Buchen Sie jetzt über Seven.One Audio eine individuelle Native Producer Read Ad, gesprochen von einer authentischen Sprecherstimme.

Mehr Informationen finden Sie hier!

Bärbel Bas' großer Migrations-Irrtum. Mit Ruud Koopmans

Shownotes

Arbeitsministerin Bärbel Bas sagt: „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein.“ Migrationsforscher Ruud Koopmans widerspricht deutlich: Der Satz sei „faktisch falsch“.

Im Gespräch mit Paul Ronzheimer erklärt Koopmans, warum fast jeder zweite Bürgergeldempfänger in Deutschland eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, welche Rolle Fluchtmigration seit 2015 spielt – und warum sich Deutschland aus seiner Sicht stärker an Ländern wie Dänemark oder Australien orientieren sollte.

Es geht um Bürgergeld, Arbeitsmarktintegration, Ukrainer, Syrer, Afghanen – und die Frage: Wie kann Deutschland Migration besser steuern, ohne den Sozialstaat aufzugeben?

Transkript anzeigen

00:00:01: Die Quote ist nicht nur hoch, aber die ist auch in den letzten fünfzehn Jahren sehr viel höher geworden.

00:00:06: Also die Zahl der ausländischen Sozialhilfeabhängigen hat sich mehr als verdoppelt.

00:00:12: Im gleichen Zeitraum ist die Zahl des deutschen Staatsangehörigen die Bürgergeldbeziehen um fast die Hälfte zurückgegangen.

00:00:21: also wir haben eine ganz deutliche Verschiebung auch in dem letzten fünf zehn Jahren.

00:00:27: Es ist ein Satz, der für große Aufregung in Deutschland gesorgt hat.

00:00:31: Ist wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein?

00:00:35: Das hat Arbeitsministerin Bärbelbars auf Nachfrage im Bundestag gesagt und sofort gab es große Debatten bei Union-und SPD aber auch... in der Öffentlichkeit.

00:00:48: Ich will gar nicht so sehr jetzt darauf eingehen, was da Parteientern passiert wie wer bebarst dasteht sondern wirklich inhaltlich reingehen und wir wollen heute darüber sprechen was davon nicht stimmt was davon vielleicht stimmt wie die Zahlen aussehen und was es mit Einwanderung ins Sozialsystem Aufsichts hat Wie sehr wir Aber gleichzeitig auch Migranten brauchen für unseren Arbeitsmarkt.

00:01:15: Und das will ich tun mit jemandem, der sehr bekannt ist und sich auskennt, Rütt Kobmanns ist Professor für Soziologie- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

00:01:27: In den letzten Jahren veröffentlichte er die Asyllotterie eine Bilanz der Flüchtlingspolitik von im Jahr zum Ukrainekrieg.

00:01:36: Er ist immer wieder in deutschen Medien und Talkshows.

00:01:39: Ich freue mich, dass er heute bei mir ist!

00:01:41: Grüß Sie, Herr Grubmanns.

00:01:42: Ich freue mich gleich fast!

00:01:44: Herr Gruppmanns damit das vielleicht am Anfang klar ist was halten sie von diesem Satz den Bärbel-Bars dort gesagt hat?

00:01:53: Waren Sie überrascht?

00:01:54: Nein nicht überraschst weil sowohl das eine also es findet Zuwanderung in die Sozialsysteme statt als auch das Genenteil.

00:02:03: Sie findet nicht statt ist natürlich in der Politik eine eine Phrase die wir öfter gehört haben.

00:02:11: Aber natürlich für die Arbeitsministerin ist es einigermaßen überraschend, dass sie einen Statement abgegeben hat.

00:02:18: Dass das faktisch eigentlich nicht stimmt.

00:02:21: Das muss man einfach so sagen.

00:02:23: Sie sagen, es stimmt faktisch nicht?

00:02:25: Lassen wir uns da rein gehen!

00:02:27: Was heißt... überhaupt Einwanderung in die Sozialsysteme.

00:02:32: Meint das Menschen, die tatsächlich mit dem Ziel kommen, Sozialleistungen zu beziehen oder nur mit diesem Ziel?

00:02:40: Oder solche, die aus unterschiedlichen Gründen im Sozialsystem bleiben nachdem sie hier angekommen sind?

00:02:47: Ja diese beiden Bedeutungen schwingen natürlich immer mit in den politischen Gebrauch dieses Satzes und es sind tatsächlich zwei unterschiedliche Sachen.

00:02:55: also Faktisch falsch ist die Aussage sicherlich, wenn damit gemeint ist dass tatsächlich eine Zuwanderung in die Sozialsysteme stattfindet.

00:03:05: In dem Sinne das Zuwanderer tatsächlich längerfristig in sozial Leistungsabhängigkeit enden oder damit auch beginnen aber da rein nachbleiben.

00:03:15: Das ist tatsächlich der Fall, das können wir gleich nochmal ausführen.

00:03:19: Die andere Frage natürlich, inwiefern das auch ein Motiv ist um nach Deutschland zu kommen dass wir hier einen ausgebauten Sozialstaat haben.

00:03:30: Das ist nochmal eine ganz andere Frage die sich natürlich nicht so ganz leicht mit Statistiken beantworten lässt Weil das natürlich letztendlich etwas ist, dass sich in den Köpfen von Menschen abspielt.

00:03:40: Also die eine Frage können wir ganz leicht beantworten wenn wir auf die Statistiken schauen der Bundesanstalt für Arbeit.

00:03:46: Die sind sehr präzise, die zeigen ein ganz deutliches Bild.

00:03:49: Das andere ja da müssen wir in einen Köpfchen vom Leuten reingucken.

00:03:53: Lassen Sie uns dann bei dem klaren Bild bleiben was sie ansprechen.

00:03:58: Was zeigt dieses Bild?

00:03:59: Naja, dieses Bild zeigt dass wir momentan bei den sozialen Leistungsabhängigen eine Ausländerquote haben von nahezu fünfzig Prozent.

00:04:11: Also fast jede zweite Bürgergeldbezieher hat eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit.

00:04:17: und wenn mir da noch die nicht enthaltene Kategorie der Empfänger von Asylbewerberleistungen in Zurechtenden kommen wir sogar über fünfzig Prozent, also mehr als die Hälfte.

00:04:29: Etwa zweiundfünfzig dreiundfünftig Prozent.

00:04:32: Das zeigt schon dass das unser Sozialsystem zu einem ganz erheblichen Teil mit Leuten belastet ist, die aus Zuwanderer gekommen sind.

