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Putins verzweifelte Show für die Welt. Mit Sabine Adler

Shownotes

Während ukrainische Drohnen Sankt Petersburg treffen und selbst russische Experten zunehmend Fragen nach Sinn und Zukunft des Krieges stellen, versucht der Kreml auf seinem wichtigsten Wirtschaftsforum Geschlossenheit zu demonstrieren. Gemeinsam mit Russland-Expertin Sabine Adler analysiert Paul Ronzheimer die Stimmung in Russland, Putins wachsende Probleme, die wirtschaftlichen Folgen des Krieges, die Debatte über mögliche Verhandlungen – und die Frage, warum ausgerechnet jetzt AfD-Politiker und US-Vertreter in St. Petersburg auftauchen.

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Redaktion: Filipp Piatov u. Lieven Jenrich | Executive Producer: Daniel van Moll

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Transkript anzeigen

00:00:01: Wenn die Familien die Mitteilung bekommen, dass ihr Sohn oder Mann nicht mehr ist.

00:00:08: Dann gibt es richtig viel Geld!

00:00:11: Das sind zwanzigtausend dreißigtaussend Euro umgerechnet.

00:00:14: das ist in Russland vor allem in der Provinz viel Geld und da machen Familien richtigen sozialen Aufstieg damit.

00:00:23: dann steht nicht nur ein Auto vor der Tür da steht dann ein zweites.

00:00:27: oder dann können sie sich eine Wohnung oder ein Haus kaufen.

00:00:30: Und wenn in den Familien Tote zu beklagen sind, was ja der Fall ist haben die Nachbarn eigentlich wenig Mitleid.

00:00:38: Weil sie sagen naja selbst gewählt er wollte es ja so oder die Familie wollte Es Ja

00:00:53: So.

00:00:57: Politiker treffen.

00:00:58: Und gleichzeitig machen sich große Zweifel breit und zwar erstmals auch in den russischen Medien die offenen Fragestellen, ob dieser Krieg aus russischer Perspektive wirklich Sinn macht!

00:01:18: Es ist seltsam, auf der einen Seite diese Negativ-Nachrichten für Russland.

00:01:22: Die Zweifel über die ich gerade gesprochen habe und gleichzeitig aber immer mehr Austausch und offenbar auch wirtschaftlich denn aus Russland heißt es soll ein Tunnel geben zwischen Alaska und Russland.

00:01:37: Ich möchte heute genau darüber sprechen mit der Osterupper Sonderkorrespondentin Sabine Adler vom Deutschlandfunk.

00:01:44: Ich freue mich dass sie wieder bei uns ist.

00:01:46: Hallo Sabinen!

00:01:47: Hallo Paul Kustig.

00:01:49: Sabine, lass uns mal mit dieser etwas seltsamen Atmosphäre dort in sein Petersburg beginnen!

00:01:56: Also erst dieser Drohnenangriff, der ukrainische.

00:02:00: Der auch sehr gut bebildert ist.

00:02:03: also man kann genau sehen wie dort diese Drohne reinfliegen und viele sich immer wieder fragen Wie kann das eigentlich sein dass weiterhin die Russen es nicht schaffen diese Drohn abzuschießen?

00:02:12: Was macht das mit einer Stadt wie St.

00:02:14: Petersburg wenn auch sie plötzlich getroffen werden kann?

00:02:18: Das war in jedem Fall ein denkbar ungünstigste Auftakt für dieses Treffen.

00:02:24: über zwanzigtausend Menschen hin und natürlich Fragen, die sich das ja auch.

00:02:29: Die haben das ja mitbekommen in den letzten Monaten, dass in Russland immer mehr Ziele getroffen werden zumal wenn eben so Öl-, Gasinfrastruktur-Häfen Terminets in der Nähe sind dann sind es natürlich wichtige Ziele.

00:02:42: Das hat sich auch an Russland rumgesprochen Und man hat gemerkt schon an diesem ganzen Setting, dass

00:02:49: z.B.,

00:02:51: die Ticketpreise total Niedrig sind, billig geworden sind.

00:02:56: Also Flugtickets, Bahn-Tickets... Man steigt auch viel mehr auf Bahnen um weil die Flughäfen ziemlich häufig gesperrt sind Und auch die Hotelübernachtung.

00:03:06: Petersburg ist ja eine wirklich teure Stadt, all das ist billiger geworden.

00:03:10: Andererseits sind die Eintrittspreise für dieses Forum noch mal hochgegangen und es sind aber fünftausend Leute weniger ungefähr gekommen.

00:03:17: Das heißt also da isst was im Gang!

00:03:19: Da ist auch ne Vorsicht natürlich in der Bevölkerung auch bei den Gästen aus dem Ausland und dass jetzt so ein wichtiges Event nicht wirklich zuverlässig abgesichert werden kann.

00:03:33: Was man ja gestern gesehen hat, also die Luftabwehr Russlands hat es nicht vermocht diese Drohne zu stoppen.

00:03:42: Das ist natürlich auch ein Armutzeugnis das muss man hier auch sehen.

00:03:45: Also es ist diese eigentlich starke Armee Die all die vierenhalb Jahre immer noch Land gut gemacht hat in den letzten Monaten nicht mehr, aber Grunde genommen ja noch nicht besiegt ist von der Ukraine.

00:04:04: Diese Armee lässt sich gerade in die letzten Monaten vorführen durch genau diese Angriffe.

00:04:09: Bevor wir auf die militärische Lage noch genauer kommen, Sabine.

00:04:13: Du sagst das ist eben ein wahnsinnig wichtiges Treffen in St.

00:04:16: Petersburg?

00:04:17: Du hast auch lange aus Russland berichtet.

00:04:20: du weißt wie das abläuft.

00:04:22: warum ist es so wichtig in St.-Petersburg?

00:04:24: was passiert da eigentlich gerade in diesen Tagen?

00:04:27: Das ist ganz vielschichtig.

00:04:28: also was man auf jeden Fall immer mitbekommen kann ist wie sich sozusagen die höchste Beamten schafft positioniert, die kommen zu Wort.

00:04:42: Da ist jetzt nicht eine One-Man-Show Putin angesagt sondern da sind die Vizepremiers der Finanzminister also Leute aus der Regierung oder aus dem Apparat.

00:04:54: es sind da und die geben ein bisschen was vor vielleicht neue Grundsätze vielleicht auf so eine leichte Richtungsänderung, so ganz fundamental kommt da keine Richtungs Änderungen.

