahr war.
00:27:55: Also im sechsundzwanzig.
00:27:56: jetzt?
00:27:56: Ja, ich habe den Eindruck das... Ich glaube schon dass es... Ich habe mal was unterscheiden.
00:28:01: In der Erleben glaube ich unter dem Nicht-Arabischen-Menschen so eine Art popkulturelles Moment glaube ich wo offensichtlich die Palästina-Solidarität einfach schlichtweg auch cool ist in manchen Kreisen.
00:28:17: Und bei den arabischen Menschen habe ich das Gefühl, na ja wenn man sich überlegt wie die Social Media konsumieren, welche Nachrichten die erreichen was auch reell im Gaser passiert dann hab' ich eigentlich jetzt gar nicht so die Frage warum macht ihr das?
00:28:30: und ich kann es schon verstehen.
00:28:31: also ich verstehe jeden arabischen menschen der sich ein Wassermelone als zeichnet Solidarität anheftet und sagt, ich trauere.
00:28:38: Ich solidarisiere mich mit Menschen die Zivilistinnen und Zivilisten sterben in Gaza.
00:28:45: Aber es ist
00:28:45: ja... also ich sehe das so wie du aber gleichzeitig habe ich als Reporter aus vielen Ländern berichtet von Syrien, Libyen, Afghanistan.
00:28:56: Und da gab es jetzt nicht so viel Empathie, wie es im Fall GASA gibt.
00:29:03: Naja, ich glaube die Unterstellung, die ja in meinem Raum steht ist auf Englisch sagt man no Jews No News.
00:29:09: Das es irgendwie damit zu tun hat dass da Juden die Täter sind?
00:29:13: soweit gehe ich nicht.
00:29:14: also ich glaube es mag sein das es im Vergleich beim Fällen nicht so viel Solidarität gibt.
00:29:19: Ich versuche mich einfach praktiker also im Alltag einfach zu konzentrieren auf was lebe hier vor Ort und ich sehe Solidaritäten mit Palästina Und wenn ich die Nachrichtenlage sehe kann ich sie verstehen.
00:29:30: Natürlich, was mich schon nachdenklich macht ist die Empathie, die man erlebt in Kreuzberg gegenüber Panistina, die fehlt schon auf der anderen Seite nach Israel weitgehend.
00:29:44: also ich glaube es gab jetzt nicht vielleicht so viel verlangt aber man hätte sich erforschen können dass diese sichtbaren Zeichen die Melonen und so weiter das das in den Tagen nach dem Wochen nach dem siebten oktober im Bezug auf israeli auch passiert.
00:29:59: Weil ich glaube nicht, dass Kreuzberg und auch absolut nicht die arabische Community in Kreuzwerk den Angriff des siebten Oktober jetzt super fand.
00:30:06: Also überhaupt ist überhaupt nicht meine Unterstellung!
00:30:08: Ich merke nur sowohl unter Linken... Aber
00:30:10: es gibt Teile, die das als Legitim Widerstand beschrieben haben?
00:30:13: Absolut,
00:30:14: bis hin in die Linkspartei muss man ja sagen, Sie auch nicht groß zurückhalten.
00:30:18: also da gab's ja unglaubliche Aussagen, die auch teils mitgeschnitten wurden um medial veröffentlicht worden wo man merkt, wenn man Teile-Aussagen im Quiz Ist es hier Hamas oder ist das Linkspartei?
00:30:31: Wenn man raten müsste, ist es teilweise nichts zu unterscheiden.
00:30:34: Und ich glaube, dass würde ich aber jetzt in meinem Leben jetzt... Vielleicht ist es naive Hoffnung nicht als das Mehrheitsgefühl auf den Straßen Kreuzberg so einschätzen.
00:30:44: Ich merke nur und das merken wir in den Tagen Jetzt finde ich Wir haben gemerkt im ganzen Wahlkampf die Empathie mit Israel ist sehr klein Die ist kleiner geworden.
00:30:54: Also sie war sowieso schon nicht groß Im Moment des Anschiedestes Angriffs auf Israel, aber in dem Moment wo Israel zurück schlug und vom absolut eindeutigen Opfer zu jemand wurde das sich wert.
00:31:07: In dem moment ist die Empathie aus meiner Wahrnehmung komplett erloschen Und dass es das Bild das wir jetzt haben.
