Putins größte Sorge. Mit Sabine Adler (1/2)
Shownotes
Ukrainische Drohnen treffen Ziele tief in Russland, die wirtschaftlichen Probleme werden spürbarer und selbst in russischen Medien werden erstmals offenere Fragen über den weiteren Verlauf des Krieges gestellt. Paul Ronzheimer spricht mit Sabine Adler, Osteuropa-Korrespondentin des Deutschlandfunks, darüber, warum Wladimir Putin immer paranoider wird, weshalb ein Ende des Krieges auch seine eigene Macht gefährden könnte und wie stabil sein System tatsächlich noch ist.
Außerdem geht es um mögliche Friedensverhandlungen, die wachsenden Probleme der russischen Kriegswirtschaft und die Frage, warum AfD-Politiker gerade jetzt wieder nach Russland reisen.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Deshalb ist diese Möglichkeit, dass davon außen zum Beispiel eine Opposition irgendwie unterstützt oder befördert wird.
00:00:09: Die kann ich nicht sehen, diese Möglichkeit und innen der sich da jetzt zeigt uns eine Nase rausstreckt – der ist im Grunde genommen schon verloren.
00:00:18: Also deshalb glaube ich zu hoffen das wenn Putin mal nicht mehr der Präsident dass dann diese Opposition aber wieder eine Kraft ist, mit der zu rechnen ist würde ich nicht für Möglichkeiten stand.
00:00:35: heute glaube ich daran
00:00:36: nicht.
00:00:39: Ich bin zurück aus der Ukraine und habe dort in den vergangenen Wochen berichtet und natürlich auch einen Blick in Richtung Russland immer wieder gewagt Und ich dachte mir jetzt, es ist an der Zeit mal eine Doppelfolge über die Situation in beiden Ländern zu machen.
00:00:55: Also Russland und Ukraine!
00:00:57: Es gab einen Gast Sabine Adler, Osteuropa-Krosponentin des Deutschlandfungs, die beide Länder beobachtet – sie war schon hier mehrfach zu Gast im Podcast – und die Resonanz wenn Sie hier war, war so groß dass ich dachte Sabine muss sich jetzt unbedingt dazu einladen um die Fragen stellen wie die Stimmung in Russland ist, wie stabil Vladimir Putin noch im Sattel sitzt.
00:01:21: Aber auch wie groß der Druck auf Präsident Zelensky nach vier ein Jahr halb Jahren Krieg ist!
00:01:28: Wir beginnen die Doppelfolge mit einem Blick auf Russland und ich freue mich dass Sabine wieder bei mir ist.
00:01:34: Ich grüß dich Sabine
00:01:35: Hallo Frau und ich bin richtig froh das du wieder gut zu Hause bist.
00:01:40: Das ist ganz lieb von dir Herr Sabine?
00:01:42: Ich habe es gesagt Wir wollen anfangen mit ein Blick auf Russland.
00:01:46: Die Ukraine hat jetzt die Tage Warenlager von Wild Berries angegriffen, das ist Russlands größtes Online-Versandunternehmen, das oft auch als so ja staatliches Amazon bezeichnet wird.
00:02:03: Was sagt dieser Angriff deiner Meinung nach über die neue Strategie der Ukraine aus und wie wird das im Kämel aufgenommen?
00:02:10: Ich finde es ist ein neuer Kriegsverlauf, den wir da gerade erleben.
00:02:17: Wildberries ist zwar ein Versandhandel der auch militärische Güter oder zumindest Dual-Use-Güter verkauft also zum Beispiel Glasfaserkabel oder Ausrüstung für russische Soldaten.
00:02:30: unter anderem werden sie geordert weil die Armesie zum Teil ja nicht selber ausstatten kann.
00:02:37: Also das Wildberries kann man auch als ein militärisches Ziel betrachten Aber das ist natürlich weit, weit mehr.
00:02:46: Es ist wie du schon gesagt hast so eine Art russisches Amazon und damit ist jetzt wirklich die Bevölkerung direkt betroffen.
00:02:56: also sie spürt dass Bestellungen nicht mehr kommen.
00:02:59: Die Verkäufer, die ihre Ware über Widewares verkaufen wollen, spüren dass das jetzt nicht funktioniert.
00:03:06: Sie haben riesige Verluste.
00:03:07: es sind insgesamt vier Lager die jetzt schon angegriffen wurden Und wir erinnern uns ja so ein bisschen an diese riesen Rauchwolken über den Ö-Raffinerien, auch den Terminets.
00:03:21: Das sieht jetzt zu ähnlich aus und da kann man sich eigentlich fast nicht vorstellen dass da wirklich nur Zividesachen drin liegen sollen bei dem was man da an Raucherentwicklung sieht.
00:03:32: also ich finde das ist auch deshalb eine neue Strategie in dem Ganzen weil tatsächlich Offenbar auch die ukrainische Armee möchte, dass sie Menschen in Russland spüren.
00:03:46: Hey hier ist Krieg den wir jeden Tag seit über Vierneinhalb Jahren erleben und jetzt erlebt ihr das im Moment mit der Vernüchtung von möglicherweise eurer bestellten Ware oder anderen Gütern.
00:04:01: Du hast es gerade angesprochen Es geht offenbar der Ukraine darum Dass der Durchschnitts-Russe der einfach nur Geld verdienen will, leben will in Russland immer mehr diesen Krieg spürt.
00:04:18: Wie reagiert der Kreml auf sowas?
00:04:20: Denn bislang haben sie ja weder bei den Angriffen auf Öllager, Depots irgendeine Strategie gefunden und auch die Propaganda scheint da an ihre Grenzen zu kommen.
00:04:32: denn schon in den vergangenen Monaten musste Putin einräumen dass es Probleme gibt was er Das erste Mal war, dass er das so öffentlich gemacht hatte.
00:04:42: Es lässt sich eben auch nicht mehr verhindern und nicht mehr verbärgen.
00:04:45: also wir haben das ja erlebt als sie langen Schlangen vor den Tankstellen sich gebetet haben und man aus zum Beispiel Aufnahmen, Videoaufnahmen gesehen hat wie Leute sich geprügelt haben da weil als sie gebatet haben endlich dran zu kommen oder weil es überhaupt gar keinen Treibstoff mehr gab Da hat man auch bei Pew-Pudding gespürt, also das jetzt nicht mehr wahrzunehmen.
00:05:13: Das ist etwas was nicht funktioniert.
00:05:15: und woran sich die Leute im Übrigen auch nicht mehr halten ist dass sie keine Videos davon ins Netz stellen.
00:05:20: Also man sieht wirklich zu Hauf gerade von den Whiteberry Lagerhäusern unendlich viele Aufnahmen wie damals auch als die Örafennerie in Moskau ja quasi wirklich buchstäbliche die Luft geflogen.
