Wie Merz die Deutschen verlor. Mit Hendrik Wieduwilt
Shownotes
In dieser Folge von RONZHEIMER. analysiert Paul Ronzheimer gemeinsam mit Kommunikationsberater Hendrik Wieduwilt, warum die Regierung nicht nur an ihren Inhalten, sondern vor allem an ihrer Vermittlung scheitert. Es geht um Friedrich Merz, gebrochene Versprechen, fehlende Empathie und die Frage, weshalb Reformen in Deutschland zwar als notwendig gelten, politisch aber kaum überzeugend erklärt werden.
Wieduwilt beschreibt, warum gute politische Kommunikation mehr ist als Verpackung - und weshalb Merz aus seiner Sicht zwar in der Opposition funktionierte, als Kanzler aber daran scheitert, Vertrauen, Gemeinschaft und eine klare Richtung zu vermitteln. Was fehlt dieser Regierung: ein gemeinsames Ziel, ein glaubwürdiger Plan - oder schlicht ein Kanzler, der die Menschen mitnehmen kann?
Kann eine Regierung bestehen, wenn sie jeden Tag neuen Streit produziert, aber keine gemeinsame Erzählung findet? Und was passiert mit Deutschland, wenn aus Kommunikationschaos am Ende eine echte Vertrauenskrise wird?
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Redaktion: Filipp Piatov u. Lieven Jenrich Executive Producer: Daniel van Moll
Transkript anzeigen
00:00:00: Friedrich Merz ist in der Situation, das hat man ganz häufig schon erlebt.
00:00:03: Es gibt auch, wie du sagst, unzählige Beispiele wo Merz in so eine Dynamik gerät und merkt zu dem Publikum, dass läuft gerade ganz gut für ihn.
00:00:11: Der kommt in die Rede vielleicht ganz gut an und dann haut er einen Satz raus.
00:00:15: Wie ihr müsst alle mehr arbeiten oder die Rente wird allenfalls noch irgendwie als Basis ausreichen was ja auch ein sehr drastisches kühle Aussage ist und damit verliert er die Leute dann.
00:00:27: Aber ich sag nur, es liegt nicht nur am Herz naturell sondern auch daran dass er in einem Umfeld gebetet ist das ihnen irgendwie auf sowas nicht vorbereitet.
00:00:37: Immer wenn in den vergangenen Wochen und Monaten über die Regierung gesprochen wird dann vor allem auch leider über das Kommunikationschaos.
00:00:44: der eine sagt dies, der andere jenes und am Ende gibt's wieder Streit und viele unserer Hörer das bekomme ich immer wieder in den Kommentaren mit sind vor allem darüber genervt.
00:00:54: sie sagen zu Recht Redet über das Inhaltliche, das haben wir gemacht auch in den vergangenen zwei Tagen.
00:01:00: Über Gesundheit darüber was bei Arbeitrente passieren müsste.
00:01:04: aber ich finde wir müssen bei dieser Regierung gerade bei dieser Regierung Kommunikation sprechen, darüber wie das alles vermittelt wird und ob die Menschen da noch mitgehen.
00:01:15: Wie Friedrich Merz dasteht, wie die gesamte Regierung dastehen?
00:01:19: Und ich freue mich, dass ein Kommunikationsexperte heute bei mir ist.
00:01:22: Er war bei der FAZ, er ist NTV-Kolumnist und er ist eben Kommunikrationsberater.
00:01:29: Ich freu' mich, das Hendrik Wiedewild!
00:01:30: Da es grüßt dich, Hendrik.
00:01:32: Paul, vielen Dank für die Einladung.
00:01:35: Hendrik, bevor wir darüber reden was bei der Regierung schiefläuft.
00:01:40: Wie müsste es denn laufen aus kommunikativer Sicht?
00:01:44: Also ich frag mal ganz platt, wie würde man am perfekten Beispiel Reform verkaufen?
00:01:52: Wie ginge das?
00:01:55: Es besteht ja häufig die Fehlvorstellung, dass Kommunikation so eine Art Geschenkpapier ist.
00:02:00: Dass man um irgendwas drum macht und dann reicht man drüber und dann freuen sich alle und es ist gut gelaufen.
00:02:05: Und wenn das Geschenkkapier ein bisschen zerknittert ist oder die Schleife nicht richtig sitzt, dann ist es blöd gelaufen.
00:02:08: aber dann ist auch kein großer Deal sondern kann man das einfach noch mal machen oder besser machen.
00:02:13: Ich glaube es ist tatsächlich viel viel komplexer.
00:02:15: Kommunikations- mehr als Verpackung.
00:02:17: Es ist eine Frage der Führung, es ist eine Haltung auch eine Frage ob man die Beziehungen überhaupt zum Zielpublikum also im Falle der Bundesregierung zu den Bürgerinnen und Bürgern aufbauen kann.
00:02:29: Und das ist ein langer Weg dem er da gehen muss.
00:02:32: Das beginnt ja nicht damit dass man eine Pressemitteilung schreibt für einen Gesetzentwurf sondern man versucht sich einzustimmen auf das Gegenüber.
00:02:39: allein das geht bei Friedrich Merz schon Häufiger schief.
00:02:42: Es geht darum, dass man die Kanäle richtig beherrscht und weiß in welcher Gegenwart man sich befindet.
00:02:46: auch den Vorwurf würde ich Friedrich Merz machen das er eigentlich kommunikativ in dem Gegenwart nicht angekommen ist weder was die Themen angeht noch was Tonalität und das Bespielen von Kanälen angeht.
00:02:57: wenn man will dass sie Leute einen Floß bauen sollen dann soll man denen nicht sagen Sie sollen jetzt Holz schleppen und zum Strand gehen und dann herum nageln und dann sollen sie dann anfangen zu paddeln usw.
