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Diese Politik macht Arbeiter immer wütender. Mit Anne-Marie Großmann

Shownotes

Im Podcast spricht Paul Ronzheimer mit Stahlunternehmerin Dr. Anne-Marie Großmann über die Krise der deutschen Wirtschaft. Sie erklärt, warum hohe Energiepreise, Bürokratie und politische Unsicherheit die Industrie massiv belasten - und was das für Tausende Arbeitsplätze bedeutet. Großmann warnt vor weiterem Wohlstandsverlust, wachsendem Frust in den Regionen und fordert von der Bundesregierung klare Prioritäten für Wirtschaftswachstum, bezahlbare Energie und weniger Bürokratie.

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Redaktion: Filipp Piatov u. Lieven Jenrich | Executive Producer: Daniel van Moll

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Transkript anzeigen

00:00:01: Also müssen wir doch überlegen, in welchen Branchen sind unsere Menschen in unserem Land in der Lage produktiver zu sein als anderswo.

00:00:09: Und das ist in der Vergangenheit immer die Industrie gewesen.

00:00:12: Wenn man sich anschaut, auch die Studien, die zum Beispiel das IFO-Institut herausgibt, die sagen ganz klar dadurch dass der Anteil der Industrie an einer Bruttowirtschaftung in Deutschland zurückgeht sehen wir einen massiven Wohlstandsverlust weil sie es nicht schaffen diese Arbeitskräfte in anderen produktiven Industrien einzusetzen.

00:00:34: Und das führt dann natürlich dazu, dass unsere Wirtschaft immer weiter abgeschwächt

00:00:39: wird.

00:00:42: Die Wirtschaftskrise beschäftigt ganz Deutschland Job sind in Gefahr und die Koalition sich schlingert.

00:00:49: es gibt bislang keine echten Reformen.

00:00:52: täglich wird darüber diskutiert was das Richtige ist.

00:00:55: wir sprechen im Podcast hier häufig über die einzelnen Akteure den Kanzler den Vizekanzler was dort in den Parteien passiert.

00:01:02: Aber wir wollen jetzt auch immer mehr in die Praxis schauen.

00:01:06: Dahin, wo am Ende entschieden wird und wo wir sehen können, in welche Richtung es in Deutschland geht.

00:01:14: Und deswegen freue ich mich, dass Dr.

00:01:16: Anne-Marie Grossmann heute bei mir ist.

00:01:19: Sie ist Stahlunternehmerin, Chefin einer Stahl Unternehmensgesellschafterin und Mitglied der Geschäftsführung der Geoxmarine Hütte GmbH.

00:01:30: Ich freue mich sehr Dass Sie da sind, Frau Grossmann.

00:01:33: Grüß Sie!

00:01:34: Herzlichen Dank für die Einladung, Herr Rundzheimer.

00:01:38: Wenn wir auf Ihr Unternehmen schauen um erst mal zu verstehen über was wir da sprechen.

00:01:44: wie viele Mitarbeiter sind das?

00:01:46: Was macht die Unternehmen genau?

00:01:47: Wir sind ein steil produzierendes Unternehmen und verarbeitendes Unternehmen Die GmH Gruppe haben.

00:01:53: wir beschäftigen insgesamt sechstausend Mitarbeitende Das heißt wir haben auch Verantwortung für diese sechstausend Familien, die dahinter stehen Und dadurch, dass wir Staden in Deutschland produzieren ausschließlich.

00:02:06: In fünf großen Standorten haben wir eigene Elektroöfen, indem dieser Stahl geschmolzen wird.

00:02:14: Haben wir natürlich eine große Abhängigkeit auch von der Situation in Deutschland und den strukturellen Rahmenbedingungen die uns dieses Land liefert.

00:02:22: Wie spürt ihr Unternehmen?

00:02:25: Die aktuellen Themen überall besprochen werden.

00:02:29: Also hohe Energiepreise, US-Sanktionen, Bürokratie, Klimaschutz.

00:02:34: lassen Sie es mal anfangen bei den Energiepreisen?

00:02:37: Wenn man sich das bei uns so vorstellt sind wir ein sehr reit integriertes Unternehmen.

00:02:43: Wir starten immer mit dem Recycling Das heißt wir haben unsere eigenen Schrottplätze, auf denen Schrott gesammelt wird.

00:02:50: Das kennt man ja irgendwie so aus der Umgebung.

00:02:53: Der wird dann verarbeitet und wird in unseren Elektroöfen eingeschmolzen.

00:02:58: Und dieser Prozess um aus altem Schrott neuen Stahl zu machen ist enorm stromintensiv.

00:03:04: Das heißt wir brauchen als Unternehmensgruppe eine Terrawattstrunde Strom im Jahr.

00:03:10: Es ist ungefähr so viel wie eine mitteldeutsche Stadt sowie Osnabrück die nach unserem Hauptstandort in einem Jahr verbraucht.

00:03:19: Und das eben nur als kleines Unternehmen, damit verbrauchen wir ungefähr so Null Komma zwei Prozent des gesamtdeutschen Stromverbrauches und gerade deswegen sind die Energiebrosten für uns natürlich ein ganz wesentlicher Produktionsfaktor.

00:03:32: Und gleichzeitig wenn man sich anschaut was in den letzten Jahren passiert ist wird es natürlich auch immer weiter zu einem geopolitischen Faktor.

00:03:40: ja weil durch erst keine Krise und jetzt durch den Iran immer wieder massive Auswirkungen auf den Strommarkt, aber auch auf dem Gasmarkt.

00:03:50: Und am Ende hängt das ja in der Energieindustrie alles zusammen sich auswirkt und das ist natürlich für uns als Unternehmen enorm herausfordernd weil wir brauchen erstmal den vielen Strom und in der nachgelagerten Kette werden wir den Stahl, den wir dann sozusagen gegossen haben noch weiterverarbeiten wollen.