00:05:37: Putin ist jemand, der sagt gut ich nehme es war.
00:05:40: Aber er beschwichtigt ihn natürlich auch wieder so fort indem er sagt ja das ist aber noch nicht kritisch.
00:05:47: also der Treibstoffmange ist da ja sieht er aber noch nie kritisch.
00:05:52: und da ist jetzt natürlich die Frage was ist kritisch?
00:05:54: Wir haben eine Einbuße der Raffineriekapazitäten um mindestens vierzig Prozent oder mehr Und es ist ein Ausfuhrverbot von Diesel und Benzin.
00:06:08: Und da nicht mehr von kritisch zu reden, wahrscheinlich wird kritisch wenn die Armee nicht mehr versorgt wird.
00:06:16: aber das erfahren wir dann vielleicht nicht oder nur im Nachhinein.
00:06:19: also er isst im Moment noch beschwichtigend.
00:06:23: Aber dass was man auf der anderen Seite sieht und das finde ich wirklich bedenklich Regelungen, die jetzt gesetzlicher Art in Richtung möglicher Opponenten kommen.
00:06:38: Die sind so verschärft... Also im Moment werden die Daumenschrauben so dermaßen massiv angezogen in Russland, dass das wirklich jeder mitkriegt.
00:06:50: und Das ist eine Entwicklung, die wahr angekündigt worden.
00:06:54: Die hat man schon erwartet dass das jetzt kommen wird weil es ja eben auf die Dummewahlen zum Beispiel zugeht.
00:07:00: aber das ehrlich gesagt ich habe immer so ein bisschen darauf gewartet wann man es wirklich sehen kann und ich finde jetzt kann man zählen.
00:07:07: Du sagst mögliche Opponenten dass man da die Zügel anzieht.
00:07:12: Jetzt sind Deutschland wenig darüber zu lesen oder wird weniger darüber diskutiert Dass es überhaupt ernsthafte opponenten gibt von Putin.
00:07:21: Wer ist denn das und muss sich Putin da tatsächlich Sorgen machen?
00:07:24: Nein, wirklich überhaupt nicht.
00:07:26: Und Paul Dassert absolut recht, man müsste richtig überlegen, kramen wer jetzt wirklich ein Opponent ist.
00:07:34: Es gab eine Figur.
00:07:36: Das ist Boris Naderstein.
00:07:38: Der ist schon mal angetreten, im Jahr zwanzig bei der Präsidentschaftswahl wollte er antreten, ist dann nicht zugelassen worden Abgeordnetenkandidat in Erscheinung getreten.
00:07:53: Er hat versucht, Unterschriften zu sammeln und jetzt passiert genau das Gleiche eigentlich wie ... ... im Jahr zwei tausend vierundzwanzig.
00:08:02: dass man sagt gilt alles nicht der darf nicht.
00:08:04: Der darf das nicht.
00:08:05: Und dann hat man aber auch zugleich ihm.
00:08:10: also er ist festgenommen worden.
00:08:12: Er ist auch verurteilt worden und wiederum aber zu einer Strafe umgerechnet von drei zehn Euro.
00:08:20: Da kann man sagen, was ist das?
00:08:21: Ist das jetzt schlimm?
00:08:22: Das ist nicht schlimm.
00:08:23: Dreizehn Euro sind nicht schlimm für Borussia, der stehen auch nicht.
00:08:27: Aber das ist so ein Warnschuss, der sagen soll, Junge, das war etwas.
00:08:34: also entweder du fügst dich mit dem, was wir von dir verlangen oder aber wir können auch anders und er hat es dann erklärt oder die Alternative, vor der er steht.
00:08:49: Er könnte jetzt wählen den Weg zwischen Lenin und Navalny.
00:08:56: Und Lenin?
00:08:58: Die bewanderten wissen das vielleicht oder auch nicht.
00:09:02: Lenin war ein Oppositionsführer im Zarenreich also ungefähr für eine hundert Jahre.
00:09:10: Der wollte ihre Revolution ausrufen, hat es später gemacht Der ist aber zwischendurch ins Exil gegangen.
00:09:20: Und das wäre also ein Blickdenner, der natürlich jetzt überlegt und der andere ist, der den ermutmaßlich nicht überlegt, nämlich Navalny sich wirklich noch etwas zur Schulden kommen lassen in den Augen der Führung und dann im Gefängnis zu verschwinden und dort möglicherweise zu starben.
00:09:42: Man sieht vor diesem Hintergrund Da ist jemand, der es überhaupt nicht gefährlich gewesen.
00:09:47: Gar nicht!
00:09:48: Der ist aber der Einzige gewesen erklärtermaßen und sagt ich bin gegen den Krieg Und das wird nicht zugelassen Es wird gar nichts zugelassend und es wird im Gegenteil so ein Raum geschaffen, der da sagen soll Nicht die geringste Abweichung irgendwie in der politischen Ausrichtung Niemand, niemand darf sie haben, der an diesen Wahlen teilnehmen soll und sowieso gibt es ja keine Parteien überhaupt noch.
00:10:17: aus der Mitte der Gesellschaft entstehen seit langem im Übrigen nicht mehr die Parteien, die dort aufgelistet sind.
00:10:22: Es gibt zwei Parteien die hat es schon vorher gegeben nämlich die kommunistische Partei, die aber eine reine Ja-Sankerpartei ist also nix da Opposition.
00:10:31: und dann gibt es noch Jabloko.
00:10:33: das ist eine wirklich traditionelle Oppositionspartei.
00:10:37: die hat ungefähr ein Wählerpotenzial von zwei oder drei Prozent Und auch da wurde die ganze Führung, wer überhaupt noch da ist schon mal aus dem Weg geräumt damit sie vielleicht teilnehmen können.
00:10:51: Aber man überhaupt niemand mehr kennt von Jabloko.
00:10:55: und ich erzähle das jetzt deshalb so ausführlich.
00:10:59: weil also die Parteien die da antreten es sind also dann eine ganze Menge Parteien, die man da finden wird auf den Bayezette aber die hat alle der Kremel geschaffen.
00:11:08: Also das sind so Sachen irgendwie Attrapen, das sind Potemkinche Dörfer.
00:11:14: Und das ist dann... Das Ganze fragt man sich natürlich ja warum denn überhaupt eine Wahl?
00:11:21: Weil und das fand ich immer ganz interessant weil im Grunde mit einem solchen Wahl eigentlich nur zeigen soll funktioniert der Apparat.
00:11:30: Sind alle Schräubchen wirklich dabei sich zu drehen in die richtige Richtung so wie man das will?
00:11:37: Und wenn nicht, dann muss ihr nachjustiert werden.