00:05:10: Aber es kam zum Beispiel solche Sachen heute wie das man zugegeben hat dass die Ölproduktion tatsächlich zurück gegangen ist und Das hat dann der Vizepremierminister sogenannt unerwartete Wartungsarbeiten.

00:05:28: So kann man das natürlich aufnennen, wenn eben Infrastruktur zu schossen worden ist bzw bombardiert worden ist und nicht mehr funktioniert.

00:05:36: Und also auf der einen Seite ist es sozusagen der russische Apparat den man da sieht Dann gibt es Gäste aus dem Ausland an deren Statements und Fragen kann man auch so ein bisschen sehen, wie Russland im Ausland gesehen wird.

00:05:55: Jetzt muss man allerdings sagen da werden jetzt nicht wirklich richtig super kritische Stimmen vorgelassen.

00:06:02: Und dann – und das ist ehrlich gesagt also das ist mein Eindruck von heute – wirklich, wirklich schlimm russischer Propaganda.

00:06:12: Und die hat heute geschlagen, mit dreieinhalb Stunden Maria Sacharova.

00:06:18: Die Sprecherin des Außenministeriums verbreitet das war wirklich sehr schwer zu ertragen Das muss man sagen.

00:06:26: Was

00:06:26: war das für eine Propaganda?

00:06:28: Da von Frau Sacheruwa kamen, viele kennen sie vor allem seit Beginn der russischen Vollinvasion.

00:06:34: Weil sie immer wieder im Fernsehen auftritt auch Deutschland bedroht oder Deutschland droht und immer wieder in Richtung Europakalt.

00:06:42: was war das heute?

00:06:43: Was wollte Sie bewirken?

00:06:44: Also sie ging aus von dem Narrativ dass vor ungefähr einer Woche ins Dardo-Bilsk Das ist ein Ort in der besetzten Ukraine Russisch besetzen Ukraine einen Angriff stattgefunden hatte auf ein Studentenwohnheim.

00:07:02: und die russische Lesart heißt dort sind Kinder getötet worden.

00:07:09: Und das Problem ist, die ukrainische Seite geht davon aus dass das möglicherweise vielleicht Soldaten in Ausbildung waren also eine Ausbildungsstätte eine militärische Städte.

00:07:21: wir wissen nicht welche Art von Einrichtung das war.

00:07:26: Das Problem ist ja dass unabhängige Journalisten überhaupt nicht vorgelassen werden.

00:07:30: Das heißt also, unabhängige Journalist konnten das sich nicht anschauen aber es waren Journalisten da den hat man vorgeführt eine große Zerstörung dieses Hauses und es lagen jede Menge eine umgeheure Anzahl von Plüschtieren in diesen Räumen.

00:07:48: Also impliziert das Kinder-Kinderplüschtiere Studenten würde ich jetzt sagen Nicht so sehr Plüschtiere.

00:07:55: Und dann hat sie heute etwas gemacht.

00:07:58: Sie hat sich sehr darüber erschöpft, dass die Ukraine bestreitet, dass es sich um Kinder handelt und sie hat eine sogenannte rote Mappe, die hat sie auch in der Hand gehabt, sie geöffnet Mädchen von jungen Studenten, alle mehr oder weniger um die neunzehn Jahre gezeigt und hat auch so eine Art Charakterisierung dieser Personen.

00:08:26: Also es soll sich da um die Toten handeln, um identifizierte Tote mit Namen und Vatersnamen Fotos von ihnen Und das Ganze passt insofern alles nicht zusammen, als dass man wirklich stutzig wird.

00:08:41: Wieso haben Studenten im Alter von neunzehn also einen Berg von Plüschthieren, wie man den in der Kita finden würde?

00:08:52: Sie hat ungefähr eine Stunde gedauert, wie sie über diese Studenten und über diesen ganzen Vorfall gesprochen hat Und sie ist dann, und das war dann wirklich, fand ich noch mal perfide.

00:09:10: Sie ist dann zu sprechen kommen auf die verschleppten ukrainischen Kinder.

00:09:14: Und sie hatte ums kurz zu machen einen Vergleich gemacht.

00:09:17: also sie die jetzt diese Studenten mit Namen identifizieren konnte sagt dass hat die Ukraine nie gemacht.

00:09:26: Die Ukraine hat von von vermissen bzw.

00:09:30: verschleppten Kindern in der Größenordnung von zehntausend bis eine Million gesprochen, und das ist einfach Quatsch!

00:09:39: Also es ist relativ konstant, dass immer so eine Zahl achtzehntausend zwanzigtausend Kinder genannt worden.

00:09:49: Und sie sagte aber die Kinder nicht mit Namen genannt werden gibt sie gar nicht.

00:09:55: Ist alles fake, ist alles fake.

00:09:56: und das Ganze hat irgendwie ich fasse nicht eine Stunde etwas mehr als ne Stunde gedauert.

00:10:02: und man sieht da auch Putin.

00:10:05: es gibt einen ganz ganz kurzen Ausschnitt von Putin der antwortet er einem Journalisten von Kommassant einer Wirtschaftszeitung und da geht's auch noch mal um diesen Vorfall in Lohansk beziehungsweise in Saro Bielsk also um diese getöteten Kinder.

00:10:23: Und man sieht ganz klar, die russische politische Richtung, die Lesart ist in Zweifel ziehen.

00:10:32: Die Ukraine sagt keine Kinder, das sind andere Menschen und dafür wird dieses Forum eben auch genutzt und es waren internationale Journalisten da, die dann eben im Zugehör damit auch Fragen gestellt haben.

00:10:47: eine schwer zu ertragende Veranstaltung.

00:10:51: Aber wie wirkmächtig ist diese Propaganda noch?

00:10:54: Wenn wir dort Putin sehen, dass das Außenamt die dann versuchen ja bestimmte Dinge zu skandalisieren oder die Schuld der Ukraine geben.

00:11:05: Denn gleichzeitig erleben wir große Probleme.

00:11:07: also welches Zeichen geht denn vor allem erstmal in Richtung Großland von so einem Wirtschaftsforum aus wo ja Putin auch auftritt?

00:11:17: Also ich glaube auch, das ist eine Propaganda die nicht so großartig verfangen dürfte.

00:11:24: Und es ist vor allem und dafür haben die Leute ein ziemlich gutes Gespür ein großes Ablenkungsmanöver.

00:11:29: also wenn man so sehr sich fest beißt an diesem Vorfall dann wissen Russinnen und Russen ziemlich genau, dass da irgendwas ganz anderes im Gang ist.