00:04:09: im Produkte Wir sind auch ein großer Schmiedebetrieb dann brauchen wir noch sehr viel Gas.

00:04:14: Und das heißt, eine Terawattstunde Strom plus eine terawatt Stunde Gas ist das was wir so an Produktionsfaktoren dringend benötigen und beide Faktoren haben sich jetzt in den letzten Jahren enorm negativ entwickelt.

00:04:28: Das schwächt natürlich die relative Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und das ist natürlich für unseren Mitarbeitenden eine Herausforderung für unsere Industrie aber ehrlich gesagt auch Deutsche wirtschaftliche Struktur, ein enormes Problem und etwas was politisch in den letzten Jahren nicht ausreichend adressiert wurde.

00:04:50: Wir kommen gleich noch auf die Politik aber nochmal gefragt im in Ihrem Unternehmen – Was ist da für eine Stimmung gerade?

00:04:59: Wie hat sie sich auch entwickelt in den Letzten Jahren?

00:05:01: Was bedeutet das für die einzelnen Mitarbeiter?

00:05:05: Auch was Jobs einfach angeht?

00:05:08: also wie handeln Sie da?

00:05:10: Also wir bekommen natürlich immer wieder Fragen von den Kolleginnen und Kollegen an unseren Standorten.

00:05:16: Sind unsere Arbeitsplätze noch sicher?

00:05:18: Weil die sehen natürlich auch irgendwie hier.

00:05:19: der Vorstand, der geht raus und sagt Wir brauchen Änderungen in Deutschland.

00:05:23: Das verunsichert die Menschen Und ich meine man muss sich mal vorstellen wie produzieren.

00:05:28: im ländlichen Raum sind es ein typisch deutsches mittelständisches Familienunternehmen.

00:05:32: Wir haben Standorte zum Beispiel Ingerödelts in Sachsen in Georgmarienhütte das ist nahe aus der Brück aber auch im Bus im Saarland und sind häufig in den Regionen, wo wir produzieren der größte Arbeitgeber.

00:05:44: Das heißt die Kollegen sagen dann ja super wenn hier unsere Job wegfällt da habe ich keine andere Perspektive.

00:05:50: und das sind alles sehr gut bezahlte anspruchsvolle Jobs, die wir haben.

00:05:57: Also Facharbeiter bei uns ich meine zum Beispiel Elektroofen da muss man schon ein paar Jahre erst mal überhaupt anlernen um diesen Job gut zu machen zb als Schmelzer oder als Schmiedemeister in der Schmide.

00:06:10: und wenn diese Jobs verloren gehen würden dann wäre die Perspektive für die Kollegen natürlich keine gute.

00:06:16: Und wir haben es gesehen jetzt.

00:06:18: im letzten Jahr wurde in Wetzlar in Hessen das letzte Stahlwerk geschlossen mit vor Boderos Edelstahl, was es in Hessen gab.

00:06:29: Die Arbeitsplätze fallen weg und das ist natürlich auch etwas, was unsere Belegschaft enorm beschäftigt.

00:06:33: Ich kann's auf meinen Zahlen ausdrücken wir haben ungefähr alle zwei Jahre machen eine Befragung zwischen unseren Kollegen Und da ist eine deutliche Verschlechterung in der Stürmer bezüglich der Sicherheit der Arbeitsplätze.

00:06:48: Die Leute sagen weiterhin, sie sind stolz Teil der GIMH Gruppe zu sein aber Sie sehen eben auch dass diese Herausforderungen die tatsächlich ja auch politisch herbeigeführt werden, ihre Arbeitsplätze bedrohen.

00:07:03: Und dazu kommt dann das ein hohes politisches Unverständnis besteht.

00:07:09: und ich krieg häufig gesagt also, Frau Wassermann wie halten Sie das überhaupt aus mit den Politikern da zu sprechen?

00:07:16: Weil die erzählen ja immer eine möglichen tollen Dinge aber am Ende uns geholfen wird nicht.

00:07:23: Ja und diese Stimmung muss ich sagen können wir natürlich als Unternehmer leider auch nachvollziehen

00:07:29: Wenn Sie auf die weiteren Probleme schauen.

00:07:33: für den deutschen Standort, also über die Energiepreise haben wir gesprochen.

00:07:37: Über die weltpolitische Lage Ukraine-USA Was macht Ihnen da noch besonders zu schaffen gerade als Unternehmerin?

00:07:45: Sie haben glaube ich einen Umsatz und zwei Milliarden, sechstausend Mitarbeiter haben sie gesagt.

00:07:52: was sind da die Herausforderungen?

00:07:54: Ich glaube, wir haben verschiedene Aspekte.

00:07:56: Also wenn ich jetzt mal einmal als Unternehmerin schaue dann ist es natürlich weiterhin wichtig dass wir auf der einen Seite so die Grundrahmenbedingungen haben Energiepreise darüber haben wir gesprochen aber auf der anderen Seite natürlich auch weiterhin Menschen die Spaß haben sich in dieser Industrie zu engagieren weil wenn man mal andersrum schaut wie wir sehen unsere Welt aus ohne Stahl also dann wäre all das was wir in unserem modernen Leben brauchen eigentlich gar nicht mehr da.

00:08:20: also angefangen von der ganzen Mobilität alleine die energie Erzeugung hängt ja enorm am Stahl.

00:08:26: Und wenn man jetzt davon ausgehen würde, dass das deutscher Stahl nicht mehr produziert wird dann würde es auch bedeuten wir müssten all diesen Stahl aus dem Ausland importieren.

00:08:36: allerdings schwindet da meistens nicht nur die Stahlproduktion als Grundstoff sondern natürlich auf die weiter verarbeitenden Schritte.

00:08:44: Und dahin gehen es natürlich auch die Situation bezüglich der SIEBEM-Maßnahmen, also der ganzen Thematik der CO² Grenzausgleichsmechanism etwas was uns beschäftigt.