00:11:41: Weil dann ja möglicherweise dort ein Einfalt vor sein könnte für irgendwelche Art von Nichtfunktionieren oder möglicherweise Lückgenutzenwiderstand leisten und insofern das ist das einzige Wofür diese Wahlen sind, diese Legitimierung dieses Parlaments weg.
00:12:00: ist
00:12:01: es Was meinst du, wenn du sagst es geht darum zu checken ob das alles noch funktioniert?
00:12:07: Also was genau wird da überprüft im Sinne von also Regime dass das Regime so funktioniert.
00:12:13: Also was können man als Regime daraus lernen?
00:12:18: Es wird geprüft ob sich jemand der anderer Meinung ist tatsächlich Gehör verschaffen kann Ob der eine gewisse Reichweite erzielt ob der zum Beispiel auch eine Möglichkeit hat eine Organisation zu schaffen, also Verbündete um sich zu scharen.
00:12:37: Einen gewissen Organisationsgrad dann auch zu erreichen und dann zu schauen welche Ziele peilt er an oder sie?
00:12:49: Und ich habe jetzt zum Beispiel mit einer Politikerin gesprochen, die war eigentlich nur so etwas wie eine Stadtbezirksabgeordnete.
00:12:57: Nur muss man wissen, wenn Moskau ist riesig groß, es sind vierzehn Millionen statt, wenn das reicht und da sind Stadtbezuge dann auch große Verantwortungsbereiche.
00:13:11: Als feindliche, als ausländische Agentin gelabelt worden.
00:13:16: Also sie ist sozusagen eine Person der in der nächsten Stufe ein Extremismusvorwürf gemacht werden kann und dann ist sie sozusagen freiwillig.
00:13:28: Also so wie ganz viele Organisationen sowieso also politische Gegner gelten ja immer als Ausländischer Agenten.
00:13:36: Das ist damit verbunden, dass zum Beispiel ein ausländischer Agent keine Arbeit mehr bekommt.
00:13:42: Man offiziell ist es nicht verboten zu arbeiten aber die Leute, die sie beschäftigen wollten, können das eigentlich nicht tun weil sie über einen Strafsteuer von dreißig Prozent sozusagen eine sehr teure Arbeitskraft einkaufen.
00:14:01: die noch dazu eben diese eigene Loyalität eventuell in Frage stellen könnte.
00:14:07: Also wer einen auswendischen Agenten anstellt, bringt sich im Grunde genommen selbst sofort auch in Gefahr weil man ja sozusagen vielleicht mit dieser Person sympathisiert.
00:14:18: und diese Politikerin hat mir erzählt auf die Frage was kann man denn eigentlich politisch noch machen?
00:14:28: In Russland?
00:14:29: Und dann sagte sie, na ja also eigentlich ist alles das was so Gemeinschaft bildet.
00:14:34: Also zum Beispiel die Gemeinsschaft wenn man sich um den Erhalt eines historischen Gebäudes organisiert und den Abriss verhindert oder einen Park oder... Also im Grunde genommen eigentlich eher fast unpolitische Themen und Ziele.
00:14:51: All das ist schon Politik in Russland bei anderer Politik eigentlich nicht mehr möglich ist.
00:14:56: Das fand ich dann Interessant, dass es also solche Formen von politischer Arbeit oder von Organisation und auch von Diskussion und Aktivität überhaupt gibt.
00:15:11: Denn das was so eine Diktatur eigentlich oder eine Autokratie eigentlich möchte ist, dass die Leute absolut passiv sind.
00:15:17: Dass sie sich nur noch um ihre eigenen Kram kümmern, um ihre Privatangelegenheiten, auch um ihrem... Reichtum und im berufliches Fortkommen, aber auf keinen Fall um das Gemeinwohl.
00:15:28: Also sie sollen sich für nichts zusammenschließen – für absolut kein Ziel!
00:15:33: Und das hat die russische Führung an der Stelle der Internetabschaltungen zu spüren gekriegt.
00:15:40: Da war der Unmut der Leute wirklich so groß Dass man gemerkt hat, das kann man jetzt mal machen und es geht immer um das mobile Internet.
00:15:53: Das wird dann immer begründet.
00:15:54: Ja, Drohnenangriffe sind Sicherheitsgründe.
00:15:57: Das glauben die Leute gar nicht weil sie sehen, die Drohneingriffe kommen trotzdem und die Ziele werden trotzdem erreicht.
00:16:04: Und da merkt man aber dass immer zugeguckt wird, dass ganze Terrain sandiert wird.
00:16:12: Wo gibt's irgendwie eine weiche Stelle?
00:16:17: Und es ist immer, eigentlich mit noch... Es wird mit noch mehr Härte beantwortet.
00:16:22: Nicht etwa dass man sagt ja gut also wenn man in die Richtung geht ökologisches oder was weiß ich könnte das ja eine Möglichkeit der Betätigung sein?
00:16:31: Nein!
00:16:32: Es wird alles alles alles verboten
00:16:36: Wenn alles verboten wird aber gleichzeitig diese Videos möglich sind von denen du am Anfang gesprochen hast.
00:16:43: Also dass immer mehr Bürger es offenbar egal ist und sie Videos teilen, die eben auch kritischer Natur sind.
00:16:51: Wie ist das zu erklären?
00:16:52: Kommt der Apparat da einfach nicht mehr hinterher in der Zensur oder dem Versuchterzensur?
00:16:57: Ein bisschen ist das schon so denn kennen die unendlich vielen Plattformen und es entstehen immer Neue und man ist das nachzuhalten.
00:17:09: Es macht kaum jemand was mit seinem eigenen wirklichen Namen, sondern das wird dann immer auf irgendwelchen neuen Entstanden in Plattform hochgeladen.
00:17:22: Und da merkt man auch selbst hin die Leute sowas filmen wie zum Beispiel die Drohan-Angriffe auf die Wildberries Lager.
00:17:30: Das fand ich interessant.
00:17:31: Man hört da die Stimme, aber diese richtig Verhalten so... sich jetzt bloß nicht zu erkennen und zu geben, dass niemand Rückschlüsse ziehen kann.
00:17:40: Aber sie tun es eben!
00:17:41: Und das ist das Interessante.
00:17:42: Sie tun es?
00:17:44: Sie tun's.
00:17:45: und gleichzeitig haben wir gerade darüber gesprochen, dass es keine ernstzunehmende Opposition gibt.
00:17:50: Und das is ja etwas was sich viele Menschen fragen seit Beginn des Krieges.
00:17:56: also das plastische Bild ist immer warum geht nicht mehr Menschen auf die Straße Und das ist relativ schnell erklärt, weil sie eben dann im Gefängnis landen würden.
00:18:05: Aber wenn diese Unzufriedenheit so zunimmt mit diesem Krieg, warum versucht da nicht eine Untergrundbewegung?
00:18:15: Eine irgendwie oppositionelle Bewegung etwas auf die Beine zu stellen?