00:11:39: Und das was tatsächlich im Gang sind jetzt zwei Sachen.

00:11:42: Das eine ist, dass das Land eigentlich nicht mehr sich selbst schützen kann.

00:11:46: Das heißt also die Armee hat ziemliche Probleme Sie hat vielleicht nicht die Probleme kommen vielleicht noch später darauf ausgestattet zu werden finanziell.

00:11:58: Man streitet sich schon aber das läuft Aber sie hat eben Ganz klar Probleme, das Riesen-Territorium abzusichern.

00:12:07: Und es wird ja deutlich, dass eben solche Raffinerien und Erdöhranlagen und Flughäfen und militärische Einrichtungen, Drohlenfabriken

00:12:18: usw.,

00:12:18: dass die angegriffen werden können auch wenn sie tausende Kilometer von der ukrainischen russischen Grenze entfernt sind.

00:12:27: Das andere ist – da wird so richtig greifbar Die Leute merken, sie können doch nicht mehr richtig tanken.

00:12:33: Auf der Krim zum Beispiel kann man nur noch rationiert tanken da werden Gutscheine ausgegeben.

00:12:40: auch in anderen Orten.

00:12:41: es gibt jetzt fünfzehn Regionen und dabei immerhin Moskau und St.

00:12:45: Petersburg mit dabei wo es entweder Beschränkung gibt dass man zum Beispiel nicht mit dem Kanister noch zusätzlich kommen kann an die Tankstelle oder wo denn auch sogar gesagt hat, also entweder zwanzig oder nur fünfzig Liter darfst du jetzt tanken.

00:13:02: Also das ist etwas was die Leute natürlich merken.

00:13:04: und ganz viel anderes merken sie auch nämlich dass das Leben wirklich teuer geworden ist.

00:13:09: Das es der Wirtschaft dort gut geht, wo es Kriegswirtschaft ist Und die Wirtschaft die den zivilen Sektor abdeckt, die hat riesige Probleme Arbeitskräfte zu finden Denn es gibt richtig Order Die Arbeitskräfte haben Vorrang für Militärinstitutionen, also sowohl fürs Militäre als auch aus zivilen Einrichtungen müssen Menschen abgestellt werden fürs Militäresoldaten und Vertragssoldaten.

00:13:43: Und auch Arbeitskräften für Rüstungsfabriken haben vorrang.

00:13:47: und erst dann kann ein Unternehmer kommen und sagen ich brauche aber vielleicht auch noch Leute.

00:13:52: Und dann kann der Unternehmen, wenn er irgendwas investieren will wirklich nur für sehr hohe Zinsen.

00:13:57: Der Leitzins lag zwischenzeitig bei einundzwanzig Prozent Zinsens.

00:14:02: Jetzt ist er bei vierzehn und halb also sind wirklich teure.

00:14:06: Also hohe zinsen das Geld ist teuer zu leihen.

00:14:10: Das macht auch etwas aus und es macht sehr viel aus dass eben auch die Lebensmittelpreise sehr hoch sind.

00:14:16: Das heißt, dass die Leute spüren das ist jetzt nicht so, dass sie hungern, dass er alles zusammenbricht, weit davon entfernt.

00:14:24: Aber sozusagen man ist schon im Alltag und bekommt es mit ganz klar.

00:14:30: Sabine wir haben in der letzten Folge die wir aufgenommen haben vor ungefähr einem Monat darüber gesprochen wie paranoid Putin mittlerweile geworden ist und ich will Sorgen auch hat davor das ja man ihn irgendwie versuchen könnte zu stürzen aus dem eigenen Apparat heraus Dass er jetzt da in St.

00:14:47: Petersburg dann am Ende doch offiziell auftritt, musste er das machen?

00:14:52: War das Überwindung für ihn und welches Symbol geht davon aus?

00:14:57: Paul wir machen dieses Gespräch ja jetzt am Nachmittag also Deutscherzeit halb sieben Und ich habe seit deutscher Zeit fünfzehn Uhr auf eine angekündigte Pressekonferenz mit ihm gewartet.

00:15:12: Er ist nicht erschienen.

00:15:14: Das heißt Entweder ist irgendetwas passiert.

00:15:19: Man weiß, dass Putin sehr gerne zu spät kommt, dass er das auch stundenlang treiben kann.

00:15:25: Dass er die Leute warten lassen kann aber dreieinhalb Stunden.

00:15:28: Das fand ich jetzt wirklich viel.

00:15:30: Das ist eher mehr als das übliche.

00:15:34: und diesen dieses kurze Statement diese Antwort auf eine natürlich bestellte mutmaßliche Journalisten Frage denn die Journalisten frage lautete ist es tatsächlich so, was Sie schon gesagt haben vor einiger Zeit.

00:15:49: Dass die Angelegenheit also die sogenannte Spezialoperationen Krieg das der bald zu Ende ist war einfach nur eine Nachfrage heute.

00:15:58: Die kam aber in einem total gesplitteten Bildschirm.

00:16:05: Also Putin stand irgendwo, es war ganz klar.

00:16:08: Nicht der gleiche Raum!

00:16:09: Es war nicht der gleicher Raum.

00:16:10: Es waren nicht der Journalist, der ihm irgendwie mit einem Abstand für eine Kamera oder so was gegenüberstand, sondern das war eine komplett andere Einstellung und deshalb habe ich meine Zweifel dass er diese Begegnung tatsächlich live und wahrhaftig gegeben hat.

00:16:27: Was wiederum da?

00:16:29: Aber es sah nicht so aus als wären die im selben Raum

00:16:32: was wiederum dazu passen würde, dass er besonders paranoid geworden ist auch in den vergangenen Wochen und Monaten noch mal verstärkt.

00:16:40: Jetzt gibt es seit ungefähr zwei Wochen glaube ich ein Artikel der in Moskau in ganz Russland massiv geteilt wird mit dem Titel die knallharte Prosa der Wirklichkeit Urteil der Spiegel bemerkenswert offen die festgefahrene Lage im Krieg gegen die Ukraine.

00:17:07: Man müsse davon ausgehen, Zitat dass die Ukraine die Front noch mehrere Jahre halten werde es gebe keine Anzeichen dafür das Russland den Stellungskrieg in absehbarer Zukunft überwinden und wieder Gebietsgewinne machen könne.

00:17:21: und auch die Boulevard Zeitung Moskow Koski, Komsolom ... Das kann ich

00:17:28: jetzt.

