Wenn VW wirklich kippt. Mit Tim Kruithoff
Shownotes
Volkswagen steckt in einer der größten Krisen seiner Geschichte. Doch was bedeutet das konkret für die Menschen, deren Arbeitsplätze und Wohlstand seit Jahrzehnten vom Autobau abhängen? Paul Ronzheimer spricht mit Tim Kruithoff, Oberbürgermeister von Emden – einer Stadt, die wie kaum eine andere mit VW verbunden ist.
Warum gerät der Standort Deutschland immer stärker unter Druck? Weshalb entscheiden sich Unternehmen gegen Investitionen in Deutschland? Und welche politischen Fehler haben zur aktuellen Lage beigetragen?
Folge nachhören: Jetzt beginnt der Job-Schock. Mit Jochen Sengpiehl
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Redaktion: Filipp Piatov und Lieven Jenrich u. Magalie Mohler | Team Social: Jan-Philipp Borchert & Etienne Fruchtmann | Executive Producer: Daniel van Moll
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Transkript anzeigen
00:00:01: In den letzten Jahren ist das Volkswagenwerk hier in Emden gebaut worden, im Larrelta Polda.
00:00:07: Kohlköpfe gestanden haben.
00:00:08: Und im Grunde genommen ist mit Volkswagen hier der Wohlstand in Ostfriesland eingezogen, Industrie hat eben dafür gesorgt dass es diese guten tarifgebundene Arbeitsplätze tatsächlich gibt und das diese ganze Region sich entwickelt hat.
00:00:22: und genauso kann man eben sagen im Umkehrschluss jetzt wo dieses Werk hier bedroht ist natürlich der Wohltand der ganzen Region bedrohte und tatsächlich... Man kann's ja auch noch größer denken um dieses Thema Ämpten oder dieses Thema der Werkschließungen im Ministerium Bereich ist ja tatsächlich etwas, was Deutschland insgesamt betrifft.
00:00:40: Unser Wohlstand und das ist am Ende eben dann auch Einnahmen.
00:00:44: Das sind Gewerbesteuer, das sind die Kitas, die gebaut werden, die Schulen, die wir sanieren, die Brücken, die bauen.
00:00:50: Das alles ist abhängig davon dass wir diese hohe Wertschöpfung in unseren Industriechemie-Bereichen haben.
00:01:00: Ich bin weiterhin in der Ukraine gerade im Osten angekommen, aber wir haben ja versprochen dass wir uns weiter um alle Themen kümmern auch wenn wir hier sind.
00:01:09: In der Ukraine.
00:01:10: und heute soll es noch einmal um VW gehen und die wirtschaftlichen Auswirkungen ist ein Thema das wirklich niemanden kalt lässt weil VW einfach das Wahrzeichen der deutschen Wirtschaft ist.
00:01:22: Und wenn VW strauchelt, so kann man sagen dann an viele Bürger dass es auch ganz andere Konzerne noch treffen kann.
00:01:30: dabei geht es nicht nur um Jobs natürlich sehr viel aber eben Es geht auch um gesamte Regionen die von der Schließung betroffen sind.
00:01:38: da geht's um Familienbetriebe Kommunen und damit hunderttausende vielleicht sogar Millionen Menschen für die sich sehr Vieles verändern würde.
00:01:47: Ich habe darüber schon gesprochen hier im Podcast.
00:01:49: Ich komme aus Ausfriesland, aus Aurich gebürtigt und hab in Empten gearbeitet bei der Emmerzeitung.
00:01:53: Da habe ich meine journalistische Karriere begonnen und hatte ganz viel dort mit dem VW-Werk zu tun.
00:01:58: Ich habe auch darüber geschrieben hin und wieder und kennen natürlich aus meiner Heimat in Ausfrießland viele die dort arbeiten.
00:02:05: es ist eine absolute Top Adresse ein stolz der ganzen Region und plötzlich kann dieses Werk in Empton vor dem Aufstehen was das bedeutet und welchen Domino-Effekt so eine Werksschließung haben kann.
00:02:19: Darüber will ich jetzt mit Tim Krüthoff sprechen, er ist seit Jahrzehnteinzehn Oberbürgermeister von Empten.
00:02:25: Wir kennen uns aus der Region.
00:02:26: Ich grüß dich, Tim!
00:02:28: Hallo lieber Paul!
00:02:29: Tim, ich habe es gesagt ganz Deutschland blickt auf diese Städte nicht nur Emptnen auch Zwickau Hannover.
00:02:38: Da gab's jetzt Aufsichtsrats-Sitzung, dann sollte es Klarheit geben.
00:02:43: Es ist von möglichen Werkschließungen die Rede.
00:02:46: Ampen wird immer wieder genannt auch jetzt wieder.
00:02:50: Wie ist gerade die Stimmung in Amten aktuell?
00:02:53: Die Stimmung ist natürlich sehr schlecht.
00:02:54: das war ein neuter Schlag genau in die Magengrube.
00:02:57: wir haben ja im Jahr zwei tausend vierundzwanzig Ende des Jahres die gleiche Debatte die gleicher Diskussion schon mal gehabt.
00:03:03: da ging es schon einmal um Werksschließungen Das war ab Oktober bis kurz vor Weihnachten.
00:03:09: Dann hat es eine Einigung mit dem Vorstand von Volkswagen gegeben und man hat dann gedacht so jetzt ist erstmal Ruhe, jetzt gehts weiter... den Werken die Aufgabe gegeben, sie müssen ihre Fabrikkosten reduzieren um günstiger zu produzieren damit das Endprodukt am Ende in Wettbewerbsfähiger ist.
00:03:28: Um mitzuhalten mit der Konkurrenz auch in Europa, die günstig er produzieren kann.
00:03:33: und jetzt auf einmal durch eben die durchgestochenen Unterlagen und den Bericht dem Manager Magazin stehen wir wieder vor der gleichen Situation und die Menschen machen sich natürlich Sorgen.
