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Enthüllt: Wie Putin deutsche Manager jagt. Mit Stefan Thumann

Shownotes

Stefan Thumann lebt im Versteck. Der Chef des deutschen Rüstungsunternehmens Donaustahl produziert Drohnen und Gefechtsköpfe für die Ukraine – und soll deshalb ins Visier russischer Geheimdienste geraten sein.

Im Gespräch mit Paul Ronzheimer schildert Thumann erstmals ausführlich, wie deutsche Sicherheitsbehörden ihn vor einer konkreten Bedrohung warnten, warum er seit Monaten mit Personenschützern lebt und seine Familie seit fast einem Jahr nicht gesehen hat. Als mögliche Tatwaffe soll das Nervengift Nowitschok im Raum gestanden haben.

Thumann erzählt, wie sich ein Leben unter permanenter Bedrohung anfühlt, warum er keine Türklinken mehr anfasst und weshalb er sein Testament und seine Patientenverfügung längst geregelt hat. Gleichzeitig will er aber seine Arbeit für die Ukraine fortsetzen.

Seine Botschaft ist drastisch: Deutschland befinde sich mit Russland längst nicht mehr nur in einem „hybriden Krieg“. Und für sein eigenes Leben sieht Thumann vorerst keinen Weg zurück in die Normalität: „Dieses Spiel ist erst vorbei, wenn einer von uns beiden stirbt", lautet seine Botschaft an Wladimir Putin.

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Redaktion: Filipp Piatov und Lieven Jenrich u. Magalie Mohler | Team Social: Jan-Philipp Borchert & Etienne Fruchtmann | Executive Producer: Daniel van Moll

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Transkript anzeigen

00:00:01: Ich verwende diesen Begriff Fiberide-Kriegsführung auch gar nicht mehr, weil es ist kein Fiberiderkrieg.

00:00:06: Deutschland und Russland befinden sich im Krieg.

00:00:09: Die Handlungen die von Kräften der russischen Föderation gegen Deutschland ausgeführt werden nennt sich zum Beispiel Sabotage.

00:00:17: das ist ein ganz normaler Kriegsakt.

00:00:22: Das wird ja auch von den russischen Streikräften hier kontrolliert und koordiniert.

00:00:26: da gibt's keinen Grund mehr hier Von Hybridenkrieg zu sprechen, sondern es ist einfach ganz normaler Krieg.

00:00:32: Nur dass die halt noch nicht so viele Drucken bei uns

00:00:34: haben.

00:00:36: Hybriderkrieg das hört man jetzt immer wieder und für viele klingt das wahnsinnig abstrakt Und das soll es vielleicht auch denn es klingt so als müssten wir auf hybride Angriffe nicht reagieren.

00:00:51: Aber für manche Menschen ist diese Art der Kriegsführung absolut lebensbedrohlich Denn es betrifft sie direkt.

00:00:59: Der russische Geheimdienst hat deutsche Rüstungsmanager ins Visier genommen und versucht, sie zu ermorden.

00:01:06: Einer von ihnen ist Stefan Tumann, Chef des Rüstungsunternehmens Donaustahl.

00:01:11: Weil er unter anderem Kampfdrohnen an die Ukraine liefert soll der russische Auslandsgeheimdienst Gru ein Mordanschlag auf ihn geplant haben.

00:01:21: Wie das alles rauskam und wie man als Unternehmer und natürlich auch als Privatmann mit so einer Bedrohung lebt Darüber spreche ich heute mit ihm.

00:01:31: Stefan Tuman is bei mir.

00:01:33: Grüß dich Stefan.

00:01:34: Servus Paul

00:01:37: Stefan, bevor wir loslegen was darfst du darüber sagen wo du bist und wie geht's dir gerade?

00:01:45: Wo ich bin werde ich jetzt hier nicht verraten.

00:01:50: Es ist eine deutsche Großstadt.

00:01:51: soweit aber mir glaube ich kann ich da nicht dazu sagen um.

00:01:56: nachdem ich ja ein Landkind bin geht es mit in einer Großstadt nicht so ganz gut wie auf dem Land.

00:02:03: aber damit muss sich halt jetzt leben für absehbare Zeit

00:02:07: Weil man in einer Großstadt einfach besser untertauchen kann.

00:02:11: oder warum geht das auf dem Land?

00:02:13: Ich bin ja selbst Landkind, also aus Friesland.

00:02:15: Da kennt man natürlich jeden und da fällt man auf und wenn man da irgendwo ausm Haus kommt dann sehen das mehr Leute.

00:02:22: aber erklär mal kurz, warum ist man besser in der Großstadt aufgehoben?

00:02:28: Einfach weil man tatsächlich anonymer ist, in einer Wohnanlage mit zwölf Parteien fällt man weniger auf.

00:02:34: Insbesondere wenn es dicht besiedelt ist als wenn man irgendwie ein Familienhaus irgendwo in der Dorfstraße wohnt.

00:02:41: das sind ganz praktische Überlegungen die uns einfach dazu bewogen haben nicht öffentlich irgendwo zu sein wo man uns leicht ausspionieren kann.

00:02:51: Uns ist du und darfst du darüber reden deiner Familie.

00:02:55: wie geht's euch?

00:02:57: Wie lebt man damit eigentlich?

00:02:58: Also die Berichterstattung, ich habe es ja gerade genannt.

00:03:01: Die haben ja auch viele mitbekommen.

00:03:03: Hat man sowas immer im Korb von auch die liebsten, die um einen rum sind?

00:03:08: Meine Liebsen sind nicht um mich herum und ich bin vollständig isoliert.

00:03:12: Ich lebe mit meinen Personenschützern alleine.

00:03:16: Es ist eine permanente Ausnahmesituation, die auf absehbare Zeit sich nicht ändern wird.

00:03:23: aber Das Beste daraus machen, man muss sich damit arrangieren und was man auf keinen Fall tun kann ist aufgegeben.

00:03:32: Wie ist das immer mit Personenschutz zu leben?

00:03:35: Also ich kenne das von Politikern auch in Kriegssituationen.

00:03:40: Zelenski erlebt auch Vitalik Klitschko in diesen ersten Tagen des Krieges.

00:03:44: aber es ist ja einfach etwas wo... Politiker irgendwie dann dran gewöhnt werden, aber man als Privatmann sowas ja nicht kennt und ich nehme an dass diese Sicherheitsstufe bei dir eben noch weit aus höher ist.

00:03:58: Ja Gewöhnung ist möglich.

00:04:01: Ich habe da in Anführungsstrichen den Vorteil das ich als Privaten Mann ohnehin schon länger nicht mehr existiere weil ich ja wusste dass das kommt.

00:04:09: es ist jetzt keine Überraschung gewesen.

00:04:11: Dann hab mich dementsprechend darauf eingestellt.