00:31:14: Ich verstehe auch dass ich kaum jemand mit einem Man könnte ja auch heutzutage sagen Es ist ja gar keine großpolitische Aussage Israel solidarisch zu sein als mensch in deutschland Das ist ja eigentlich, müsste das nicht nur aus der Geschichte heraus ein wichtiger Teil des Landes sein.
00:31:31: Und ich finde schon und es ist... Ich erwarte das nicht von Leuten aber ich bewundere mich dass es das überhaupt kaum gibt!
00:31:39: Gab's Situationen die du erlebt hast?
00:31:42: Die aggressiv waren?
00:31:44: Ich erzähl mal eins aus einem empfinden.
00:31:47: erst letzte Woche Checker ein in Frankfurt am Flughafen und neben mir steht offenbar ein arabischer Familienmann, der mich erkannte und dann direkt neben mir losbrüllte.
00:32:05: Du unterstützt die Juden du schwein und wirklich rumschrie in dem Flughafen und dann auf seinen Kindern sagt Schau her!
00:32:12: Der ist ein Zionist berichtet aus Israel.
00:32:19: Ich bin selbst jetzt nicht Jude, sondern in einem Berichterstatter.
00:32:21: Der auch aus Israel berichtet hat und nimmt auch Kritik an meiner Berichterstattung ernst.
00:32:28: Aber ich habe mir dann gedacht, mein Gott wie muss das sein wenn du irgendwie Jude bist und dir das passiert?
00:32:37: Wie aggressiv nimmst du das wahr?
00:32:40: Naja, ich sehe schon bei uns im Viertel.
00:32:42: Ich selbst habe durch hier keine Aggression auf der Straße erlebt.
00:32:45: bislang.
00:32:46: wir haben schon Leute ganz unmittelbar Nachbarschaft im Haus nebenan, die mal erinnert mich an eine Szene, die ich wirklich schon auch beunruhigend fand.
00:32:55: Der kam nach Hause in Familienfahrt und hatte so ne Kiste im israelischen Wein dabei.
00:33:01: Da kann man jetzt heiten muss mögen von israelischem Wein aber er hat diese Kiste gekauft und hatte sie halt sichtbar aus seinem Fahrradkorb und ist dann zu uns nachhause gefahren ins Viertel und hat uns dann erzählt, dass er beschimpft wurde an der Ampel direkt bei uns an der Ecke.
00:33:15: Das sind natürlich im Vergleich zu dem, was wir erleben und in den Nachrichten lesen.
00:33:18: Ich meine du kennst vielleicht den Fall von vor ein paar Tagen erst wo eine jüdische Frau inmitten mit einer Glasflasche attackiert wurde auf der Straße.
00:33:28: also diese Fälle erleben wir ja permanent.
00:33:30: ich wie gesagt habe sie glücklicherweise nicht erlebt.
00:33:33: aber...
00:33:35: Wo kommt da?
00:33:36: das muss ich immer weil auch immer wieder wir reden über Linken ab Antisemitismus rechten antisemitismus und antisemitismus ...geprägt, ja aus der islamistischen Seite.
00:33:50: Wo ist das größte Problem aus deiner Sicht?
00:33:54: Ich bin nicht so dabei da jetzt eine Hierarchisierung zu machen weil ich es einfach... also ich kenne die Frage aber ich weiß nicht was sie dann praktisch im Alltag einem bringt.
00:34:04: Also vor allem als jüdischer Mensch.
00:34:06: Oder man angst sich zu beantworten.
00:34:09: Nein!
00:34:09: Ich habe eher das Gefühl ich habe auch sehr viel Reaktion auf den Artikel bekommen der ja erst mal eher so eine Art von Gefühlslagenbeschreibung ist.
00:34:16: Und da kam es ganz oft auch zurück, aber du sagst überhaupt nichts zu rechten antisemitischen Gefahr und so weiter... ...und ich habe mich immer gefragt in der Schärfe wie mir da entgegnet wurde was wollt ihr echt gerade von mir?
00:34:28: Also ist das praktisch jetzt ein Versuch?
00:34:29: Wie eine
00:34:29: Seite will ein Bekenntnis zu der Seite und zu dieser Seite und zur der Seite?