00:17:28: Maskovski-Konsumolets?

00:17:30: Genau.

00:17:30: Absolut!

00:17:32: Gift den Artikel auf und berichtete dass die zitatrosische Expertengemeinschaft gespaltener Meinung darüber sei wie es mit der sogenannten militärischen Spezialoperation weitergehen soll.

00:17:43: diese Spaltung seit gerade das beherrschende Thema Auf der Versammlung des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Und so weiter.

00:17:51: also das ist offenbar ja du kannst das besser analysieren.

00:17:56: Aber das erste Mal, dass auch in russischen Medien und eben nicht mehr nur Kriegsbloggern bei Telegram so offen dieser Krieg infrage gestellt wird – zumindest die Ziele oder?

00:18:09: Ich würde vielleicht noch nicht sagen, dass der Krieg in Frage gestellt wird.

00:18:13: also das scheint mir zu weit gegriffen zu sein aber es werden Fragen gestellt Es werden immer mehr Fragen gestellt.

00:18:21: Also zum Beispiel wird auch die Frage gestellt ganz frisch, weil jetzt ich glaube heute oder gestern zu Beginn des Forums in Petersburg kam das auf dass es einen Streit gibt innerhalb des Kremls.

00:18:38: und mit dem Verteidigungsministerium.

00:18:41: Und da gibt es eben die Gruppe, die du jetzt schon geschildert hast.

00:18:43: also die einen wollen die Fortführung unbedingtes Krieges und die anderen sagen wir müssen diese Finanzierung des Kriegs zurückfahren.

00:18:52: das halten wir auf Dauer nicht durch.

00:18:54: dass ist so viel Geld.

00:18:57: Das ist so beantwortet worden von Putin dass er das Finanzministerium angewiesen hat die Finanzierung weiter zu gewährleisten Und zwar mit der Begründung, die kam nicht von Putin aber daher ist es aus dem Verteidigungsministerium.

00:19:14: Wir brauchen die Finanzierung weiter weil ansonsten die Wirtschaft in noch größere Probleme kommt denn die Wirtschaft das ist Kriegswirtschaft.

00:19:27: wenn also der Staat nicht mehr das Geld für die Kriegswirtschaft bezahlt also zum Beispiel eben Aufträge weiter Raketenbau, Drohnenbau was auch immer die Versorgung der Armee nicht nur erteilt sondern da dann auch finanziert.

00:19:43: Wenn das sich mehr kommt ist ein riesiger Teil der Wirtschaft betroffen weil die Kriegswirtschaft sich so ausgeweitet hat.

00:19:51: also dass finde ich es das ist ein Zusammenhang da merkt man da is was im Gangem was sich in der Bevölkerung glaube ich so noch gar nicht rumgesprochen hat das nämlich die Probleme da miteinander zusammenhängen, weil eben die Kriegswirtschaft gefüttert wird.

00:20:11: Damit die Wirtschaft am Leben bleibt und Kriegs- wirtschaft das wissen wir nun selber auch dass es auch richtig tote wirtschaft da wird was gebaut aber wovon man jedenfalls langfristig nicht viel hat

00:20:23: wenn über kriegswirtschaft sprichst.

00:20:25: da gibt's ja auch einige die sagen putin muss diesen krieg aus seiner sicht alleine deshalb weiterführen weil er alles auf kriegswirtschaft umgestellt hat.

00:20:33: Wenn er jetzt damit aufhören würde, diese Krise noch viel offener wäre.

00:20:41: Ja und es ist für Putin aber noch ein anderer Grund weshalb er unbedingt an diesen Krieg festhalten muss.

00:20:49: Er hatte in dem Krieg die volle Macht also er hat die ganze macht liegt in seinen Händen Und wenn der kriege zu Ende wäre dann müsste er diese ganz harten Beschränkungen zum Beispiel Demonstrationsverbot, Meinungsäußerungen.

00:21:06: Man darf das Wort Krieg nicht sagen.

00:21:10: Was wir alles wissen also diese wirklich, wirklich harten Daumenschrauben die da immer fester gedreht werden auch das ist auch immer noch weiter im Gang.

00:21:18: es wird immer noch Weiter andere Präsarien hochgefahren.

00:21:24: Wenn das alles nicht mehr da ist, wenn dieser Grund nicht mehr das muss er irgendwas tun.

00:21:28: Dann müsste er Macht abgeben und das macht er nicht.

00:21:33: Warum

00:21:33: müsste er das?

00:21:35: Weil von einer Gewaltenteilung kann man sowieso nicht sprechen aber weil dann die Knebelung der Bevölkerung eigentlich nicht mehr ersichtlich ist.

00:21:50: Es fehlt das Narrativ des äußeren Feindes.

00:21:53: Der äußere Feind wäre ja dann besiegt, der wäre nicht mehr da.

00:21:57: Und dann gibt es eigentlich auch nicht so viel Grund noch jeden zu bestrafen, der diesem äußeren Feind vorgeblich zuarbeitet.

00:22:07: Also das ist jetzt eine inpolitisch-politische Gründung und er müsste dann auch klar machen warum er der Wirtschaft – und das ist das nächste Konfliktfeld warum er der Wirtschaft die Entwicklungsmöglichkeiten nimmt.

00:22:25: Es gibt wirklich laute Klagen, auch das finde ich neu in der letzten Zeit vonseiten der Wirtschaft, dass dieser Krieg so große Daumenschrauben den ganz normalen Betrieben, früher hat man Oligarchen gesagt, Oligarchen stimmt jetzt nicht mehr, da sind einfach große Unternehmer bei Oligarchy haben immer große Unternehmen gehabt Und aber auch viel politischer Einfluss.

00:22:53: Das ist jetzt bei den Unternehmern nicht mehr der Fall.

00:22:57: Auch diese Macht wollen Unternehmer im Übrigen gerne zurück haben, sie wollen schon noch mal irgendwas zu sagen als immer nur der Kriegswirtschaft zuarbeiten.

00:23:06: Und also auch da kommt wirklich Unmut weil man sagt das Geld Kredite sind zu teuer hier ist alles so toll die Steuern sind nach oben gegangen es wird teurer zu produzieren, der Absatz sinkt weil die Nachfrage sinkt.

00:23:24: Weil die Leute merken sie zahlen Mehrsteuern Sie haben nicht mehr die Möglichkeiten wie sonst Kredite aufzunehmen für Anschaffungen und sie halten sich deshalb zurück.