00:04:14: also vor allem auch im privaten keinerlei soziale Kontakte zu einem Umfeld aus Freunden und Familie, also ich kommuniziere mit der Familie ausschließlich über verschlüsselte Messenger.

00:04:26: Und hat jetzt auch schon fast am Jahr nicht mehr gesehen.

00:04:29: Das ist durchaus belastend.

00:04:31: aber wenn man tatsächlich hier was ändern will so wie ich das ja möchte dann muss man damit leben.

00:04:38: Aber dass es ja wahnsinnig krass ein Jahr die Familie nicht zu sehen.

00:04:43: Warum isst sowas gar nicht möglich?

00:04:46: Ich weiß nicht, wie weit du das erklären kannst.

00:04:48: Aber wie läuft dann so ein Leben ab?

00:04:50: Naja also ich halte möglichst Abstand um

00:04:54: A.)

00:04:54: niemanden in Gefahr zu bringen und

00:04:56: B.)

00:04:56: natürlich ja tatsächlich auch mich nicht angreifbar zu machen weil es wurde ja in der Presse auch berichtet dass die russischen Low Levels ja auch bei meinen Eltern waren um versuchen mein Aufenthaltsort herauszufinden weil da sind sie ja bisher daran gescheitert.

00:05:17: Das ist einfach Schutzschutz für sich selbst und Schutz für die nächsten Familienangehörigen und Bekannten.

00:05:25: Kann man da noch raus zum Bäcker oder abends mit einer Mütze mal in die Kneipe, oder so was unmöglich?

00:05:33: In der derzeitigen Bedrohungslage ist das leider nicht möglich.

00:05:37: Insbesondere in die Kneipe!

00:05:39: Das heißt... Das heisst ... bis du wo und bist immer zusammen mit Personenschutz?

00:05:45: Genau

00:05:45: im gleichen Zimmer?

00:05:47: Gleichen Zimmer nicht.

00:05:48: Wir haben ja da mehrere Wohnungen angenietet in diesem größeren... Verstehe.

00:05:53: Also, aber ... Ja!

00:05:57: Lass uns darüber sprechen warum das zu dieser Situation gekommen ist und weshalb du dich jetzt so schützen musst.

00:06:07: Lass es uns beginnen mit Donaustahl also dein Unternehmen.

00:06:12: Das war ja ursprünglich kein klassischer Rüstungskonzern.

00:06:16: Und heute entwickelts, du entwickelt ihr Waffen und Drohnen die ihm ganz konkret auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eingesetzt werden?

00:06:25: Das ist ja ein ziemlich großer Schritt!

00:06:28: Wie ist das überhaupt passiert dass Du mit diesem Geschäft angefangen hast?

00:06:32: Der grundsätzliche Stonerstall ja schon im Waffenbereich gegründet worden.

00:06:37: da was damals ging es ja um Sportschützen und Jagdzubehör.

00:06:41: Wir haben ja Anschlagsschäfte für Pistolen mal entwickelt gehabt, um Vertrieben.

00:06:46: Und das war auch der erste Anknüpfungspunkt.

00:06:48: wie waren da, ich glaube es war dreiundzwanzig auf einer Messe und sind dann nach Kriegsbeginn von den Ukraine angesprochen worden auf unser Ursprungsprodukt also einen Anschlagschaft für Pistolen.

00:07:01: Den haben wir dann auch geliefert.

00:07:03: Dann sind wir immer mehr in Kontakt gekommen.

00:07:06: Wenn man mit den Units in Kontakt einfach steht, bekommt man die aktuellen Bedarfe viel besser mit als wenn man auf irgendwelche Ausschreibungen wartet.

00:07:19: Die Produktpalette etwas erweitert haben für die Ukraine so geschützte Ampulenträger hergestellt.

00:07:25: Feldeinsatzkitz für Starling Satelliten Terminals, teilweise dann auch Drohnenfusilage also die Strukturteile und sind dann immer und immer mehr hinein gerutscht weil wir haben das ja immer auf Charity Basis gemacht.

00:07:38: Also ich habe von den Ukrainer niemals Geld verlangt und tut es bis heute nicht.

00:07:42: aber Da kommt man, also man baut dadurch einfach Vertrauen auf.

00:07:46: Wenn die Ukrainer, die halt im Schützengraben in Zweifelsfall liegen, merken dass derjenige den unterstützt ja das nicht macht um schnell schnell möglichst Cash abzugreifen sondern um hier was Nachhaltiges aufzubauen und da wurden wir halt als Dankbarkeitsgäste dann zwodausen vierundzwanzig auf den ukrainischen Nationalstand der ILA eingeladen und glaube ich war mir mit Antonov oder sowas auch zusammen auf dem Stand haben durch großen bekommen konnten da dann erst mal zeigen, was wir gemacht haben.

00:08:16: Und ich habe Jahreswechsel-Dreien, zwanzig vierundzwanzig für mich als Unternehmen entschieden.

00:08:22: Ja!

00:08:22: Wir machen jetzt nicht nur Sportschützen Ausrüstung sondern wir müssen jetzt in das Thema Drohnen hineingehen und in das thematronen Bewaffnung hinein gehen weil das ist auf Jahre hinaus ein Bottleneck insbesondere... Das hat sich ja damals schon abgezeichnet dass das kein Entscheidungskrieg, sondern ein Abnutzungskrieg wird.

00:08:44: Und auf das setzt ja Moskau und Peking nach wie vor ungebrochen.

00:08:49: Das ist der Ansatz den wir gefahren haben.

00:08:52: Wir machen keinen Goldrand.

00:08:54: Wir machen einfach Made in Germany Masse für einen Abnitzungskrig.

00:08:58: Aber das sagt sich ja jetzt erstmal so leicht!

00:09:04: Wie macht man denn das?

00:09:06: Was hast du vorher gemacht?

00:09:07: Du hast auch in anderen Bereichen gearbeitet.

00:09:10: Ja, also ich war relativ umtriebig.

00:09:14: nach einer sehr kurzen Beamtenkarriere.

00:09:17: habe ich eine Solarfirma gegründet.

00:09:19: Da hat mich der Partner betrogen und Gelder veruntreut, die ist dann abgewickelt worden.

00:09:24: Ich bin mit haufenweise Schulden da gesessen.

00:09:26: Dann musste ich die abarbeiten.

00:09:28: Hab einerseits als Nachtwächter gearbeitet und parallel dazu im Internet Gebraucht waren verkauft.

00:09:34: Da ging es mit irgendwelchen Bibeln los, die ich mal irgendwo auf dem Dachboden gefunden hab.

00:09:40: Und dann mir teilweise geschenkt wurden bis hin zu Military Surplus.

00:09:46: Bundeswehrferngleser Pipapo, bis ich mich dann tatsächlich auf das Thema Waffenzubehör spezialisiert habe.

00:09:54: Dadurch dazu auch die Donaustahl gegründet hatte.