00:34:32: Ja
00:34:32: man fühlt sich damit nicht, also ich brauche keine Umarmungen.. ..aber es ist jetzt nicht sonderlich empathisch zu sagen okay Daphne hat da jemand gerade Sorge vor eine bestimmte Form von Antisemitismus und dann wird man angestellt.
00:34:44: Okay, okay es gibt auch Rechten ist mir schon klar.
00:34:47: ich glaube in meinem Alltag.
00:34:48: das ist glaube ich ein entscheidender Punkt für warum mich auf die rechte Seite in dem Fall jetzt.
00:34:53: also ich habe einfach wenig Kontakt mit Rechtsradikalen und auch AfD-Wählern die antisemitisch sind.
00:35:00: Es ist in meinem alltag in Kreuzberg nun mal nicht so'n Thema.
00:35:03: Insofern ist natürlich meine Aufmerksamkeit auf das was sich mein Milieu erlebt zumindest wollte ich dass diese Woche Beschreiben ist natürlich größer, ich kann es schlichtweg nicht sagen welcher Schärfer er ist.
00:35:13: Ich habe natürlich wenn man sich anschaut die Übergriffe die es gibt auf jüdisches Leben.
00:35:19: dann kommen die durchaus massenhaft auch aus rechter und rechtsradikaler Seite aber nicht so sehr halt in Kreuzberg und Mitte Und ich verstehe nicht ganz dieses Bedürfnis da praktisch auf die andere Seite zu schauen und zu sagen hey liebe Juden drüben ist irgendwie noch schlimmer für euch.
00:35:39: Es gab eine Stelle im Text, die du beschreibst, die mich besonders bewegt und auch schockiert hat.
00:35:46: Da geht es um Antisemitismus an Schulen.
00:35:50: Und du bist Vater?
00:35:51: Kannst du mal beschreiben was da passiert in den Schulen?
00:35:57: Für sehr viele Menschen dieser Stadt bin ich gerade vor der Aufgabe des Kindes.
00:36:02: Wir müssen uns jetzt entscheiden wo das Kind nächstes Jahr zur Schule geht.
00:36:05: so macht man es in Berlin ein Jahr vorher Und wir haben uns ganz normal erstmal in den Schulen erkundigt unter Eltern und so weiter.
00:36:13: Hörten dann schon erste Signale, dass uns von anderen Eltern immer wieder erzählt wurde.
00:36:18: Naja, jüdisch und israelisch, da gab es mal den einen oder anderen Vorfall in unserer Schule.
00:36:23: Dann hat sich meine Frau an eine familiäre Beratungsstelle gewandt der Stadt... ...und hat in diesem Beratungsspräch zu meiner Überraschung sehr deutlich den Rat bekommen An eurer Stelle würde ich das Kind nicht in einer Kreuzberger öffentlichen Schule einschulen, weil es eben Fälle von Mobbing gegenüber israelischen und jüdischen Kindern gab uns und gibt.
00:36:51: Und deshalb der Rat vielleicht sich eher Richtung Charlottenburg zu orientieren oder hat
00:36:56: man ja aufgegeben?
00:36:58: Also wenn dann staatliche Beratungsstellen sagen meldet euer Kind besser nicht an der Schule an, weil's jüdisch ist Ich
00:37:06: glaube, in dem Moment wo dieser Rat ausgesprochen wurde war es wirklich einfach ein mitmenschliches... ...mitmenschlicher Rat.
00:37:12: Ich glaube nicht das ist was die ein paar E-Mail schreiben würden sondern er war eine Mitarbeiterin, die einfach einen Herd zeigte und gesagt hat hey ich sehe was eure Frage ist?
00:37:20: Ich beantworte euch jetzt mal ehrlich!
00:37:22: Und Rat rieht eben dazu geht lieber auf eine christliche private Schule oder eben auf eine Charlottenburger.
00:37:28: unter dem Strich ist es natürlich unglaublich.
00:37:30: Ich muss aber auch sagen Das, was ich als Schock erlebt habe in dem Moment.
00:37:35: Ich hab auch durchaus als Journalistin auf einer Veranstaltung mit Spitzenpolitikern geredet und er die Geschichte auch erzählt.
00:37:43: Und ich muss sagen das Problem scheint schon erkannt zu sein.
00:37:46: also ich hab jetzt keinen aus der Politik niemanden erlebt in den letzten Monaten der die Geschichte vollkommen verrückt fand sondern man weiß es schon so wie du sagst.