00:04:43: Wenn uns die Zahlen anschauen, einmal guckt man es also im Januar zwanzig sechsundzwanzig waren laut ZDF und der Berufung auf die Zahlen eben, der Bundesagentur für Arbeit rund zwei Komma vier eins Millionen ausländische Regelleistungsberechtigte in Bürgergeld Grundsicherung.

00:05:02: Der Anteil lag bei sechsundvierzig Komma fünf Prozent.

00:05:06: Die größte Gruppe stammt dabei aus der Ukraine gefolgt von Syrern und Gefolgen von Syrien Afghanistan unter Türkei.

00:05:18: Die Quote ist nicht nur hoch, aber die ist auch in den letzten fünfzehn Jahren sehr viel höher geworden.

00:05:24: Also die Zahl der ausländischen Sozialhilfeabhängigen hat sich mehr als verdoppelt.

00:05:30: Im gleichen Zeitraum ist die Zahl des deutschen Staatsangehörigen die Bürgergeldbeziehen um fast die Hälfte zurückgegangen.

00:05:39: Wir haben eine ganz deutliche Verschiebung auch in diesen letzten fünfzen Jahren.

00:05:44: Und sie haben schon die Gruppen genannt, wo diese Sozialleistungsabhängigkeit besonders groß ist.

00:05:49: Das sind natürlich die Leute, die hier als Asylbewerber und Flüchtlinge hergekommen sind.

00:05:54: Also es hängt mit diesem Zuwanderungsstrom zusammen Wenn man nochmal auf andere zuwandere Gruppen schaut zum Beispiel die EU-Ausländer Die natürlich in einer erheblichen Teil der ausländischen Bevölkerung in Deutschland ausmachen.

00:06:09: Die haben zwar auch eine etwas erhöhte Sozialleistungsquote in Vergleich zu den deutschen Straßen, aber nur ganz geringfügig.

00:06:20: Man kann es auch nochmal anders betrachten.

00:06:22: Wir haben das Interesse an erstmalen Quoten und absoluten Zahlen.

00:06:28: Aber man kann sich die Frage stellen wie ist es dann mit dem Verhältnis?

00:06:32: zwischen der Zahl der Leute, die tatsächlich einzahlt in die Sozialkassen und den Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind.

00:06:42: Weil wenn wir natürlich viel mehr Zuwanderer hätten, die Einzahlen in die Sozialkassen dann... wäre es immer noch kein ganz großes Problem, dass auch ganz viele sozialleistig verabregt sind.

00:06:55: Auch das ist ganz anders bei verschiedenen Zuwanderergruppen.

00:06:59: Wenn wir auf die deutsche Staatsangehörige schauen, dann haben wir erst mal zehn Menschen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind – also Einzahlen in den Sozialkassen – auf jeden Leistungsberechtigten.

00:07:11: Also ein Verhältnis natürlich, dass die Tragfähigkeit des Sozialstaates sichert.

00:07:18: Wenn wir auf die EU-Ausländer schauen, dann haben wir immer noch ein Verhältnis von sechs zu eins.

00:07:22: Auch das ist absolut nachhaltig!

00:07:25: Bei türkischen Staatsangehörigen sind wir dann schon bei etwa drei zu eins.

00:07:28: da wird es dann schon röchig.

00:07:30: aber das ist wahrscheinlich in der Bilanz auch noch positiv.

00:07:35: Aber wenn wir dann auf Syrien, Afghans, Ukrainien und im Prinzip die ganzen Flüchtlings- oder Asylbewerbergruppen schauen Dann haben wir eine deutlich größere Zahl an Leistungsabhängige als die Zahl der Menschen, die tatsächlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

00:07:53: Also diese Zuwanderungsgruppen formen eine deutliche Belastung für die Sozialsysteme.

00:08:01: Wohin liegt das?

00:08:03: Das liegt erst mal daran, dass diese Menschen nicht mit dem Zweck der Arbeitssuche nach Deutschland kommen.

00:08:11: Die kommen aus anderen Gründen.

00:08:13: Das sind im Prinzip Fluchtgründe.

00:08:16: aber es ist eigentlich immer Mit Ausnahme der Ukraine muss man sagen, weil in den Ukrainen ist ganz deutlich natürlich die Leute fliehen direkt aus einem Kriegsgebiet in die Europäische Union.

00:08:27: Da kann man immer noch fragen warum bleiben... aber es bleiben noch ganz viele in Polen, all die meisten sind in Poln also wann und auch welche weiter, aber die meisten bleiben eigentlich in der Nähe der Ukraine.

00:08:38: Bei den anderen Flüchtlingsgruppen ist das eigentlich anders.

00:08:40: da haben wir zu tun mit einer Sekundärmigration.

00:08:43: nehmen wir mal die Syrer.

00:08:45: Fast alle Syrer, die nach Deutschland gekommen sind waren vorher schon in der Türkei.

00:08:50: In der Türcke haben sie auch einen Schutzstatus und nicht mehr den Bürgerkrieg ausgesetzt.

00:08:55: Und viele waren schon Jahre in der Türkiye bevor sich in China noch Deutschland weiterzuziehen oder auch in andere europäische Länder.

00:09:04: Ganz kurz, wir gucken mal, dass wir den Begriff erklären.

00:09:07: Sekundärmigration bedeutet jemand war vorher in einem anderen Land wieder Türkei und ist eben nicht direkt aus Syrien nach Deutschland gekommen?

00:09:16: Ja

00:09:16: das sind nur ganz wenige die mit dem Flugzeug erst nach Deutschland geschafft haben aber fast alle waren vorher in der Türkeis.

00:09:23: sie waren natürlich auch vorher in Griechenland Sie waren in verschiedenen West-Walkan-Staten.

00:09:29: Also wenn Sie in Deutschland landen, dann ist der Grund warum sie sich Deutschland aus Zielland ausgesucht haben.

00:09:36: Das sind nicht mehr die Bomben von Russland unter Satz das sind andere Blünde.

00:09:40: und da steht natürlich die Frage im Raum inwiefern dass das Sozialsystem in Deutschland eine Rolle spielt.

00:09:49: Da denke ich, es ist sicherlich überzeugend zu denken dass bei den Leuten in der Türkei irgendwelche detaillierte Kenntnisse existieren über die Sozialleistungssätze hier in Deutschland und das auch noch im Vergleich zur anderen Nennen.

00:10:07: Aber was natürlich schon bekannt ist, ist, dass Deutschland einen ausgebauten Sozialstaat hat.

00:10:14: Viele Leute haben auch Familie, Bekannte hier von denen sie hören über wie es hier in Deutschland ist.