00:09:57: und dieser doch recht komplizierte und ungerade Lebensweg hat allerdings dazu geführt dass sich eine ungewöhnliche Resilienz entwickelt habe was das Aufrechterhalten meiner Geschäfte angeht also auch jetzt hier im privaten.

00:10:12: Und dann hat sich das alles verändert, dadurch dass du eben dort Ukraine kennengelernt hast in dem du verstanden hast was wichtig ist auf dem Schlachtfeld.

00:10:23: Aber noch mal wie habt ihr denn etwas entwickelt?

00:10:26: Weil normalerweise würde man ja denken Firmen die damit schon länger Erfahrung haben also klassische Rüstungsunternehmen oder die im Bereich unterwegs sind oder Ukraine selbst, dass sie da sehr viel schneller und effektiver sind.

00:10:38: Also was habt ihr hergestellt was die dann unbedingt gebraucht haben?

00:10:41: Wir haben nicht den typischen Rüstungskonzernansatz verfolgt, Klammer auf Goldrand.

00:10:47: Also bei die klassischen Rüstungsunternehmen, die bis zum Jahr zweiundzwanzig dran zwanzig irgendwas mit Drohnen gemacht haben.

00:10:54: Die haben halt nur unglaublich teure Systeme, die dann am Schluss nicht mehr funktioniert haben weil die Russen einfach mit dem Jamming besser geworden sind.

00:11:03: und wir haben von Anfang an Ansatz gesehen, ja momentan mal.

00:11:06: Das ist ja mit einem einzigen System so gar nicht zu lösen.

00:11:10: Da muss man ja im Endeffekt eine Plattform entwickeln die super leicht aufzurüsten ist und auch veränderbar ist ohne dass man die gesamte Struktur übernaufen wirft.

00:11:21: Wir haben ja einen ganz ungewöhnlichen Erstansatz gewählt in dem wir die Struktur Teile nicht irgendwie aus Carbon machten oder aus Plastik sondern aus Holz einfach weil es ein Werkstoff war der praktisch unendlich verfügbar ist und auch noch sehr kostengünstig.

00:11:36: Das hat sich natürlich mittlerweile auch weiterentwickelt, wir verwenden mittlerweile kein Holz mehr.

00:11:41: aber das war der erste Ansatz und das war auch das wo die Ukrainer gesehen haben ja momentan mal.

00:11:46: Der denkt anders als alle anderen westlichen Unternehmen, der es eher so vermeinsert her ukrainisch eingestellt und mit dem können wir langfristig zusammenarbeiten.

00:11:55: Der will nicht schnell schnell irgendwas verkaufen und Deals machen sondern der will langfristige auch von uns lernen.

00:12:01: das habe ich auch immer gesagt dass das drohlen bauen im endeffekt uns die ukraine beigebracht hat so wie man's wirklich gut macht und diese dieses wissen dieser technik dieser technologie share den wir auch bekommen setzen wir in unseren systemen um auch, um andere Kunden zu bedienen.

00:12:19: Ab wann habt ihr dann die Ukraine beliefert und um was für eine Dimension ging es denn?

00:12:27: Also

00:12:27: ich habe öffentlich gemacht, habe ich's ja im Sommer, da sind wir direkt nach Hakef gereist und haben Krakens beliefert erstmalig.

00:12:38: Was habt ihr geliefert?

00:12:40: Die Einheit!

00:12:41: Die habt ihr Einheit beliefert?

00:12:43: Mit was genau dann?

00:12:44: Mit unseren Mäusen, also das erste Produkt im Bereich der Drohnen.

00:12:50: Dann haben wir Zündsysteme geliefert und unsere ersten Entwürfe für die Sonjaschwick-Gefechtsköpfe gelieferten.

00:12:59: Und ich glaube noch etliche Modulare anbauten dafür – das war aber eher Kleinkram!

00:13:04: Aber mit dem sind wir quasi gestartet und es war eine Reise über etliche Dutzend der mittlerweile Iterationen zu dem geführt hat, was wir heute in Serie herstellen und uns die Asenade füllen damit.

00:13:18: Und was ist da die heutige Dimension?

00:13:21: Kannst du das sagen?

00:13:22: also wie viel ihr dorthin liefert damit man eine Vorstellung bekommt?

00:13:26: Das

00:13:26: kann ich nicht sagen.

00:13:28: Ich kann aber sagen was wir produzieren.

00:13:30: Also wir sind ursprünglich mal gestartet mit den Willen zehntausend im Jahr zu machen, also Zehntausend Drohnen und Zehnteisengefechtsköpfe.

00:13:39: Und das haben wir jetzt massiv steigern können.

00:13:43: Wir sind noch nicht in dem Millionen-Bereich aber wir wollen, dass wir im Herbst im Jahr über eine halbe Million Drohne selbst produzieren.

00:13:54: Der große Unterschied zu den meisten anderen Herstellern ist bei Donauestalt auch die Komponenten selbst Denn als wir in der Ukraine waren, haben wir sehr schnell gesehen.

00:14:03: Ja okay es gibt ja damals schon hunderte Drohnenhersteller die sich halt aus China die Rahmen kaufen und die Motoren und die Elektronik und dann kann man eine Drohne zusammenlöten.

00:14:12: So haben wir unter dem Strich auch angefangen.

00:14:14: das war Speerholzplatte wo wir chinesische Technik drauf gelötet haben.

00:14:18: Es gab hier sonst nichts anderes!

00:14:20: Und diese großen Bottlenecks, Motoren, Elektroniken Munition müssen wir selber schließen weil die anderen konzentrieren sich halt aufs kurzfristige Dealmaken.

00:14:31: Und wir wollen ja mit unserer Technologie nicht nur unsere eigenen Systeme bestücken, sondern sie auch der Branche zur Verfügung stellen damit ganz Europa sich an diesen Technologien bedienen kann.

00:14:42: Wir haben da also einen größeren Business Case Ansatz.

00:14:46: Wie viele Leute arbeiten mittlerweile bei Donaustahl?

00:14:49: Wir sind in der Mitarbeiterestruktur auch etwas umgewöhnlich aufgestellt – in der Kernfirma!

00:14:54: Also der eigentlichen Dona-Stahl arbeiten fünf oder sechs Leute.

00:14:58: Aber wir produzieren ja viele Dinge gar nicht selbst, sondern lassen produzieren.

00:15:04: Weil hinter Donaustahl stehen mehrere sehr große Unternehmen – das soll nicht bekannt werden wer es ist aber die existieren und sie sind auch sehr sehr bekannt und daher haben wir diesen Weg gewählt wie nicht wir machen eigene Drohnenfabriken sondern wir befähigen unsere Partner unsere Technologien zu bauen denn diese Unternehmen kennen enorme Schlagzahl Also da sind Millionen überhaupt nix.

00:15:29: Da stehen die normalerweise gar nicht auf, wenn sie es nicht müssten, Klammeraufautomotive und daher haben wir ganz andere Kapazitäten und gleichzeitig eine sehr hohe Flexibilität.