00:03:07: sondern man muss die Sehnsucht mehr wecken.
00:03:13: Und dieser Punkt, der fehlt zum Beispiel heute ziemlich.
00:03:16: Man weiß gar nicht wohin steuert man denn jetzt gerade?
00:03:19: Was ist denn das Tolle was am Ende dieses ganzen Mühsalts dann auf uns wartet?
00:03:23: Sondern es wird immer nur gesagt ja hier müssen wir arbeiten!
00:03:25: Es wird jetzt ganz anstrengend!
00:03:27: Das wird irgendwie... Wir müssen Gürtel enger schneiden und so weiter.
00:03:30: aber dieses Ziel das fehlt ist in anderen Fällen anders gewesen.
00:03:33: In der Historie, wenn man zum Beispiel auf die Agenda-Zwanzigzehn schaut und Gerhard Schröder – das war ja eigentlich einste berühmtes Reformprojekte, die Deutschland je durchgezogen hat.
00:03:42: Da wurde viel darüber gesprochen, dass wir wieder an die Spitze wollen.
00:03:47: näher ausgeführt, aber du kannst auch zu Churchill's Blutschweiß- und Tränenrede gehen.
00:03:52: Wo auch dafür gesprochen wurde dass es jetzt richtig unangenehm wird, aber es wurde eben auch gesagt Es geht um etwas damals um einen Sieg.
00:03:58: ja das ist natürlich noch mal eine andere Dimension auch ne andere Dimission von Leid Aber das fehlt so ein bisschen Und das muss sein wenn man Reform gut verkaufen will.
00:04:07: Wenn wir oder bevor wir jetzt über die Regierung sprechen und wie die kommunizieren Mal einen Blick auf die Deutschen.
00:04:16: Gibt es da Zahlen oder Eindrücke?
00:04:20: Wollen die Deutschen in der Mehrheit überhaupt Reformen, oder ist das so?
00:04:25: ja da sagt man muss sich was verändern aber wenn's dann um ein selbst geht will man eben doch nicht.
00:04:30: Also ist ist Manche Leute wenn man sich unterhält gerade in diesen Tagen Da sagen manche eigentlich gibt uns immer noch nicht schlecht genug damit dieser Zwang wirklich da ist.
00:04:41: also wie nimmst du die Stimmung war in Deutschland was das angeht?
00:04:46: Also so eine Kommentierung habe ich mal bei der FAZ geschrieben, das war glaube ich ... oh Gott, weiß ich gar, sechzehn, siebzehnt oder so.
00:04:52: Da hatte ich auch glaube ich mal geschrieben damit wir endlich wieder über Wirtschaftspolitik sprechen muss es uns wohl noch schlechter gehen.
00:04:57: also ein bisschen boshafter Kommentar.
00:04:59: ehrlich gesagt Ich glaube an dem Punkt sind wir jetzt dass es eigentlich den Leuten schon schlecht geht.
00:05:03: Es gab zwanzig, fünfundzwanzig meine Einsbach-Untersuchung die ein bisschen abgeprüft hat Wie denn das eigentlich aussieht bei den Deutschen, ob die dann Reformbedarf sehen?
00:05:12: Ob sie glauben dass es jetzt alles so weitergehen kann oder ob man tatsächlich was ändern müsse.
00:05:17: Und da war das Ergebnis ein bisschen.
00:05:18: ich habe die Zahlen nicht vor Augen aber In a nutshell war das so.
00:05:22: ja Die Leute sehen schon dass es so nicht mehr weiter gehen kann dass die Systeme sowieso im Moment sind nicht stabil sind rennt der gesundheit etc.
00:05:30: Aber natürlich wenns an das eigene hergeben von Vorteilen geht, dann wird es eng.
00:05:35: Das ist aber ein allgemeines Phänomen.
00:05:36: ich glaube nicht dass das ein spezifisch deutsches ist.
00:05:39: im amerikanischen gibt's diesen Ausdruck not in my backyard also bitte nicht in meinem garten was sich auch windräder hinstellen oder sowas.
00:05:46: das phänomien ist allgemein bekannt dass die opferbereitschaft immer dann am größten ist wenn sie eigentlich selbst trifft.
00:05:50: und sofern glaube ich nicht dass es spezifikes deutsches probleme ist.
00:05:53: aber was den deutschen eben im moment glaube ich ein bisschen fehlt ist der glaube daran dass nach dem Mühsal auch Licht am Ende des Tunnels kommt.
00:06:02: Und das weiß ich nicht, warum Ihnen das nicht genug vermittelt wird aber ich habe nicht das Gefühl, dass der Glaube da ist.
00:06:08: Ich glaube aber zugleich auch, dass wenn man das vernünftig vermitteln würde, dass dann auch die Reformbereitschaft und die Bereitschaft jetzt ein kleines Opfer zu bringen oder auch ein größeres Opfer wieder da wäre.
00:06:18: Ich habe im Gesting-Podcast mit zwei Ökonomen gesprochen, die gesagt haben man müsste vor allem die Dinge gemeinsam kommunizieren und nicht jeden Tag eine neue Debatte führen.
00:06:29: Also im Sinne von gestern Gesundheit, heute Rente, morgen Arbeit dann wieder steuern sondern es bräuchte ein Aufschlag eines Gesamtpakets.
00:06:38: jetzt ist ja so wir wissen mittlerweile das an diesem berühmten Wochenende wo sich die Koalitionsspitzen zuletzt getroffen haben und beraten haben, dass es da einige gab, die gesagt haben wir sollten nicht nur über Entlastung jetzt sprechen sondern tatsächlich schon ein großes Paket der Bevölkerung vorstellen.