00:23:35: Man sagt so ungefähr über dreißig Prozent zur Eintrittel Der Leute ist deutlich zurückhaltender in Konsum geworden.

00:23:45: Wie gesagt wenn wir das alles aufzählen Noch immer noch nicht an dem Punkt, dass Russland zusammenbricht.

00:23:51: Weit entfernt davon.

00:23:52: aber die Leute spüren das da was nicht stimmt und sie sehen natürlich

00:23:56: auch,

00:23:57: dass dieser Krieg zu nichts führt.

00:24:01: es ist immer Sackgasse.

00:24:03: Und wenn wir nochmal wirtschaftlich darauf schauen aufgrund des Wirtschaftsforums in St.

00:24:08: Petersburg über das wir schon gesprochen haben kann man da irgendwelche eine Atmosphäre spülen.

00:24:15: also Wenn man da drauf schaut auf die Bilder, wenn man auch hört wie sich Unternehmer äußern und man sieht wer dort ist.

00:24:24: Also man sieht eine wirklich sehr durchgesteite Kulisse.

00:24:32: Sehr gut angezogene Leute in einer sehr modernen Umgebung.

00:24:38: Auch so ein Mischmasch aus russischer Volklore Aber modern gestylt, also man sieht ein sehr modernes Land.

00:24:49: Da wird ein sehr modernes Land präsentiert.

00:24:51: es werden eigene Produktions Schlager, sozusagen vorgeführt.

00:24:57: Also große eigene Autos, also Luxusautos für die Russland jetzt ja nicht wirklich berühmt ist oder auch ein neues Handymodell wird vorgestellt das angeblich so als Prototyp schon angeguckt und ausprobiert werden soll und dass ganz unabhängig von allen Systemen endreut und anderen Betriebssystemen arbeitet.

00:25:19: Man gibt sich das total selbstbewusst im Hintergrund abspielt, nämlich dass jeden Tag wirklich sehr viele Soldaten sterben.

00:25:31: Wir kennen die genaue Zahlen nicht aber man geht ungefähr es gibt immer wieder Hochrechnung von ungefähr tausend Soldaten am Tag aus.

00:25:40: das ist schon eine große Diskrepanz und ich habe mich gefragt warum dieses Sterben menschlichen Verluste nicht zu einer Regung kommen, also zum Beispiel sagen wir das in den Chechenienkriegen.

00:25:56: Das hat auch ein Aufruhr verursacht.

00:25:59: Da sind Soldaten mit einem ersten Chechenian Krieg an die Front gegangen nach Chechenia und wollten ihre Söhne zurückholen.

00:26:06: oder Afghanistan.

00:26:07: da kamen die Soldaten in Zingsergen nach Hause.

00:26:11: Das druck erzeugt und die Antwort darauf ist Wenn du sie hören willst, weiß ich gar nicht ob das ja um.

00:26:21: Die Antwort die ich darauf bekommen habe, die ist so mehrteilig eigentlich.

00:26:28: Das erste ist dass es alles Vertragsoldaten sind.

00:26:32: Das heißt also Soldaten die Geld dafür kriegen sie nicht wertpflichtige.

00:26:35: Das sind Vertrags-Soldaten die schonen Geld kriegen wenn sie so ein Vertrag unterschreiben und dann gibt's richtig hohe Prämien dafür wenn Sie fallen.

00:26:47: Also wenn die Familien die Mitteilung bekommen, dass ihr Sohn oder Mann nicht mehr ist.

00:26:57: Dann gibt es richtig viel Geld!

00:27:00: Das sind zwanzigtausend dreißig tausend Euro umgerechnet.

00:27:04: das ist in Russland vor allem in der Provinz viel Geld Und da machen Familien richtig einen sozialen Aufstieg damit, dann steht nicht nur ein Auto vor der Tür.

00:27:15: Da steht dann ein zweites oder dann können sie sich eine Wohnung oder ein Haus kaufen.

00:27:19: und wenn in den Familien Tote zu beklagen sind was ja der Fall ist haben die Nachbarn eigentlich wenig Mitleid weil Sie sagen naja selbst gewählt er wollte es ja so oder die Familie wollte es Ja So.

00:27:33: Oder.

00:27:34: ein anderer Teil sind nach wie vor auch Strafgefangene, die eingesetzt werden in der Armee.

00:27:41: Und mit denen hat man überhaupt keinen Mitleid und man hat deshalb auch wenig Mitleiden mit den Soldaten weil wenn die Soldaten tatsächlich dann aus dem Dienst zurückkehren oder überhaupt irgendwie im gesellschaftlichen Leben wieder auftauchen Dann sind das sehr geballte Menschen.

00:27:58: Also es geht eine große Angst und Verunsicherung von diesen Personen aus.

00:28:03: Sie sind die Kings, sie kriegen ganz viele Vergünstigungen.

00:28:07: zum Beispiel dürfen die Kinder werden Studienplätze für die Kinder dieser Soldaten gesichert reserviert Es gibt Zugang gleich dazu Wohnungen usw.

00:28:17: Es gibt also jede Menge Vergünstigung Und somit ist die hält sich das Mitleid wirklich sehr in Grenze.

00:28:25: man hat es praktisch nicht.

00:28:27: Jetzt sind das so wie du es ja auch beschreibst, sehr gemischte Signale.

00:28:30: Also auf der einen Seite die großen Probleme mit die Wirtschaft und auch die Mobilisierung in Teilen dann das was die Menschen erfahren nämlich die Gegenangriffe der Ukraine in St.

00:28:39: Petersburg Moskau tief im Hinterland aber auf der anderen Seite so beschreibts du es hier auch ein immer noch vorhandener offenbar durchhaltende Wille von Vladimir Putin weiter zu machen zumindest kein wirkliches Zeichen zu erkennen dass es ein Ende des Krieges geben könnte.

00:28:54: Und dennoch lesen wir jetzt in der Zeit, das offenbar Deutschland sich jetzt startklar macht, dass es mögliche Verhandlungen geben könnte – also da heißt es, dass Russland eben in einer besonders schwachen Position sei und auch Makorubio oder US-Ostenminister spricht von großen strategischen Problemen der Russen.

00:29:13: ist es zu optimistisch gedacht dann aus Deutschland und den USA?

00:29:18: Ich denke, es ist optimistisch gedacht.

00:29:21: Auf jeden Fall würde ich dir zustimmen.

00:29:24: Es ist so, dass Putin auf der einen Seite daran selber festhält.

00:29:28: Er sagt das ist diese Angelegenheit zu Ende.