00:08:57: Weil zwar die Steilproduktionen als solche in Deutschland geschützt ist aber die nachgelagerten Produktionsschritte Also das was dann aus diesem steil gemacht wird wie zum Beispiel geschmiedet eben mit Erdgas, also auch CO-II intensiv nicht mehr geschützt ist.

00:09:13: Und das heißt eigentlich muss man diesen Mechanismus bis zum Schluss denken und ich glaube auch dort haben wir leider noch keine grundsätzliche Lösung die tatsächlich auch die Weiterverarbeitung von Stahl in Deutschland und im europäischen Raum schützt und uns damit ja auch unabhängig macht.

00:09:35: Und das ist ja ein Thema, ich meine eine Sicherheitspolitische wenn wir nicht mehr in der Lage sind unsere eigenen Panzer zu produzieren oder eigene Drohnen zum Beispiel dann haben wir auch ein riesiges Thema.

00:09:46: Muss man einmal erklären glaube ich was es ist?

00:09:48: Also da geht's um die Klima-Richtwerte der Europäischen Union der Bundesregierung.

00:09:54: Was genau ist es?

00:09:55: Genau also Sieben steht vor Carpent Border Adjustment Mechanism und zwar geht es darum, CO²-intensive Produktionsprozesse entsprechend nicht ins Ausland verlagern zu lassen weil man im Endeffekt nachher quasi jedes Produkt mit einem CO² Fußabdruck belegt.

00:10:18: Und wenn wir jetzt sagen würden okay ein Stück Stahl wird in Deutschland als CO² freundlicher produziert ist dadurch aber teurer muss man natürlich berücksichtigen, dass der CO-Preis impliziert in einem im Ausland und dann zu mehr CO-Ausstoß produzierten Produktionsfaktoren eingepreist wird.

00:10:44: Und das wird versucht!

00:10:45: In diesem Mechanismus gibt es sogenannte Safeguards die auch Dazu führen, dass Stahl aus Deutschland mit einem geringeren CO-Ausstoß zum Teil auch geschützt wird.

00:11:01: Aber das Problem ist, wenn dieser Stahl erst mal weiterverarbeitet wird, dann gelten diese Schutzmechanismen nicht mehr.

00:11:08: Das heißt also, wenn man sozusagen in den Verarbeitungsschritt reingeht der dann CO² intensiver ist, dann wird das nachher nicht mehr mit eingepreist.

00:11:17: Es sind nur bestimmte Produkte davon geschützt und ich meine einmal sich das vorstellt.

00:11:22: In einem geschmiedeten Produkt entsteckt ungefähr nochmal das gleiche an CO²-Ausstoß in der Produktion.

00:11:31: Das zählt dann alles nicht mehr und somit wird das Problem immer weiter nach vorne gepusht.

00:11:36: Und das ist schon etwas, wo wir einfach als Europa – weil es ist ein europäisches Instrument – weiter angehen müssen.

00:11:44: und gerade in Deutschland wird natürlich massiv das auch von der anderen Seite betrachtet.

00:11:49: Weil wenn man das zu Ende denkt, da muss man eigentlich überlegen okay, dass geht nachher bis zum fertigen Auto ja, das man quasi schützen müsste Und es ist natürlich in unserer sehr exportintensiven Produktionslandschaft, Industrie nicht unbedingt förderlich.

00:12:06: Also insofern gibt es noch einiges an Hausaufgaben zu machen.

00:12:11: aber ich glaube wir haben ja eine super Grundlage in Deutschland weil wir eine ganz tolle Industrie haben die nun leider nach und nach weiter wegbricht und das macht uns einfach Sorgen.

00:12:23: Jetzt gibt es ja durchaus auch Politiker, die die Stahlindustrie insgesamt in Frage stellen oder Wirtschaftsexperten, die sagen das ist eben nicht die Industrie der Zukunft in Deutschland.

00:12:31: Das ist nicht die industrie, die uns in den nächsten zwanzig dreißig vierzigfünfzig Jahren nach vorne bringen.

00:12:40: Insofern wird da ja auch debattiert wie weit soll das Ganze überhaupt subventioniert werden?

00:12:50: Gut eines, die Frage ist ja immer also brauchen wir Subvention oder brauchen wir nicht eine andere strukturelle Voraussetzung um industrielle Produktionen in Deutschland zu ermöglichen.

00:13:01: Ich glaube man muss auch ein bisschen zurückgucken was ist das was Deutschland als Land so wohlhabend gemacht hat und unser Erfolgsmodell gewesen ist?

00:13:09: Ist dass wir eben sehr eine sehr gute und sehr produktive Industrie haben.

00:13:14: und am Ende geht es natürlich wenn man so im wirtschaftlichen Wettkampf und geopolitisch da drauf schaut, ja darum welches Land es in der Lage seine bestehenden Ressourcen produktiver einzusetzen.

00:13:27: Wir haben heute keine natürlichen Ressoursen mehr auf denen wir zurück grafen können.

00:13:31: Ja, wir sind, wir bauen keine Kohle mehr ab.

00:13:36: perspektive Scherbe wollen auch sonst uns eher auf sie sozusagen auf die Köpfe fokussieren, die wir haben.

00:13:42: also müssen doch überlegen in welchen Branchen sind unsere Menschen in unserem Land in der Lage, produktiver zu sein als anders vor.

00:13:51: Und das ist in der Vergangenheit immer die Industrie gewesen.

00:13:53: und wenn man sich anschaut auch die Studien, die zum Beispiel das IFO-Institut heraus gibt, die sagen ganz klar dadurch dass der Anteil der Industrie an an der Brutto-Wertschöpfung in Deutschland zurückgeht, sehen wir auch einen massiven Wohlstandsverlust.

00:14:10: Weil wir es nicht schaffen dieser Arbeitskräfte in anderen produktiven Industrien einzusetzen und das führt dann natürlich dazu dass unsere Wirtschaft immer weiter abgeschwächt wird.