00:03:44: es geht um ihre Hauskredite, es geht im Zukunft, es gibt um Ausbildungsplätze Es geht tatsächlich wirklich um den Wohlstand einer ganzen Region hier bei uns in Nordfriesland.
00:03:52: und das ist natürlich etwas, was auch eine Woche vor dem Werkurlaub.
00:03:56: Das darf man ja auch nicht vergessen.
00:03:58: also die Menschen gehen mit diesen schlechten Nachrichten dann tatsächlich in den Urlaub und dass es etwas, das glaube ich niemanden kalt lässt sondern alle sind da sehr verzweifelt.
00:04:09: Tim, jetzt bist du in Empen unterwegs auf der Straße.
00:04:12: Du kennst da die Menschen.
00:04:14: was hast du da?
00:04:15: Was sagen dir gerade in diesen Tagen?
00:04:19: Im Moment sind wir wirklich alle total verwirrt das kann ich nicht anders sagen.
00:04:24: also natürlich ist es so dass als Oberbürgermeister auch ein bisschen die Last der Sorgen einer ganzen Stadt oder einer ganzen Region auf deinen Schultern spürt und die Menschen haben Jetzt unterschiedliche Aussagen gehört, also letzte Woche hieß es Werkschließung.
00:04:42: Dann wird der Blumen jetzt ja aktuell zitiert damit das er auch selber sagt, Werksschließungen sind nicht der Weisheit letzter Schluss.
00:04:51: Also lange Rede kurzer Sinn.
00:04:53: man kann im Moment wieder mit Gewissheit sagen dass das Werk von einer Schließung bedroht ist noch dass es hier weitergeht und das ist natürlich was die Situation unheimlich schwierig macht, weil das, was Menschen brauchen ist Klarheit und dass wir hier vor Ort brauchen sind auch weitergehende Investitionen.
00:05:10: Denn man kann eben so ein Werk durch Ausschleichen, Schwächen und am Ende nicht mehr web-websfähig machen.
00:05:16: Wir warten seit vielen Jahren darauf, dass wir eine neue Lackiererei kriegen und da braucht es natürlich jetzt diese Zukunftsinvestition.
00:05:25: Ich habe gesagt, dass wir über die Auswirkungen in der Region sprechen wollen.
00:05:33: Jetzt arbeiten bei VW in Empten achttausend sechshundert Menschen.
00:05:38: aber da hängt natürlich noch viel mehr dran Zulieferer Handwerksbetriebe Hotels Gastronomie.
00:05:44: was würde eine Schließung für die Region bedeuten?
00:05:49: Du kannst erstmal davon ausgehen, dass so jeden Tag ungefähr sieben Tausend Dreihundert eigene.
00:05:55: im Zweischichtbetrieb durch das Dorf von Volkswagen gehen und dann kommen noch ungefähr tausend, einhundert von Group Services.
00:06:03: Dann tatsächlich dazu plus eben die, die im Handwerk, im Hafen beschäftigt sind, die bei den Zulieferern eben beschäftigt ist.
00:06:11: Und wenn man guckt, in den Sechzig Jahren ist das Volkswagenwerk hier in Emden gebaut worden – im Larrelta Polda da wo früher Kohlköpfe gestanden haben Mit Volkswagen hier der Wohlstand in Ostfriesland eingezogen.
00:06:27: Industrie hat eben dafür gesorgt, dass es diese guten tarifgebundene Arbeitsplätze tatsächlich gibt und das diese ganze Region sich entwickelt hat.
00:06:36: Und genauso kann man die eben sagen.
00:06:37: im Umkehrschluss jetzt wo dieses Werk hier bedroht ist natürlich der Wollstand der ganzen Region bedrohte.
00:06:46: Man kann's ja auch noch größer denken.
00:06:47: Dieses Thema Ämpten oder dieses Thema der Werkschließungen im Industriebereich ist ja tatsächlich etwas, was Deutschland insgesamt betrifft.
00:06:55: Unser Wohlstand und das ist am Ende eben dann auch Einnahmen, das sind Gewerbesteuer Das sind die Kitas, die gebaut werden Die Schulen, die wir sanieren Das alles ist ja abhängig davon, dass wir eben diese hohe Wertschöpfung in unseren Industriechämie-Bereichen dann tatsächlich haben.
00:07:13: Und das ist etwas was jetzt auch symbolisch an so einem Werk emten Unterdruck steht.
00:07:17: und wenn ich das ganz konkret mache Ende vierundzwanzig wo es eben einmal die Phase der Unsicherheit schon gab Kein Mensch kauft sich dann mehr ein Grundstück.
00:07:27: Ein langfristiges Hirtschaftsgüt beschafft sich eine neue Küche oder kauft selbst ein Auto.
00:07:34: und das ging halt bis zum Weihnachtsmarkt, der am Ende wirklich diese Klarheit da war, dass es hier vor Ort weitergeht hat mir dann der Gastronom des Weihnachtsmarktes gesagt haben hier selbst riesen Umsatz einbußen, weil die Leute nicht mehr bereit sind in Glühweintränken zu gehen.
00:07:52: Weil sie das Geld einfach beieinander halten und so große Angst haben.
00:07:57: wie geht es dann künftig weiter?
00:08:00: Um da nochmal ganz konkret zu bleiben, weil es eben so viele Regionen in Deutschland theoretisch betreffen könnte, nehmen wir an dieses Berg würde tatsächlich geschlossen.
00:08:10: Dann sprechen wir ja über Zehntausende, die betroffen wären.
00:08:16: Ja, was wäre dann in Ostfriesland?
00:08:18: Also ich weiß.
00:08:18: Bei mir hab' ich hier auch mal Podcast erzählt.
00:08:21: Ich habe in einer Siedlung aufgewachsen, in der Nähe von Aurich und da haben mindestens drei oder vier Väter meiner Freunde, Schulfreunde bei VW gearbeitet und das ist jetzt dreißig Kilometer entfernt von Ämtern.