00:06:57: Warum passiert das nicht?
00:06:58: Ich glaube die Idee, dass man das an einem ganzen Paket vorstellt ist gut.
00:07:03: Die Agenda-Zwanzigzehn war ja so ein bisschen ausgerichtet Schröder sich in den Bundestag gestellt und da letztendlich in der Regierungserklärung seinen Plan vorgestellt.
00:07:10: Und auch diesen Begriff Agenda, das erste Mal richtig verwendet und gesagt so jetzt machen wir es.
00:07:17: Ich glaube, dass ist im Grunde moment nicht realistisch.
00:07:20: Wir haben ja ganz große Unterschiede zu damals bei den politischen Vektoren in ganz unterschiedliche Richtungen zeigen.
00:07:28: Damals war es eine rot-grüne Koalition, wir hatten mit Schröder jemanden der jetzt nicht gerade zum linken Vügel gehörte, der hat Dinge gesagt, die würde man heute ganz klar am März oder Wirtschaftsrat zuordnen.
00:07:39: und wir hatten Grüne, die gerade aus der Öko- und Friedenspartei Ecke raus wollten unter Joschka Fischer insbesondere unbedingt an der Regierung bleiben, um auch zu zeigen wir können auch regieren.
00:07:53: Wir können da was
00:07:54: mittragen.".
00:07:55: Das heißt die hatten beide so ein bisschen dasselbe Ziel auch wenn sie durch innerhalb der Parteien unglaublich rumort hat.
00:07:59: aber das hat man ja hin bekommen und das ist heute anders.
00:08:02: Wir haben eine Union die in unterschiedlicher Stärke in Richtung Wirtschaftsliberalismus zielt und wir haben eine SPD die immer noch eher auf dem Linkskurs ist mit einem Seheimer an der Spitze der ein ganz schlechtes Wahlergebnis gehabt hat und deswegen auch wirklich angeschlagen dadurch parteistapft.
00:08:20: Insofern sind die Effektoren, die zeigen einfach in unterschiedliche Richtungen.
00:08:24: Das ist auch ein bisschen symptomatisch für das was bei der Ampel passiert ist.
00:08:27: Wenn man nicht ungefähr in dieser Berichtung zieht dann führt es eben dazu dass jeder Reformvorstoß jede Reformidee dann öffentlich zerpflückt wird und das sehen wir jetzt natürlich wieder, dass bei jedem Reformvorhaben die SPD sich gereizt sieht, auch sicherlich durch den Kommunikationsstil des Kanzlers insbesondere und deswegen ist es glaube ich illusorisch so ein Komplettpaket zu machen.
00:08:49: So wünschenswert das auch wäre.
00:08:51: Aber wäre das dann nicht einmal sozusagen der große Aufschrei?
00:08:55: Und dann würden alle darauf gehen und eben nicht alles einzeln durchleuchtet wie's ja jetzt passiert.
00:09:03: und wenn du sagst Der große Aufschrei, den erleben wir eben nicht nur bei den Parteien also bei den jeweiligen Parteien die auf die unterschiedlichen Vorschläge reagieren sondern natürlich auch medial in der Kommentierung aber eben auch bei den verschiedenen Lobbygruppen die immer mächtiger geworden sind in den vergangenen Jahren.
00:09:19: Wir haben das in Sachen Gesundheit besprochen mit Kerstin Münstermann, aber eben auch in allen anderen Fragen um die es geht.
00:09:26: Wo die Wirtschaft involviert ist wenn man sich mal anschaut wie viele Journalisten auch in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten da diese Seite gewechselt haben vom Journalismus und Lobbyismus?
00:09:36: Wie sind sie vorbereitet?
00:09:37: also die Lobbyisten die sagen wir wollen dies oder wir wollen jenes.
00:09:44: Also grundsätzlich ist Lobbyarbeit ja nichts Verwerfliches und gerade in einer Welt der Gesetzgebung immer komplexer wird ist man darauf angewiesen, dass Interessen gesammelt werden und Vorschläge machen wie man dem Dinge gut umsetzen kann.
00:09:58: Und was realistisch ist?
00:09:59: Was nicht realistisches ist.
00:10:00: Die Wirtschaftslobbyisten also die Wirtschaftsverbände insbesondere da scheint mir eine gewisse Grundeinigkeit zu herrschen das es unbedingt Reformen braucht und da ist die Angst auch groß dass Reformen verschleppt werden weil dort natürlich eine ganz große Standort Sorge mitschwingt.
00:10:16: Das erlebe ich auch selbst wenn ich mit Kunden aus einem Unternehmerkreis irgendwie spreche.
00:10:20: sie sind dadurch frustriert und auch sehr besorgt.
00:10:22: Und dann gibt es natürlich andere Lobbygruppen, also es gibt ja schließlich auch auf sozialer Seite.
00:10:27: Es gibt Gewerkschaften die ebenfalls gut sortiert sind und da erlebe ich das zurzeit auch wieder.
00:10:33: ein kleiner Unterschied oder einen großer Unterschied besteht zu der damaligen Situation in der Agenda.
00:10:37: Das sie eben nicht an einem Strang ziehen, sondern dass da wirklich gegen gehalten wird und das scheint mir auch ein sich gegenseitig zu beschleunigen der Prozesse sein zwischen Gewerkschaften und SPD wo man dann doch immer beobachten kann.
00:10:49: Da wird sehr schnell sehr hart gegengehalten und es gibt keinen Common Ground mehr keine Gemeinsamkeiten mehr um so ein Projekt gemeinschaftlich durchzuziehen.
00:11:00: Wie kann das sein?