00:14:22: also alleine aus der Sicht sagen wir mal der wirtschaftlichen Stabilität Und auch Ausgeglichenheit im Land ist das ein wichtiger Aspekt.

00:14:32: und der zweite Punkt ist, dass was ich vorhin auch mit unserem Unternehmen versucht habe mal exemplarisch darzulegen.

00:14:38: Gerade die Industrie und diese mittelständischen Unternehmen sind meistens sehr regional verteilt.

00:14:44: Also da gibt es nicht die großen Ballungszentren.

00:14:46: und das ist ja das Schöne an Deutschland, dass wir eigentlich eine sehr gute und breite Landschaft haben wo Menschen leben in ihren Communities in ihren Regionen einen guten Job finden und damit auch ein gutes Leben führen können.

00:15:04: Wenn man sich in England anschaut, dass dort hat sich das immer weiter auf die Städte fokussiert und in den ländlichen Räumen sieht es zwischen echt düster aus.

00:15:13: Und da sollten wir in Deutschland auch aus diesem Grunde alleine schon vermeiden ja?

00:15:17: Und dazu gehört natürlich auch die Steilproduktion weil wir ein Grundprodukt für diese ganzen weiterverarbeitenden Betriebe sind, die daraus dann zum Beispiel zu Lieferungen machen für die Automobilindustrie, für die Energieindustrie.

00:15:31: Aber jetzt heute auch für die Verteidigungsindustrie was immer stärker wächst.

00:15:36: Wenn Sie in diesen Regionen, ländlichen Regionen unterwegs sind und da auch mit Ihren Mitarbeitern sprechen Wie sehr spüren sie da den Frust?

00:15:46: Auch in Richtung der Politik gerade.

00:15:49: Also ich spüre es so wie's vorhin beschrieben habe aus Gesprächen und andersherum.

00:15:55: Wenn man das Ergebnis der letzten Bundestagswahl anschaut, dann haben wir schon in einigen Standorte in den Wahlkreisen AfD Anteile die ja um die fünfzig Prozent sind.

00:16:09: Und ganz ehrlich, das ist etwas was mir Sorge macht.

00:16:12: Weil es bedeutet dass unsere großen Parteien der Mitte wie sie sich ja selber nennen nicht mehr in der Lage sind die Wähler abzugreifen und eben auch gerade diese Menschen die einen wirklich gut bezahlten Jobs unterwegs sind.

00:16:26: Die sehr stolz sind auf das was Sie tun diese Menschen abzuholen und das kann ich auch keinem Kollegen vergessen, dann zu sagen okay, ich sehe mich hier nicht mehr vertreten.

00:16:36: Und ich fühle mich dazu gezwungen, auch

00:16:38: anderszuwählen.".

00:16:40: Ich glaube da haben wir eine Verantwortung dagegen anzuarbeiten?

00:16:45: Ja!

00:16:47: Das ist ja ein sehr spannender Punkt.

00:16:49: Sie sagen es sind eben bei Ihnen zum Beispiel noch sehr gut bezahlte Mitarbeiter die dann trotzdem so gefrustert sind aufgrund der politischen Entwicklung, dass sie sagen, Sie wählen AfD.

00:17:04: Wie erklären die das?

00:17:06: Was erzählen die Ihnen?

00:17:07: oder was bekommen Sie damit?

00:17:10: Ich glaube, die größte Herausforderung ist einfach, dass die Leute sagen also das, was jetzt in den letzten Jahren verabschiedet wurden – das hilft uns nicht!

00:17:17: Wir sehen einfach wir arbeiten immer mehr und intensiver Aber wir sehen eben, dass auf dem Weltmarkt andere unsere Aufträge einheimsen.

00:17:28: Weil sie deutlich günstiger sind.

00:17:30: Wir sehen das, dass unsere Steuern und Abgaben immer mehr werden Und am Ende bleibt bei uns nichts mehr über weil die Produkte im Supermarkt immer teurer werden.

00:17:41: Und gleichzeitig ist so dieses Gefühl okay?

00:17:44: Wir geben viel Geld aus und kriegen wenig zurück in einem System und es ist einfach so.

00:17:48: eine gefühlte Wahrheit Das frustriert die Menschen.

00:17:53: Und dann kommt eben insbesondere das Thema Energiepolitik, weil wir eben schon wissen, dass unsere Kollegen großes Verständnis dafür haben wie wichtig das Thema Strom und das Thema Gas ist für uns.

00:18:04: Die sagen Mensch, das sind doch alles Hausgemachte Probleme.

00:18:07: also von denen versteht also Unseren Mitarbeitern verstehen die meist nicht, warum der Atoma-Stick dann so zügig durchgezogen werden müsste.

00:18:17: Weil ich meine wenn wir diese grundlastfähige Energie in den letzten Jahren gehabt hätten, dann hätten wir eine ganz andere Entwicklung auch am Stromarkt gesehen.

00:18:27: und das ist das was das dem Menschen frustriert.

00:18:30: und ich glaube dass es nicht nur bei uns im Unternehmen so, sondern auch in vielen anderen Unternehmen so weil ich mein die Leute sind ja nicht blöd Die lesen Zeitungen schauen sich an, was sie am Ende selber an Euros in der Tasche haben und darauf basieren Sie dann auch Ihre Wahlentscheidungen.

00:18:48: Jetzt

00:18:49: ist das ja schon eine gewisse Zeit her, seitdem es den Atomausstieg gegeben hat.

00:18:54: Ursprünglich unter Rot-Grün dann bei Angela Merkel nach Fukushima und dann zuletzt die Diskussion, die wir in der Ampel hatten wo es um die Frage ging sollte es doch noch mal längere Laufzeiten geben.

00:19:08: Friedrich Merz jetzt als Bundeskanzler der sagt das lohne sich nicht, also da nochmal über einen Wechsel nachzudenken.