00:18:19: oder passiert da etwas und wir kriegen es nicht mit?
00:18:23: Das würde ich nicht ausschließen!
00:18:25: Ich würde es nicht ausschiessen dass etwas passiert und wir es nichtmitkriegen.
00:18:29: Allerdings denke ich, ist die Chance nicht besonders groß.
00:18:34: Es ist ja so dass... ...die Russinnen und Russen seit dem Amtsantritt von Putin erlebt haben wie Opposition bekämpft wird.
00:18:48: Zu welchem Mittel man greift?
00:18:49: Dass man also vor Mord absolut nichts zurück schreibt.
00:18:53: Das ist überhaupt nichts.
00:18:55: wo... wo man sagt, na ja so was passiert natürlich nie.
00:18:59: Doch das passierte, das haben wir nun oft genug auch erlebt.
00:19:04: Die wirklich politischen aktiven Menschen sind geflohen die sind in der Diaspora.
00:19:12: diese der diaspora gibt finde ich ein wahnsinnig trauriges Bild ab.
00:19:18: sie ist verstreut im jahreren länder dass es nicht das schlimme Zumal ist das technisch ja auch wirklich problemlos zu überbrücken wäre, aber sie ist inhaltlich so zerstritten.
00:19:29: Sie hat überhaupt keinen Plan.
00:19:32: also es gibt sehr viele einzelne Figuren die versuchen mit eigenen Regierungsprogrammen und Überlegungen was nach Putin kommen könnte irgendwie zu Punkten aber anstatt sich zusammen zu tun und gemeinsam zu arbeiten.
00:19:47: Ich habe nur so ein bisschen die Erinnerung an die polnische Exiererregierung während des Zweiten Weltkrieges, die wirklich sowas von planvoll vorgegangen sind und die hatten sozusagen ihre Regierung fertig mit Samtregierungsprogramm.
00:20:05: So was ist überhaupt nicht dran zu denken das ist weit entfernt davon.
00:20:11: dann gibt es Dann gibt es ja den Ilyashin, das ist ein Oppositionspolitiker.
00:20:18: Den ich auch aus Moskau kenne.
00:20:21: Auch so einen Stadtbezirksabgeordneter aber der jetzt also der ist aktiv geworden als Kriegsgegner war gehörte zu dem politischen Gefangenen die im vorigen Jahr ausgetauscht wurden.
00:20:35: wenn du dich erinnerst gab's im Vorenger einen Außhaus von politischem gefangenen acht Personen.
00:20:40: Unter anderem kam aus Deutschland der sogenannte Tiergartenmörder frei ein Kompagnon von Putin, einen KGB FSB-Mann.
00:20:52: Hat man den Sabine ganz kurz, hat man den Tiergatenmördern eigentlich mal wieder gesehen in Russland oder ist er dann abgenommen?
00:20:58: Nicht dass
00:20:58: ich wüsste!
00:20:59: Ich habe nichts... also bis auf eine sehr freundliche Begrüßung durch Putin hab' ich ihn überhaupt nicht wieder in Erscheinung treten gesehen.
00:21:09: Und Ilja Gerstein, der gehörte neben Vladimir Karamursa ein Journalist und auch oppositioneller zu denen die freigelassen worden sind.
00:21:19: Und Ilija Gerstein hat jetzt eine Partei gegründet im Ausland.
00:21:23: Und diese Partei – sie heißt friedliches Russland – ist im Grunde genommen fragbar, sich an wen die sich wenden will?
00:21:36: Die ganze Reaktion aus der russischen Diaspora sind sehr widerspurschlich.
00:21:40: Es ist nicht so, dass man sagt Hurra jetzt haben wir mal eine Plattform jetzt können wir zusammenarbeiten sondern auch um diese Partei gibt es wahnsinnig viele unterschiedliche sehr kritische Meinungen.
00:21:54: und das Wichtige was ich mir vorstellen könnte was eine solche Partei erreicht dass sie nämlich irgendeine Strahlkraft nach Russland selbst hat Das ist da nicht zu erwarten, dazu ist auch diese Person des Parteikunders nicht geeignet dafür.
00:22:12: Es ist ein engagierter junger Mann aber der ist jetzt keine charismatische Figur.
00:22:19: es ist auch relativ wenig bekannt.
00:22:22: und das deshalb ist diese Möglichkeit dass davon außen zum Beispiel eine Opposition irgendwie unterstützt oder befördert wird die kann ich nicht sehen.
00:22:32: diese Möglichkeit Innen, der sich da jetzt zeigt und seine Nase rausstreckt.
00:22:38: Der ist im Grunde genommen schon verloren.
00:22:41: Also deshalb glaube ich zu hoffen dass wenn Putin mal nicht mehr der Präsident ist das dann diese Opposition aber wieder eine Kraft mit der zurechnen ist würde ich nicht für Möglichkeiten stand.
00:22:57: heute glaube ich daran nicht.
00:23:00: Sabine, wie ist das zu erklären?
00:23:02: Du hast ja gerade über die Opposition im Ausland gesprochen.
00:23:04: Auch da gibt es nicht wirklich eine Entwicklung und gleichzeitig fragen wir uns das ja seit Beginn des Krieges wenn angeblich so viele dagegen sind Wenn jetzt auch dieser Krieg zu spüren ist in der russischen Bevölkerung Warum gibt es dann nicht mehr Widerstand den wir zumindest irgendwie wahrnehmen oder passiert da etwas möglicherweise im Untergrund von dem wir nichts mitbekommen.
00:23:31: Ich glaube, man muss wirklich noch mal daran erinnern was das heißt wenn man sich gegen den Krieg ausspricht?
00:23:36: Das heißt es gibt ein Paragrafen der ganz klar sagt dass ist verboten die Diskreditierung der Streitkräfte ist verboten und das wird mit Haftstrafen belegt.
00:23:47: Und das haben die erlebt die auf die Straße gegangen sind in den allerersten Tagen im Februar und im März, das waren so ungefähr achttausend Leute.
00:23:58: Die haben das erlebt, die sind verhaftet worden, viele sind ins Gefängnis gegangen für viele Jahre.
00:24:06: Und ... Das sollte sich rumsprechen und das sollte abschrecken!
00:24:12: Das hat also auch funktioniert.
00:24:14: Ich glaube auf der anderen Seite gibt es noch was anderes.
00:24:17: Auf der anderen ist es so ... dass Putin insgesamt die Führung nicht besonders kritisch gesehen wird, jedenfalls nicht offiziell.
00:24:28: Und man hat tatsächlich diese Erfahrung gemacht und auch reaktiviert aus den sowjetischen Zeiten.
00:24:38: Dass es viel besser ist sich passiv zu verhalten, sich nicht irgendwie hervorzutun durch politisches Envoi-Gémain.