00:10:20: Es ist natürlich nicht nur eine Sozialleistung, sondern ein Bildungssystem das sehr gut ist.

00:10:26: Die Menschen die Kinder haben stellen sich noch einen Jahr an.

00:10:30: Aufenthalt in der Türkei.

00:10:31: die Frage, wenn das jetzt eine dauerhafte Situation wird.

00:10:34: Was wird aus meinen Kindern?

00:10:36: In der Türken gibt es zwar auch gute Schulen aber die kosten Geld.

00:10:40: Die sind Privatschulen.

00:10:42: Da denken die Leute schon auch hier in Westeuropa gibt es ein sehr gutes Bildungsangebot und ist es auch noch umsonst.

00:10:51: Und das gleiche gilt für das Gesundheitssystem.

00:10:54: also es ist ein ganzes Paket an Sozialstaatsleistungen, nicht nur das Bürgergeld.

00:11:00: Ich bin mir sicher die meisten kommen natürlich nicht um ihr Arbeitshaus zu sein aber da sie...

00:11:07: Ja und der kommt jetzt ist ja auch so.

00:11:08: wenn wir jetzt mal die Flugtursachen seit zwanzig fünfzehn nehmen und wo sind die Leute hin dann war es ja auchso dass Deutschland eben ein zumindest zu dem Zeitpunkt bis vor ein paar Jahren kann man vielleicht sagen und in Teilen immer noch Ein wirtschaftlich attraktives Land ist im Sinne von, dass die Wahrscheinlichkeit das man hier ein Job findet oder eine Ausbildung machen kann.

00:11:29: Die dann in einen guten Job mündet höher ist als in anderen europäischen Ländern?

00:11:35: Ja ich glaube es ist mittlerweile leider nicht so ganz der Fall.

00:11:38: aber klar!

00:11:40: Das Einkommensniveau auch wenn man einen Job findet... Es ist nur so.

00:11:43: man kann das auch sehen an andere Zuwandererströme.

00:11:47: also wenn man schaut was für Waren Menschen treffen mit ganz guter Ausbildung, die als Arbeitsmigrant zum Beispiel aus Indien oder China ihr Glück in andere Länder versuchen.

00:12:02: Die Menschen wissen dass sie gute Chancen auf den Arbeitsmarkt haben und die wählen oft nicht Westeuropa weil sie wissen hier ist der Steuerlast relativ hoch.

00:12:13: Ich kann viel mehr verdienen in Kanada, USA oder Australien.

00:12:18: Oder sogar in Großbritannien – da gehen auch viele hin!

00:12:23: Auch das hat nicht eine Sozialstaat zu tun.

00:12:25: Aber im umgekehrten Sinne ist es weniger attraktiv für diese gut ausgebildeten Migranten hierherzukommen und für Menschen die natürlich hoffen dass sie ein Job finden aber oft Menschen Assyrien zum Beispiel, die nicht über Bildungsqualifikation verfügen die auf den deutschen Arbeitsmarkt nachgefragt sind, die wissen dann sie nach Deutschland gehen.

00:12:50: Klar ich werde einen Job suchen aber wenn ich keine finde, dann habe ich immer dieses Sicherungsnetz das mich auffangen wird.

00:12:59: Zurück genau zu diesem Sicherungs-Netz und dem Ursprungssatz von VBARS es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein von dem Sie sagen der ist falsch Wenn wir Über Zahlen sprechen.

00:13:12: Gibt es Befragungen, gibt es Daten, Fakten die das belegen?

00:13:19: Die klar sagen, dass es diesen Anreiz gibt.

00:13:23: Dass Leute sagen, das Sozialsystem ist besonders attraktiv in Deutschland und auch deswegen suche ich mir Deutschland aus!

00:13:32: Nein, nicht so direkt.

00:13:34: Wenn man den Leuten fragt – wir haben das selbst vor allem bei Westafrikanischen Migranten gemacht aber die sind eigentlich die größte Gruppe und auch stark vertreten unter den Asylbewerbern – der erste Grund, die immer genannt wird ist Arbeitssuche.

00:13:52: Die Leute wollen schon eine Arbeit finden, aber zur gleichen Zeit sind sie rational und wissen dass in bestimmten Ländern Die Chance größer ist, dass auch wenn man keine Arbeit findet.

00:14:06: Dass man trotzdem ein anständiges Leben führen kann.

00:14:09: Dass wir trotzdem gute Bildungschancen für die Kinder hat.

00:14:13: Wenn man krank wird.

00:14:14: Trotzdem ein gutes Gesundheitssystem vorfindet.

00:14:18: Das ist alles völlig rational und verständlich.

00:14:21: Sie und ich würden genauso handeln wie diese Menschen aber Faktum ist letztendlich das wir dadurch eine Zuwanderung haben vor allem in den letzten fünfzehn Jahren in die falsche Richtung gedreht ist.

00:14:35: Wir hatten lange Zeit, vor allem nach der EU-Osterweitung ein Zuwanderungsmuster von Menschen mit sehr hohen Beschäftigungsquoten und niedrigen Sozialleistungsabhängigkeitsquoten der sehr positiv gewesen ist für die deutsche Gesellschaft und für die deutschen Wirtschaft.

00:14:56: Leider ist es aber so, dass feines auch mittlerweile Ländern wie Polen deutlich besser geht, wirtschaftlich oder sogar sehr gut geht, das viele zurückwandern und das vor allem sehr wenige noch auswandern also in einem Zeit kurz zum negativen Nettozuwandungsraten mehr Menschen aus den ehemaligen neuen EU-Mitgliedstaaten auskommen.

00:15:25: Das heißt, diese Zuwanderungsform die sehr günstig für Deutschland gewesen ist in den letzten zwanzig Jahren, die ist langsam ausgetrocknet und zugleich sehen wir eine Zunahme seit zwei tausend fünfzehn vor allem von Fluchtmigrazellen, die nun gerade nicht einen positiven Beitrag zum Erhalt des Sozialstaates oder auch zum Meistern des demografischen Wandels leistet.

00:15:49: Warum sagen Sie das so klar, dass es nicht leistet?

00:15:53: Weil da gibt es ja auch eine politische Diskussion.

00:15:57: In gewissen Teilen auch ne Glaubensfrage.

00:15:58: die einen sagen Das was da passiert das ist etwas Was am Ende ja Deutschland Geld kostet.

00:16:07: andere sagen Dass wir genau diese Migration brauchen.

00:16:11: also stichwort Facharbeiter das wird da auch untersüren oder Afghanen Facharbeiter finden, die wir in Deutschland brauchen.