00:19:17: Und da gibt es ja durchaus auch sehr viele Experten die ihm da in Teilen zumindest zustimmen und sagen dass das Ganze jetzt zumindest sehr spät wäre und ist nicht einfach umzusetzen ist gerade was die Kosten angeht.

00:19:30: Also wo sehen Sie da den Fehler wenn sie sich mal die Energiewende anschauen?

00:19:35: Also ich glaube, man muss mal das Problem eines Energiemarktes sich anschauen.

00:19:43: Es ist ja so dass man im Stromnetz immer ein Gleich bleiben wir sozusagen Energieverteilung benötigt um sicherzustellen die Verbraucher die dann Strom aus diesem Netz nehmen das auch tun können.

00:19:58: Und wir hatten früher sogenannte Grundlastige, Energieeinspeiser mit der Kohle.

00:20:08: Mit den Atomkraftwerken die sehr konstant und sehr planbar Energie geliefert haben.

00:20:15: Diese, also Atom Kraft sind wir ausgestiegen.

00:20:18: Kohlekraft werden in perspektivisch auch die letzten abschalten.

00:20:23: Man immer in der Lage sozusagen, in Zeiten wo auch erneuerbare Energien eben durch.

00:20:30: kein Wind und keine Sonne, keine Energie liefern konnten das Netz zu stabilisieren.

00:20:35: Da ist dass diese ganzen Einspeise alle aus dem Netz rausgenommen wurden haben wir jetzt eine ganz volatile Situation und das heißt wir haben Zeiten in denen wird viel zu viel Strom produziert.

00:20:46: da sind ja die Stunden wo wir sagen super dann müssen wir eigentlich unseren Ofen anschmeißen und richtig viel stark produzieren weil dann gehen auf einmal die Preise im Keller dann sind wir bei minus zwei hundert Euro Und dann gibt es Zeiten... Müssten

00:20:58: Sie einmal kurz... Das wird jetzt mal erklären, weil ich glaube viele Leute können sich das nicht vorstellen.

00:21:04: Wie läuft das mit so einem Ofen und wann stellt man den an?

00:21:07: Und wie funktioniert das also?

00:21:09: Vielleicht können sie das mal für Leute wie mich von der Produktion wenig Ahnung haben oder gar keine Ahnung habe.

00:21:16: Einmal erklären und wie man da flexibel reagieren kann auf Preise!

00:21:21: Ja, vielen Dank!

00:21:22: Für mich ist das natürlich irgendwie so alltägliches.

00:21:24: Aber wir haben im Endeffekt einen Ofen, der ist wie ein großer Kochtopf.

00:21:28: Den macht man oben auf, dann schmeißt man Schrott rein und den macht man zu.

00:21:33: Dann wird oben die Elektrode reingedeckt, dann zündet der Elektrolichtbogen und das Feuerwerk geht los und der Stall wird geschmolzen.

00:21:42: Und das ist unglaublich energieintensiv.

00:21:44: also... Alleine dieser der größte Ofen, den wir haben in Georgsmarien-Hütte, der verbraucht.

00:21:49: Sechzig Prozent unseres gesamten Schulverbrauchs in der Unternehmensgruppe.

00:21:54: und das heißt man macht ihn an dann wird der Strom sozusagen genutzt um den Stahl zu schmelzen und danach kann man ihn wieder abkühlen.

00:22:03: Und dann gießt man ab.

00:22:04: Das heißt, man hat jetzt nicht konstant wie in anderen Industrien immer eine volle Auslastung des Stroms sondern hat sozusagen sogenannte Lastspitzen.

00:22:13: Dann geht der Strombedarf hoch und dann geht er wieder runter.

00:22:18: Auch wenn das nicht so gut ist.

00:22:19: aber wir können auch zwischendurch den Ofen länger quasi nicht anmachen wenn wir sehen, dass die Strompreise gerade sehr hoch ist.

00:22:27: Und das was ich gerade gesagt habe es gibt Zeiten da geht der Strompreis nach unten dann heißt natürlich wir wollen eigentlich viel produzieren und es gibt Zeit da geht den Strompreisen nach oben aber da will man natürlich nicht produzieren.

00:22:39: auf der anderen Seite ist es natürlich in einem Stahlwerk eigentlich das Ziel vierundzwanzig Stunden sieben Tage die Woche zu produzieren weil sonst lohnt sich die ganzen Investitionen die man in so ein großes Werk steckt nicht, weil man dann einfach die Mengen gar nicht hat auf die man diese ganzen Kosten verteilen kann.

00:22:56: Also muss man eigentlich die ganze Zeit produzieren.

00:22:59: und jetzt kommt das Problem ja also wir haben Zeiten in denen ist Strom sehr günstig.

00:23:03: Das ist dann wenn Sonne und Wind kommen, dann wollen wir produzieren.

00:23:07: Dann haben wir Zeiten wo es keine Sonne keinen Wind gibt und eben auch keine anderen Einspeiser für diesen Strom.

00:23:19: Und dann gehen wir raus aus dem Netz und sagen, wir produzieren wenig.

00:23:23: Und dann gibt es zusätzlich auch noch Zeiten – das nennt man die sogenannte atypische Netznutzung – wo uns die Bundesnetzagentur, ja?

00:23:32: Die sozusagen die Herrscherin über die Stromnetze in Deutschland ist sagt so wenn ihr in diesen Zeiten auch nicht produziert weil wir schon wissen dass das sind Zeiten da gibt es wenig Strom Produktion, aber eben viel Stromnachfrage.

00:23:46: Also geht ihr mal bitte als großer Verbraucher raus?

00:23:50: Zu diesen Zeiten produzieren wir dann auch nicht mehr.

00:23:53: Das heißt die Zeiten in denen wir tatsächlich produzieren können werden immer kleiner und auch wenn wir natürlich Anreize bekommen nicht zu produzieren kann es ja nicht die ursächliche Zielsetzung sein der Politik Unternehmen dazu zu bringen, nicht zu produzieren.