00:08:37: also es betrifft ja alle!
00:08:39: Was würde man denn
00:08:39: machen?!
00:08:42: Also das ist natürlich ein Szenario, was wir am Ende gar nicht durchdenken.
00:08:47: Weil genau das, was du beschrieben hast ja dann ja schlagend würde.
00:08:51: also dass im Grunde genommen die Betroffenheit in ganz aus Triesland... Das sind drei Landkreise auch Ichwittmund und Leer und eben die kreisfreie Seehafen statt Empten, die davon betroffen sind.
00:09:02: Wir haben hier zwanzigtausend Einpendler jeden Tag.
00:09:04: Daran kannst Du eben sehen, dass Empton nur in Teilen betroffen ist sondern das es ganz aus Friesland die ganze Region betrifft.
00:09:11: Und die haben ja im Moment auch noch die Herausforderung, es gibt zwar weitere große Arbeitgeber einmal mit der Maya werft.
00:09:17: Auch da hat man vielleicht die Diskussion mitbekommen.
00:09:20: Auch die ist jetzt tatsächlich teilverstaatlicht worden.
00:09:24: und dann gibt's noch Enakon, die in Aurich sitzen und insbesondere im Bereich der Onshore Wind, Energie arbeiten.
00:09:35: und auch dort gab es schon bessere Zeiten.
00:09:38: Das heißt also die Wirtschaft insgesamt ist eben hier unter Druck.
00:09:42: Und wenn eine so große Anzahl an Menschen dann ihren Arbeitsplatz verlieren würde Dann sag ich mal Gehen hier wirklich die Lichter aus dann hast du Also Die Kommunen deren Einnahmen sich deutlich verschlechtern ja gar nicht mal nur über die Gewerbesteuer sondern eben auch über die Einkommenssteuer Zuweisung Du hast die Kaufkraft, die nicht mehr da ist für zum Beispiel die Innenstädte.
00:10:07: Du hast im Grunde genommen die Ausbildungsplätze nicht mehr... du merkst es jetzt schon teilweise in ich sag mal bis hin zu Fußballmannschaften wo junge Menschen sich eben überlegen ok wo such ich mir einen Ausbildungplatz?
00:10:22: Was hat wirklich auch eine Perspektive?
00:10:24: was ist also zukunftsfähig?
00:10:26: Und daran merkst du eben wie wichtig dieses Thema der Klarheit ist, dass die Menschen Schnellsicherheit brauchen.
00:10:33: Denn sonst entscheiden die Menschen und wenn die Menschen erst entschieden haben es schwer sie zurückzuholen.
00:10:40: Du sagst, ihr wollt euch eigentlich damit gar nicht beschäftigen.
00:10:42: Aber das müsst ihr jetzt!
00:10:44: Denn wenn solche Szenarien durchdacht werden... Wenn sie angesprochen werden, wenn sie im Raum stehen, wenn überall steht Das Werk in Empten könnte dich gemacht werden.
00:10:54: Dann hat man nämlich mal an als Oberbürgermeister ja auch die Verantwortung darüber nachzudenken.
00:10:58: was ist im worst case?
00:11:00: also Was wäre dann Tim?
00:11:02: Also Gibt es dann andere Möglichkeiten dieses Werk zu nutzen, Arbeitsplätze zu schaffen?
00:11:10: Also worüber denkt man jetzt in so einer Lage nach?
00:11:12: und das gilt ja wahrscheinlich sehr vielen Städten in Deutschland.
00:11:16: Ich glaube auch kein Thema oder ich weiß ja dass für mich... kein Thema ist, was jetzt erst in diesen Wochen schlagen geworden ist.
00:11:24: Sondern das ist etwas, was mich seit sieben Jahren umtreibt und weil du ja weißt dass solche Struktur-Themen eben Themen sind die du nicht binnen einer Woche reden kannst sondern wir haben versucht in den letzten sieben jahren uns auch auf andere Wirtschaftszweige zu konzentrieren einen Hochlauf an Arbeitsplätzen, an hochwertigen Arbeitsplätze zu haben.
00:11:47: Das ist zum Beispiel der ganze große Bereich der Erneuerbaren wo im Offshore-Geschäft natürlich die Musik spielt im Bereich der Wasserstoffproduktion.
00:11:56: Möglichkeiten da sind alles eben mit der Zielsetzung im Grunde genommen die Abhängigkeit von einem großen Unternehmen perspektivisch zu reduzieren.
00:12:05: dann selbst wenn es gar nicht drum ginge Dass das Werk hier geschlossen wird, so wissen wir ja dass zumindestens auch die Fertigungstiefe im Bereich der Elektromobilität eine deutlich geringere ist.
00:12:16: Das heißt also dass auch damit Arbeitsplätze in Summe schon unter Druck stehen.
00:12:22: aber die eine kurzfristige Lösung gibt es nicht.
00:12:26: Wir sind zum Beispiel im Moment dabei Es gibt hier einen großen Industriepark ein Zulieferer Park.
00:12:31: das sind sieben und sechzig tausend Quadratmeter Hallenfläche die zur Verbrennerzeit also voll noch für die Zulieferung von Volkswagen genutzt worden sind, die dann im Zuge der Umstellung auf das Thema Elektromobilität leer gezogen wurden.
00:12:47: Das heißt, die Teile werden heute aus Tschechien oder anderen Teilen Europas hier nach Ämtern zugeliefert und wir sind ganz aktiv jetzt dabei zu schauen wie kriegen wir eine Nachnutzung zum Beispiel für diesen Industriepark hin?
00:13:02: Und dort ist zum Beispiel eben das Thema der Rüstungsproduktion im Moment ein großes Thema, so wie es ja auch für Osnachrück diskutiert wird.
00:13:12: So diskutieren wir das hier auch in Empten und schauen, inwieweit wir von diesem Markt profitieren können um dann wieder tarifgebundene Metallarbeitsplätze hier am Standort schaffen zu können.