00:16:20: Warum sagen Sie so klar?

00:16:22: Das was wir da jetzt in den letzten zehn Jahren erlebt haben oder in den ersten elf Jahren ist negativ für uns?

00:16:30: Aus zwei Gründen.

00:16:31: erstmal was ich schon genannt habe wenn man schaut auf das Verhältnis zwischen den Menschen die einzahlen in die Sozialkassen und dem Menschen die abhängig sind von Sozialleistungen unter diesen Zuwanderngruppen Dann haben wir eine fast zweifache Größe der Zahl von Leistungsabhängigen als vom Menschen, die in nicht so zahlkassen einzahlen.

00:16:55: Das kann es sich logischerweise schon nicht rechnen!

00:16:59: Zweitens nicht für Deutschland, aber für einige andere europäische Länder liegen sehr gute Daten vor.

00:17:08: Basis und Afrikister also vollständige Daten keine Umfrage-Daten, aber Populationsdaten über den Beitrag, über dem ganzen Lebenslauf von verschiedenen Migrantengruppen an die Staatsgasse letztendlich Und die zeigen ein sehr differenziertes Bild, in dem Sinne dass man keine Aussagen machen kann über Zuwanderung insgesamt.

00:17:36: Es hängt alles von der Zusammensetzung ab.

00:17:38: Aber diese Gruppe vom Fluchtmigranten ist in diesen Ländern wo diese Daten vorliegen das sind die Niederland und Dänemark ganz deutlich negativ.

00:17:49: über den Lebenslauf

00:17:50: Könnte es auch sein, dass diese Daten sich im Laufe der Zeit positiver entwickeln, also dass es Zeit braucht im Vergleich zu zum Beispiel denjenigen die aus der Türkei gekommen sind vor vielen Jahren das dann die zweite dritte Generation dann hier aber für den Arbeitsmarkt extrem positiv sein kann.

00:18:11: Also könnte sich das bei den Syrern bei anderen auch so entwickeln?

00:18:17: Die Daten, die ich genannt habe, beziehen sich auf den Lebenslauf.

00:18:20: Also das geht dann schon... also die Leute, die jetzt sozusagen im Kindesalter einreisen da ist es schon sozusagen mit Sicherheit Basis der Daten in Vergangenheit aber das ist eigentlich schon mal... eingerechnet.

00:18:33: Man kostet erst mal, das kosten alle und nicht nur Zuwanderer.

00:18:37: Wir kosten den Staat oder den Steuerzahlen, also Geld so lange wie eine Ausbildung machen.

00:18:43: Und später wenn wir Rente gehen, dann kosten wir auch Geld.

00:18:46: Das geht darum was ist das Verhältnis?

00:18:48: Wie viel zahlt man ein während des erwerbsfähigen Alters um diese Leistungen in der Kindheit im Alter zu kompensieren?

00:19:01: Und das zeigen diese Daten, dass für dieses spezifische Zuwanderergruppen negativ ist.

00:19:07: Für andere zum Beispiel die EU-Migranten ist es deutlich positiv.

00:19:13: Die Antwort lautet auch nicht gleich für unterschiedliche Länder.

00:19:18: Es gibt solche Studien auch für den USA

00:19:20: z.B.,

00:19:21: die zeigen deutlich, dass Zuwänderung dort insgesamt deutlich positiv ist.

00:19:28: damit zu tun, dass die Zusammensetzung der Zuwanderung in den USA eine ganz andere ist als in Europa.

00:19:36: Das durchschnittliche Bildungsniveau von Migranten in den USA ist höher als das der in den usa geborenen Bevölkerung und logischerweise hat man dann natürlich einen positiven Beitrag.

00:19:49: aber wir haben eine völlig andere zusammensetzende Migration in Europa Und das hängt eigentlich mit zwei Sachen zu tun.

00:19:57: Was ich schon sagte, wir sind weniger attraktiv für hochqualifizierte Migranten in der Welt und wir sind wegen des höheren Steuerlastes, wegen geringeres Einkommensniveau – also auch in meiner Zone zum Beispiel!

00:20:16: Man verdient das Professorin in den USA ein Vielfaches von dem, was man in Deutschland verdient.

00:20:21: Nicht dass wir schlecht verdienen aber wenn jemand die Wahr hat es in die USA zu gehen und in Deutschland zu gehen ist die leicht gemacht.

00:20:29: Und das zweite ist eben die Fluchtursachen oder beziehungsweise die Kriege der vergangenen Jahre, dass sehr viel mehr Menschen jetzt ohne den klassischen Weg, ohne sich auf etwas zu bewerben nach Deutschland gekommen sind?

00:20:46: Ja, und da haben wir natürlich mit einer anderen geografischen Lage zu tun als zum Beispiel die USA oder Australien.

00:20:53: Wir sind nun mal in der direkten Nähe der Krisenherde der Welt und deshalb relativ gesehen leicht zu erreichen.

00:21:02: Lass uns nochmal ein bisschen tiefer einsteigen.

00:21:04: also wenn wir uns das Bürgergeld beziehungsweise die Grundsicherung anschauen Wie viele Menschen in Deutschland beziehen diese und wie viel haben davon Migrationshintergrund?

00:21:19: Ja, ich glaube das hatten wir am Anfang schon angesprochen.

00:21:21: Also wir reden dann von einer Quote, eine Ausländerquote von nahezu fünfzig Prozent Und wenn man die Asylbewerberleistung noch mit rein rechnet, die auch ein Art von Sozialhilfe sind allerdings auf einem niedrigeren Niveau Dann kommen wir sogar über die Fünfzig Prozent.

00:21:42: Und insgesamt reden wir, glaube ich im Moment über fünf Millionen Menschen und davon ungefähr zwei Komma sechs Millionen Ausländer.

00:21:52: Wenn wir dann nochmal die Vereinsteigen bei den Gründen also Qualifikationen Sprache Aufenthaltsstatus Familienstruktur Diskriminierung Arbeitsverbote, die es ja auch gibt oder tatsächlich falsche Anreize.

00:22:08: Was ist der Grund dafür, dass diese Zahlen eben so hoch sind?

00:22:13: Ja es gibt verschiedene Gründe aber ich fange mal an mit einem, der ein absoluter Mythos ist, obwohl er immer vier oft an erste Stelle genannt wird nämlich die Arbeitsverbote.

00:22:25: Also die gelten für die meisten Gefrüchte nur für eine relativ kurze Zeit, während sie im Asylverfahren sind und auch dann noch nicht die ganze Zeit.