00:24:47: Damit kommt man viel weiter in Russland.
00:24:50: Und diese Sehnsucht, dass der Krieg jetzt vorbei sein soll und beendet werden soll wird merkwürdigerweise sehr stark getrügt von diesem Verlangen.
00:25:04: Russland muss aber als Sieger herausgehen.
00:25:06: auf gar keinen Fall darf Russland diesen Krieg verlieren denn Verlierer, den kann man ja Bedingungen tätieren.
00:25:14: Und das wollen ganz viele Russen auch nicht.
00:25:17: Sie wollen als die dastehen sowieso die große siegreiche Armee und das segreiche Land aber eben auch auf gar keinen Fall hier könnte uns, könnten uns die westlichen Partner irgendwas diktieren dass wir nicht besetzen, behalten können sie Krim oder der Besetze Donbass.
00:25:41: Oder dass wir Einschränkung kriegen was die Bewaffnung angeht also all das oder zu Reparationshalungen verpflichtet werden.
00:25:50: Das ist etwas was Filerusen wirklich bewegt.
00:25:53: Das möchte man gar nicht den Wiederaufbau in der Ukraine finanzieren.
00:25:57: Das müsste man überhaupt nicht.
00:25:59: Also all das schwingt da auch mit.
00:26:02: Jetzt ist es ja immer so in Diktaturen, im Regime.
00:26:05: das ist für den Präsidenten also in dem Fall Putin erst dann normalerweise gefährlich wird wenn die inneren Reihen bröckeln.
00:26:17: Also wenn's Leute in seinem Umfeld gibt, die nicht mehr an Putin glauben, die daran glauben dass wenn er weg wäre ihre Macht größer würde oder eben auch dass sie Sorge haben, das Putin auf irgendeine andere Weise nicht mehr an der Macht zu halten ist.
00:26:35: Wie stehen die Leute rund um Putin?
00:26:38: Gibt es da irgendwelche Anzeichen, dass man versuchen könnte, an seinem Stuhl zu sägen?
00:26:45: Also es ist wahnsinnig schwer das einzuschätzen weil... man da überhaupt keinen Zugang hat.
00:26:51: und wir sehen auch diejenigen, die noch einen gewissen Zugang so in die Kremladministration haben.
00:26:58: Selbst die sagen, oh, dann müssen wir eigentlich passen.
00:27:01: Man kann das nur ablesen an den Positionen wo Leute, die mal ganz nahe an Putin waren jetzt sind.
00:27:11: also da gibt es so durchaus Veränderungen Verschiebungen.
00:27:17: Der wichtigste und auffälligste war Sergei Sholgu, das ist der langjährige Verteidigungsminister.
00:27:25: Er ist jetzt im nationalen Sicherheitsrat, der überhaupt keine Bedeutung hat.
00:27:32: Der Vize ist Dimitri Medvedev, der Ex-Präsident – wir wissen ja welche Rolle der spielt, also er hatte überhaupt keine politische Rolle mehr.
00:27:43: Und Dimitri Medvedev ist in der Präsidenten-Partei, in einheitliches Russland zum Beispiel.
00:27:51: Aber da wird er auch nicht aufgestellt als Spitzenkandidat, obwohl er eben mal Präsident war.
00:27:57: Also der ist sozusagen weg vom Fenster.
00:27:59: und auch wenn man jetzt anguckt, wer dann Spitzenkandidat für die Parlamentswahlen der Partei eines Russlands antritt?
00:28:11: Das ist Sergei Lavrov, der Außenminister.
00:28:14: Der hat nur alles andere als ein Parteipolitiker bislang war.
00:28:18: also das spielt irgendwie.
00:28:20: man merkt oft dass sind so Institutionen die sind zwar da es heißt Parlamentes heißt Partei was hat überhaupt keine Bedeutung?
00:28:27: Es hat überhaupt kein inhaltliche Bedeutet.
00:28:29: auch die Wahl ist eben auch keine Wahl.
00:28:32: und dann muss man wieder sich angucken wer tritt in Erscheinung?
00:28:40: Und es gibt eine sehr umfangreiche Recherche eines unabhängigen russischen Internet-Portals, die man sich angeschaut haben.
00:28:49: Wer kommt eigentlich so als Nachwuchspolitiker in die Behörden?
00:28:55: In die Ministerien?
00:28:57: und das ist interessant dass das alles im Grunde genommen die Kinder, die Enkel beziehungsweise anderweitig verwandt von denen sie jetzt schon da sind.
00:29:08: Allein Putin hat siebenundzwanzig Angehörige, irgendwie in irgendwelchen militärischen Behörden sonst was.
00:29:16: Und der absolute Spitzenreiter allerdings ist Kaldirov.
00:29:22: Das ist der Chef, der Präsident der Tschechienischen Teilrepublik.
00:29:27: Der hat glaube ich über ... über einhundert Personen irgendwo platziert.
00:29:32: Also das heißt, dass darf da... Das ist eine wirkliche, ein enclosed Shop aus dem man sozusagen sich bedient bei der Rekrutierung von Nachwuchs aber in denen auch keiner reinkommt.
00:29:48: Das ist die andere Seite.
00:29:49: also die Chancen sind verbaut wenn man nicht zu irgendeiner einfachstreichen russischen Familie gehört.
00:29:54: Wenn das so ist wie du beschreibst und es da eben auch keine Bewegung eigentlich gibt Ja, in den Widerstand.
00:30:02: Warum ist Putin dann trotzdem so paranoid?
00:30:05: Da haben wir ja gemeinsam auch in der Folge schon mal drüber gesprochen wie er sich fort bewegt und in welchem Bunker er ist.
00:30:11: also was sorgt dann Putin gerade so sehr?
00:30:16: Ich glaube das ist tatsächlich das was er ja auch mit vielen Autokraten oder Diktatoren teilt dass er sich von allem und jedem bedroht fühlt.
00:30:26: Das kennt man von Stalin auch, dass diese Leute dann tatsächlich, wenn sie so Ewigkeiten an der Macht sind, auch paranoiert werden.
00:30:34: Und da darf ich mich vergessen, Putin ist ein Geheimdienstmann, der sowieso erstmal per se misstrauisch ist und jedem alles zutraut – und zwar immer nur das Schlimmste und immer noch das Gewalttätigste!
00:30:45: Also es sind im Grunde genommen ja auch eigene Fantasien die da eine Rolle spielen und die da offenbar durchgehen... Ob er tatsächlich paranoid ist, das kann ich natürlich überhaupt nicht einschätzen.
00:30:55: Dass die Sicherheitsmaßnahmen den Rückschluss zulassen, dieses Oter würde ich mir zutrauen, denn wenn man sich vorstellt dass allein diese Residenz zwischen Moskau und St.