00:37:54: Also ob man's aufgegeben nennt oder nicht handeln irgendwas ist da Man hat es offensichtlich so, man wird so hingenommen und... Es gibt auch im Viertel.
00:38:06: Ich kenne einen Israeli der wirklich, der mir immer auffiel als jemand, der sehr, sehr palästinersolidarisch ist für den Frieden mit Palästinenzern ein linker Israeli davon gibts hier in Berlin sehr viele.
00:38:18: Und dann habe ich ihn bei mich dieses Schulthema umtreibt von paar Wochen gefragt was machst du jetzt eigentlich?
00:38:23: Mit deinem Kind?
00:38:24: und er meinte ja muss feststellen, er hat in der Kita gab es solchen Ärger.
00:38:29: In dem Fall von Arabischer Seite also Kinder die arabische Kinder, die seine Kinder geärgert haben dass er sich entschieden hat das Kind auf die jüdische Schule zu bringen.
00:38:37: und die jüdische Schule muss man sagen wir haben uns sie jetzt auch angeschaut.
00:38:40: Grundschule ist forty-fünf Minuten mit den Bus entfernt von uns.
00:38:47: Ich war also ich habe da tolle Polizisten und Sicherheitsleute gesehen, man fühlt sich muss man sagen da sicher.
00:38:55: Und die machen bestimmt einen super Job.
00:38:56: aber es ist eigentlich als ich da stand bei so einem Tag der offenen Tür dachte ich irgendwie ist das auch ein bisschen irre dass wir jetzt hier forty fünf Minuten entfernt stehen und denken ja so könnts laufen weil hier ist es sicher.
00:39:09: Ich merke wenn ich davon erzähl einerseits in der Politik eher dieses Jahr ist schon klar Und unter Freundinnen und Freunden bekannten am Spielplatz so ein Gefühl von doch durchaus richtig erschrocken sein über diese Zustände.
00:39:24: Ich glaube, vielen ist es nicht so klar... ...und dann auf der anderen Seite dann doch wieder einen Integrieren in den Alltagen lassen zu etwas anderes reden.
00:39:31: Also ich weiß auch nicht was sie von den Leuten erwarten!
00:39:34: Aber ich glaub schon das was du als Fragerat gestellt hast nimmt man, dass hier ist es aufgegeben.
00:39:38: Ein bisschen glaube ich in Wahrheit würde ich mir schon hoffen, dass in der Mitte der Gesellschaft da mehr Engagement gezeigt wird.
00:39:47: Und nicht eher dieses erschrockenen dann doch Schulterzucken und so eine Art Wurstigkeit, die da an den Tag gelegt
00:39:54: wird.".
00:39:55: Du sagst dein Freund sprach von Ärgern davon Kindern?
00:40:00: Und diese Beratungsstelle hat von Antisemitismus-Fällen gesprochen... Was genau passiert da schon zwischen Kindern oder Jugendlichen?
00:40:09: was sind das für
00:40:10: Fälle?".
00:40:12: Also ich will jetzt nicht ganz konkret auf die Fälle eingehen, weil sie privat sind.
00:40:17: Aber wir bewegen uns in einem Feld wo es beginn kann dass jemand vielleicht sagt dein Kind ist nicht... Ich habe man gesagt Haram für glaube ich wenn ich's richtig hab verboten das wird dann so gesagt und bis hin zu richtigen Morping stattfindet.
00:40:35: Wie genau diese Fälle ablaufen weiß ich nicht.
00:40:37: Aber sie führen offensichtlich dazu, dass Menschen ihre Kinder aus den Schulen rausnehmen.
00:40:42: und als sich dann beispielsweise bei einer dieser christlichen privaten Schulen wir uns vorgestellt haben hieß es auch ja-ja Wir nehmen hier Kinder zum Schutz auf jüdische Kinder.
00:40:52: Das ist ein völlig etablierter Weg, den die Schulen schon kennen.
00:40:57: Wenn man sich fragt woher kommt der Hass jetzt wissen mit Mobbing sind überall Probleme gerade an Schulen.
00:41:03: aber Ähm, dass dieser Hass schon in einer Grundschule so... Ich
00:41:08: finde es ehrlich gesagt nicht so verwunderlich.