00:11:01: Also weil sich ja alle einig sind, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland so gefährdet ist.
00:11:04: Wir sehen arbeitslosen Zahlen die so hoch sind wie seit zehn Jahren nicht mehr.
00:11:08: Der Grund warum sie nicht noch höher sind und vielleicht vergleichbar mit zwei tausend drei ist, weil die demografische Lage mittlerweile eine andere ist.
00:11:15: wir sehen ganze Wirtschaftszweige wo sich die Zukunftsfrage stellt auch unsere klassischen Autoindustrie Chemie all das steht plötzlich zur Disposition.
00:11:28: Diejenigen die dagegen argumentieren.
00:11:31: Was glauben sie, wohin sich Deutschland dann entwickeln kann?
00:11:36: Also wenn man das jetzt nicht macht...
00:11:39: Ich stecke mich in den einzelnen Köpfen drin und will mir auch nicht anmaßen, dass Boote hinzukönnen.
00:11:42: aber ich glaube was ein ganz großer Faktor ist einfach die Demografie.
00:11:45: wir haben eine ältere Gesellschaft.
00:11:48: viele Menschen wissen mit dem Argument für eine stabile Rente viel mehr Leute mobilisieren können als damit, dass man jetzt sagt die Rente reicht nicht aus und wir müssen zum Beispiel privat vorsorgen.
00:12:00: Das ist eine unpopuläre Botschaft und da lässt sich das Gegenteil deutlich besser vertreten.
00:12:06: Und in der SPD insbesondere hast du ja wirklich einen großen Anteil an verbeamteten Menschen, Menschen, die eben nicht in der freien Wirtschaft arbeiten Mehrheitlich jedenfalls.
00:12:17: Und das wirkt natürlich in so eine Partei rein und da werden dann andere Prioritäten gesetzt.
00:12:22: Ich will nicht jedem unterstellen, dass die Zukunft Deutschlands im Egal ist.
00:12:27: Insofern ist deine Ausgangshypothese vielleicht richtig, dass es uns noch nicht schlecht genug geht und vielleicht die Vorstellung auch nicht so dar ist, dass das wirklich alles noch viel schlimmer werden könnte.
00:12:37: Aber ich glaube, es spielt schon eine gewisse Rolle.
00:12:39: Dass der Zeithorizont bei manchen Menschen dann eben ein anderer ist als bei den jungen Leuten die jetzt noch ein ganzes Leben vor sich haben in diesem Land und sich auch... Es gibt ja immer wieder diese Untersuchung darüber dass gerade an der jüngsten Generationen die Leute sich im überlegen sollen sie überhaupt noch in Deutschland bleiben was mich dann nur mal ein bisschen erschüttert.
00:12:56: aber das ist eben eine andere Lebensperspektive die da eine Rolle spielt.
00:13:00: Du hast jetzt mehrfach Schulters Agenda Jahr zwanzigzehn angesprochen.
00:13:04: Im Rückblick sehen wir das jetzt schon alle ein bisschen zu großig, also dass das so durchgeht.
00:13:11: Ich meine ich erinnere mich noch da habe ich gerade angefangen als Reporter damals noch in Ostfriesland Schröder dass es in den letzten Jahren im Jahr war, das ist der Fall, wo er dann gekämpft hat bei der Wahl.
00:13:20: Aber vorher eben auch wie die Gewerkschaften auf der Straße waren und wie die eigene Partei daran fast zerbrochen ist.
00:13:26: Wie damals dann die Wahlalternative gegründet wurde.
00:13:30: Oskar Lafontaine, der auf die Barrikaden ging... Also auch damals gab es ja massiven Widerstand, den wir ehrlicherweise bis jetzt noch nicht erleben.
00:13:41: Auch in der SPD nicht!
00:13:46: Es gab damals einen gewissen Vorlauf, wenn du dich an die Ruckrede z.B.
00:13:49: erinnert bist das war in dem Jahr und siebenundneinzig von Roman Herzog.
00:13:52: ein Ruck muss durch Deutschland gehen müssen alle zusammenarbeiten Und jetzt muss wirklich hier etwas geschehen.
00:13:57: Das heißt dass ich glaube Agenda war zwei tausend drei.
00:14:02: Das heißt sechs Jahre vorher gab es schon eine rückrede.
00:14:04: das heißt da gab es noch andere historische Entwicklung die schon dazu führte Dass ist klar war wir müssen jetzt hier was tun das muss jetzt was passieren.
00:14:12: Ich glaube, das war schon ein anderer, ja im Amerikanischen würden wir sagen Sense of Urgence hier.
00:14:17: So eine Eilbedürftigkeit und so eine Dringlichkeit die da in der Luft lag dass man jetzt wirklich handeln muss.
00:14:23: Man darf auch nicht vergessen und ich weiß, es wird nicht bei jedem Zuhörerinnen gut ankommen aber Schröder war eben auch ein begnadeter Kommunikator Und das ist auch etwas wert!
00:14:35: Und Joschka Fischer übrigens auch.
00:14:37: Beide haben ja in ihre Parteien hineingewirkt etwas gezeigt, was man kommunikative Führung nennen muss.
00:14:44: Und ich sage immer das wird nicht jedem schmecken weil du hast zu Beginn angesprochen wir haben in Deutschland nicht nur unter Politikern so insgesamt ein bisschen eine Vorliebe für Sachpolitik.
00:14:55: die ist ganz tief kulturell begründet.
00:14:57: Ich will jetzt um Gotteswillen nicht zu weit ausholen aber wenn man sich mal näher damit beschäftigt vielleicht doch zwei Sätze dazu Wir fremdeln mit Kommunikation und Rhetorik.