00:13:24: Tim aber wenn du jetzt sagst sieben Jahre setzt ihr euch damit schon auseinander weil diese Krise eben sichtbar war, auch in den vergangenen Jahren schon.
00:13:37: Welche Möglichkeiten hat man in so schwierigen Zeiten überhaupt mit zu bestimmen?
00:13:43: Mit zu prägen?
00:13:44: Welche Industrie sich wo ansiedelt?
00:13:47: also was kann man konkret tun wenn Deutschland auch in so einer Phase ist wie jetzt?
00:13:52: Wir haben in den... Also ich beschäftige mich siebender Jahre damit weil ich eben sieben Jahre jetzt in diesem Amt bin.
00:13:58: wir haben uns vor sieben Jahren Wie ich finde deutlich besser aufgestellt, was das Thema Wirtschaftsförderung angeht.
00:14:05: Weil natürlich diese Ansiedlungsthemen, diese internationalen Ansiedlungsthemen die du hast, diese Chancen musst du nutzen.
00:14:14: nur merkst Immer wieder, also es ist ja ein großes Thema hier gewesen zum Beispiel die Ansiedlung eines Batteriezellenproduzenten.
00:14:22: Das war immer ein Bereich den wir uns für gewünscht haben wo das Land Niedersachsen auch immer gesagt hat ja wohl dafür werden wir in prädestinierter Standort.
00:14:32: wenn du dann aber ansiedlungswillige hier am standort gehabt hast und wir haben die Voraussetzung große Flächen.
00:14:39: Wir haben die Verfügbarkeiten von erneuerbaren Energien, also wir haben die Facharbeitskräfte hier tatsächlich vor
00:14:47: Ort.".
00:14:48: Du merkst dann aber immer wieder in den Gesprächen mit denen die sich hier ansiedeln wollen, dass die Produktionsbedingungen Deutschland alles andere als optimal sind.
00:14:57: Du hast also einen zu hohen Strompreis der hier nicht subventioniert wird wie zum Beispiel in China wo die Industrie subventionieren wird oder du hast ganz schwierige Förderkulissen.
00:15:09: Also wir haben zb ein großen Produzenten für Wasserstoff angesiedelt.
00:15:16: Da hat die EU einfach mal zwei Jahre länger für den Förderantrag in der Bearbeitung gebraucht, als das ursprünglich geplant war.
00:15:24: Das funktioniert in den USA und Kanada ganz anders.
00:15:26: In den USA hat man den Inflation Reduction Act macht man das über die Steuern, dass man die viel schneller auch zusagen trifft was Förderung tatsächlich angeht.
00:15:36: Es ist dann schon schwieriger wenn du den Leuten erklären musst oder denen die sich ansiedeln wollt erklären musst was ist der Unterschied zwischen einer Kreisfreienstadt einem Landkreis?
00:15:45: und die Flächen werden übrigens nur in Erpacht vergeben vom Land des eigenen Hafenbetreiber.
00:15:50: Und wenn du dann...
00:15:53: Was ist Erppach?
00:15:54: Ja, Erppacht heißt dass du das Grundstück im Grunde genommen nicht kaufen kannst sondern du pachtest dieses Grundstuck über einen langen Zeitraum von zum Beispiel neunzig Jahren aber es bleibt im Eigentum des Grundstücks-Eigentumers und du bekommst im Grunden genommen nur das Nutzungsrecht.
00:16:10: Und dann kommen dazu die Genehmigungszyklen, die wir einfach tatsächlich haben.
00:16:16: Also da haben wir uns was das Thema Bürokratie angeht ja wirklich selber ein Bein gestellt in unserem Land und es wird dann immer viel über Bürokritieabbau gesprochen.
00:16:27: In der Praxis erlebe ich das aber kaum dass Gesetze wirklich einfacher werden und dass solche Dinge eben schneller in der Umsetzung sind.
00:16:35: Und dann merkst du tatsächlich, wenn du diese Ansiedlungsgespräche führst gleich welche Nationen hier vorbeikommt das du diese häufig zugunsten von anderen Ländern teilweise sogar innerhalb von Europa also zum Beispiel nach Frankreich dann verlierst aber eben auch nach Kanada.
00:16:55: und das haben wir vielfach bei Ansiedlungsthemen hier in Emden dann gemerkt.
00:17:02: Und von daher sind natürlich die Dinge, die du als Kommune tun kannst.
00:17:06: Du kannst eben auch eine Bundesregierung immer nur wieder darauf hinweisen, dass die Rahmenbedingungen für Industrie in Deutschland schlecht sind und welche Auswirkungen das hat und was deines Erachtens eben passieren muss um diese Rahmenbedienung zu verbessern.
00:17:20: aber ansonsten bist du natürlich als kleine Stadt oberhaupt dann auch relativ unmächtig.
00:17:25: Ich kann dir ganz ehrlich sagen ich habe mal einen Termin gehabt mit Herrn Habeck als der noch Wirtschaftsminister war Im Werk in Empten.
00:17:34: Und da gab es einen Vorgespräch mit Volkswagen im kleinen Kreis und ich finde, dass da viele gute Ideen auf dem Tisch gelegen haben.
00:17:43: Damals ging's ja auch noch ein Stück weit um das Thema Ankurbeln des Umsatzes der Elektromobilität.
00:17:49: In der Woche drauf war dann ein Autogipfel angesetzt in Berlin Und das gehört für mich zu den enttäuschendsten Terminen, die ich in sieben Jahren Oberbürgermeister erlebt habe.
00:18:02: Weil im Grunde genommen nichts aus diesem Termin heraus geworden ist und all die guten Impulse, die man gegeben hat dann tatsächlich nicht umgesetzt worden sind.
00:18:12: Das ist schon was wo man auch ein Stück weit irgendwann Frustration vor sich erschiebt.
00:18:20: Du hast die Elektromobilität angesprochen.
00:18:22: Wir haben ja auch zwei Folgen zu VW schon gemacht, auch über die Hintergründe.