00:41:10: Weil ich glaube Kinder, ich meine wenn man für unsere fünfjähriger die, die saugen wie Schwämme auf was halt da ist an Eltern und
00:41:17: Größeren.
00:41:19: Und ich glaube wenn man also... Einerseits äußere ich ja... Also ich sehe es wirklich so Verständnis für eine möglichen polizienersolidarischen Dinge.
00:41:26: aber die Art und Weise Die Rohheit in der Sprache gegenüber Israel Ob man die jetzt antisemitisch nennen will oder nicht?
00:41:32: Die is ja da!
00:41:33: Also wenn man überlegt, wie heute einfach dieses Land gesprochen wird.
00:41:37: Das gibt's hier über kein anderes Land der Welt und dass da Dinge durchsickern zu den Kindern finde ich erst mal nicht erstaunlich.
00:41:44: die quatschen halt einfach nach was sie älteren sagen.
00:41:47: Und wenn ich mir überlege, nehmen wir das Beispiel dieses Fuck Israel an der Wand Da gehen wir täglich vorbei.
00:41:55: Das ist so ein bisschen der Talk halt bei uns und das erlebt man dann offensichtlich auch auf Schulhöfen.
00:42:02: Jetzt sind wir Woche eins nach dieser Wahl und die Debatten haben sie angesprochen also klaren Chefs, die bei der Wahlpartie sind.
00:42:10: Die antisemitischen Auswüchse, Drucksachen, Anfragen zu klaren Kriminalität.
00:42:16: Also wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen wie ist die Linkspartei nicht unterwandert?
00:42:22: Das ist das eine Thema, das andere Thema ist wie antisemitisch.
00:42:26: Ist diese Partei oder Teile dieser Partei?
00:42:28: Und gleichzeitig wird natürlich diskutiert, können dürfen sollen SPD und Grüne mit dem Wahlsieger koalieren.
00:42:38: Also ich meine die sind sechs Prozentpunkte vor der CDU fast klarer Wahlsicher.
00:42:44: Wie schaust du auf diese politische Debatte?
00:42:47: Die es jetzt gibt, die dich ja dann im privaten irgendwie trifft?
00:42:50: Erst mal finde ich, muss man fast mal innehalten und überlegen.
00:42:54: Da hat am Wahlabend die Co-Vorsitzende der Grünen geäußert dass sie also Brandner geäußert das... Ich glaube der Spruch war so was wie?
00:43:04: wir werden nicht mit Antisemiten koalieren und auch nicht uns abhängig machen von Antisemiten aus Neukölln.
00:43:10: Es ist natürlich erstmal für sich genommen eine krasse Lage in der jetzt in der Hauptstadt Deutschlands sondiert wird.
00:43:15: wenn das die Voraussetzungen sind Können Sie meine schon auf die Frage kommen geht es hier eigentlich mit guten Dingen zu.
00:43:21: Ja, und
00:43:21: wie naiv ist das gleichzeitig?
00:43:22: Wir haben ja über die andere Versprochen.
00:43:24: Ich
00:43:25: glaube... ich meine natürlich ist auch eine SPD- und Grüne Partei gerade in der komplizierten Lage weil wir sehen, dass die Lust jetzt in der eigenen Wählerschaft auf einen weiteren CDU Bürgermeister ist jetzt wahrscheinlich eher eingeschränkt.
00:43:41: Und gleichzeitig haben sie das Problem, dass wenn die jetzt koalieren Antisemitische Vorfall im Bezirksformat einer Kölner Linkspartei, wenn wieder irgendwie ein Irrsinn passiert.
00:43:52: Am Ende geht es alles mit den Koalitionspartnern nach Hause.
00:43:54: Also du kannst dich schwer, wenn du einmal gesagt hast, wissend was das für eine Partei in Teilen ist... Wenn du mit denen zusammengehst und kannst du dich jetzt auch nicht erschrocken hinstellen und sagen ach echt ihr habt Terrorunterstützer in euren Reihen?
00:44:06: Das funktioniert nicht!
00:44:07: Insofern wird jetzt die Frage sein ob die Linken in der Lage sind über bloße Papier- und Lippenbekenntnisse hinaus in ihrem Laden, wie der Herr an meiner Tür ist gesagt hat aufzuräumen.