00:24:10: Weil nicht produzieren – also das muss ich ja niemanden erklären -, dass damit verdient er kein Geld und das ist die Herausforderung.

00:24:17: Und dann wir jetzt wieder auf den Stromarkt zurückschauen.

00:24:19: Also wir haben das Problem, wir werden immer mehr da reingedrängt nur zu bestimmten Zeiten zu produziert und auf der anderen Seite wird Diese Kurven werden immer extremer.

00:24:30: Also wir hatten vor letzte Woche, da war ein Tag waren die Strompreise mittags bei minus zweihundert Euro und nächsten Tag waren sie über vierhundert euro das heißt die Megawattstunde.

00:24:41: Das heißt über sechshundert € Unterschied!

00:24:44: Das ist total unvorhersehbar ja?

00:24:48: Und wir kriegen immer einen Tag vorher die sogenannten Spotpreise mitgeteilt, die Entwicklung der der Strompreiser am nächsten Tag pro Stunde und versuchen dann unsere Produktion darum zu planen.

00:25:00: Aber das ist natürlich eine enorme Belastung, weil man immer wieder Ressourcen hin- und herschieben muss also die Kolleginnen und Kollegen neu einplanen muss und daran auch die Produktion ausrechnen muss.

00:25:10: Und für einen Land an dem – und das habe ich ja versucht auch dazu legen – Industrie so wichtig ist wie in Deutschland es eben auch wichtig dass wir Energie verlässlich verfügbar und zu relativ stabilen Preisen

00:25:23: bekommen.".

00:25:26: müsste die Bundesregierung aus ihrer Sicht da jetzt tun, in dieser Frage?

00:25:31: Also es gibt ja entweder zwei Möglichkeiten.

00:25:34: Einmal man versucht das durch Subventionen irgendwie zu stabilisieren und dann gibt es auch die Ansätze einmal über den Industriestrompreis der hoffentlich langsam so ausgestaltet wird dass Unternehmen wie wir davon profitieren können.

00:25:49: Dann gibt es die... Aber

00:25:50: das ist ja dann nichts nachhaltig.

00:25:52: Genau, also

00:25:54: das ist nur ein Capping der Preise.

00:25:57: Die Kostensituation ist auch aufgrund der gerade angesprochenen Thematik weiterhin so.

00:26:02: Das heißt im Endeffekt nur eine Umverteilung.

00:26:05: Ja?

00:26:05: Aber auf der anderen Seite und ich glaube, dass ist das größte Problem wenn wir sagen Wir wollen in Deutschland weiter wieder ein wirtschaftlich starkes Land sein.

00:26:13: Dann ist meine These, dann brauchen wir dafür die Industrie und für die Industrie brauchen wir bezahlbare Energie.

00:26:20: Und wenn wir das doch wissen, dann müssen wir doch überlegen wie wir ein System aufsetzen also Energieproduktionen und Energieverteilung dass das auch webbewerbsfähig ermöglicht und das heißt wir müssen uns auf der Produktionsseite damit beschäftigen.

00:26:35: Und ich finde deswegen auch den Vorstoß der aktuellen Bundesregierung zu sagen, okay wir bauen die Gaskraftwerke super!

00:26:41: Wir bauen sie nur viel zu langsam.

00:26:43: ja und ich glaube zum Thema... also wir haben einmal das Thema Gaskraftwerke dann hätten wir zumindest die Möglichkeit über den Einsatz von Erdgas bis wir irgendwann Wasserstoff haben Energie ins Netz bereitzustellen.

00:26:57: Das Problem ist Erdgass ist total teuer weil wir IA CO-Price auf dem Erdglas haben Erdgas eben auch CO₂-intensiv ist und ein fossiles Energiequell.

00:27:10: Und dieses Erdgass haben wir in der Vergangenheit immer importiert, weil wir leider in den Vergangenheiten diese Energiequelle nicht mehr für uns entdeckt haben.

00:27:21: Jetzt gibt es Experten, die sagen okay, es gibt ja zum Beispiel Niedersachsen noch große Schiefergasvorkommen, die man nutzen könnte um selber Erd gas zu fördern.

00:27:32: Nur da gibt es politisch auch keine Einigkeit.

00:27:35: Das heißt wir sind aus der Kohle ausgestiegen, wir produzieren keinen Atomstrom mehr und wollen kein eigenes Gas haben.

00:27:42: Das heisst die haben eigentlich nur die Möglichkeiten grundlastfähige Energie von außen einzukaufen.

00:27:49: das heißt wir werden weiter in dieser Abhängigkeit sein Und ich glaube diese Verbote sollte man noch mal überdenken weil Zum Beispiel Leo Birnbaum hat vor zwei Wochen, finde ich ein ganz interessantes Interview gegeben gesagt ja.

00:28:03: Kein privates Unternehmen...

00:28:05: Möchtest du kurz erklären?

00:28:06: Genau, Leo Birnemann ist der Vorstandsvorsitzende von EON, einen großen deutschen Energieunternehmen und er hat nochmal gesagt kein privater Unternehmer würde jetzt in Atomenergie investieren weil eben die Voraussetzungen und die Langfristigkeit einer so großen Investitionen nicht gegeben sind.

00:28:30: Aber andersrum, warum sagt nicht der Staat wenn er sich hinsetzt und mal langfristige Rahmenbedingungen macht?

00:28:38: Es gibt zum Beispiel ein ja ein staatliches Atomkraftwerk.

00:28:43: Das hätte man wahrscheinlich schon viel früher machen müssen als Übergangsweise was genutzt wird um eben auch uns Energie bereitzustellen.

00:28:52: Und die Einnahmen daraus werden dann genutzt, um sowohl unsere Netze auszubauen.

00:28:57: Um später auch wirklich erneuerbare Energien besser integrieren zu können und auf der anderen Seite auch zu überlegen dass man ja gerade was Speichertechnologien betrifft auch noch weiter Kapazitäten schafft weil wir sind in Deutschland sonst total abhängig von Dritten.