00:15:41: Lass uns darüber sprechen weshalb du dich jetzt verstecken musst.

00:15:47: das geht um die Gefahr, die dann aufkam und du hast gesagt dass dir schon zwanzig vierundzwanzig bewusst gewesen sei, dass du mit den Lieferungen an die Ukraine ins Visier der Russen geraten könntest.

00:16:05: Aber das ist ja erst einmal eine ziemlich abstrakte Gefahr also man fühlt es ja nicht.

00:16:12: Also wie bist du damit umgegangen und warum war dir das schon Vierundzwanzig klar?

00:16:17: Naja Russland fürchtet ja nichts mehr als deutschen Mut oder europäischen Mut, kann man sagen.

00:16:24: Weil die Russen ja genau wissen dass sie sobald Europa umstellt und mal im Kopf den Schalter umlegt und sich auf die Kriegsführung wie sie Russland betreibt einstellt nämlich einen Abnutzungskrieg dann hat Russland verloren weil industriell ist Deutschland und Europa Russland auch in Verbunden mit den Genesen um Welten überlegen.

00:16:47: Also dann haben sie ein Problem, dass es genau das was Donnerstallen macht Waffen für einen Abnutzungskrieg.

00:16:54: Und dann sagst du hast du dieses Gefühl gehabt?

00:16:58: Woher kam das denn?

00:17:00: Naja Es war mir ganz bewusst, dass die einzige wirkliche Strategie ist wie man Russland in Grenzen halten kann nämlich mutig sein und Masse machen.

00:17:09: Dann war mir sofort klar also als ich noch in der Ukraine war wusste Ich das haben wir auch die Ukraine gesagt Junge, du machst dich zum Ziel.

00:17:18: Und das war für mich nie eine abstrakte Bedrohung.

00:17:22: Das habe ich mich darauf vorbereitet.

00:17:24: Ich meine es ist jetzt auch immer langsam an der Zeit mit ein paar Pressegerüchten aufzuräumen wenn ich schon mal die Gelegenheit habe.

00:17:32: Es wurde ja in den vergangenen Wochen und Monaten berichtet wir wurden monatelang ausspioniert.

00:17:40: Die Russen haben Low Level Agents geschickt, die den Auftrag hatten mich und meinen Aufenthaltsort, den meiner Firma auszukundschaften um dann einen Wortanschlag ausführen zu lassen.

00:17:51: Das ist klar das stimmt auch so.

00:17:54: aber wir waren ja darauf vorbereitet.

00:17:57: das heißt meine private Melde anschrift meine offizielle Firmen anschrift dass es alles öffentlich.

00:18:04: da habe ich kein kein Problem damit dass da Leute auftauchen weil da waren wir ja schon zwei Jahre nicht mehr.

00:18:11: Wir haben uns quasi komplett in den Schatten begeben.

00:18:14: ich war im internet super präsent überhaupt kein thema.

00:18:17: aber wer da tatsächlich mal hingefahren ist hat festgestellt hoppla in der firmenanschrift von dronenhersteller her des kunstgalerie und das macht überhaupt keinen sinn.

00:18:26: und deswegen haben auch die russen diese lowlevels dahin geschickt weil sie hatten ja sonst keine ansatzpunkte.

00:18:31: wir sind ja untergetaucht als firmaunters ich als mensch

00:18:33: am wann seid ihr untergetauscht oder was?

00:18:37: einfach weil du das gefühlt hast weil ihr das macht kommt ihr ins visier

00:18:41: Genau, also es war Vorbereitung.

00:18:42: Ich glaube, es waren Mai...Mai-Fünfundzwanzig, denke ich mal?

00:18:47: Ja, Mai-Fünfundzwanziger war ich glaube das letzte Mal an der offiziellen Adresse.

00:18:52: Dann ist es so ... dass kurz vor Weihnachten, twenty-fünf, deutsche Sicherheitsbehörden dich kontaktiert haben und eben offenbar vor einer russischen Geheimdienstoperation gegen dich gewarnt haben.

00:19:09: Wie ist das passiert?

00:19:10: Und was genau?

00:19:11: wie läuft das ab wenn da deutsche Sicherheizbehörde klopfen die Rufen an?

00:19:16: Wie läuft es ab?

00:19:18: Ja also im konkreten Falle versuchen natürlich alle Kanäle Die versuchen nicht anzurufen, Herr Thoman wir müssen irgendwas mitteilen.

00:19:26: Bitte persönlich!

00:19:28: Also sie versuchen natürlich vor Ort zu sein und wir haben uns dann sehr zeitnah getroffen und da wurde mir auch mitgeteilt dass etwas bevorstehen kann.

00:19:38: Wie läuft das ab?

00:19:39: Also wo trifft man sich?

00:19:40: da geht man dann weiß ich nicht ins Café.

00:19:42: Man macht einen Ort aus der nicht öffentlich ist.

00:19:46: Und wie läuft das ab?

00:19:48: Also dann sagt er, wir sind hier vom Verfassungsschutz und wir haben folgende Informationen.

00:19:53: Was kannst du darüber sagen, wie so ein Gespräch aussieht?

00:19:56: Das waren ja sehr viele Gespräche.

00:19:58: die Behörden haben immer nur scheibchenweise kommuniziert was hier überhaupt los ist.

00:20:03: also es ging los Mitte Dezember.

00:20:07: Ja Herr Thumann da ist möglicherweise etwas im Anmarsch.

00:20:11: Wir wissen noch nicht genau was.

00:20:13: Dann Ein, zwei Tage später hieß es ja.

00:20:17: Da ist möglicherweise tatsächlich was geplant und dann waren tatsächlich auch glaube ich ein paar Stunden später schon die erste Verhaftung da.

00:20:27: Wir haben ja unsere offiziellen Anschriften zu Honeypots umgebaut.

00:20:30: also da ist alles Kamera überwacht und eigentlich nur darauf ausgerichtet wenn jemand kommt und darum schleicht dass der sofort erkannt wird.

00:20:38: deswegen hatten sie ja die deutschen Behörden sehr leicht in weniger stunden den ersten Low Level Agents zu verhaften.

00:20:45: Und erst nach und nach hat man mir dann offenbart, ja es ist eine Bedrohung.

00:20:50: Ja sie kommt aus Russland und ja sie is sehr ernstes geht um ihr Leben.

00:20:55: Hast du von diesem ersten Tag an also als ich dich angerufen haben und euch dann getroffen habt?

00:21:00: Haben die dir dann sofort Beamte mitgegeben?

00:21:04: Also Sicherheit?

00:21:05: Da darf ich nicht drüber sprechen!

00:21:07: Also das kann ich nicht sagen, wie das genau abläuft.

00:21:10: Okay!

00:21:11: Wenn du sagst dass so Scheibchenweise passiert ist... Ab wann war dir denn klar, wie gefährlich es ist und was macht das mit einem?