00:44:19: Und da kann man schon Fragen stellen also ob das funktionieren kann.
00:44:22: ich glaube mit fünf Punkte Antisemitismus Blättern und Vorhaben und irgendwelchen wir schützen jüdisches Leben Plakaten.
00:44:32: es wird schwer dass das ausreichend ich glaub schon das Aufräumen bedeuten müsste dass man sich auch von dem ein oder anderen Menschen in der Partei schlichtweg trennt weil man sagt das sind Grenzen Die es so für uns gibt und die wir zeigen auch, dass wir sie durchsetzen können.
00:44:49: Und momentan haben wir es ja zu tun mit einer Partei hier in Berlin mit Erev Erath... ...die schaffen es ja momentan nicht mal eine Wahlpartie so zu organisieren,... ...dass die ohne Terrorunterstützer klar kommt.
00:45:00: also das... ...und übrigens muss man auch sagen was ich immer ne Randnotiz aber doch interessant finde.
00:45:05: Ja Remo war da und war nicht eingeladen!
00:45:07: Der, wie ich finde, wesentlich krassere Fall dieser Ibrahim-Ibrahim.
00:45:11: Ein wirklich... der Mann hat auf Bühnen gesagt er holdig dem mehrtürer Sinwar, den Mastermind des siebten Oktober so dieses Kaliber.
00:45:20: Der Typ war meines Wissens eingeladen auf der Party ist auch nicht sofort rausgeschmissen worden.
00:45:24: Er war Teil der Menschen die halt mit der Partei verbunden sind und da aufzuräumen große Aufgabe.
00:45:32: und ich stand jetzt fühlte es sich für mich Argumentiere ja auch ein bisschen aus einer Lage eines jüdischen Menschen aus.
00:45:41: Es fühlt sich für mich schon gelindig gesagt schräg an, sich vorzustellen dass diese Partei die Bürgermeisterin stellt.
00:45:48: und ich finde auch bei allem Respekt vor Erev Ereib und ich glaube absolut, ich habe noch nie was Antisemitisches von ihr gehört sie wirkt für mich eine wirklich integere Person uns auch sympathisch.
00:46:00: Ich kann verstehen das sie vielen Menschen begeistert hat Aber es ist jetzt nicht so, dass sie ihre Partei in diesen Tagen völlig neu kennenlernt.
00:46:08: Seit mehreren Jahren führend in der Partei... Das ist jetzt als wäre da keine Tür aufgegangen von der sie davon noch nie gewusst hat das es das gibt.
00:46:16: und man muss schon sagen Sie hat mit diesem Menschen Wahlkampf gemacht.
00:46:19: Sie hat sich von diesen Leuten unterstützen lassen.
00:46:21: Unwahrscheinlich
00:46:22: hätte sie ohne diese Menschen nicht diese Prozentzahl gehört!
00:46:24: Und sie hat sich und ich glaube auch, dass sie in der Partei gerade echte Kämpfe auszufechten.
00:46:30: Also was ich höre aus Neukölln und der Linksparteis... Das ist schon nicht man sieht.
00:46:35: Sie hat sicher beispielsweise stark und schnell und auch wie ich fand glaubhaft distanziert von diesem Rapper-Auftritt, der diese Jalla & Tiffany Dinge gesagt hat.
00:46:45: Das kostet sie auch was, das muss man sich auch mal vorstellen.
00:46:47: Es ist ... es kostet Sie.
00:46:48: was hat ein Preis?
00:46:50: Wenn die Linkenchefin in Berlin sagt ich finde dass man hier nicht Jalla Intifada auf Bühnen rufen muss.
00:46:56: Das hatten einen Preis für sie in der Partei und ob sie sich jetzt durchsetzen kann gegen diese Menschen.
00:47:02: Das wird glaube ich die Frage sein, die auch am Ende entscheidend sein wird für die SPD und für die Grünen.
00:47:07: Und wenn nicht, ähm... Ich meine man muss sehen der Zentralrat der Juden.
00:47:11: Man muss nicht immer auf alles hören was er sagt.
00:47:14: Aber ich würde zumindest einmal zum Kenntnis nehmen und es ernst nehmen, dass Jüdinnen und Juden offenbar auch jenseits von mir selbst da richtig Sorgen haben.