00:29:17: Wenn es so weitergeht mit der deutschen Wirtschaft jetzt also Für Sie ist natürlich ganz entscheidend die Energiefrage.

00:29:24: Aber es gibt ja noch andere Probleme, die momentan der deutschen Wirtschaft schaden, wo es nicht nach vorne geht.

00:29:32: Wie gefährlich ist gerade die Lage jetzt?

00:29:35: sie gefragt als Unternehmerin?

00:29:38: Wenn es wirklich so weitergeht und wir nicht irgendwann mal den Ruck rein bekommen ich glaube dann haben wir die Gefahr dass wir noch schneller Arbeitsplätze verlieren als heute.

00:29:50: also Es sind ungefähr bei zehntausend industriellen Arbeitsplätzen, die jeden Monat verloren gehen und auch nicht wieder zurückkommen.

00:29:58: Das heißt wir werden...

00:29:59: Zehntausend Industriearbeitsplätze also für Arbeiter.

00:30:04: Ja, aktuell ist das ungefähr die Rate.

00:30:06: Also wir sind bei hundertzwanzigtausend Industriearbeitsplätzen, die in einem Jahr verloren gehen aufgrund der aktuellen Entwicklung in Deutschland.

00:30:14: und wenn man sich überlegt, es sind ungefähr vier Millionen Arbeitsplätze in der Metallverarbeitenindustrie dann kann man sich vorstellen, wenn das noch schneller wird.

00:30:23: diese Industrie strumpft immer weiter.

00:30:25: Die wandert ins Ausland ab.

00:30:27: Das heißt wie er verliert?

00:30:28: Wohlstand.

00:30:29: die Menschen, die in diesem Industrie arbeiten verlieren Wohl Stand und wir schaffen es eben nicht weil wir keine anderen wirklich produktiven Industrien haben diese Arbeitsplätze wieder aufzufangen.

00:30:40: Und dann kommt auch das Thema Bürokratie bei uns ins Spiel weil sie eine sehr komplexe Struktur haben.

00:30:47: Es ist ja leider nicht so dass wir es schaffen in anderen Industrie die jetzt momentan sich toll entwickeln wie in dem Bereich künstliche Intelligenz jetzt das zu kompensieren.

00:30:57: Und insofern glaube ich einfach, dass wird weiter dazu führen, dass wir extremes Wahlverhalten beobachten was ja in den letzten Jahren sich auch deutlich gesteigert hat und unsere Wirtschaft leider nicht mehr entschwungen kommen wird.

00:31:13: Das tut mir ehrlich gesagt ziemlich weh als Unternehmerin weil es heißt natürlich, dass Wir weiter auch kämpfen müssen weiter versuchen müssen, an Ausland eher zu investieren als in Deutschland.

00:31:28: Weil unsere Kunden sich auch immer weiter ins Ausland verlagern und das ist natürlich etwas... Es ist schade weil wir haben eigentlich eine tolle Struktur in Deutschland gehabt ja Wir haben eigentlich unglaublich viel Kompetenz unten richtig coole Arbeitskraft eigentlich von über achtzig Millionen Menschen, die perspektivisch in der Lage sein werden hier einen Beitrag zu leisten.

00:31:55: Da muss man halt überlegen warum wir das nicht besser nutzen?

00:31:59: Wie intensiv ist bereits die Abwanderung ins Ausland bei Ihnen und wie weit denken Sie darüber nach?

00:32:07: Also wir sind natürlich sehr stark an deutschen Steilwerke gebohnt, weil man so ein Steilwerk nicht einfach verlagern kann.

00:32:17: Und auf der anderen Seite haben wir das Glück dass wir in sehr speziellen Segmenten unterwegs sind.

00:32:24: also wir machen zum Beispiel Spezialstehle sogenannte Werkzeugstehler die selbst nach Asien nach China exportiert werden oder in die USA und da haben wir jetzt in den letzten Jahren tatsächlich schon einen neuen Start-up aufgemacht, der dort sich um Weiterverarbeitung kümmert.

00:32:43: Wir sind auch dort in der Suche noch weiter zu investieren.

00:32:48: Wir haben unser Team in China weiter ausgebaut und versuchen auch dort einfach unsere Positionierung zu stärken – auch wenn der Wettbewerb vor Ort deutlich härter ist als als wir uns das wünschen würden, weil gerade die Preise dort mit den Produktionsfaktoren etwas sind wo wir nicht so einfach mithalten

00:33:10: können.

00:33:10: Was müsste jetzt die Bundesregierung wie gesagt Energiepreise an sich angesprochen aber generell politisch was muss getan werden aus ihrer Sicht dass der Standort Deutschland gerettet werden kann?

00:33:23: Ich glaube als erstes mal eine gemeinsame Priorität schaffen dass wir wieder Wirtschaftswachstum brauchen ja und es bedeutet wieder unsere Produktivität steigern müssen.

00:33:34: Und das aus meiner Sicht steht ganz eng zusammen mit der Energie, die wir in Deutschland zur Verfügung stellen und ich glaube da kann man doch ziemlich schnell auch gemeinsame Entschüsse treffen dass wir das was momentan im Wirtschaftsinnergieministerium stattfindet was Katharina Reiche sagt jetzt beschleunigen Und andersherum, dass wir uns auch wieder darauf...

00:34:02: Da gibt es auch eine Menge Kritik an ihr.

00:34:05: Gerade an der fossilen Frage, dass da wieder in Richtung Gas gedacht wird, worüber wir diskutiert haben.

00:34:14: also ich kriege ja massiv Gegenwind.

00:34:16: Ja gut auf deiner Seite sind natürlich die Gaskraftberge am Endeffekt ein Übergangsmöglichkeit bis irgendwann Wasserstoff zur Verfügung stehen kann.

00:34:27: Der in dem Maße hoffentlich dann auch ein Teil der Energie liefern kann.