00:22:39: Wenn man auf die Gruppe der Syrer schaut zum Beispiel da haben wir eine sehr kurze durchschnittliche Verfahrensdauer bei neunundneinzig Prozent des Syrer bis vor kurzem anerkannt wurden.

00:22:50: das heißt fast alle Syrer Deutschland wohnhaft sind, sind anerkannt als Flüchtlinge haben damit den vollständigen Zugang zum Arbeitsmarkt ohne jede Beschränkung.

00:23:06: Trotzdem sehen wir das nur etwas über vierzig Prozent eine Beschäftigung haben und dass wir zweimal so viele Söhne haben die leistungsabhängig sind als die die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

00:23:21: also die arbeitsverbote sind es nicht.

00:23:24: Fehlende Qualifikation ist ein ganz wichtiger Teil der Erklärung.

00:23:31: Es werden natürlich oft die Beispiele genannt von den syrischen Ärzten, das ist tatsächlich ein sehr positives Beispiel.

00:23:38: Die größte Gruppe von ausländischen Ärzte in Deutschland sind die Syrer und das sind mehrere Tausend und die brauchen wir natürlich sehr dringend Aber diese nicht repräsentativ für die große Masse der Syrer.

00:23:54: Die meisten Syrer sind sehr niedrig gebildet, die Frauen haben oft gar keine Bildung und das erklärt warum insgesamt die Beschäftigungskurte der Syre so gering

00:24:07: ist.".

00:24:07: Was könnte die deutsche Regierung aus ihrer Sicht tun um diese Beschäftigungsquote zu erhöhen?

00:24:12: Und mehr Menschen dort aus dem Bürgergeld rauszubekommen?

00:24:17: Ja, das ist sehr schwierig.

00:24:19: Also ich glaube es ist nicht mein Spezialgebiet.

00:24:22: aber die Regelsätze jetzt für Alleinstähende, die unterscheiden sich nicht ganz wesentlich von anderen Ländern.

00:24:31: Aber wenn man zählt was zusammenkommt mit Regelsatz plus Wohngeld plus die Bezahlung der Heizkosten Wenn es um eine Familie geht, was alles dazukommt wenn da mehrere Kinder sind.

00:24:47: Und wenn man zum Beispiel auf südische Familien schaut die haben eine deutlich größere Kinderzahl im Schnitt als die Durchschnittsbevölkerung.

00:24:56: und da kommen dann manchmal Beträge zusammen in Verbindung auch mit der Tatsache dass bei Ländern wie Syrien Afghanistan die Neigung aus kulturellen Gründen von Frauen um sich auf den Arbeitsmarkt zu begeben, teilweise auch weil sie relativ viele Kinder haben.

00:25:16: Sehr gering ist so dass nur der Mann dann das Haushaltseinkommen verdienen muss.

00:25:22: ja dann ist es oft nicht lohnenswert vor allem wenn man dann nicht über ein hohes Qualifizierungs-Liveau verfügt.

00:25:29: Dann lohnt es sich einfach nicht eine Arbeit nachzugehen weil man einfach damit niemals mehr verdienen könnte als man Leistungen bekommt.

00:25:40: Ein Teil tut es trotzdem, muss man sagen.

00:25:43: Aber die bekommen trotzdem zusätzliche Zusaarleistungen.

00:25:46: Die Leistungsabhängige bestehen zum Teil aus Menschen, die zu hundert Prozent leistungsabfähig sind aber es gibt auch eine nicht unerhebliche Zahl, die zwar einen Mini-Job haben oder die unterbeschäftigt sind oder die sehr wenig verdienen weil sie so ein niedriges Bildungsniveau haben.

00:26:03: und wenn das dann Familien sind bekommt oft trotzdem noch Bürgergeld.

00:26:07: dazu

00:26:08: Sind die Leistungen, also wenn wir uns in Sozialstadt anschauen, sind sie in Deutschland tatsächlich höher als in anderen europäischen Ländern?

00:26:16: Ich vergleiche jetzt mal mit Europa.

00:26:18: Ich erinnere mich an den Interviews, die ich geführt habe unter anderem mit dem griechischen Ministerpräsidenten mit Zutakis und mit dem ich danach auch noch länger diskutiert habe, da ging es um Flüchtlinge.

00:26:29: Und er hat sich gemäß gesagt naja ihr müsst euch ja nicht wundern wir können uns das eben nicht leisten das zu zahlen was ihr in Deutschland zahlt an Sozialleistung für die Flüchtlings.

00:26:40: Insofern ist es doch vollkommen klar dass da mehr Menschen lieber in Deutschland sind als bei uns.

00:26:47: jetzt sitte ich mir zur Tag.

00:26:49: Wie kann das eigentlich sein wenn wir über einen europäischen Binnenmarkt sprechen?

00:26:55: offenbar so viele unterschiedliche Systeme gibt und dass das eine Land irgendwie attraktiver ist als das andere.

00:27:02: Ja, hat historisch und kulturelle Gründe in wirtschaftlichen Gründen zu Teilach.

00:27:06: also wir sind natürlich auch ein Bolhabendes Land aus Griechenland aber im Sozialstaat es ist auch ja eine kultureller Gegebenheit.

00:27:17: Wir in Deutschland, in anderen Nordwesteuropäischen Ländern, in Skandinavien Wir schätzen den Sozialstaat sehr.

00:27:25: Das ist eine unserer Identitätsmerkmale kann man schon sagen, das heißt es ist uns etwas wert und ja das macht uns dann auch natürlich attraktiver aus Griechenland geschweige denn wenn wir den Vergleich mit der Türkei machen würden.

00:27:42: also Ökonomisch rational gesehen ist es völlig verständlich, dass Migranten diese Entscheidung treffen.

00:27:50: Und da natürlich der Sozialstaat so stark mit unserer Identität verbunden und die meisten Leuten in Deutschland den Sozialstaaten auch schätzen und erhalten wollen, wäre es ... Natürlich kann man sagen wir sollten jetzt den Sozialstart abbauen dann machen wir uns natürlich wenig... sehr attraktiv.

00:28:14: Aber dann schaffen wir etwas ab, dass uns auch ganz viel wert ist.

00:28:19: Also das kann eigentlich nicht der Weg sein.

00:28:22: Der Weg müsste sein, dass wir die Zuwanderung besser steuern.

00:28:26: Dass wir die Zuwanderungen besser in den Griff bekommen und dass wir umsteuern von dieser, diese Mix von Zuwänderungen, die wir im Moment haben, die dominiert wird von Fluchtzuwanderungen zu einem besseren Mix, wo Arbeitsmigration in den größeren Komponenten ausmacht und wir die Zahlen der Fluchtmigration besser dosieren.