00:47:22: Und momentan habe ich das Gefühl, dass vor lauter Wagenburg – und wir werden angegriffen – die bösen Presse- und Immobilienlobby heißt jetzt alles in große Kampagnen gegen uns – mich bezogen habe ich dieses Gefühl als jemand der sich Sorgen macht.
00:47:41: Ich werde momentan von der Linkspartei in Berlin nicht so direkt adressiert.
00:47:46: Und als Mensch, der ja auch Bürger dieser Stadt ist würde ich schon denken wenn auf einer Bühne solche Dinge gesagt werden wie die Linkspartei eben von sich gegeben hat.
00:47:55: Irgendwann müsste doch mal der Moment kommen wo man sagt bei allem Kampagne oh Gott so gott Wir sehen euch wir hören euch und wir nehmen es ernst!
00:48:05: Und bisher...ich bin immer vor der Zuversicht aber bisher ist das noch nicht passiert.
00:48:11: Es gibt aber auch in der Presse-Diskussion darüber, ob jetzt wieder der gleiche Fehler gemacht wird.
00:48:19: Ja also das ist glaube ich Kollegen vom Stern haben dazu kommentiert wie mit der AfD ja?
00:48:25: Also im Sinne von es wird über einzelne Radikale gesprochen und dass auf die gesamte Partei oder alle umgemünzt.
00:48:33: und so ein bisschen die Argumentation man müsste doch gesehen haben was passiert bei den Wählern der AfD durch die Ausgrenze in der letzten Jahre.
00:48:43: und wenn man jetzt sagt ja auf gar keinen Fall, also diese Brandmauer auf links bezogen.
00:48:50: Wie schaust du auf diese Debatte?
00:48:54: Ich glaube schon das seine Gefahr liegt auch in der Art wie wir gerade... Also wenn ich mir vorstelle dass Du ein linken Wähler bist der die ganze Zeit gerade von Menschen gesagt bekommt Das ist alles antisemitisch.
00:49:06: und so weil ich über Spitze Ich glaube schon, dass das Abwehrreflex ja auslösen kann und dass es dann irgendwann dazu kommt.
00:49:13: Wir haben noch alle im Ohr wie dann, ich glaube es war Alice Weidel mal sagte wenn das Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration!
00:49:21: Ich habe schon im Kopf den linken Menschen in Neukölln, der sich in einem Jahr auf die Bühne stellt und sagt Wenn das was ich denke und sage antisemitisch sein soll, ist es eben antisemitischer.
00:49:30: Also irgendwann glaube ich kann es dann, dass sie praktisch in so eine Trotzphase geraten und sagen Das lassen wir uns nicht gefallen Es darf aber nicht dazu führen, dass wir auf das Offensichtlich nicht mehr hinweisen.
00:49:43: Also ich glaube wenn wir eben Exzesse sehen und ich glaube meine Erwartung ist schon, dass vielleicht nach einer anfänglichen Wagenburg und ihr seid alle so böse zu uns Phase irgendwann doch dieser Moment kommt wo man sagt es muss auch unter den Linkspartei Mitgliedern Grenzen geben zwischen Volksverletzung Kriegstreiberei Israel Kritik, die übrigens und es ist auch nicht so schwer immer zu formulieren achtet das Existenzrecht Israels.
00:50:13: Das also klingt immer so haben wir schon tausendmal gehört dass existenzrecht israels muss gewahrt werden.
00:50:18: ja das sollten sie auch wirklich einmal so klar sagen und jeder der dagegen steht ist aus meiner Sicht jemand der nicht in berlin regieren darf.
00:50:26: So einfach ist es auf eine art ich.
00:50:29: dafür habe Ich wirklich kein Verständnis.
00:50:31: Wir fordern Bei allen Unrechtsdingen, die auf der Welt passieren in anderen Staaten, man käme doch nicht auf die Idee zu sagen dieses Land muss sich jetzt auflösen.
00:50:40: Und das finde ich sind Grenzen, die die vollkommen klar ziehen müssen und wenn sie es nicht tun dann gehören sie da nicht hin... ...in die Partei oder eher in die Regierung.
00:50:49: Wie ist es mit dir und deiner Familie?
00:50:52: Bleibt ihr in Kreuzberg wohnen oder denkt ihr darüber nach Berlin zu verlassen oder den Stadtteil zu verlassern?
00:50:59: wie plant ihr?