00:18:27: Die verlinken wir hier nochmal und da wird noch mal tiefer darauf eingegangen was da eigentlich in den letzten Jahren Jahrzehnten auch schief gelaufen ist.
00:18:33: aber aus dieser regionalen Perspektive dieses VW-Werk in Ämpten ab wann habt ihr gespürt dass da was nicht läuft?
00:18:45: und was ist eigentlich genau das Problem, warum man sagt, dass die Investition angesprochen wird.
00:18:51: Dass jetzt ausgerechnet dieses Werk geschlossen werden
00:18:53: soll.".
00:18:54: Das gehört auch zu diesen Mirakelen in dieser ganzen Geschichte, was ich absolut nicht nachvollziehen kann.
00:19:00: einmal diese doppelte Ankündigung also Ende vierundzwanzig und jetzt aktuell schon wieder was sie eigentlich für ein Ziel hat.
00:19:08: Dann am Ende auch jetzt ist es ja so, dass Oliver Blume schon wieder ein Stück zurückgerudert ist und gesagt hat Werkschließungen sind erstmal ausgeschlossen.
00:19:16: Es müsste auch intelligentere Lösungen geben.
00:19:19: Und ich weiß tatsächlich nicht... quasi auch Spekulationen, was da eigentlich hintersteht.
00:19:25: Also will man sich gegenüber Eigentümerfamilien irgendwie abgrenzen?
00:19:29: Möchte man das Szenario möglichst düster malen um am Ende eine wirklich hohe Kosteneinsparung dann tatsächlich rauszuholen?
00:19:39: Was glaubst du?
00:19:42: Wahrscheinlich ist es wie immer auf der Welt.
00:19:44: Das sind von allen Dingen tatsächlich ein bisschen... Erstaunlich, dass es dort eben so ein Aufsichtsratspapier gibt was am Donnerstagabend verschickt worden ist und Freitagmorgen.
00:19:57: Es ist dann eben in der Presse und das sehr detailgetreu.
00:20:01: Dann fragt man sich ja immer wer kann's gewesen sein?
00:20:04: Wer hat einen Interesse tatsächlich daran?
00:20:08: Und Tim, was ich mich da frage soll, dass ich die unterbreche aber was das mit den Familien macht.
00:20:14: also wenn ich mir vorstelle Da sind jetzt Familien mit kleinen Kindern oder auch Kinder, die da in der Schule sind.
00:20:20: Die das mitbekommen, dass über den Arbeitsplatz ihres Pappers oder ihrer Mutter gesprochen wird und es geht jeden Tag hin und her.
00:20:29: Mir scheint man vergisst völlig was das irgendwie gerade bei den Arbeitern ganz Deutschland macht.
00:20:35: Und wie gesagt VWM ist ein Beispiel für ganz viele.
00:20:40: Absolut, da bin ich komplett bei dir.
00:20:41: und deswegen habe ich auch am Mittwoch als ich dort vor dem Werk gestanden hab oder in der letzten Woche den Leuten gesagt also wenn ich davor im Werkstor stehe.
00:20:50: Ich sehe erstmal keine Excel-Tabellen und keine Zahlen sondern ich seh Menschen die diesen Konzern groß gemacht haben die teilweise in der dritten Generation dort bei Volkswagen arbeiten.
00:21:01: Und als wir Ende vierundzwanzig hier die Diskussion hatten um das Thema Werkschließung, dass war eine Woche bevor wir hier das sechzigjährige Jubiläum von Volkswagen gefeiert haben.
00:21:11: Da war ne große Veranstaltung im Werk geplant und wenn du das mal gesehen hast also mit welchem Stolz die Mitarbeitenden von Volkswagen ihren Familien dann ihren Arbeitsplatz zeigen wie stolz sie auf die auf die Produkte sind, dann die hier gefertigt werden.
00:21:29: Dann ist das wirklich etwas was einem total nahe geht.
00:21:31: und ja also wenn du mich fragst wo ich dass das erste mal gemerkt habe, dann muss ich ehrlich sagen war das beim Start of Production des ID sieben.
00:21:40: Also das ist der Tag an dem im Grunde genommen offiziell das erste Mal ein neues Auto vom Band rollen und es wird natürlich immer gefeiert Elektroauto,
00:21:52: was dann in M produziert.
00:21:53: Genau der ID-IV ist ja hier schon vorher produziert worden und dann der ID sieben kam hinterher.
00:21:59: das ist immun genommen so das Flaggschiff der Elektromobilität von Volkswagen.
00:22:03: also auch ein bisschen der Nachfolger vom Passat als Dienstwagen Auto ist jetzt auch mit dem goldenen Lenkrad ausgezeichnet worden.
00:22:10: Also wirklich ein tolles Auto, ich fahre das selber seit zwei Jahren auch privat also es ist wirklich ein super gutes Auto.
00:22:16: Jetzt ist es so wenn man sich die Zahlen anschaut dass eben vor weh große Probleme hat seit sehr vielen jahren.
00:22:22: Das liegt auch vor allem am Export, also dass man weniger Autos verkauft im Ausland, vor allem in China.
00:22:28: Das ist in vergangenen fünf Jahren um fast eine Million zurückgegangen und die Kritik ist immer wieder, dass man zu teuer produziert.
00:22:36: die Tradition hingewiesen.
00:22:39: Jetzt ist es so, dass eben VW Empton auch immer sehr gut bezahlt hat also den Menschen ein gutes Einkommen beschert hat.
00:22:48: wenn man aber jetzt darauf schaut das woanders eben sehr viel günstiger produziert wird und dann andere Konkurrenten in China dann am Ende die Nase vorn haben ja Kann man dann wirklich dem der Konzernleitung jetzt einen Vorwurf machen, dass sie sagen ja was sollen wir tun?
00:23:08: Wir müssen irgendwo etwas verändern.