00:29:34: Er kann das jetzt nicht sagen hat er heute wieder gesagt.

00:29:36: Kann das nicht sagen wann aber wir gehen auf das Ende sozusagen zu.

00:29:42: Er wird nicht konkret Und wir wissen auch, dass er sich ja quasi ein bisschen lustig macht darüber.

00:29:49: Dass er mit der Nennung des Namens Gerhard Schröder quasi eine Diskussion ausgelöst hat über den Verhandler also über den Unterhändler oder Vermittler wie immer man das nennen möchte.

00:30:00: Also er geht schon auch in diese Richtung dass er über Verhandlungen nachdenkt.

00:30:05: Nur auf der anderen Seite ist es so Diese Verhandlung hat bislang Ein Duo, nämlich Jared Kushner und Steve Wittkopf für die USA geführt.

00:30:17: Und die haben die ganze Zeit den Kontakt gehalten zu russischen quasi Unterhändlern Und es hat überhaupt keinen Dreier treffen mehr stattgefunden.

00:30:28: Also die Ukraine ist gar nicht mehr einbezogen gewesen und das hat bei Zelenski dazu geführt, dass er gesagt hat jetzt wäre er sogar bereit mit Putin persönlich zu verhandeln denn er sieht, dass die Ukraine sich sozusagen hinten anstellen muss in der Schlange der zu lösenden Kriege zu beenden Kriege.

00:30:51: Stichwort natürlich Iran, das hat er im Blick.

00:30:53: Er sieht die Priorität für den USA ist der Iran und die Ukraine muss warten und man hat ja auch wirklich so den Überdruß von Donald Trump schon gehört, der wirklich sozusagen die Nase voll hat sich um diesen Krieg und um diese Friedenslösung zu kümmern weil man überhaupt nicht vorankommt.

00:31:15: Andererseits ist es aber so, dass die Ukraine jetzt durchaus ihre Stärke endlich ausspielen kann.

00:31:27: Das sind eben die neuen Waffen, die dank der westlichen Finanzierung entweder gekauft werden konnten bzw das ging ja schon länger aber selbst produziert werden konnten.

00:31:39: Und das ist ein großer Unterschied, die Ukraine hat große Kapazitäten aufgebaut von den Drohnenkapazitäten.

00:31:46: Drohnfabriken sind nur siebzig Prozent ausgelastet.

00:31:49: Das heißt also Sie könnten noch mehr produzieren wenn diese Produktion finanziert würde und Sie brauchen im Moment nicht mehr Drohen.

00:31:58: Aber Sie brauchen die Drohne um sie zu verkaufen im Ausland.

00:32:02: es ist im Moment Ihre Chance.

00:32:05: Niemand anders hat so moderne Drohnen wie die Ukraine im Moment.

00:32:09: Sie wollen das Momentum nutzen, weil sie wissen andere ziehen nach.

00:32:13: Das ist eine Frage der Zeit, wann andere nachziehen.

00:32:16: Und Russland?

00:32:17: Ganz genau und Russland, das sagen Sie auch.

00:32:21: also ich habe mit vier Drohnpiloten gesprochen und diese an ganz klar Russland ist stark in der Masse.

00:32:29: wir haben eine wirklich große Masse herzustellen Aber sie haben wenige unterschiedliche Drohnen.

00:32:36: Das ist bei der Ukraine anders, Sie haben viele Drohne und sehr Unterschiede für unterschiedliche Zwecke.

00:32:41: Und Sie wollen diese Produktionskapazitäten nutzen um zu exportieren dafür Geld zu kriegen zum Beispiel Abwehrraketen also Ballistische Raketen die so schnell sind und für die haben sie im Moment noch nicht die entsprechende Antwort.

00:32:58: Sie haben eine Antwort, die es gestern vorgestellt worden Von der Firma Firepoint gibt es eine Abfangrakete, aber die ist jetzt noch nicht in Serie da.

00:33:13: Und sie haben ja diese andere Rakete nämlich Flamingo, die diese langen Streckenangriffe machen kann, fliegen kann.

00:33:22: – was eigentlich Taurus….

00:33:25: haben wir schon fast vergessen dass Taurus auch mal im Gespräch war, was eigentlich Taurs machen sollte?

00:33:29: und man muss sagen Taurus hätten Sie immer noch gerne!

00:33:32: Weil sie sagen, Taurus ist die Waffe mit der man Bunker brechen kann und nicht Flamingo.

00:33:37: Das reicht nicht.

00:33:39: In der deutschen Öffentlichkeit oder in den deutschen Politik wird ja manchmal so getan als sei jetzt eine andere Zeit und deswegen braucht man den Taurs gar nicht mehr... das ist auch nicht das was ich höre sondern genau das was du auch hast dass die Ukrainer diesen Taurs unbedingt noch gerne hätten und weiter darauf gehofft haben.

00:33:58: nochmal kurz zurück Sabine zu diesem Zeitartikel, also was dort beschrieben wird im Sinne von dass Deutschland sich bereit macht für Verhandlungen Europa das man irgendein Anzeichen hat oder denkt.

00:34:13: dass da etwas möglich wäre.

00:34:15: Hältst du es überhaupt für realistisch, dass Europa irgendwann in welcher Form auch immer mit am Verhandlungstisch sitzt, widersitzt gemeinsam mit den USA eine eigene Initiative?

00:34:26: oder über was sprechen wir da eigentlich genau?

00:34:29: Ich halte das für reallistisch denn der wirkliche Mitspieler in diesem Krieg wenn man irgendetwas vereinbaren möchte hinterher ist Europa.

00:34:43: Das ist Europa.

00:34:44: Es ist nicht die Bundesregierung, aber es ist Europa.

00:34:49: und ich teile die Einschätzung von Angela Merkel was sich nicht so häufig tue, aber in diesem Fall tu' ich es wenn sie sagt diese diplomatischen Bemühungen hätten stattfinden müssen.

00:35:05: Und jetzt kommt ja ganz schnell die Antwort, dass man sagt naja dann hätte sie auch starten können aber sie ist tatsächlich nicht mehr Kanzlerin also die politische Macht hat sie nicht und da sind sich wohl eben auch Friedrich Merz und Angela Merkel absolut einig.

00:35:21: das kann wenn überhaupt nur Merz übernehmen.

00:35:25: Aber Europa muss am Tisch sitzen Nicht nur von Russland erklärter Teil des Krieges, das heißt ja immer dass es ein Krieg eigentlich gegen die NATO.