00:21:20: Wenn man klar sagt, du hattest schon immer das Gefühl plötzlich stehen dann Leute voreimen und sagen auch wenn Scheibhchenweise das offenbar russische Agenden oder Agenten, die für Russland arbeiten dich töten wollen.

00:21:36: Haben sie das so konkret gesagt?

00:21:37: Ja zu einem gewissen Zeitpunkt haben Sie es gesagt.

00:21:40: Das war dann ein paar Wochen später.

00:21:43: nachdem ich dann halt quasi nochmal tiefer untergetaucht bin ist mir dann die ganze Wahrheit offenbart worden.

00:21:49: soweit's die Behörden wissen und sagen können weil auch die behörden kommunizieren ja nicht vollumfängig mit mir einfach weil es auch laufende Ermittlungsverfahren sind, aus denen die nur das nötigste alle im potenziellen Opfer mitteilen.

00:22:04: Auch um die Ermittlungen halt nicht zu gefährden.

00:22:05: und es hat ja auch einen Grund gegeben warum ich die ganze Zeit geschwiegen habe.

00:22:11: Das war auf dringliches Bitten der Behörden.

00:22:15: Die Sache ist tatsächlich an die Medien gekommen, als der Generalbundesanwalt hier eine Pressemitteilung rausgegeben hat und in Hintergrundgesprächen wohl mein Name erfallen ist.

00:22:25: Da hat es ja dann auch schon die allerersten Berichte gegeben.

00:22:29: Da wollte ich eigentlich zu diesem Zeitpunkt sagen hey Leute!

00:22:33: Es ist jetzt eh schon irgendwie draußen.

00:22:35: Lass mich doch mit der Öffentlichkeit reden.

00:22:37: Nein, nein bitte nicht, größtmögliche Geheimhaltung.

00:22:41: Und dann haben wir ja auch versucht das die Medienberichterstattung hier abzubügeln, da habt ihr auch ihr Dich gehalten.

00:22:48: Auch der Spiegel hat dich gehalten, die wussten das ja alle vorher.

00:22:51: Da merkt man auch gute Journalisten und dann hätte man aus Sicht der deutschen Behörden das niemals veröffentlicht gemacht.

00:23:00: Geht aber nicht bei einem Unternehmen, dass er ein Startup ist und kann ja nicht ewig einfach im Stealth-Mod sein.

00:23:14: Erst als dann tatsächlich ein weiteres Medium gesagt hat, wir veröffentlichen jetzt.

00:23:21: Das können sie nicht mehr ändern.

00:23:23: Da sind wir halt in Zugzwang gekommen und da habe ich mich dann auch entschieden die größere Öffentlichkeit zu suchen.

00:23:30: außerhalb der typischen Medien sage ich mal.

00:23:35: Ja das war so der Schritt.

00:23:37: Ich möchte nochmal verstehen Stefan was sich da Bei einem verändert.

00:23:42: also ist ja das eine, dass man sagt okay wir stellen hier Dinge her die der Ukraine helfen.

00:23:48: Wir könnten ins Blickfeld der Russen gelangen.

00:23:50: vielleicht sind wir das irgendwie auch aber so groß sind wir auch nicht.

00:23:54: ich nehme an dass man sich dann ja auch aus Selbstschutz ein bisschen einredet naja so schlimm kann es jetzt schon nicht werden.

00:24:01: Aber wenn ich mir das jetzt vorstelle, bei mir würde irgendwie plötzlich jemanden anrufen und sagen hier Sicherheit, Verfassungsschutz.

00:24:11: Wir müssen uns dringend treffen und dann sagen ja die Russen wollen sie umbringen oder es gibt Aufträge.

00:24:18: also was geht dann einem durch den Kopf?

00:24:23: Also wie lebt man denn ab dem Moment erst einmal?

00:24:28: Das allererste, was mir durch den Kopf ging war Herrschaftszeiten kurz vereinachten.

00:24:33: Muss das sein jetzt?

00:24:36: Ja, war nervig!

00:24:38: Aber dieser Zeitpunkt war natürlich auch sehr gut gewählt von denen.

00:24:43: War ja nur wenige Wochen nachdem wir unsere DRAMS angekündigt hatten... Ich mache alles öffentlich, da habe ich überhaupt kein Problem.

00:24:49: DRAMSTEN

00:24:50: WAS?!

00:24:51: Das sind die Donutstall Rapid Ammunition Manufacturing Plans.

00:24:53: Das sind quasi mobile Fabriken zur Herstellung von Gefechtsköpfen für Drohne.

00:24:59: Da haben wir auch was veröffentlicht und das war vermutlich dann der Tropfen, der es fast zum Überlaufen gebracht hat.

00:25:06: Dass die Russen dann verstanden haben, ja Moment moment moment, der wenn Erfolg hat, nein, da müssen wir jetzt einsteigen.

00:25:12: Egal was es kostet!

00:25:13: Sie haben's nicht geschafft ist halt so.

00:25:16: aber es war nervig.

00:25:18: Es war natürlich am Anfang einen Schock weil man rechnet also ich habe die ganze Zeit damit gerechnet dass dieser Anruf oder dieses Treffen diese Mitteilung irgendwann kommt.

00:25:27: Aber wenn sie dann doch kommt, das ist doch am Anfang ein Schock.

00:25:32: und dann habe ich gesagt naja da hast dich jetzt die ganze Zeit darauf vorbereitet.

00:25:38: Jetzt ziehst du es auch durch.

00:25:41: Wie geht man denn mit der Familie und den Freunden um?

00:25:44: Also erzählt man das dann oder wie macht man das?

00:25:49: Ja also die ersten Wochen waren sehr schwierig weil da durfte ich ja niemanden gar nichts erzählen Also auch nicht den Ängsten verwandten.

00:25:57: Es war Weihnachten in der Familie geplant und ich habe dann irgendwie einen Tag vorher, hab' ich dann absagen müssen mit irgendeiner Auseinandersetzung.

00:26:04: Ich bin erkrankt kann jetzt da nicht kommen.

00:26:07: das hat so eine

00:26:08: Kirche oder wollen?

00:26:09: Ja zum Familienfest einfach so und Essen und solche Sachen.

00:26:17: Schritt für Schritt konnte ich dann erst mal den Eltern und dann später auch, also nach Wochen, konnte ich erstmal den Eltern sagen hey!

00:26:23: Ich bin deswegen untergetaucht weil die Russen mich töten wollen.

00:26:26: Und die Verwandten sind dann erst etliche Monate später beteiligt worden oder zumindest grob informiert wurden.

00:26:33: Die sich natürlich alle Sorgen machen.

00:26:35: aber wir mussten ja die allerstrengste Geheimhaltung einhalten dieser Angelegenheit.

00:26:41: Wir sind dann einfach in dem Modus verblieben ist geht halt jetzt nicht irgendwelche treffen und das wurde dann auch irgendwie akzeptiert.