00:23:11: möglicherweise eben auch Werke schließen, weil ansonsten ist der ganz gesamte Konzern kaputt.
00:23:16: Ich glaube du sprichst so einen wichtigen Punkt an.
00:23:18: also das ist immer nicht nur die Schuld einer einzelnen Person oder eine einzelne Fehlentscheidung.
00:23:24: es gibt sicherlich im Konzernen Management Fehler die gemacht worden sind.
00:23:28: zu lange hat man hohe Gewinne ausgeschüttet restrukturierung zu spät bei günstigen Elektroautos also auch die Modellpalette ist sicherlich ein Thema.
00:23:39: hat man wirklich noch noch Volkswagen produziert.
00:23:42: Der Umstieg im Bereich der Elektromobilität kam am Ende schneller, die Nachfrage war viel schwächer als man das erwartet hat.
00:23:48: du hast China tatsächlich angesprochen was schwierig ist.
00:23:51: dann haben wir über die Rahmenbedingungen Deutschland gesprochen.
00:23:54: also dass alles sind sind Punkte die es einem Automobilbauer in dieser Zeit schwer machen.
00:23:59: und natürlich ist es vollkommen klar wenn die nachfragen in Europa nach Fahrzeugen insgesamt zurückgeht dann muss ich entweder zurück bauen Oder ich muss mich fragen, wie kriege ich dann eine Auslastung tatsächlich hin?
00:24:13: Und ich glaube dass das die Debatte ist, die eher hätte geführt werden müssen als diese pauschale Aussage zur Werkschließungen und dem Rückbau.
00:24:24: Weil man den Mitarbeitenden ja – jetzt komme ich also zu den Kosten!
00:24:27: ein klares Ziel mitgegeben hat.
00:24:30: Man hat den Mitarbeitenden gesagt, wenn ihr in der Lage seid, in den nächsten Jahren bis zur Neuvergabe von Folgeprodukten die Wertkosten deutlich zu senken mehr als zwanzig Prozent ist da die Rede gewesen dann seid ihr wettbewerbsfähig und dann könnt ihr auch weiterhin produzieren.
00:24:52: also es ist ja nicht so dass die Mitarbeiter bei Volkswagen ihren Teil erfüllt hätten und dass sie dort nicht dem Arbeitgeber entgegen gekommen sind.
00:25:03: Und dann ist es natürlich aber besonders perfide, wenn in der einen Woche die Führung noch sagt, der Vorstand noch sagt ja wohl... Ihren Empten seid auf einem guten Weg und in der nächsten Woche, also eine Woche drauf heißt es dann ja wir denken über Werkschließungen nach weil das passt insgesamt nicht.
00:25:24: Das ist auch vor dem Hintergrund besonders verrückt.
00:25:27: Also du musst dir vorstellen, dass Werk emmten kann im Zweischichtbetrieb ungefähr zwei Hunderttausend Autos im Jahr bauen.
00:25:34: In diesem Jahr werden sie... weiß ja auch nicht immer alles, aber man kriegt dann relativ viel mit.
00:25:40: In diesem Jahr werden das so ungefähr hundertsechzigtausend Autos die dort aus dem Werk purzeln wahrscheinlich eher... ein bisschen weniger.
00:25:48: Aber für nächstes Jahr ist die Nachfrage zum Beispiel schon deutlich gestiegen, also man geht davon aus dass man im nächsten Jahrhundertsundsiebzigtausend absetzen kann.
00:25:56: das heißt es kommt zusätzlich Auslastung dazu denn wir bekommen ja den neuen Audi ID-IV Das ist eine Produktaufwertung der wird dann ID Tiguan heißen Es ist auch schon kein Geheimnis mehr und es will wirklich ein richtig schickes und schönes Auto sodass die Nachfrage dort steigt.
00:26:12: Und dann ist ja wirklich die Frage, wie kriege ich ein solches Werk ausgelastet?
00:26:17: Also wie krieg ich die Menschen in Arbeit?
00:26:18: Weil je mehr sie am Ende produzieren, desto geringer sind auch die Wertkosten insgesamt.
00:26:24: Aber jetzt auch symbolisch betachtet man hat Milliarden in dieses Werk gesteckt wollte dann Elektroautos produzieren was man auch noch tut das dann selbst so ein Werk auf der Streichliste steht und jetzt seit Wochen darüber diskutiert spekuliert wird Was sagt das eigentlich über den Industriestandort Deutschland, auch den Autostandort-Deutschland?
00:26:42: Weil das ist ja gerade diese Zukunftsindustrie.
00:26:47: Zumindest haben uns das manche Unternehmer und Politiker gesagt.
00:26:52: Und jetzt ist genau da wo diese Zukunft produziert wird, sagt man ne, dass hat auch keine Zukunft mehr!
00:27:00: Das ist was im Grunde genommen... endgültig und der große Weckruf sein muss.
00:27:06: Also du kannst, ich bin nur ein kleiner Oberbürgermeister aber seit fünf Jahren ob das beim nautischen Essen, das ist so eine Zusammenkunft der nautischem Wirtschaft hier oder beim Kaufmannsmal, dass es dann die Zusammenkünfte kauft.
00:27:20: Leute Wenn du meine Redebeiträge dir da anguckst, dort rede ich immer von einer Wirtschaftskrise und ich rede von die Industrialisierung.
00:27:28: Und übrigens wir können auch in den Chemiebereich gucken.
00:27:30: Dort ist das mittlerweile genauso dass wir Chemiarbeitsplätze hier in Deutschland verlieren.
00:27:38: die entsprechenden Rückschlüsse, egal welche Bundesregierung und welche Farbe in den letzten Jahren an der Regierung gewesen ist.
00:27:46: Das was es eben braucht das Thema Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu erhöhen damit wir unsere Industriearbeitsplätze in diesem Land halten können weil dass das ist was uns den Wohlstand bringt und dass man Wohlstand eben erst verteilen kann wenn man ihn erarbeitet hat und dass das die Sicherung unseres Sozialstaates Das haben viele noch überhaupt gar nicht verstanden.