00:28:54: Herr Kobmanns jetzt wenn uns Friedrich Merz jetzt zuhört dann würde der Bundeskanzler sagen Moment mal Herr Kobanns ich habe doch alles im Griff seitdem mich Bundeskantler bin.

00:29:02: also er verweist ja teilweise auch zurecht auf die Zahlen, die sehr viel niedriger sind als noch im vergangenen bzw.

00:29:11: vorvergangenen Jahr?

00:29:12: Ja sie sind sehr viel niederger, aber sie sind immer noch hauch und

00:29:17: v.a.,

00:29:18: sie sind nicht nachhaltig niedrige.

00:29:20: Also es sind Teilhäuser...

00:29:21: Wo übersprechen wir da?

00:29:22: Welchen

00:29:25: Zahlen?

00:29:25: Wir sprechen immer noch über hunderttausende pro Jahr, die hierher aus Fluchtmigrant kommen.

00:29:34: Und dass die Zahlen jetzt niedriger sind, hat teilweise mit Maßnahmen der Bundesregierung zu tun.

00:29:44: Die aus der Art der Sache nur befristet sein können und die Grenzkontrollen.

00:29:48: Das kann kein Dauerzustand sein.

00:29:50: Ich pendle regelmäßig zwischen den Niederlanden und Deutschland.

00:29:55: Jedes Mal wenn ich in Deutschland wieder einreise... stehe ich im Stau an der Grenze.

00:30:01: Das hat hoher wirtschaftliche Kosten, das hat auch hohe Kosten auf Dauer für den Prozess der europäischen Integration, weil es etwas mit den Menschen tut.

00:30:15: Es wurde immer etwas Positives empfunden dass wir diese Grenzkontrollen nicht mehr hatten und Das Gefühl der europäischen Einheit nicht gut, dass wir das jetzt haben.

00:30:28: Ich verstehe völlig, dass das nützlich war in einer Zeit wo die Zahlen sehr stark in die Höhe ging und es jetzt auch tatsächlich... gelungen ist das zu reduzieren, aber es kann kein Dauerzustand sein.

00:30:42: Und zweitens haben wir natürlich eine Lage in der Welt vor allem in Syrien die dazu geführt hat dass die Zahl der Fluchtmigranten etwas abgenommen hat.

00:30:53: Aber es braucht nur etwas zu passieren und es ist gewissermaßen schon dabei zu passieren.

00:30:58: Es muss vielleicht nur noch hier landen wenn zum Beispiel plötzlich ein Flüchtlingsstrom von Menschen aus dem Iran oder aus Libanon den palästinensischen Gebieten sich auf den Weg nach Europa macht und erste Anzeichen schien schon da.

00:31:14: Zum Beispiel in den Niederlanden sind die Zahlen der Menschen mit palästeninschischem Hintergrund, die einen Asylantrag gestellt haben in den letzten Monaten schon stark angestiegen.

00:31:25: also wir haben keine strukturelle Änderung, die dafür sorgen dass ein Zwei-Tausend Fünfzehn oder auch ein Zweitausend Dreiundzwanzig Vierund Zwanzig sich nicht wiederholen kann.

00:31:37: Jetzt ist es so, Herr Guckmanns.

00:31:39: Wenn Menschen nach Deutschland kommen als Asylbewerber dann bekommen sie ja nicht sofort Bürgergeld sondern Leistung nach dem Asyl Bewerber-Leistungsgesetz.

00:31:53: Was genau bekommt man da aktuell?

00:31:56: Ja das ist ein Satz der deutlich niedrig ist dass die Sozialhilfe und bestimmten Bundesländern wird das auch teils oder ganz im Sinne von Sachleistungen ausgezählt.

00:32:07: Also das ist deutlich weniger attraktiv, wenn man so sagen darf als das reguläre Bürgergeld.

00:32:14: Aber für diejenigen, die gute Chancen haben auf eine Anerkennung dauert diese Zeit der Ablehigkeit von Asylbewerberleistungen meistens relativ kurz.

00:32:29: Sobald man anerkannt ist aus Flüchtlinge hat man genau die gleichen Rechte auf Bürgergeld wie jede andere Einwohner Deutsch-Schwanz und ist mal einfach auf diesem ganz normalen Bürgergeldniveau.

00:32:42: Genau bei dieser Frage, also gibt es immer wieder Debatten da geht's auch um Leistungssenkungen insgesamt.

00:32:54: Wenn die deutsche Regierung der Sanktionen verschärft oder auch Leistungen verändern will, dann gibt es oft und gab es auch zuletzt Gerichtsentscheidung.

00:33:04: Und die ein menschenwürdiges Existenzminimum verlangen.

00:33:09: Das gilt für alle ab diesem Zeitpunkt.

00:33:12: Egal ob man aus Syrien gekommen ist hier in Deutschland geboren ist und dann eben in Bürgergeldgrundsicherung gelandet.

00:33:23: Wie groß ist der politische Spielraum überhaupt, wenn es diese Gerichtsentscheidung gibt?

00:33:29: Ja, das ist natürlich ein Problem.

00:33:32: Ich bin auch kein Jurist kann es nicht ganz genau einschätzen aber ich denke als Politiker würde ich da so vorgehen dass ich mal auf die Nachbarländer schauen würde jetzt nicht auf Griechenland oder Portugal aber einfach auf die Niederlande Österreich, die Skandinavische Länder, Dänemark und schauen was bieten diese Länder eigentlich an Bürgergeldniveau?

00:33:52: Und von dem was ich weiß ich sage das vorher schon Der Regelsatz für eine Einzelperson, die unterscheidet sich in Deutschland, liegt so sehr von anderen Nachbarländern.

00:34:04: Aber wenn man schaut auf dem was zusammenkommt mit den Zusatzleistungen und den Familienzuschlägen, Kinderleistung

00:34:12: usw.,

00:34:13: dann kommt oft viel Bestimmte... Konstellationen, die relativ häufig auftreten gerade bei dieser Population von Fluchtmigranten aus Ländern mit stark patriarchalen Wertvorstellungen wo Frauen oft nicht arbeiten oder die Kinderzahl relativ groß ist.

00:34:34: Da denke ich da gibt es Möglichkeiten.

00:34:36: und ja ob man das dann juristisch durchkriegt.

00:34:40: Ich würde da argumentieren, auch in den Niederlanden oder den Schweden oder Dänemark wird an den Leuten ein menschwürdiges Leben ermöglicht.