00:15:07: Und jetzt denken viele vielleicht, dass liegt alles an Hitler und Goebbels wo Kommunikations- und Manipulation sozusagen Hand in Hand ging.
00:15:14: aber das ist nicht mal der ganze Grund sondern wir haben kulturell einfach da... Nachholbedarf, der uns immer noch in die Knochen steckt.
00:15:20: Wir waren lange Zeit einfach nur eine Ansammlung von Fürstentümern, wo es gar keine Öffentlichkeit gab, wo's in anderen europäischen Ländern durchaus eine gab und wir hatten dann die ganze Zeit der Dichter- und Denker- und der Romantik.
00:15:32: Denk an, ich nehm im Vortrag immer das Beispiel Kasper David Friedrich.
00:15:36: ja, er war überall über dem Nebel mehr Rückenfigur, jemand guckt verträumt in die weite Landschaft und seine Erinnerlichkeit beschäftigt aber nicht mit Kommunikation.
00:15:47: Und das alles jetzt in a nutshell.
00:15:48: ich weiß es ist jetzt sozusagen viel verlangt mir da zu folgen Aber das steckt in uns drin und deswegen haben wir immer diese Vorstellung Wir müssen nur sachpolitisch alles richtig machen dann wird das schon werden.
00:15:58: Scholz hat sowas immer gesagt.
00:16:00: wir brauchen nur gute Politik zu machen.
00:16:02: auch aus der jetzigen Bundesregierung hört man's immer wieder.
00:16:04: selbst wenn die Bundesregierung sagt Kommunikation ist nicht gut gelaufen, kriegt das aber immer wieder diese Tunnelität.
00:16:09: Wir müssen nur die Verpackung ändern.
00:16:11: Aber Kommunikationsgesamtkonzept als Führung wird im Grunde nicht verstanden.
00:16:16: und Schröder war da eine Anomalie und Jaschka Fischer auch beide waren sehr gute Redner.
00:16:21: Beide konnten sich sehr gut auf ihre Umgebung einstellen.
00:16:24: Ich meine überlegt mal wie viele Memes von Schrödern noch kursieren wo er jovial sich mit anderen Leuten gibt und in den Leuten auch die Sprache der Leute.
00:16:34: Denk an dieses, hol mir meine Flasche Bier.
00:16:37: Ich weiß aber darauf hin das ist ein Jambus.
00:16:40: Hol mir mal eine Flaschen Bier!
00:16:42: Deswegen ist daraus ein Song geworden.
00:16:45: Sonst streike ich hier.
00:16:46: Das sind Kleinigkeiten... Aber die gehören zum Gesamtkonzept.
00:16:49: Ich bin ein kommunikativer Mensch, ich stelle mich auf mein Gegenüber ein und dann kann ich auch überzeugen.
00:16:54: Ich bin jetzt kein Historiker der spezialisiert ist auf die Zeit von zwei tausend drei und kann dir nicht sagen welchen Anteil das hatte.
00:17:00: Das ist ein wesentlicher Unterschied zu heute und macht sicherlich etwas aus denn wenn man will dass sie Leute nicht sofort ausflippen wenn man ihnen Opfer abverlangt dann muss man sich vorher überzeugt haben.
00:17:11: Jetzt habe ich Friedrich Metz auch schon ein paar mal begleitet und hab Reden gehört ihn persönlich wahrgenommen Und hatte gerade in der Opposition den Eindruck, er ist eigentlich ein guter Kommunikator.
00:17:23: Also er hat mit Werfreden im Bundestag gehalten, grade in der Ukraine-Politik aber auch in wirtschaftspolitischen Fragen.
00:17:32: Da hatte er dann für manche auch eben Substanz weil wenn man gesagt hat Mensch der steht da für was... Ich will jetzt noch nicht über diese gebrochenen Wahlversprechen reden.
00:17:44: Da kommen wir noch zu, aber lass uns mal kurz bei der Kommunikation bleiben – einfach bei der Person Friedrich Merz.
00:17:51: Wann und wie ist das verloren gegangen?
00:17:53: Oder war das nie da?
00:17:55: Doch, das war da!
00:17:55: Ich kann mich erinnern ich habe mir eine Glosse geschrieben für die FHZ ein Herz für Friedrich Merts.
00:18:00: Da war ich bei so einer Veranstaltung wo lauter Bankenleute waren und Friedrich März war noch nicht einmal Kandidat.
00:18:06: Das war eine eher langweilige finanzrechtliche Diskussion.
00:18:11: Ich saß da im Publikum und irgendwann stand immer der Publikums neben mir auf und sagte, Herr Merz Sie müssen kandidieren sinngemäß!
00:18:17: Und dann gab es Applaus.
00:18:19: Damals dachte ich schon oh hier ist scheinbar was in den Busch.
00:18:21: und man merkte auch, Merz war da souverän, er war so ein bisschen braun gebrannt und saßt auf dem Podium und dozierte auch von oben herab was man denn nur machen müsste und machte das mit kerningen Worten.
00:18:32: Und das ist so ein bisschen das Problem.
00:18:34: Das lässt sich unsere Opposition natürlich machen, da kann man dann fordern... Da hat er dann auch sein Publikum im Blick.
00:18:40: Er hat aber nicht die Gabel, die eigenen Leute mitzunehmen.
00:18:45: also es spricht auch wenn man mal ganz genau darauf achtet selten vom Wir.
00:18:49: Es spricht immer gerne von dass die anderen etwas müssen.
00:18:52: Also ganz prägnant ja das Beispiel mit dir die Deutschen müssten mehr arbeiten damit meint er Meint er nicht sich selbst mit, weil er wird davon ausgehen dass er genug arbeitet.