00:31:11: Petersburg in der erwohnt eine von mehreren Residenzen quasi umzingelt ist mit Raketenabwehrsystemen Und man schon überlegt, ob man da jetzt welche abzieht um zum Beispiel die Hauptstadt Moskau besser zu schützen.
00:31:26: Zum Beispiel diese Öhraffinerie.
00:31:27: in diesem Zusammenhang ist diese Diskussion aufgekommen.
00:31:31: Da sieht man auch übertreibt.
00:31:33: er ist vielleicht mit seinem eigenen Schutz und lässt sozusagen die Bevölkerung da schutzlos im Regen stehen.
00:31:43: oder wichtige Infrastruktur Das kann man immer nur von außen beobachten.
00:31:49: Die Defizite in der russischen Verteidigung, die sind klar.
00:31:53: Die werden offensichtlich durch die ukrainischen Drohnenangriffe... Das ist ganz klar, dass die russische Verteiligung wirklich größte Probleme hat, wichtige militärische bzw.
00:32:08: Infrastrukturprojekte abzusichern.
00:32:12: und die wichtigste Erklärung ist da glaube ich, das man nicht damit gerechnet hat?
00:32:18: dass die Okaine so gefährlich sein könnte und eben zum Beispiel mit den Langstrecken Drohnen, die zieltief im Hinterland erreichen kann.
00:32:30: Dass sie in der Drohnabwehr sowieso nicht überhaupt keine Erfahrung bislang haben und das das Land mit seiner schiereren Größe einfach zu einem Problem wird.
00:32:42: Das ist glaube ich etwas was den Russen, die sehr stolz auf die Große ihres Landes sind immer starker bewusst wird.
00:32:49: Wie muss man sich das vorstellen, diese zunehmenden Probleme?
00:32:53: Also über die Ölrefernerien haben wir schon viel gesprochen den Angriff auf Wildberries aber wie hat sich diese wirtschaftliche Lage spürbar verändert gerade im Jahr sechsundzwanzig.
00:33:06: und was bekommen die Russen davon mit?
00:33:09: also ganz spürba hat sich verändert.
00:33:11: Inflation nicht den nicht verhandelte Treibstoff.
00:33:16: Das ist was natürlich Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.
00:33:21: Es beginnt, haben wir anfangs drüber gesprochen in das ganz normale Verbraucherleben einzudringen.
00:33:29: dieser Krieg wenn der Internethandel so nicht mehr funktioniert und was sich auch angedeutet hat war In den ersten zwei, drei Kriegsjahren als die Rüstungsproduktion so massiv hochgefahren ist wurde.
00:33:47: Da sind viele Leute haben neue Arbeit gefunden eben in diesen Rüstungsfabriken weil dort wirklich sehr viel Gutes Geld zu verdienen war.
00:34:00: Und das ist jetzt so nicht mehr möglich.
00:34:04: Der Punkt ist erreicht, also noch neue Rüstungsfabriken werden im Moment nicht gebaut damit dahin ja eine ganze Wirtschaft im Grunde genommen dran.
00:34:15: Es ging nie nur um die Rüstungbetriebe es ging auch darum dass darum um diese Einrichtungen herum Wohnungen geschaffen wurden eben ne ganze Infrastruktur neue Orte oder neue Viertel entstanden sind.
00:34:28: Also das hatte einen Aufschwung dieser Rüstungsproduktionserhöhungen für andere Wirtschaftsweige auch.
00:34:36: Das ist jetzt sozusagen aufgegessen.
00:34:38: und was die Unternehmer aber merken in Russland, ist dass die Rüstlingsindustrie so viele Arbeitskräfte fordert, dass sie selber keine Arbeitskräfe finden vor allem weil sie auch mit diesem Lohnniveau nicht mithalten können.
00:34:55: Und das heißt also, diese zibile Wirtschaft kann im Grunde genommen nur eingeschränkt zum Beispiel expandieren oder auch Innovationen voranbringen.
00:35:09: Weil einfach da die Mittel der Ressourcen fehlen und dann macht sich natürlich bemerkbar was abgestritten wird.
00:35:17: ohne Ende aber die Auswirkungen sieht man dass die Sanktionen eben verhindern das moderne Technik ins Land kommt und mithilfe von Chips, Bauteilen
00:35:28: usw.,
00:35:29: dass diese moderne Technik tatsächlich eben auch für die zibile Wirtschaft nutzbar ist.
00:35:34: Und da zu einem Entwicklungsschub führt.
00:35:37: All das wird im Moment immer noch abgefangen von China, die dann wichtiger Player sind und die Russland auf eine unerhörte Art und Weise unterstützen und das sie ganze Zeit abstreiten.
00:35:50: Also sie streiten ab, dass sie Dual Use Güter kaufen.
00:35:54: Sie streiten nicht ab, dass sie Öle und Gas kaufen.
00:35:57: Das tun sie nicht.
00:35:57: Es ist nur noch sehr offensichtlich.
00:36:00: aber sie streiten auch ab, das sie zum Beispiel russische Soldaten ausbilden.
00:36:05: Und sie sind deshalb also in diesem Krieg nicht nur die Kriegsgewindler absolut.
00:36:12: Das ist für China ganz klar der Fall.
00:36:14: China hat einen großen Absatzmarkt in Russland dazu gewonnen und ein Produktionsmarkt.
00:36:20: die Chinesen gehen von zum Beispiel westlichen Firmen aufgegeben, fabrikalen Autoproduktionsstätten.
00:36:29: Auch deutsche Auto Produktionsstädte in Moskau zum Beispiel sind jetzt chinesische Firmen drin, bauen chinesischer Autos.
00:36:36: also da hat es eine Verschiebung gegeben.
00:36:39: und das alles merken die Menschen natürlich dass die eigene Innovationskraft nicht mehr reicht und dass die Inflation dazu führt dass das Geld natürlich entwertet wird und die Lebensmittel teurer werden.
00:36:55: Und dann gibt es immer wieder solche Beispiele, die sehr ins Auge fallen.
00:37:00: also im vorigen Jahr war es zum Beispiel so, dass die Kartoffelernte in Russland aus irgendeinem Grund nicht so reiche ausgefallen ist wie zuvor.
00:37:11: Das hat dazu geführt, dass man bei den Nachbarn Kartoffeln eingekauft hat und die Belarusen mussten die Kartoffel abgeben.
00:37:21: Und kriegten sie dann selber nur noch wirklich teures Geld zu kaufen, was dann natürlich auch für schlechte Stimmung gesorgt hat?
00:37:30: Jetzt ist das eine wenn es Probleme in Tankstellen gibt, wenn's wirtschaftlich schwieriger wird und sicherlich sorgt das für Wut in der Bevölkerung.
00:37:38: aber das andere wäre wenn es ein immer existenziellerer Kampf würde also wenn die Menschen Wirklich merken, es geht nur noch weiter nach unten und sie können kaum noch irgendwie selbst überleben.