00:35:35: So wird das ja in der russischen Propaganda dargestellt.

00:35:39: Es ist auch wichtig weil diese Sicherheitsgarantien die die Ukraine braucht hinterher maßgeblich von Europa erfüllt werden müssen.

00:35:50: und auch ein Monitoring Ob das jetzt Europa sein wird, ob die Vereinten Nationen werden.

00:35:57: Wir wissen es nicht aber diese Mitsprache bei ist auf diesem Kontinent stattfindet.

00:36:02: Die ist eigentlich unabdingbar und dass sich diese Formate zum Beispiel Großbritannien, Frankreich Deutschland noch dazu auch Spanien zum Beispiel und Italien... Dass sie jetzt gemeinsam überlegen.

00:36:17: Wie kann diese Verhandlergruppe und vor allem mit welcher Zielsetzung, mit welchen Inhalten kann sie wenn es soweit ist dazu stoßen?

00:36:24: Das finde ich auch wirklich überfällig.

00:36:26: Auf dieser Initiative habe ich ehrlich gesagt auch lange gewartet.

00:36:29: Wann denkst du ist es so weit?

00:36:32: also wann könnte das passieren dass Putin bereit ist wirklich ernsthaft zu verhandeln oder ist das nicht absehbar?

00:36:41: Also im Moment fällt mir schwer ein Zeitkorridor aufzumachen, wüsste ich jetzt nicht wann das ist.

00:36:49: Ob das jetzt Jahresende ist?

00:36:50: Ob es im nächsten Jahr sein wird?

00:36:52: Ich weiß es nicht!

00:36:55: Ich glaube es hängt sehr stark davon ab ob Donald Trump sich überhaupt noch zuständig fühlt und ob andere Verhandler mit ins Boot geholt werden.

00:37:09: also ich denke zum Beispiel an den türkischen Präsidenten Erdogan.

00:37:14: Ich denke nicht so sehr an Xi, den chinesischen Staatschef bei der er sich die ganze Zeit rausgehalten hat.

00:37:25: Er macht das nicht zu seiner Sache und da sehe ich überhaupt keine Bewegung dass da irgendwas kommt.

00:37:31: vielleicht verhindert er es nicht aber China ist natürlich auch ein ziemlicher Nutzen.

00:37:35: dieser dieses Krieges ist praktisch der lachende Dritte in diese ganzen Angelegenheit.

00:37:43: ist vielleicht dann möglich, wenn Putin diesen eine Möglichkeit findet einen Sieg zu verkünden.

00:37:57: Und das ist ein Aufgabe der russischen Propaganda – zu sagen was ist jetzt der Sieg?

00:38:03: Also wir setzen uns an den Tisch und reden über die Krim.

00:38:11: Die Ukraine lässt sich darauf ein, vielleicht nicht abzugeben, aber auf unbestimmte Zeit nicht selbst zu regieren.

00:38:24: Dass das dann vielleicht etwas wäre, dass Putin damit nach Hause gehen könnte, das als ein großen Sieg verkaufen könnte?

00:38:33: Vielleicht noch irgendwas anderes dazu und dass er sich darauf einlässt.

00:38:38: Ob sich die Ukraine darauf einlassen?

00:38:40: Ich könnte es mir vorstellen!

00:38:43: Aber das wird davon abhängen wie groß die Sicherheitsgarantien sind, wie groß dieses Gefüge ist.

00:38:50: Das wirklich etwas anderes macht als zum Beispiel das Budapest an meinem Morando.

00:38:55: Interessante Paar bei dieser Geschichte, ich weiß nicht ob es dir auch aufgefallen ist, fand ich die Äußerung des neuen Ministerpräsidenten in Ungarn Peter Amoja der Ungarn-Einsverhandlungsort angeboten hat.

00:39:09: allerdings würde ich jetzt mal sagen in Ungarn zu verhandeln unter Mocha und nicht unter Orban wird Putin jetzt nicht so blokrativ finden.

00:39:19: Ja, davon gehe ich auch nicht aus.

00:39:22: Sabine.

00:39:23: also während das völlig unklar ist wann es soweit kommen könnte aber sich die Bundesregierung anderen Europatrop vorbereiten sehen wir dass es wieder sehr viele Besuche in Richtung Russland gab und gibt Und zwar aktuell eine AfD-Gruppe, unter anderem mit Markus Fohnmeier aus dem politischen Sprecher der AfD Bundestagsfraktion.

00:39:44: Der war auch Spitzenkandidat in Baden-Württemberg.

00:39:47: Da sehen wir jetzt ganz viele Bilder, die geteilt werden.

00:39:50: Was ist das für ein Besuch und wie reagiert der Kreml darauf?

00:39:55: Dass jetzt AfD Politiker wieder nach St.

00:39:57: Petersburg pilgern!

00:39:59: Also das gefällt den Kreml natürlich außerordentlich gut, weil die Partei natürlich in Deutschland für sehr viel Unruhe sorgt und ein wirklich großes politisches Klientel an sich bindet.

00:40:14: Und die anderen Parteien natürlich extrem veragert sind aufgrund der Stärke der AfD natürlich aber auch aufgrund dieser Eigenmächtigkeit und sich eben nicht an die Seite der Ukraine zu stellen, sondern bei einer solchen Show-Veranstaltung oder Propaganda Veranstaltung mitzumachen.

00:40:35: Und das wird jetzt von russischer Seite maximal ausgenutzt.

00:40:42: Es wird ihnen wirklich der Rote Teppich ausgeräult also zum Beispiel Gasprom.

00:40:46: Chef Miller Alexei Miller hat sie empfangen auch der Chef des russischen Investitionsforms ein enger Vertrauter von Vladimir Putin Und Fronmaier ist soweit gegangen, wenn er richtig zitiert worden ist.

00:41:01: Das muss ich jetzt voraussetzen.

00:41:04: Dass er gesagt hat, er geht auch davon aus dass die deutsche Autoindustrie wieder zurück möchte nach Russland.

00:41:14: Da habe ich mich gefragt, wissen die Autohersteller in Deutschland das?

00:41:19: Dass Herr Frohnmeier sozusagen in ihrem Namen spricht.

00:41:23: Das fand ich schon eine interessante Geschichte und da gibt es auch jede Menge Falschmeldungen aus russischer Seite.

00:41:29: also der heißtes deutsche Unternehmen würden massiv wieder zurückkommen Nach Russland, das ist mit Nichten der Fall.