00:26:50: Und ja, so ist es noch mal.

00:26:52: Und

00:26:52: seitdem bist du mehr oder weniger untergetaucht und hast deine Familie auch nicht mehr gesehen?

00:26:57: Wie seid ihr denn in Kontakt?

00:26:59: also nur über Messenger-Dienste?

00:27:01: Zum Beispiel dann genau.

00:27:02: Lass uns darüber sprechen wie das dann weitergeht!

00:27:06: Also ab dem Moment wo gesagt wird Man will dich töten.

00:27:12: Wie lebt man dann weiter?

00:27:13: Also was kannst du darüber sagen?

00:27:16: Natürlich ist es eine Lebensumstellung, das ganz klar.

00:27:21: Man muss Dinge abgeben die man früher selber gemacht hat wie einkaufen, wie rausgehen solche Geschichten.

00:27:28: Das ist natürlich eine Belastung.

00:27:32: Ich bin froh dass ich keinen Lagerkoller bekomme.

00:27:34: Ist dir

00:27:34: langweilig manchmal?

00:27:35: Nein, ich ist nie langweillig weil ich wirklich viel zu tun habe.

00:27:39: Ich lenke mich auch ab.

00:27:40: mit Arbeit muss ich ganz ehrlich sagen wenn du keinerlei Privatleben mehr hast dann ja das willst du machen außer arbeiten.

00:27:48: wir sind ständig.

00:27:49: die einzige private Abwechslung die ich habe ist der regelmäßige Wechsel unserer Selfhäuser ansonsten sitze ich vom Rechner und arbeite oder mache meinen Sport den ich so drinnen machen kann Koche, das geht ja alles noch.

00:28:05: Aber viel mehr... Alles was mit der Außenwelt zu tun hat, das bekomme ich nicht mehr wirklich mit.

00:28:11: Hast du Angst?

00:28:13: Nein!

00:28:14: Ich bin Deutscher und habe keine Angst.

00:28:15: Und ich bin niederbeihig in Sturwien-Esel.

00:28:17: Was hat

00:28:17: es mit Deutsch sein zu tun?

00:28:18: Ja

00:28:18: doch, dass ich

00:28:20: menschlich achere oder?

00:28:21: Das

00:28:22: ist richtig.

00:28:22: aber ich empfinde mich als Patriot und glaube, dass keine Angst zu haben in Bezug auf Moskow eine deutsche Pflicht

00:28:30: ist.

00:28:31: Hast Du Albträume?

00:28:32: Ich hatte immer Albträume, weil ich in der Ukraine ... Weil ich immer gedacht habe.

00:28:36: Also gerade in den ersten Wochen kann ich mich noch erinnern, dass russische Soldaten vor der Tür stehen könnten als es darum ging, dass man KF komplett einnehmen würde.

00:28:46: und da hatte ich immer einen Traum, hab' ich glaube ich hier auch schon mal erzählt, das irgendwie russischen Soldaten reinkommen... Und ich bin davon aufgewacht, dass sich den Airport, ich schlafe immer mit Podcasts ein gegen die Wand geworfen haben und von diesem gegen die Wand werfen, also dann war ich wieder wach weil ich mich sozusagen wehren wollte.

00:29:04: Also insofern, ähm ... Ich ... Biste nicht wie es mir ginge wenn ich mit dieser Gefahr leben würde und ich glaube vielen Hörerinnen und Hörern wahrscheinlich auch deswegen fühle ich das so erstaunlich dass du sagst Du hast überhaupt keine Angst und kannst das so ausblenden?

00:29:19: Naja... Ich blende hier nicht aus!

00:29:21: Ich arbeite ja damit.

00:29:23: Also ich würd jetzt, wenn ich sage, dass sie mich das überhaupt nicht berührt.

00:29:28: Das wird nichts stimmen.

00:29:29: Aber Angst ist immer das Falsche und soll keine Angst haben, dann muss ich den Risiken bewusst sein.

00:29:35: Und nachdem ich ja spätestens Ende letzten Jahres de facto mit meinem Leben abgeschlossen habe – weil ich muss ja jederzeit damit rechnen!

00:29:44: Was heißt abgeschlossen?

00:29:45: Hast du einen Testament gemacht?

00:29:46: Ja natürlich!

00:29:48: Testament oder Ganzspendeausweis, Gedöns-, Patientenverfügung... alles gemacht.

00:29:53: Es ist schon längst alles geregelt.

00:29:56: Ich hau….

00:29:56: also es hört sich jetzt krass an Aber es ist so, mein Tod ist in dieser Geschichte zumindest einkalkuliert.

00:30:03: Es sind ja auch schon Vorkehrungen getroffen wenn ich irgendwann mal nicht mehr da bin.

00:30:07: Das hat alles keinerlei Auswirkungen auf die Firma.

00:30:10: Das ist ja auch ganz wichtig!

00:30:12: Nicht nur privat ist man als Mensch wichtig sondern auch für eine Firma und das ist alles so strukturiert dass selbst wenn ich morgens tot umfalle dass sich an Dona Stahl nichts verändern wird.

00:30:24: Was kannst du sagen und was weißt du mittlerweile über die Beteiligung des russischen Staates?

00:30:31: Also, was ist da wirklich bekannt.

00:30:33: Was denkst Du nur in Gerüchte und was lässt sich nachweisen dass es am Ende tatsächlich staatliche Russische Strukturen waren bzw sind die hinter der Bedrohung stecken?

00:30:46: Naja das sind erste Linie Ermittlungsfragen die mir nicht zustehen dass ich sie beantworte weil teilweise nicht kann, weil ich ja keine Einsichten in die Akten habe.

00:30:58: Die Behörden ja unter größter Geheimhaltung führen aber Ich kann bestätigen was ein Bundestagsabgeordneter bestätigt hat.

00:31:08: In einem Interview also es wurde mir auch offenbart dass die Pläne tatsächlich sehr weit vorgeschritten waren.

00:31:16: Die Low Levels war nur dafür da um nur noch rauszufinden wo bin ich und dann sollte ein Wortanschlag mittels Gift ausgeführt werden.

00:31:28: Du sagst Low Levels, was bedeutet das?

00:31:30: Sind das diese sogenannten Wegwerfergenden?

00:31:33: und was weißt du darüber wie systematisch die Leute dich beobachtet haben?

00:31:38: Also beobachtet haben sie mich ja gar nicht, Sie haben es versucht aber mich ja nicht gefunden.

00:31:42: Aber

00:31:43: weil du eben schon untergetaucht warst zwar nicht auf dem Level wie jetzt Vorkehrungen betroffen hast.

00:31:51: Ganz genau, also Low-Level Agents ist Wegwerfagenten oder One Time Agent oder solche Geschichten das sind halt irgendwelche armen Schlucker im Endeffekt irgendwelchen klein kriminellen Idioten die sich für ein paar hundert oder vielleicht ein paar tausend Euro auf Telegram an werben lassen.