00:19:01: Und es gibt noch ein paar andere Beispiele wo man deutlich sieht auch wenn das was über die Frustrierten spricht ich komme jetzt ganz auf die Textzeile der hatte.
00:19:09: aber er sprach mal über die Miesepeter oder die Leute die alles mies machen.
00:19:14: Es gibt eine ganz ähnliche Formulierung von Theodor Heuss Die hat aber eine Nose und
00:19:20: etwas.
00:19:21: Ja
00:19:21: wahrscheinlich wir sind auch so solche Leute die jetzt alle mies machen Und es gibt so eine Formulierung von Theodor Heuss, die ähnlich ist.
00:19:26: Aber wo er sagt wir sind trotzdem noch ne Gemeinschaft!
00:19:30: Ich glaube ich habe das in irgendeiner Kolumne auch mal aufgeschrieben.
00:19:32: Das ist der wesentliche Unterschied und das gelingt ihm nicht.
00:19:35: Wenn er jetzt Kanzler ist dann muss er ja für alle kommunizieren.
00:19:38: Er muss eine Gemeinsschaft schaffen.
00:19:39: Mein Gott das Wort Kommunikation da steckt Kommune drin.
00:19:42: Nicht durch Zufall sondern man muss eine gemeinschaft bilden mit denjenigen mit denen man spricht.
00:19:46: Das ist extrem schwer und nicht nur gegenüber der Bevölkerung, sondern auch gegenüber den eigenen Leuten.
00:19:51: Wir haben ja diese schrecklich vergurgte Richterweile zum Beispiel gehabt mit Brossius Gerstdorfus.
00:19:56: Auch intern einfach an Einbindung fehlt und da gibt es noch zahlreiche weitere Beispiele.
00:19:59: das fehlt ihm Tritt aber erst zu Tage, wenn man aus der Opposition dann plötzlich auf dem heißen Stuhl sitzt.
00:20:05: Das eine ist die interne Kommunikation also die Abstimmung in seiner Fraktion was man immer wieder aus der Union hört und das war offenbar auch schon eine Oppositionszeit so dass er eben nicht derjenige ist der dann den Bezirksvorsitzenden zum Geburtstag anruft oder besonders offen gegenüber den Bundestagsabgeordneten ist und sich die Sorgen anschaut, sondern er sieht sich eher als derjenige, der nun mit Donald Trump telefoniert.
00:20:28: Und wenn es sein muss – mit Vladimir Putin!
00:20:29: – und die großen Reden hält.
00:20:33: Aber werden wir jetzt mal weggehen von dieser internen Kommunikation, die schon sehr
00:20:39: früh
00:20:39: als gestört wahrgenommen wurde, wenn man sich in der Union unterhalten hat.
00:20:43: Spätestens dann Ab den Koalitionsverhandlungen, wo viele das Gefühl hatten.
00:20:47: Friedrich Merz hat da zu früh Dinge der SPD geschenkt.
00:20:52: aber abseits davon es gibt ja nochmal die Außenkommunikation.
00:20:57: so nenne ich sie jetzt mal also der Auftritt im Bundestag oder der Auftritte bei Veranstaltung und da wird aber korrigier mich wenn wenn nicht dass vielleicht falsch betrachte mein Eindruck ist Wenn friedrich merz dort spricht dann hat er manchmal zwar ein Manuskript, aber oftmals kommt da auch was spontanes raus.
00:21:20: So eine Emotion und das finde ich ja jetzt erstmal menschlich und irgendwie auch ganz gut so.
00:21:26: Aber wenn aus dieser Emotion dann eine Debatte wird die eben nicht unterfüttert ist mit etwas was er damit machen will.
00:21:35: also nehmen wir jetzt mal das ganze aktuelle Beispiel.
00:21:36: dafür gibt es wirklich Unzählige in den vergangenen Monaten.
00:21:40: Also jetzt vorgestern hat er gesagt, dass die gesetzliche Rente nur noch so etwas wie eine Basisversorgung sein werde und hat da ja einer riesigen Erpörung ausgelöst bei der SPD sofort also mir stässig geäußert hat.
00:21:58: Also sieht das für dich in dem Moment dann nach einem Plan aus oder ist das... Wie bewertest du das?
00:22:07: Es gibt zwei Probleme, die Merzer, glaube ich, plagen.
00:22:09: Das eine ist dass er kein Umfeld zu haben scheint das zeitgemäß kommuniziert und auch empathisch kommuniziert wenn man sich so seine umgebung anguckt da sehr Stefan Cornelius den Regierungssprecher ganz toller Journalist gewesen war der SZ für Außenpolitik du wirst ihn kennen wahrscheinlich Der ist ja also fachlich über jeden Zweifel haben.
00:22:29: aber Er ist nicht unbedingt jemand, der in der Generation TikTok zu Hause ist oder der jetzt mit Kommunikation zuhause ist.
00:22:36: Das würde ich schon so sagen.
00:22:38: Ich meine, Stefan Seiber war Fernsehjournalist.
00:22:40: Der wusste wie man spricht und auch die ganze Bundespressokonferenz.
00:22:43: sozusagen beruhigt, alleine durch den Einsatz von Stimme und bestimmte Formulierung kurze knappe plastische Sätze.
00:22:49: Das konnte Seiberd wahnsinnig gut!
00:22:51: Bei Cornelius nehme ich das nicht so sehr wahr.
00:22:53: Dann hat er Thorsten Frey und dann noch ein paar andere Leute in seiner Umgebung.
00:22:57: aber kurz um wenn ich dich fragen würde kennst du irgendwie ihn?
00:22:59: In Märzumgebungen der wirklich ein guter Kommunikator ist.
00:23:03: Der ihm auch sagen würde guck mal wir müssen es doch nur so-und-so machen oder lass uns mal darauf achten das bla bla bla.