00:28:08: Es geht immer ein weiter so, ein weiter und das ist ja auch richtig dass die Menschen die Hilfe brauchen, dass sie unsere soziale Unterstützung bekommen, dass wir den unter die Arme greifen.
00:28:19: aber am Ende ist es ja ein System in dem erstmal jemand einzahlen muss damit man aus diesem System auszahlen kann und ich glaube das ist tatsächlich immer noch nicht verstanden und mich wundert dann Auch in diesem Land ja immer diskutieren.
00:28:37: Wir brauchen Reform und wir brauchen große Reformen, und wir müssen wettbewerbsfähiger werden eben insbesondere im europäischen aber insbesondere auch im internationalen Vergleich.
00:28:49: Und dann kommen wir am Ende mit diesen Reformen nicht wirklich weiter sondern es werden kleine Reformchen verlieren uns in Detail-Diskussionen und ja, die großen Dinge kommen tatsächlich nicht von der Stelle.
00:29:04: Und das ist etwas was mir wie gesagt ganz unten in der Kommune, der dann am Ende ja Demokratie auch lebt weil die Menschen oder er lebt, weil die menschen mir ein direktes Feedback geben.
00:29:16: Das ist dann etwas was mich sehr sehr große Sorgen macht.
00:29:19: Was sagen dir die Menschen gerade?
00:29:20: Ich meine wir diskutieren über Reformen jetzt seit Wochen und Monaten.
00:29:24: Jetzt gibt es ein Paket, jetzt sollen Gesetze geschnürt werden.
00:29:26: aber was sagen die Leute in Empten?
00:29:28: Die Menschen in Empton spiegeln mir eben dass sie Sorge haben wenn Sie sich zum Beispiel die kommunalen Finanzen ansehen.
00:29:36: Sie haben Sorge das ist hier mit ihren Sportvereinen nicht weitergehen kann.
00:29:40: Dass sie haben Sorgel dass wir die Straßensanierung die wir durchführen müssen nicht durchfüllen können das unser Land weiter zerbröselt.
00:29:48: Wir haben insgesamt viel zu wenig investiert in den letzten Jahrzehnten, deswegen haben wir ja auch diesen Sanierungsstau, den wir als Kommunen vor uns herziehen.
00:29:58: Gleichzeitig habe ich als kleine Fünfzigtausend Einwohnerstatten prognostiziertes Defizit in diesem Jahr von fünfzig Millionen Euro.
00:30:05: Das ist etwas was nun alles andere als nicht zukunftsfähig ist und die Menschen haben große Sorgen dass da wo sie Staat erleben, wo Staat für sie da sein muss.
00:30:17: Dass Staat an der Stelle nicht mehr liefern kann und das ist natürlich etwas was zu großer Unzufriedenheit führt.
00:30:24: Alles was eine Kommune lebenswert macht, was am Ende eine Stadt lebensfert macht Das sind Kultur, Sportvereine, Spielplätze... Erstmal sogenannte freiwillige Leistungen.
00:30:37: und das sind die Dinge, die als erstes quasi bei der Haushaltsanmeldung.
00:30:42: Wir werden ja überwacht von der Kommunalaufsichter als kreisfall statt also vom Innenministerium wo das Innenministeriums sagen würde dieser Haushalt ist nicht genehmigungsfähig, streicht mal alles raus was freiwilliger Leistung ist.
00:30:53: Das heißt keine Kunsthalle, keine Musikschule, keine Förderung an die Sportvereine.
00:30:59: Woher kommt dieses große Defizit von fünfzig Millionen?
00:31:03: Was sind die Hauptkosten, die jetzt schon habt?
00:31:07: und wenn mir gar nicht ausmalen was passieren würde, wenn es noch mehr Arbeitslosigkeit gäbe dann NM.
00:31:13: Das ist so.
00:31:14: Wir sind natürlich als kreisfreie Stadt und größte Stadt in der Region, haben wir glaube ich auch eine besondere soziale Verantwortung hier in Empten.
00:31:20: Gibt es Geschosswohnungsbau?
00:31:22: Hier in Empton sage ich mal lebe ich dann eher vielleicht nochmal ein bisschen in Anonymität als in einem kleinen Dorf.
00:31:28: also von daher haben wir natürlich schon auch eine besondere Herausforderung hier und haben die besondere Verantwortung.
00:31:35: Was kostet euch die Tatsache, Tim?
00:31:40: Wie hoch ist die Arbeitslosenquote und was bedeutet das für eine Kommune?
00:31:46: Ja, also die Arbeitslosenquote liegt hier immer so standardmäßig um die neun Prozent ein bisschen höher.
00:31:54: Das ist aber für uns tatsächlich auch so etwas wie Vollbeschäftigung weil das sind dann wirklich Menschen, die ja wir soll ich sagen, die erkrankt sind, die du dann wirklich nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt damit kannst.
00:32:09: und wenn du dir – das ist viel genau im Vergleich
00:32:12: zu anderen Wenn du sagst, das ist schon am Ende eure Vollbeschäftigungsquote.
00:32:18: Weil man die nicht mehr in Jobs bekommt.
00:32:19: Das können ja nicht alles kranke und Menschen sein, die nicht arbeiten können oder?
00:32:25: Na also würde ich jetzt mal so antizipieren sicherlich ist da immer auch ein bisschen... strukturelle Arbeitslosigkeit entsprechend mit drin, aber es ist natürlich schon auch ein großer Anteil an Menschen die wirklich diese Unterstützung dann auch brauchen.
00:32:41: Und wenn du dir andere Bereiche anguckst danach hast du ja gefragt also wenn du zum Beispiel Dinge nimmst wie die Eingliederungshilfe das Alles was an Kosten da ist, um Menschen die in irgendeiner Form Teilhabe eingeschränkt sind also eine Teilhaber am Leben zu ermöglichen.