00:51:01: Also es is ja So, ich hab ja auch mal in diesem Artikel geäußert.
00:51:07: Es gibt Momente wo ich dann an schlechten Tagen und das ist jetzt in den Tagen häufiger
00:51:11: so...
00:51:12: Genau!
00:51:12: Ich geb dann auf Immerskratz vier Zimmer Schleurtenburg ein.
00:51:15: also wenn ich hier bei dir bin Paul, wer eine Wohnung kennt möge Bescheid geben.
00:51:19: aber nein es ist schon so.
00:51:21: wir haben insbesondere wegen der Kinder das Gefühl Der Verstand sagt momentan eher wie das ist vielleicht nicht der richtige Ort für die Kinder gerade Und des Herz sagt Ich würde schon hier gerne bleiben, weil es ist unser Viertel.
00:51:36: Ich liebe vieles an dem Vierteln aber ich merke immer wenn ich mit Leuten außerhalb der Stadt rede dass die Dinge die ich da schilder insbesondere Gedanken wie wir unsere Kinder machen das so.
00:51:48: Wenn du dein Kind nicht in deine Nachbarschaftsschule schicken kannst als jüdischer Mensch Weil Du Angst hast dann ist es vielleicht der falsche Ort zu wohnen.
00:51:56: Den Gedanken habe ich schon auch oft
00:51:58: Wie sehr fühlen das deine Kinder gerade?
00:52:00: Was euch beschäftigt?
00:52:02: Du sagst, der ist fünf.
00:52:03: Kriegt er das mit?
00:52:06: Den mit fünf?
00:52:07: Neinen seine Themen sind deutlich andere.
00:52:09: Der hat.
00:52:10: andere kämpfen mit uns aber
00:52:11: Das
00:52:12: halten wir weg.
00:52:13: Aber und deswegen ist die Frage schon gut Ich kenne also bei uns Israel Und so wie versuchen dass jetzt hier kein riesiges identitätsprägendes Thema.
00:52:23: Es ist ein Land, das mir sehr nahe ist.
00:52:25: Wir haben Familie, Deichvater in Urlaub Kühlschrank hängt, eine Fahne und solche Dinge.
00:52:31: Aber ich kenne Jüdinnen und Juden die ihren Kindern mit fünf schon sagen Sprich nicht über Israel draußen.
00:52:42: Und ich muss sagen Momente die mich wirklich.
00:52:45: also das muss man mal erlebt haben dass du ein fünffjähriges Kind siehst es einfach versteht und weiß Ich kann draußen das nicht sagen wie.
00:52:52: vielleicht versteht sich nicht genau warum aber sie versteht intuitiv dass es nicht geht.
00:52:56: und ich kenne das Gefühl mit meinem Kind auch, dass wir gehen ab und zu in so ein Kinderclub in der Sionagoge bei uns in der Nähe.
00:53:02: Und ähm... Das ist kein schöner Gedanke aber dann lernte er irgendwas, wann dabei Rosh Hashanah oder Yom Kippur was noch immer?
00:53:10: Und dann wiederholte irgendetwas, was er da gelernt hat!
00:53:12: Oder spricht darüber, dass er sich freut auf Ranuka oder sowas.
00:53:16: Und vielleicht ist es übervorsichtig, aber ich denke so komm lass uns das zu Hause besprechen.
00:53:23: Und das, wenn ich das so ausspreche, habe ich schon auch zu den Gedanken machen mir was falsch, wenn wir hier bleiben.
00:53:30: Sascha Reimowitz vielen Dank für deine Offenheit!
00:53:33: Vielen Dank dass du das klar im Zeitmagazin beschrieben hast und ich glaube da sollte viele zum Nachdenken bewegen was du zu berichten hast und vor allem dass die Perspektive gehört wird.
00:53:44: dank dir sehr dass du da warst.
00:53:45: danke dir Paul.
00:53:47: Danke, dass ihr wieder zugehört habt.
00:53:49: Vielen Dank auch für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.
00:53:53: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.
00:53:59: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schauen mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Likes da bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr dem podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert
00:54:19: und
00:54:19: das hilft uns wirklich sehr.
00:54:21: Und ich
00:54:22: bedanke mich natürlich
00:54:24: in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!
00:54:36: Herzlichen Dank und alles Liebe!
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