00:23:09: mir fällt keiner einen außerkasten Linnemann.
00:23:12: Karsten Linnemann ist sicherlich ein guter Kommunikator.
00:23:15: Der hat auch knallige Sätze drauf, der kann mit modernen Medien umgehen und einfach mal machen.
00:23:20: Podcast in meinem Umfeld schon zum Geflügelten Wort geworden ist, wenn man sich vor allem was drückt sagt einfach mal Machen.
00:23:27: also da zeigt das schon es hat eine gewisse eingebaute Viralität aber gar nicht ironisch
00:23:31: oder?
00:23:31: Ja natürlich selbstverständlich.
00:23:36: Das ist ja dann die andere Frage der Kommunikation.
00:23:39: Wenn man was raushaut, wie jetzt in dem Fall, bleibe ich noch mal bei dem Thema Rente also wenn das Friedrich-Merz Positionen ist und da sind wir auch die Positionen weshalb?
00:23:48: also gerade bei dem thema aber auch bei anderen weshalb viele in der Union Junge Union gut jetzt nicht mehr so gerade beim Thema Rnte Aber Wirtschaftsfreundliche diejenigen gesagt haben müssen die Reform machen.
00:24:01: Das spricht er ja eine bestimmte Gruppe an, mit dem man sagt.
00:24:06: Genau!
00:24:06: Ich wollte nur sagen... Er hat keinen Umfeld, dass ihn sensibilisiert.
00:24:09: Sonst hätte man ihm nämlich sagen können und sonst würde er vielleicht auch so ein bisschen in der Milieu sich bewegen, das ihnen häufiger mal darauf anspricht, dass man nicht zum Bankenverband geht, sich als BlackRock-Bundeskanzler mit den Banken unterhakt Das Geld aus der Tasche rauszieht.
00:24:24: Und das ist ja das jetzt mal grotesküberspitzt natürlich, was da kommunikativ passiert ist.
00:24:28: Denn was er gesagt hat, dass die Rente eben nicht sicher ist – also die Rnte ist sicher aber zukünftig wird es nicht ausreichen auf die Rende zu hoffen.
00:24:37: Das ist ja etwas, was er letztendlich gesagt hat.
00:24:39: Da würde keiner sagen stimmt nicht.
00:24:41: Also das ist eben klar!
00:24:42: Auch wenn ihr SPD gerade Krokotietstraining verstreut und verschenkt und sagt nein, so geht das nicht, Ökonomen glaube ich klar und eben nicht ökonom inzwischen klar, dass das nicht mehr so weitergehen wird.
00:24:55: Aber der Kontext ist eben entscheidend!
00:24:57: Und wenn man kommunikativ denkt dann weiß man es auch.
00:25:00: Da sagt man okay den Satz haue ich da vielleicht nicht raus aber Friedrich Merz ist in der Situation... Das hat man ganz häufig schon erlebt gibt's auch unzählige Beispiele wo Merz In so eine Dynamik-Gerät, wo auch merkt zu dem Publikum das läuft gerade ganz gut für ihn.
00:25:13: Der kommt in der Rede vielleicht ganz gut an und dann haut er so einen Satz raus wie ihr müsst alle mehr arbeiten oder die Rente wird allenfalls noch irgendwie als Basis ausreichen was ja auch so ein sehr drastisches und auch kühler Aussage ist und damit verliert er die Leute dann.
00:25:29: aber ich sag nur es liegt nicht nur am März natürlich sondern es liegt auch daran dass er im Umfeld gebetet ist dass ihnen irgendwie auf sowas sich vorbereitet
00:25:35: war für Merz, ich will es nicht sagen die Sache schon verloren aber als er in diesen Koalitionsverhandlungen so viele Dinge hergegeben hat.
00:25:47: Die Schulden dann in anderen Fragen und das jetzt wenn zum Beispiel über eine Steuerreform gesprochen wird und plötzlich sogar möglich scheint dass Friedrich Merz seine Partei für höhere Belastung von Spitzenverdienern bereit stehen könnte.
00:26:07: Wo er der nächste Punkt ist, Friedrich Merz im Wahlkampf, wo er vieles ausgeschlossen hat und Friedrich Merts heute.
00:26:15: Also geht das schon zu weit auseinander?
00:26:19: Der Friedrich-Merz aus der Oppositionszeit oder als Bundeskanzler was er dann macht dass man das auch kommunikativ eigentlich gar nicht kicken kann.
00:26:27: Also diese Diskrepanz zwischen dem Obstitionsmerz, Wahlkampfmerz und dem echten Merz sozusagen oder dem Verantwortungsmerz.
00:26:35: Die hat er ja immer wieder selbst aufgebaut.
00:26:37: Er hatte ja unnötig drastische Versprechen gegeben.
00:26:40: Ich habe gesagt das so besprechen war mehr zu Kommunikation.
00:26:43: Da dachte ich okay was waren denn nochmal eigentlich alle Versprechungen?
00:26:45: Und ich war nachher ein bisschen bestürzt was für eine Liste zusammen kamen.
00:26:48: und ich würde jetzt nicht darauf wetten dass sich das zusammen kriege das alles aufzuzählen.
00:26:51: aber nehmen wir mal dieses.
00:26:53: Ich nehme mal das prägnanteste Beispiel, was auch so furchtbar unnötig war.
00:26:56: Im Frühjahr würdet ihr euch alle besser fühlen?
00:26:58: Das war ja so singemäßig, was er versprochen hat.
00:27:00: Dann würde man schon spüren dass es anders ist.
00:27:03: Ist doch noch lange Frühjahre.
00:27:04: Genau!