00:32:08: Das ist ja auch über die Menschen auch schon etwas berichtet worden.

00:32:12: der eine war Drogenhändler und die andere war Lebensversagerin keine Ahnung.

00:32:17: Die sind natürlich für solches schnelles Geld zu haben.

00:32:20: Das kriegen Sie in Krypto überwiesen.

00:32:22: und dann fahre mal an diese Adresse hin und mache mal Fotos und schau, ob du diesen Mann da siehst!

00:32:27: Und ja...

00:32:29: Jetzt... Entschuldige mir nochmal eine Nachfrage weil ich habe gerade nach der Beteilung des russischen Staates gefragt und jetzt würde ich mich denken dass eine Aussprayaktion gegen dich wenn dieser russische Staat das unbedingt will generell professioneller ausfallen würde.

00:32:48: Also das klar, auf der einen Seite gibt es diese öffentlichen Adressen wo du theoretisch zu finden wärst bist aber nicht wie du gerade erklärt hast auch schon in der Vergangenheit nicht.

00:32:57: Aber ich würde denken ein russischer Geheimdienst der so viele Möglichkeiten und so viel Mittel dass er deiner Handys deine Computer In deiner Firma Soviel hätte anzapfen können Dass wenn dieser geheimnis ist das unbedingt gewollt hätte sie dich gefunden hätten zumindest vor dem Zeitpunkt, bis dann der Verfassungsschutz sich eingeschaltet hat.

00:33:20: Also grundsätzlich sind wir in permanentem Cyber-War mit Russland also es vergeht keine Woche ohne irgendeine Cyberattacke auf uns.

00:33:28: Da wir allerdings auch in der Infrastruktur so flüssig sind haben die Russen nur sehr wenige Ansatzpunkte.

00:33:36: Ich benutze ja keine normalen Handys da kannst du nichts abhören wenn's das nicht gibt.

00:33:42: Viele unserer digitalen Kommunikation läuft nicht über die Kanäle, über die man annehmen würde.

00:33:49: Wir haben ja geschlossene Systeme das heißt unsere Mitarbeiter wenn sie nach außen hin kommunizieren müssen machen das ja auf zwei Wegen intern wird ohne Internet kommuniziert und Außendann über Proxies.

00:34:02: Die treten dann teilweise aus Donastall auf sind es aber gar nicht.

00:34:06: und selbst wenn wir die abhört oder irgendwie den Habhaft wird, haben die Russen nichts davon.

00:34:12: Und ganz wichtig auch diese Öffentlichkeit, die ich ja bewusst in den sozialen Medien hergestellt habe sollte die Russin sehr wohl auf die falsche Fährte führen.

00:34:23: wir wären ein leichtes Ziel und dabei hab' ich sie nur in Honeypots geführt.

00:34:29: Gab's denn noch Situation wo du heute sagen würdest Das fand ich merkwürdig, also das ist eine Ausspierung.

00:34:37: Also hast du irgendetwas abseits dieser Adressen wo du nicht warst mitbekommen?

00:34:42: Dass sie dir irgendwann mal näher auf der Schliche waren?

00:34:46: Nein tatsächlich nicht!

00:34:50: Es kann jetzt sein dass ich es einfach nicht mitbekommeln habe aber nachdem ich ja schon seit vierundzwanzig geschult bin gewisse Dinge zu erkennen auch auf dem damaligen Weg zur Arbeit und so weiter

00:35:03: Wie wird man da geschult?

00:35:05: Was sind das für Dinge?

00:35:08: Vor allem Aufmerksamkeit, ungewöhnliche Dinge.

00:35:12: Abweichungen von gewissen Routinen die dir auf dem Weg zum Beispiel begegnen.

00:35:17: Kannst du ein Beispiel nennen?

00:35:19: also was wäre zb auf deinem Weg zur Arbeit ungewönlich gewesen?

00:35:23: Ja gut das kann man so wahrscheinlich nicht sagen.

00:35:29: ich probiere es mal so auszudrücken wenn auf einem Feldweg ein Auto steht.

00:35:36: Kann das einen ganz harmlosen Grund haben, kann ein Jäger sein aber der hat meistens ein Auto was für die Jagd gerüstet ist und keinen Van oder sowas.

00:35:47: Das kann erst ein Hinweis sein.

00:35:48: so warum steht da ein Auto?

00:35:50: Meistens ist es so dass komplett harmlose Dinge dir komisch vorkommen und sich dann rausstellt ja ist ganz ganzen alltäglich Vorgang.

00:35:59: Aber mit der Zeit Merkt man Muster bei Dingen, beim Menschen die keine Routine haben in dem was sie tun oder vorgeben zu tun.

00:36:11: Auffälligkeiten im Verhalten anderer Menschen wenn jemand in einem Café sitzt aber immer mal wieder offensichtlich versucht dich nicht anzuschauen.

00:36:22: Verstehst du was ich meine?

00:36:23: Das können alles Hinweise sein.

00:36:26: Ich bin ja selber keine Ausgebilder der Geheimdienstler.

00:36:29: Ich habe dementsprechende Leute um mich und die natürlich auch nur mal ein viel geschulteteres Auge haben als ich, aber Kleinigkeiten sind oft die Kleinigkeiten und manchmal sind es ganz offensichtliche Dinge.

00:36:44: Keine Ahnung, ein Auto mit einem auffällig ausländischen Kennzeichen ist da nicht hingehört

00:36:49: zum Beispiel.

00:36:50: Gab's irgendeine Situation wo die Leute die dich beschützen Alarm geschlagen haben?

00:36:56: Die gibt es regelmäßig, weil es immer wieder Situationen gibt die vollkommen harmlos sind.

00:37:02: Aber nicht auf den ersten Blick harmlos ausschauen.

00:37:05: Beispiel neben einem meiner Personenschützer hält ein Wagen und auf dem ersten Blick sitzen da zwei Personen drinnen.

00:37:14: einer hat einen länglichen Gegenstand unter der Jacke, der so ein bisschen rausflugt.

00:37:18: dann ist natürlich erstmal Alarm ist ja ganz klar.

00:37:23: dann wird er entschieden, ob da gehandelt wird oder nicht.

00:37:26: Und entweder es ist eine Weinflasche... ...oder irgendwie ne Maschinenpistole.

00:37:32: Das stellt sich immer erst am Schluss raus aber Alarm ist dann immer!

00:37:36: Jetzt sind in den Berichten die Rede davon, dass du mit dem Nervengift Novi Chok getötet werden solltest beziehungsweise solst.

00:37:48: Was weißt Du darüber?

00:37:50: Also ähm Die Methode wurde mir schon vor geraumer Zeit mitgeteilt, dass es tatsächlich Norwich Rock sein soll.

00:38:02: Habe ich tatsächlich aus dem Bundestag gefahren?