00:32:58: Dann ist das ein Bereich wo in den letzten drei Jahren die Kosten um hundert Prozent gestiegen sind.
00:33:04: Das sind dann eben auch so Dinge wie das Thema der Schulbegleitung was man jetzt Gott sei Dank auch anders organisieren will, wenn ich begucke im Jugendbereich das Thema in Obhut namen.
00:33:14: Also ob es auch temporär ist zum Beispiel also Kinder die aus schlechten Verhältnissen herausgenommen werden müssen, die erstmal versorgt werden müssen da sind die Kosten durch die Decke gegangen und das sind alles Dinge der hast du als Stadt erst mal so direkt gar keinen Einfluss drauf da kannst du auch nicht sparen sondern das sind Kosten die dann eben anfallen Und von daher ist da natürlich eben auch nur begrenzt Luft in so einem Haushalt, was man dann tatsächlich für eine Konsolidierung nutzen kann.
00:33:44: Wenn wir auf die jetzt die nächsten Monate, die nächsten Jahre schauen... Ich war ja vor ein paar Wochen, weiß ich gar nicht mehr, zwei Monaten oder so hat die Kunsthalle vierzig Jahre gefeiert in Empten, liebe Grüße an dieser Stelle an Eskenan.
00:34:01: Und da stand ich auf der Bühne und habe den Ministerpräsidenten und dich interviewt, Olaf Lies.
00:34:07: Da hatte er eine Standortgarantie gegeben damals.
00:34:09: Ich habe ihn gefragt, gibt es eine Standortsgarantien für Volkswagen-Empen?
00:34:14: Er sitzt ja im Aufsichtsrat von Volkswagen.
00:34:17: Was macht denn gerade die Politik oder was kann der Ministerpräsident überhaupt machen in dieser Debatte?
00:34:27: Ich glaube, der Ministerpräsident hat sich ja auch direkt durch die Aufsichtsratze zum Jahr geäußert.
00:34:36: Das Land hat ja auch sehr deutlich gemacht, dass für Sie das Thema Werkschließungen keine Lösungen ist.
00:34:43: Das begrüße ich natürlich an der Stelle auch sehr.
00:34:45: Ich habe mich auch sehr gefreut als er da wirklich auf offener Bühne dann gesagt hat, dass das Werk ist sicher.
00:34:52: Jetzt hat er das natürlich nicht im Detail ausgeführt.
00:34:55: ob er damit meint bis zu zwanzig dreißig oder eben darüber hinaus also bis zuzwanzig Dreißig gibt es hier Garantien aber wir kämpfen jetzt eben für die Zeit darüber hinaus.
00:35:06: Aber das Wichtige ist jetzt, dass diesen Aussagen von Olaf Lies und an den Worten Benven natürlich messen.
00:35:12: Dass dem konkrete Schritte folgen weil wir erleben ja jetzt also die maximale Verwirrung gibt.
00:35:19: man kündigt Werkschließungen an dann nimmt man es wieder zurück.
00:35:22: aber im Grunde genommen verrät uns ja auch keiner wie jetzt diese Auslastung herbeigeführt werden soll und was eben die konkreten nächsten Schritte sind.
00:35:35: Kommunikation ersetzt keine Strategie, aber ohne Kommunikationswechs die Unsicherheit jeden Tag.
00:35:41: Und ich bekomme vielfach meine Informationen auch als Standortkommune über den Betriebsrat und über die Gewerkschaft.
00:35:49: Heute ist jetzt eine Einladung von Olaf Lies gekommen dass er die Standortkomunen für den Sechzehnten August.
00:35:56: Das ist es, glaube ich oder Mitte August, dass er die Standort-Kommun dort einlädt und in den Austausch geht.
00:36:03: Aber ich habe auch gesagt wichtig ist das wir miteinander kommunizieren damit wir eben auch als Standortkommun das unterstützen können was das Land Niedersachsen vorhat und was das land Nieder Sachsen möchte um eben die Zukunftsfähigkeit dieser Werke zu garantieren.
00:36:18: denn ich glaube hier an die Zukunft des Werks Emptens, weil man sich eben hier zukunftsfähig aufgestellt hat.
00:36:25: Jetzt braucht es weitere Investitionen insbesondere das Thema der Lackiererei und dann glaube ich dass man die Kurve hier auch kriegen kann.
00:36:34: Tim Guthoff vielen Dank Tim!
00:36:36: Ich denke an die Menschen die gerade in Ostfriesland aber auch ganz Deutschland Sorge um ihre Arbeitsplätze haben und hoffe dass die Werke gerettet, die Arbeitsplätze gerettelt werden können.
00:36:47: Gerade für eine Region in Ostfriesland.
00:36:48: Wir haben darüber gesprochen so wahnsinnig wichtig.
00:36:50: ich freue mich dich hoffentlich bald wenn ich mal wieder in die Heimat komme dich wieder zu sehen vielleicht mit einem Fischbrötchen bei Kickers Empten auch ein wichtiger Verein in der Region über die habe ich auch mal berichtet lange Zeit ja wenn ich verfolge das die ganze zeit nicht das wirklich mit weil ich wie gesagt hab einfach So viel Arbeitsplätze, so eine ganze Region die da dran hängt und ich drück euch alle Daumen.
00:37:14: Alles liebe dir Tim!
00:37:15: Herzlichen Dank für deine Unterstützung.
00:37:17: Ich weiß immer noch nicht wobei dich das verdient habt dass ich mal in deinem Podcast zu Gast teilen darf.
00:37:22: also ganz herzlichen Dank dafür.
00:37:24: alles Liebe Danke, dass ihr wieder zugehört habt.
00:37:27: Vielen Dank auch
00:37:28: für das viele
00:37:28: Feedback auf ronsheimer.tv.
00:37:31: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.
00:37:37: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schauen mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Likes da bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr den podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert und das hilft uns wirklich sehr.
00:38:00: Ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!
00:38:14: Herzlichen Dank und alles Liebe!
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