00:34:50: und wenn man feststellt dass es in Deutschland deutlich höher ist dann kann man schwer argumentieren.

00:34:55: Würde ich sagen habe das letztendliche Richter der entscheiden muss.

00:34:59: aber ich würde dann sagen dann ist es schwer zu argumentieren dass wir deutlich mehr bieten müssen als andere liberale Demokratien in Nordwesteuropa.

00:35:09: Jetzt habe ich am Anfang schon gesagt, das ist auch ein bisschen eine Glaubensfrage geworden bei Blick auf Zuwanderung und dass viele auch argumentieren und sagen ja aber wir brauchen eben Fachkräfte.

00:35:21: Auch Migranten die herkommen nicht nur Fachkräften sondern eben auch andere Jobs übernommen werden müssen.

00:35:30: wenn man mal auf die Zahl von denjenigen geschauen die zu uns gekommen sind mehr als Das

00:35:59: sind Zahlen, die basieren auf Umfragen.

00:36:01: Auf Hofrechnungen auf der Basis von Umfragen!

00:36:06: Da kann man schon seine Zweifel haben, ob diese tatsächlich stimmen.

00:36:09: Zumindest sind sie... Na ja, weil da wird versucht die gleichen Menschen über die Zeit mehrmals zu befragen und dann zu schauen wie deren Arbeitsmarktverläufe sind.

00:36:24: Das Problem ist solch eine Umfragung, aber wenn man die Leute in den Jahr zwei Tausend Fünfzehn befragt dann ist vielleicht nur noch sechzig Prozent der Leute, die damals befragt wurden bereit beim zweiten Mal nicht zu machen.

00:36:38: Bei dritten mal ist es vielleicht nur ein Drittel von den ursprünglichen Befragten so dass man kann zwar sagen ja von den zweitausendfünfzehnten gekommenen haben Heutzutage so viel ein Job, aber in der Umfrage sind tatsächlich ganz wenige Leute drin die in all diesen Wellen noch dabei waren.

00:36:57: Also da wird hochgerechnet das machen sie natürlich an einem Amia Bay so gut wie die das können und nach guten Gewissen.

00:37:05: aber es ist letztendlich eine Hochrechnung.

00:37:07: Und wenn man schaut auf die Daten die wir wohl präzise kennen nämlich die Daten der Bundesanstalt für Arbeit, die komplette Daten sind über den Arbeitsmarktzustand.

00:37:20: Dann sehen wir das wenn wir zum Beispiel auf die Syrer schauen dass von den Menschen mit syrischen Flüchtlingshintergrund deutlich unter vierzig Prozent beschäftigt sind.

00:37:33: also das ist ein anderer Zahl.

00:37:35: das sind natürlich nicht alles.

00:37:36: Leute die seit zwei tausend fünfzehn hier sind da sind welche dabei die waren schon früher gekommen und es sind natürlich auch welche dabei.

00:37:43: sie sind später gekommen sodass die zwei Zahlen nicht direkt miteinander zu vergleichen sind.

00:37:49: Aber für den letztendlich, was bedeutet diese Zuwarnung für den Sozialstaat?

00:37:57: Ist natürlich die Zahl... der Bundesanstalt für Arbeit letztendlich die entscheidende.

00:38:03: Das ist die Zahl, die zeigt wie viele von diesen Leuten dieser Gruppe.

00:38:08: Diese Zuwanderung ist ja nicht eine Momentaufnahme.

00:38:11: Wir hatten nicht nur zwei Tausend Fünfzehn Zuwänderungen, sondern das ist ein durchgehender Prozess.

00:38:17: und auch wenn vielleicht irgendwann mal die Arbeitsmarktleistung derjenigen, die schon ganz lange hier sind positive Wert haben wir immer noch das Problem, dass immer wieder neue Leute hinzukommen die wieder bei Null anfangen und eine ganz geringe Arbeitsmarktbeteiligung haben.

00:38:36: Was ist mit Ukainern Herr Kopmanns?

00:38:38: Das haben wir vorhin schon mal kurz angesprochen, dass gerade die Arbeitsquote bei denjenigen, die dann in Polen waren sehr viel positiver ausgefallen ist als in Deutschland.

00:38:50: gibt es da seriöse Erhebung weshalb Im Vergleich zu anderen Ländern, Ukrainer hier in Deutschland erst spät oder bis heute gar nicht einen Job angenommen haben?

00:39:03: Ja.

00:39:03: Also nicht nur im Vergleich zu Polen auch im Vergleich zur Niederland zum Beispiel ist die Arbeitsmarktbeteiligung unter ukrainischen Flüchtlingen deutlich geringer in Deutschland.

00:39:13: Wovon sprechen wir da bei den Zahlen?

00:39:15: also was der Unterschied?

00:39:16: Nein, in Deutschland reden wir über eine ganz geringe Arbeitsmarktbeteiligung.

00:39:24: Von den ganzen Flüchtlingsgruppen ist das Verhältnis zwischen leistungsabhängiger und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am schlechtesten bei den Ukrainern – also ungefähr zweieinhalb Leistungsberechtigte auf jeden sozialversicherungspfichtigt Beschäftigte.

00:39:44: Und in den Niederland zum Beispiel haben wir schon an der Arbeitsmarktquote um die fünfzig Prozent, das ist vielleicht auch noch nicht optimal.

00:39:53: Man muss natürlich nicht vergessen bei den Ukrainerinnen, reden wir eigentlich vor allem über Ukraine-Rennen und nicht wenige davon haben auch Kinder oft kleine Kinder.

00:40:04: Das heißt es ist eine Gruppe die natürlich schwieriger in den Arbeitsmarkt zu integrieren ist zumindest kurz und mittelfristig als normalerweise junge Männer im arbeitsfähigen Alter, also deshalb vergleicht man auch sehr unterschiedliche Gruppen bei den Syrien und zum Beispiel hauptsächlich junge Männer.

00:40:26: Bei den Ukrainerinnen oft mit kleinen Kindern.

00:40:33: Aber das gilt natürlich für Polen, für Deutschland und die Niederlande gleichermaßen.

00:40:39: Das heißt diese große Unterschiede im Arbeitsmarkterfolg oder Integrationserfolg von Ukrainerinnen, die müssen etwas zu tun haben mit dem Kontext Wir haben ja keine andere Ukraine in Niedersland als in Polen oder in den Niederlands Sie stoßen einfach ein anderes Sozialsystem die Anreize, um ein Job anzunehmen anders setzt als in anderen Ländern.

00:41:07: Geht es da um das was man bekommt worüber wir gesprochen haben oder auch um Druck?