00:37:54: Wie würdest du da die Situation gerade einschätzen?
00:37:57: Also wie entwickelt sich das?
00:37:59: Wo steht man jetzt und wo könnte... Das ist ja auch die Taktik der Ukraine diesen Krieg eben in nach Russland zu bringen und dadurch Druck auszuüben.
00:38:09: also wo stehen wir da bei diesen Problemen, die Russland oder die der Durchschnittsruße gerade hat
00:38:15: Paul, ich glaube wir stehen nicht da wo wir uns wünschen dass wir stünden.
00:38:21: All das merken die Russen all diese Einschränkungen und diese Auswirkungen und sicherlich im übrigen auch die Isolation international.
00:38:34: Das kriegen viele Russen sehr wohl sehr genau mit Dass sie keine gerne gesehen Gäste mehr sind.
00:38:43: Das, was jetzt zum Beispiel aktuell heute gerade bekannt geworden ist, dass Russen in Zukunft möglicherweise Ausreise-Bisa haben müssen.
00:38:54: Beantragen müssen wenn sie das Land verlassen.
00:38:57: Das ist etwas, was glaube ich dann noch mal so ein I-Tüpfelchen draufsetzen würde.
00:39:03: Denn es ist ja so, dass die Schengenbisa nicht mehr lang gelangen, nicht mehr einfach erteilt werden wie das früher der Fall war, vor dem Krieg sowieso.
00:39:15: Und dass man das sehr genau spürt, dass es schwieriger werden könnte auch das Land zu verlassen.
00:39:25: Dass das nur noch mit Erlaubnis womöglich geht und für ganz bestimmte Gruppen z.B über Amtegeheimnistering und so was überhaupt nicht mehr geht.
00:39:33: Und diejenigen, die aus politischen Gründen gehen wollen Dass das ganz schwer werden wird, weil sie zum Beispiel die Konten gesperrt kriegen.
00:39:48: Das ist heute ein Gesetz gewesen was die Duma in dieser Woche tatsächlich verabschiedet hat.
00:39:55: Konten werden gesperrt.
00:39:56: Sie dürfen ihre Autos nicht verkaufen.
00:39:58: Sie durften ihre Wohnung nicht verkauen.
00:40:00: Das heißt also auch dass weggehen wird nochmal schwerer gemacht und das sind so die Dinge die glaube ich wirksamer sind als Wir verarmen, unsere Versorgung klappt nicht mehr.
00:40:16: Wir hummern womöglich.
00:40:17: Davon ist man weit entfernt.
00:40:20: und dann gibt es die sprichwörtliche Leidensfähigkeit der Russen wo man sagt für dieses Land, für dieses Imperium leiden wir denn wir wollen dass es siegreiches und groß ist usw.
00:40:35: Also auch dieses Verständnis Für das Imperium muss man etwas opfern.
00:40:41: Das ist auch verbreitet, das darf man nicht
00:40:43: unterschätzen.".
00:40:46: Was bedeutet das alles für die Rekrutierung von Soldaten?
00:40:51: Also vielleicht erst einmal gefragt, spricht man in Russland mittlerweile mehr über die gefallenen russischen Soldaten als noch vor einem oder zwei Jahren?
00:41:01: Ich kann das nicht erkennen, manchmal wenn die Orte, wenn es kleine Orte sind.
00:41:07: Also ich beziehe mich jetzt auf das was ich zum Beispiel aus Belgorod gehört habe.
00:41:13: Das ist keine große Stadt, die ist sehr nah an der Grenze.
00:41:16: Ich hab damit einer Kardiologin lange sprechen können eigentlich eine unpolitische Person, die gesagt hat naja sie kriegt das schon mit Denn der Friedhof, der hat eben doch sehr viele neue und frische Gräber.
00:41:34: Und als ich sie dann fragte, gibt es in sowas wie eine Trauer oder eine Empörung das da so viele Opfer sind?
00:41:46: Da sagte sie wirklich verbreitet ist das nicht aber individuell.
00:41:53: wenn man weiß dass jemand aus der Familie jemanden verloren hat Brückt man durchaus ein Beileid aus und so weiter.
00:42:03: Wie wir das von dem sowjetischen Krieg gegen Afghanistan kennen oder vom ersten Chechenienkrieg, dass diese große Zahl von sowjetischem beziehungsweise russischen Soldaten dazu geführt hat, dass es eine Empörung in der Gesellschaft gab und dass man also wirklich gefordert hat, Davon ist man auch ganz weit entfernt, das ist nicht zu sehen.
00:42:29: Und gleichzeitig hören wir dass es durchaus so sagt, dass im Wall Street Journal ein Moskauer Militärexperte Zitat Anzeichen der Erschöpfung innerhalb der russischen Armee gebe und dass es schwieriger wird für Russland eben Menschen zu finden.
00:42:46: Ist das eine Einzelmeinung oder wird diese Einschätzung von mehr Beobachtern geteilt?
00:42:51: Also was jetzt die Armee angeht unter Erschöffungsgrad
00:42:56: Man kann es ein bisschen ablesen daran, wie die Preise hochgeschraubt werden um überhaupt noch Leute zu finden und auch mit welchem Druck da gearbeitet wird.
00:43:08: Also es gilt zum Beispiel für Unternehmen oder auch für Hochschulen Universitäten das eine bestimmte Rate erfüllt werden muss an Männern die an die Front geschickt werden bzw.
00:43:21: in die Armee geschickt.
00:43:23: Und die ganze Zeit ist von einer drohenden zweiten Mobilisierung die Rede.
00:43:30: Zu der wird es vor der Dummerwahl definitiv nicht kommen, aber möglicherweise danach.
00:43:35: jedenfalls kursiert diese Sorge dass das noch mal so etwas geben könnte.
00:43:41: und was die Armee natürlich jetzt im Moment gerade ausmacht ist dass sie keinerlei Erfolge verzeichnen kann wenn wir uns anschauen die Abriegelung der Krim.
00:43:54: Die Krim kann nicht versorgt werden mit Lebensmitteln, mit Treibstoff.
00:44:01: Man kommt überhaupt nicht auf die Krim weil die Brücken gesperrt sind und die Verbindungen von der Ukraine für unpassierbar gemacht worden sind Und im Grunde genommen geherrscht in der Auf-der-Krim.
00:44:17: so eine Art Kriegszustand Der vorher natürlich nicht anders war, also objektiv war das auch ein Kriegszustand.
00:44:27: Es ist ja immerhin besetztes Gebiet und es ist mit einem Hergegang mit einer Aufrüstung der Krim.
00:44:36: aus dieser Urlaubshalbinsel ist hier praktisch einen Militärstützpunkt gebaut in den russischen Militärtützpunkten.