00:41:38: Es gibt eine Menge Unternehmen, nämlich ein Tausend Fünfhundert die dort geblieben sind aber von insgesamt fast siebentausend Unternehmen tausendfünfundert ist jetzt nicht die Mehrheit, es ist aber immer noch ein großer Teil.

00:41:52: Aber dass die anderen wieder zurückkommen also tausende deutsche Unternehmen oder auch nur Dutzende davon ist mir nichts bekannt.

00:41:59: Aber es gab neben Froma ja auch einige deutsche Wirtschaftsvertreter dort in San Petersburg.

00:42:04: Das sind eben zum Teil Leute, die tatsächlich dort sind.

00:42:07: Also es gibt einen Milchproduzenten und der Handelskategorien.

00:42:16: Die haben sich meines Wissens aber nicht dahingehend geäußert dass nun auch die anderen Unternehmer wieder dort aufschlagen, dass das habe ich nicht gehört.

00:42:33: Sie sind aber einfach da und sie haben sich dafür entschieden wie ja andere Firmen auch weiter zu produzieren.

00:42:41: Und neben den deutschen Wirtschaftsvertretern und deutschen Politikern wie Herrn von Meier sehen wir auch einige US-Vertreter, also aus dem Trump-Umfeld die dort in St.

00:42:54: Petersburg dabei waren und gleichzeitig eine Ankündigung, die jetzt wiederum aus Russland kam, wonach man sich geeinigt habe einen Tunnel zu bauen zwischen Alaska und Russland.

00:43:08: Was weiß man darüber, was ist da bestätigt?

00:43:11: Also es gibt schon seit einigen Jahren Bestrebungen in diesem Nordpolargebiet zusammenzuarbeiten.

00:43:22: die sind ja wenn man das sieht dass auf der Karte anguckt gibt's wirklich eine Landengel sozusagen wo es nur zwanzig oder dreißig Meilen sind zwischen Russland und der US-Granze Und es geht da um die gemeinsame Nutzung von Rohstoffen in der Arktis.

00:43:43: Da gab es zwischenzeitlich auch mal eine Absichtserklärung, dass amerikanische Firmen sich engagieren können – das war im Umfeld der ersten Amtstage der zweiten Amtszeit von Donald Trump.

00:44:03: Man musste fast befürchten, dass es so eine Art Schulterschluss gibt zwischen Donald Trump und Vladimir Putin.

00:44:08: Weil da so viel vereinbart war was möglicherweise als ein Gegenwert für einen möglichst Russlandfreundlichen Friedensstil angedacht war von russischer Seite also.

00:44:23: da wurde eben gesagt die Amerikaner würden große Möglichkeiten erhalten mit mit Firmen wie Exxon oder anderen Firmen, die zum Beispiel Gas und Öl fördern können in der Arktis dort einzusteigen.

00:44:41: Mit großen Investitionen einzusteigend.

00:44:44: Und man würde sich dann die Ausbeute teilen.

00:44:49: Das klang wie eine Win-win Situation, sagen wir mal so.

00:44:55: Da hat man aber ganz lange nichts mehr davon gehört.

00:44:59: Und dann gab es ja diesen anderen Deal oder diesem Versuchten-Deal, dass wenn unter der Vermittlung des US-Präsidenten ein Gewinment gefunden wird zwischen der Ukraine und Russland die USA bezahlt wird mit Rohstoffen.

00:45:22: aus der Ostukraine, also stichwort seltene Erden.

00:45:25: Das hat Russland dann erweitert.

00:45:27: natürlich sagt ja das müssen wir nicht nur die aus der Oste Ukraine sein es könnten auch andere Lagerstätten in Russland interessant sein und hat sie angeboten.

00:45:37: Das heißt dieses Angebot was Russland immer wieder macht in Richtung Amerika kommt her.

00:45:45: Ihr könnt partizipieren von unseren Rohstoffen, von den fossil-fossilen Brennstoffen.

00:45:52: Ihr könnt investieren.

00:45:54: Das ist etwas was die Amerikaner positiv stimmen soll.

00:46:00: der hintersteckt steckt mindestens zwei Erlei.

00:46:02: Erstens ist es so, dass Russland nicht die Summen selber hat, das Geld hat um diese großen Investitionen zu tätigen.

00:46:11: Das war schon immer das Problem von Russland.

00:46:13: Es ist auch nicht geringer geworden weil es eben gerade auch so schwer ist Geld zu bekommen auf dem internationalen Markt sowieso nicht Aufgrund der Sanktionen und man will natürlich auch den westlichen Block aufbrechen, spalten mit solchen Angeboten.

00:46:33: Und man weiß, dass die Amerikaner solche Diets jedenfalls dieser Präsidenten solche Diete eben auch lieben.

00:46:40: Sie haben das Gefühl gehabt da kommt was rum für sie und das ist lukrativ.

00:46:46: Und diese ganze Sicherheitsaspekt der da ja eine ganz große Rolle spielt nur noch für die Vereinigten Staaten eine Riesenrolle spielt wird einfach immer ausgeblendet.

00:46:56: denn ich frage mich wirklich ob ob die USA solches Interesse hätten, so dicht zusammenzurücken oder ob man da nicht sagt.

00:47:06: Es war ja immer immer die Rede von Grünland was wir besitzen wollen aus Sicherheitsgründen und von Island.

00:47:14: Und darum geht es jetzt gar nicht.

00:47:17: das wird darüber wird gar nicht gesprochen.

00:47:19: aber ich finde schon dass ist etwas was man mit denken muss.

00:47:22: der wird was ausgeblendet und angefüttert mit etwas angefüttern was schmackhaft aussieht sein könnte, aber nicht zu Ende gedacht ist.

00:47:34: Sabine Adler herzlichen Dank für die spannenden Insights!

00:47:39: Wahnsinnig viel los gerade in Russland und viel zu besprechen was da passieren könnte.

00:47:45: wir schon den nächsten Tagen wochen natürlich weiter dorthin.

00:47:48: du sowieso Sabina.

00:47:49: herzlich dank dass Du wieder bei uns warst.

00:47:52: Boah vielen Dank für Die Einladung es waren mehr Vergnügen.

00:47:54: Danke schön Danke, dass ihr wieder zugehört habt.

00:47:58: Vielen Dank auch für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.

00:48:03: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.

00:48:09: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schauen mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Likes da bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr dem podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert

00:48:28: und

00:48:29: das hilft uns wirklich sehr.

00:48:31: Ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!

00:48:45: Herzlichen Dank und alles Liebe!

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