00:41:12: Also um Sanktionen, die ja auch immer wieder diskutiert werden?

00:41:15: Ja es geht auch um Druck.

00:41:16: also wir haben in Deutschland natürlich auch ein System dass sehr darauf auf die Offenung setzt Menschen langfristig in relativ hohe Qualifikationsniveaus in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

00:41:31: Das heißt, lange Zeit besteht auch die Verpflichtung eine Arbeit aufzunehmen nicht so lange man noch ein Sprachkurs macht und noch die Einbürgerungskurse abschließen muss usw.. Also es gibt einen relativ langen Zeitraum in Deutschland, wo die Pflicht zur Arbeitsaufnahme nicht existiert.

00:41:53: Da kann man auch nochmal eine Ausbildung machen und so weiter um sich besser zu qualifizieren.

00:41:58: Das das kann natürlich längerfristig eine gute Wahr sein.

00:42:05: aber wenn man jetzt an die Ukraine denkt dann soll man doch hoffen dass die Menschen innerhalb absehbarer Zeit wieder zurück in die Ukraine gehen können und dort helfen können ihr Land wieder aufzubauen.

00:42:22: Und dann geht es eigentlich nicht darum, also der Ansatz in Deutschland ist eigentlich Leute kommen hierher aus Flüchtlinge und wir gehen davon aus das sie für immer bleiben werden.

00:42:32: Wenn man das natürlich aus Annahme hat, dann macht es vielleicht Sinn um ganz viel Zeit zu investieren in Sprachkursen und Ausbildung usw.

00:42:45: Wenn aber der Ansatz ist wir bieten temporären Schutz und wenn die Schutzgründe entfallen sind dann werben müssen die meisten diesen Leute auch wieder zurückkehren, dann macht es mehr Sinn um die Leute eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten und vielleicht auch eine Arbeit annehmen zu lassen, die vielleicht nicht unbedingt auf ihrem Niveau ist.

00:43:08: Und nicht in dem Beruf dass sie in Syrien oder der Ukraine ausgeübt haben, obwohl wir jetzt zumindest ihr eigener Lebensunterhalt bestreiten können.

00:43:17: Herr Grumanns aus Ihrer Sicht letzte Frage was für Deutschland Was sollte ein Vorbild sein?

00:43:23: An welchem Land sollten wir uns orientieren, was das besser macht als wir.

00:43:30: Ja ich glaube in Europa können wir auf Dänemark schauen und außerhalb Europa können noch besser auf Australien schauen.

00:43:38: Letztlich ist eine Frage wie bekommen wir die Fluchtzuwanderung unter Kontrolle?

00:43:45: Ein Teil des Problems dort nämlich sind nicht nur die durchschnittlichen Zahlen aber auch das starkwellenförmige Muster.

00:43:53: Wir haben im Jahr zwei Tausend Fünfte in der Nacht sehr kurze Zeit, sehr viele Menschen integrieren müssen.

00:43:59: Natürlich gelingt es viel weniger gut als wenn man gut dosiert über die Zeit immer eine verheersachbare Zahl von Menschen aufnehmen muss.

00:44:07: Da kann man sich darauf vorbereiten Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, Bildungssystem und so weiter.

00:44:12: Also diese starke Fluktuation sind auch sehr nachteilig für die Integration.

00:44:17: Also Australien hat es geschafft und Danemark ist in Europa auch das Land, das am besten gemeistert hat.

00:44:25: Um zu steuern von einer spontanen Fluchtzuwandlung wo wir einfach die Leute aufnehmen, die sich spontan an unseren Gänsten melden, die manchmal eine Fluchtberechtigung haben, manchmal auch nicht aber dann schaffen wir es trotzdem nicht diese abzuschieben.

00:44:41: fehlende Zusammenarbeit der Erkunftsländer, fehlender Dokumationen und Reisepapiere usw.

00:44:48: Und umzusteuern in die Richtung einer geregelten Aufnahme von Flüchtlingskontigenten wo man dann auch mit berücksichtigen kann dass ein Teil dieser Menschen über Qualifikation verfügen soll damit eine solche Flüchtlinge Community auch im Stande ist sozusagen auch im eigenen Interesse erfolgreich zu integrieren.

00:45:14: und das kann man in Australien sehen, dass man es dort geschafft hat um die gleiche Zahl von Flüchtlingen.

00:45:23: Also nicht, dass ist keine Reduzierung, die gleicher Zahl zumindest durchschnittlich gesehen pro Jahr aufzunehmen aber auch auf eine viel geregelte Art und Weise.

00:45:32: dann wissen.

00:45:33: Dann wissen erstens die Flüchtlinge, die Einwanderung.

00:45:36: Die wissen vom Tag eins dass sie einen gesicherten Bleibestatus haben gleich an jeder Erätikation arbeiten können.

00:45:43: keine Unsicherheit aber auch die aufnehmende Gesellschaft die weiß weil die Selektion dann in den Erstaufnahmeländern stattfindet dort auch Sicherheitsprüfungen und zwar sehr akribische vorgenommen werden.

00:45:58: Sie wissen das sind wirklich Leute die unseren Schutz brauchen.

00:46:04: Da sind auch keine potenzielle Terroristen dazwischen.

00:46:10: Und wir nehmen in dem Fall natürlich ganze Familien auf.

00:46:14: Das Muster, was wir jetzt haben von vielen jungen Männern mit niedrigen Qualifikationen ist nicht nur für die Arbeitsmarktintegration aber auch für andere Bereiche, Bereich Kriminalität – auch nicht besonders günstig!

00:46:29: Herr Gruppmanns, herzlichen Dank für Ihre Zeit.

00:46:32: Für die Analyse des Satzes von Bärbel-Bars und dass wir da mal viel tiefer reingeschaut haben als in ganz häufigen öffentlichen Debatten.

00:46:41: großartig das Sie heute bei uns waren.

00:46:43: Danke!

00:46:45: Danke, dass ihr wieder zugehört habt.

00:46:47: Vielen Dank auch für das viele Feedback auf ronsheimer.tv.

00:46:52: Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts wo Ihr mich persönlich kontaktieren könnt.

00:46:57: Das glauben manchmal die Leute gar nicht aber ich schauen mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte darum lasst weiter Likes da bei Spotify Apple wo immer ihr den Podcast hört bei YouTube natürlich wo ihr dem podcast auch sehen könnt Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert und das hilft uns wirklich sehr.

00:47:20: Ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatoff in der Redaktion, bei Liven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Moll!

00:47:34: Herzlichen Dank und alles Liebe!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.