00:44:43: Und diese Meditärtechnik, zum Beispiel die Flotte wird immer wieder angegriffen und ist quasi schon nicht mehr existent.
00:44:54: Das klingt nicht nach einer erfolgreichen Kriegsführung für Russland.
00:44:59: Dann gibt es auf der anderen Seite den Donbass, denen Putin unbedingt vollständig einnehmen möchte.
00:45:05: Es kommt aber nicht dazu.
00:45:06: Vierundhalb Jahre kommt es nicht dazu, dass der DonbASS vollkommen eingenommen wurde.
00:45:10: Heute wurden z.B.
00:45:13: zwei Dörfer gemeldet, die angeblich eingenommen wurden.
00:45:18: Muss man mal abwarten, wann das der Menti aus Kiew kommt?
00:45:22: Also es ist jetzt nicht so, dass es da große Erfolgsmeldung gibt – ganz und gar nicht!
00:45:27: Was es aber gibt, ist ein Raketen-Terror in Richtung ukrainische Großstädte.
00:45:34: Wie schätzt du es ein, dass es immer wieder Meldungen gibt von Reuters?
00:45:38: Von Bloomberg wo ja russische Offizielle zitiert werden anonym.
00:45:44: Dass Putin an seinen Kriegszielen festhalte?
00:45:47: nicht nur das.
00:45:47: heute gab's eine Meldung dass er jetzt auch seine Ziele für Saporizia und Resson wieder revidiere also dass er dann nicht einer Waffenstichstandslinie wolle sondern weiter angreifen will und am Donbass ohnehin festhält.
00:46:01: ist es einfach Erst einmal, woher kommen solche Offizielle die dann plötzlich bei Blumenburg Reuters in den Agenturen auftauchen?
00:46:10: Das ist gesteuert vom Kreml.
00:46:11: oder haben die Kollegen da so gute Quellen.
00:46:13: Wie is der deine Einschätzung?
00:46:15: Ersteres das ist gesteuert von Kremel.
00:46:18: also es gibt ja das Treffen Lavrov-Urubio und da möchte man einfach claims abstecken und möchte klar machen also wo sollen da die rotenjenigen verlaufen?
00:46:30: Und alles, was irgendwie nach Zugeständnis aussehen könnte wird sofort ausgeräumt.
00:46:40: Diese Meldung von Bloomberg, dass Putin festhält das Kharkiv und Sumi – das sind ja zwei Städte im Nordosten der Ukraine -, die wirklich zu den am schlimmsten Gebeutelten gehört.
00:46:53: Also das ist wirklich grauenvoll, was dort vierenhalb Jahre abgeht Die hat man jetzt auch reklamiert.
00:47:01: Also die sollen jetzt ja auch, also als zum Donbass zugehörig mit eingemaltet werden.
00:47:10: Nun wissen wir das.
00:47:11: der Widerstand in Kharkiv riesengroß ist dass dieser Gouverneur da wirklich eine gute Arbeit leistet indem er mit den Zivilenkräften und der Armee zusammen diese Stadt verteidigt.
00:47:26: Das Gleiche gilt für Sumi, das wird nicht so einfach werden aber das wird dann von diesen russischen offiziellen mal in den Ring geworfen.
00:47:41: und wenn ich mir vorstelle wer damit umgehen soll nämlich die beiden Verhandler Steve Witkoff und Jared Kushner.
00:47:52: Ich bin mir relativ sicher, dass sie noch nicht mehr wissen wo diese Städte liegen und welche Bedeutung das eigentlich hat.
00:48:00: Da kann man sagen da wird im Grunde genommen ein bisschen Sand in die Augen gestreut, von mir ist auch eine Stock ins Getriebe gesteckt einfach um eine große Verwirrung anzurichten.
00:48:14: Und dann aus solchen Äußerungen, wenn Putin irgendwann und das ist ja seine Marschel erstmal etwas Neues Maximales zu fordern.
00:48:24: Dann wieder zurückzugehen ein bisschen.
00:48:26: Also sowas... dass derjenige, der dann verhandelt hat, naja wie desens ist es nicht dazu gekommen?
00:48:32: Das ist ja dieses Zweischritte vor einer zurück.
00:48:37: Siehst du denn in irgendeiner Form Verhandlungsbereitschaft oder ist?
00:48:42: es könnte sein, dass das jetzt Taktik ist?
00:48:44: Ist Putin doch unter Druck?
00:48:45: Könnte es dann eine Bereitschaft geben?
00:48:47: oder wie blickst du momentan auf mögliche Verhandlungen.
00:48:51: Wenn die Frage ist, woran man das misst wenn ich sage wir hören mal zu was sie sagen finde ich nö da gibt es.
00:49:01: Dann gibt's vielleicht mal schöne Worte, dass man sich ja mit Robio trifft und und dass man sagt Ja egal an welchem Ort dieser Welt wir können uns treffen.
00:49:12: Nur nicht in Kiew, dann ja.
00:49:16: aber ich finde das bedeutungslos dass das Wichtige ist was sie tun?
00:49:20: Was tut die russische Armee?
00:49:23: und das spricht überhaupt nicht die Sprache der Deeskalation Nicht im geringsten.
00:49:28: Das Gegenteil ist der Fall Dass du hast selber erlebt.
00:49:31: du warst jetzt gerade in kiew.
00:49:34: Die Stadt macht gerade Wirklich die schlimmsten Monate überhaupt in diesem Krieg durch.
00:49:40: Mit diesen Irrsinn-Angriffen mit Raketen, mit Hüberscheiraketen für die die Ukraine im Moment nicht die Abwehr hat, jedenfalls nicht genügend Abwehr und das ist nicht die Vorbereitung von Friedensgesprächen Das ist die Fortsetzung des Krieges mit schlimmerer Mittel.
00:50:02: Sabine, herzlichen Dank bis hierhin.
00:50:04: Ich bin großer Fan von dir und natürlich auch vom Deutschlandfunk und deswegen haben wir gesagt, wir machen noch eine zweite Folge gleich hinterher und wo wir darauf schauen wollen wie es in der Ukraine aussieht.
00:50:15: du hast das gerade angesprochen.
00:50:17: vielen dank für deinen Blick auf Russland und morgen gibt's eine Folge mit dir wo wir tiefer einsteigen mit mir zusammen in Sachen Ukraine.
00:50:25: ich danke dir bis hier hin
00:50:26: sehr gerne.
00:50:28: Danke, dass ihr wieder zugehört habt.
00:50:30: Vielen Dank auch für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.
00:50:35: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.
00:50:40: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schauen mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Like Star bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr dem podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert und das hilft uns
00:51:02: wirklich
00:51:02: sehr.
00:51:03: Ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!
00:51:17: Herzlichen Dank und alles Liebe!
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