00:38:07: da kann ich jetzt auch nicht tiefer darauf eingehen haben weil mir das die Behörden so nie bestätigen würden.

00:38:14: aber wir haben benehmendes sehr ernst haben auch dementsprechende Vorkehrungen getroffen Wenn Vergiftungserscheinungen bei mir eintreten, ist einer meiner Personenschützer auch ausgebildete Berettungssanitäter und hat sich jetzt noch mal schulen lassen.

00:38:32: Wir haben auch gewisse Medikamente.

00:38:35: immer griffbereit, um sofort reagieren zu können.

00:38:37: Denn wirklich eindeutige Verlüftungserscheinungen auftreten.

00:38:41: Das ist alles nicht ganz leicht weil Atropine sehr zum Beispiel was man nicht einfach so in der Portee gekaufen kann sondern muss man sich verschreiben lassen.

00:38:47: Aber passt du dann auch auf wie und was du isst?

00:38:51: Ja natürlich.

00:38:53: Deswegen koch ich ja auch meistens selbst.

00:38:55: aber gerade wenn es um die Themen Novichok und andere Kontaktgifte geht da wird's ja in den Regeln nicht übers Essen aufgenommen, sondern überhaupt Kontakt Wie bei Skripal, der Typische die Türklinge.

00:39:10: Oder bei Tabalni war es ja in den Unterhosen irgendwie aufgetragen.

00:39:15: Das sind alles Dinge, die man berücksichtigen muss.

00:39:19: Also ich kann sein das ist Paranoides aber ich fasse keine Türklinken mehr an.

00:39:25: Ist halt einfach so.

00:39:26: Machst du's dann mit einem Ellenbogen auf oder?

00:39:31: Weißens mach' ich selber gar nicht auf!

00:39:33: Sondern Personenschütze mit Handschuhen.

00:39:35: Mit Handschuhe, Wahnsinn!

00:39:38: Wie blickst du darauf?

00:39:39: Ich habe dir schon gefragt wie es dir damit geht im Respekt für deine Residenz oder deinen Umgang damit.

00:39:48: Was denkst Du denn?

00:39:49: Wieviel Sorge müssen sich Menschen machen die sich... Ja, vielleicht für die Ukraine engagieren.

00:39:56: Dort hilft es gut dahin schicken... Also wie blickst du darauf?

00:40:00: Oder auch Journalisten, die darüber berichten und Putin kritisieren?

00:40:05: Wie gefährdet ist man mittlerweile in Deutschland?

00:40:09: Naja also das kommt immer drauf an.

00:40:14: ein Unterstützer ist, der jetzt auch im Internet als solcher auftritt.

00:40:19: Da will man sich wahrscheinlich keine Sorgen machen müssen dass irgendwelche russischen Agenten kommen und einem zu töten das es dann doch zu viel aufhören wenn man allerdings wirklich einen Unterschied macht und wirklich eine Gefahr für das moskauer regime darstellt so wie ich Dann muss man was tatsächlich ernst nehmen.

00:40:36: Wenn man jetzt als journalist agiert klar wenn man in der ukraine ist dann ist immer in der gefahr dass man irgendwo ... als Kolateralschaden dabei ist.

00:40:45: Dein Kollege Ebring-Naber hat es ja in eigenem Leben erfahren, dass es Journalismus was gefährliches ist... In Deutschland weiß ich nicht ob irgendwelche Journalisten gefährdet werden.

00:40:57: das würden dann der Regel die Behörden mit denen kommunizieren.

00:41:01: Es ist bei mir ein relativ außergewöhnlicher weil sehr konkreter Fall.

00:41:05: Absrakt ist jeder irgendwie bisschen gefährdet.

00:41:09: aber Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich jemand der in einer normalen Position sich befindet hier groß Sorgen machen müsste.

00:41:17: Wie legst du darauf wie die Bundesregierung mit diesen Angriffen so nenne ich es mal aus Russland umgeht?

00:41:23: Wir reden über hybride Kriegsführung aber das was dann Leipzig passiert ist ja am Ende nichts anderes als ein Angriff.

00:41:30: also wie sollte man damit umgehen als Bundesregierung?

00:41:35: Also ich verwende diesen Begriff Fiberide Kriegsführung auch gar nicht mehr, weil es ist kein Fiberiderkrieg.

00:41:41: Deutschland und Russland befinden sich im Krieg.

00:41:45: Die Handlungen die von Kräften der russischen Federation gegen Deutschland ausgeführt werden nennt sich zum Beispiel Sabotage.

00:41:53: das ist ein ganz normaler Kriegsakt.

00:41:57: Das wird ja auch von den russischen Streikräften hier kontrolliert und koordiniert.

00:42:01: da gibt's keinen Grund mehr von vom Hybriden Krieg zu sprechen, sondern es ist einfach ganz normaler Krieg.

00:42:07: Nur dass die halt noch nicht so viele Truppen bei uns haben.

00:42:09: Wenn du jetzt auf dein Leben schaust und das wie's weitergeht Die nächsten Wochen und Monate Weißt Du wie lang Du noch so leben musst?

00:42:17: Und ja Wie machst Du weiter?

00:42:20: Naja ich werde genauso weiterleben und weitermachen wie ich das bisher mache.

00:42:26: Da wird man mich auch nicht davon abbringen können Weder die Russen noch sonst wer.

00:42:33: Natürlich, mein Leben ist jetzt auch verwoben nicht nur mit meiner Firma sondern auch mit dem Ausgang des Krieges und auch mit einem Leben von Vladimir Putin.

00:42:42: Weil dieses Spiel ist erst dann vorbei wenn einer von uns beiden stirbt.

00:42:50: Und ich weiß ja, Putin hat einen langen Atem aber ich auch!

00:42:54: Das heißt du glaubst nicht dass du irgendwann wieder in die Normalität gehen kannst solange es diesen Krieg gibt in der Ukraine?

00:43:03: So lange es Sporting gibt.

00:43:05: Stefan Tumann, herzlichen Dank für deine Zeit!

00:43:08: Ich wünsch dir natürlich vor allem eines... dass du sicher bleibst, dass dir nichts passiert, dass deinen Sicherheitsleuten nichts passiert und ich hoffe das vor allem auch deine Familie und deine Liebsten irgendwie damit umgehen können, dass du sie bald wieder siehst.

00:43:23: Vielen dank für deine zeit und deine Offenheit hier im

00:43:26: Podcast.

00:43:27: Herzlichen

00:43:27: Dank Paul Danke, dass ihr wieder zugehört habt.

00:43:31: Vielen Dank auch für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.

00:43:36: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.

00:43:41: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schaue mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Like Star bei Spotify Apple wo auch immer ihr den Podcast hört Bei YouTube natürlich wo ihr den podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert und das hilft uns wirklich sehr.

00:44:04: Und ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!

00:44:18: Herzlichen Dank und alles Liebe!

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