00:34:32: Es wird das sicherlich nicht komplett kompensieren können, aber zumindest hätten wir mal einen Backup und gleichzeitig müssen wir natürlich schon gucken dass die Erneuerbaren weiter ausgebaut werden und dass das Netz in der Lage ist das auch zu absorbieren ja?

00:34:46: Und da steht so eine gewisse Diskrepanz weil wenn jetzt jeder privat Zuhause ins Netz einspeisen würde anstelle von eigenes Speichermöglichkeit zu nutzen dann sind die Herausforderungen für die Energienetze noch deutlich höher.

00:35:01: Also ich glaube, dass das Thema Energiemarkt wirklich ein ganz zentraler Faktor ist und da es ist einfach wichtig jetzt Entscheidung zu treffen und diese umzusetzen.

00:35:08: Und ich glaube andersherum eben weiterzüberlegen, dass wir die Bürokratie abbauen weil was Genehmigungsverfahren betrifft, was auch das Thema Auflagen im Bauen ja nicht nur von... Wohnungen und Häusern, sondern auch von Industrieproduktionen betrifft.

00:35:29: Das ist einfach sehr teuer geworden in Deutschland ja?

00:35:32: Und ich glaube wenn man dort einfach mal überlegt was ist denn wirklich notwendig und das kann man sich auch sparen muss man immer wirklich alles nachweisen dass man sich an eine Regelung gehalten hat oder kann man nicht auch mal davon ausgehen wie als Unternehmer ist ja einfach an Regeln halten und dann natürlich sanktionieren sollte, dass man nicht der Fall gewesen sein.

00:35:53: Ich glaube, da hätte man schon eine gute Grundlage getroffen.

00:35:56: Und andersherum ich glaube auch das wir im Arbeitsmarkt wieder mehr Push brauchen weil ich bin schon der Meinung, wir sollten dazu kommen, dass wir nicht so eine hohe Staatsquote haben sondern die war wieder eine hohen Eigenverantwortung von den Menschen, die bei uns in unserem Land leben und ich glaube dann hätte man eigentlich schon was ganz gutes gekonnt.

00:36:20: Und ganz ehrlich, ich glaube schon dass wir eine Möglichkeit hätten das jetzt alles anzugehen.

00:36:29: wenn man sich jetzt momentan nur die Zeitung anschaut ja was da steht was momentan in der großen Koalition los ist dann denke ich manchmal macht den Schuss nicht angekommen ist.

00:36:39: also wir hatten doch jetzt

00:36:42: Sie kennen ja auch sicherlich einige der beteiligten Politiker dort in den Parteien, haben da Kontakt.

00:36:50: Was ist Ihr Eindruck?

00:36:51: Warum?

00:36:54: Ja ich glaube das Problem ist einfach dass wahrscheinlich im Koalitionsvertrag bestimmte Dinge nicht klar genug priorisiert wurden und nicht ausreichend dann mit den entsprechenden Konsequenzen schon in Handlungen übersetzt worden und gleichzeitig, also Management.

00:37:15: Es ist Handwerkszeug.

00:37:16: Ich meine es wie ein Unternehmen das wir sagen okay wir haben eine Strategie die setzen wir dann um und ja das Team vertrieb dass dafür einen Eiftragseingang einzuholen und die Produktion muss eben zum Beispiel in Steil produzieren.

00:37:27: so muss es auch in einem Land funktionieren.

00:37:30: Und ich finde es einfach schade und das ist was ich meine Wir haben doch gemeinsame Prioritäten.

00:37:37: Jetzt schieben sich die beiden Koalitionspartner quasi gegenseitig die Schuld in die Schuhe, warum es nicht klappt.

00:37:44: Dabei sind sie gemeinschaftlich in der Verantwortung, dass Sie unser Land voranbringen und am Ende wird das Beiden angekreidet wenn es nicht funktioniert.

00:37:53: Und ich glaube dieses Verständnis da hinzusetzen, in die Augen zu gucken und zu überlegen, was ist denn jetzt wirklich wichtig?

00:38:01: Dass das fehlt.

00:38:03: Und andersrum braucht es am Ende schon manchmal jemanden der auf dem Tisch schaut und sagt so wir haben uns auf die Prioritäten geeinigt dann machen wir das jetzt und zerreden uns nicht gegenseitig den Weg dahin.

00:38:14: Dieses Gefühl, was Sie da beschreiben... Was bedeutet das für die Mitarbeiter, die in den Regionen sind wo schon Richtigung-fünfzig Prozent AfD wählen?

00:38:28: Kann mich da nur wiederholen, die fühlen sich verloren.

00:38:31: Die fühlen sie nicht mitgenommen und vertreten.

00:38:35: Und ich glaube zu Recht... Es fühlt sich schon sehr weit weg an was in Berlin passiert.

00:38:47: Wegweit von der Realität.

00:38:50: Das sind vielen deutschen mittelständischen Unternehmen stattfindet.

00:38:54: Ich glaube das ist etwas dieses Gefühl.

00:38:59: Keiner vertritt eigentlich unsere Interessen.

00:39:01: Das führt zu Frust bei den Kollegen und das ist einfach schade.

00:39:06: Anne-Marie Grossmann, herzlichen Dank für die spannenden Einschätzung wie es weitergehen müsste in Deutschland und ich wünsche Ihnen und Ihren Mitarbeitern viel Erfolg dabei trotz aller Widerigkeiten und vor allem dass Sie dem Standort Deutschland treu bleiben.

00:39:24: Herzlichen Dank!

00:39:26: Danke, dass ihr wieder zugehört habt.

00:39:28: Vielen Dank auch

00:39:29: für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.

00:39:33: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.

00:39:39: Das glauben manchmal die Leute gar nicht.

00:39:40: aber ich schauen wir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Likes da bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr dem podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert

00:39:58: und

00:39:59: das hilft uns wirklich sehr.

00:40:01: Und ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!

00:40:16: Herzlichen Dank und alles Liebe!

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