00:27:06: Man hat vielleicht nicht gesagt welches Frühjähre ich bin nicht ganz sicher aber jedenfalls der Punkt ist doch jemanden ein Gefühl zu versprechen kann man irgendwie mehr versprechen als das?
00:27:14: das ist so kühn das ist geradezu arberwitzig und davon gab es ja eine ganze Reihe.
00:27:18: Und warum macht er das?
00:27:20: wie gesagt autoritäre Art des Versprechens irgendwelcher Ergebnisse, was im Grunde auch altertümlicher Stil ist.
00:27:28: Ich verspreche euch alles wird gut.
00:27:30: Moderne Kommunikationsziehe zeichnet sicher dadurch aus dass man Prozesse kommuniziert das man sagt wir tun jetzt gerade dies und das.
00:27:35: der Gottvater dieser Art der Kommunikation war Robert Habeck.
00:27:39: Und weiß ich, manchen geht dann wahrscheinlich das Messer in der Tasche aus wenn nicht Robert Habeck erwähne.
00:27:43: Aber abgesehen davon dass er das Heizgesetz kommunikativ mindestens, kommunikativ vergurkt hat war ja ansonsten ein begnadeter Kommunikator.
00:27:50: Der hat sich vor die Kamera gestellt und hat über seine Empfindung und Gefühle geredet.
00:27:53: da haben sich Leute auch drüber lustig gemacht.
00:27:55: Na klar!
00:27:56: Aber dass er Reichweite hatte und damit Leute an sich gebunden hat und Vertrauen erbeckt hat, das wird mir ihn nicht abstreiten können.
00:28:02: Das macht Merz nicht.
00:28:03: Merz sagt dann bald wird alles gut.
00:28:06: Das ist eben so ein bisschen ein altertümlicher und auch sehr autoritärer Stil, der ihn da immer wieder auf die Füße fällt.
00:28:11: Jetzt zu deiner Frage, kriegt man das jetzt irgendwie wieder hin?
00:28:15: Also inzwischen ist es ja wie Donald Trump Taco ist, Friedrich Merz, der Kanzler der gebrochenen Versprechen.
00:28:23: Und du hast recht bei der Steuererhöhung wird das wieder passieren Vielleicht unnötigerweise, ich glaube dein lieber Kollege Robin Alexander hatte das mal beim Machtwechsel aus dekliniert.
00:28:33: Man kann ja argumentieren dass wenn die Gesamtsteuerlast nicht steigt.
00:28:37: Es wird erhöht und so... Ja
00:28:39: gut aber man kann vieles argumentieren und das Gefühl der Menschen ist trotzdem ein anderes!
00:28:43: Exakt, also Realität ist das was kommunizierbar ist.
00:28:46: Dann passiert genau dasselbe mit März wie bei der Schuldenbremse wo er dann auch sagte ja aber ich habe doch die auf dem Podium.
00:28:51: von der SZ vor der Wahl hab' ich auch gesagt da ist noch so ein kleines Türscher und vielleicht und da habe ich doch gar nichts anderes versprochen Ja!
00:28:57: Aber da sieht man eben dass März wirklich Kommunikation nicht verstanden hat.
00:29:00: Das läuft halt immer in groben Linien Und wenn er jetzt nicht bald dieses Steuererhöhungsversprechen einsammelt in irgendeiner Art und Weise dann wird es wieder zu neuem Frust führen.
00:29:08: kurz um Kann er das noch wieder einsammeln?
00:29:11: offen gesagt nicht.
00:29:12: Ich glaube die größte Hoffnung, die Friedrich Merz haben kann ist dass diese Reform jetzt wirklich kommen das er dann auch ein bisschen lob bekommt, dass nicht solche Dinge passieren wie mit der tausend Europrämie wo ihm jetzt gerade die Wirtschaftsverbände und die Unternehmer auf's Dach steigen.
00:29:24: was sie sagen wieso verspricht du eigentlich unser Geld?
00:29:27: Also es solche Misstöne das da nicht überlagern auch das hatten immer wieder das eigentlich Dinge gut liefen und dann durch Misstöhne aber überlagert wurden.
00:29:35: also wenn da etwas passiert... Das ist jetzt erst ein Zeitfenster bis September dann wieder Landtagswahlen anstehen.
00:29:41: Dann könnte es sich für ihn drehen, aber ich glaube nicht dass er aus eigener kommunikativer Kraft da sonderlich gegensteuern kann.
00:29:49: Dafür sitzen diese strukturellen Probleme zu tief in ihm drin.
00:29:53: Sorry wenn ich da nicht optimistischer enten kann!
00:29:55: Ja was macht man denn als Bundeskanzler?
00:30:00: Nehmen wir an du wärst jetzt da engagiert vom Kanzlerabend und unsere Werte sind so wahnsinnig schlecht.
00:30:05: das muss mir auch mal sagen er ist jetzt noch Schlechter steht er in den Beliebtheitsumfragen als Olaf Scholz.
00:30:11: Und auch da wird immer eine berühmte Oppositionsrede von Friedrich Merz zitiert im Bundestag, wo er eben Scholz auf diese katastrophalen Werte hinweist und ihn auffordert daraus Konsequenzen zu ziehen.
00:30:25: Die wird jetzt immer herausgeholt im Sinne von ja gut Herr Merz was ist denn mit ihnen?
00:30:29: Sie sind noch beliebter!
00:30:31: Also wenn man bei diesen Werten ist... Was macht man denn dann?
00:30:36: Versuchen die Last der Kommunikation auf andere Schultern zu verteilen und nicht bei denen es nicht so gut funktioniert.
00:30:44: Kurzum, ich hatte ja schon vor einem Kasten in den Mann angesprochen Der kann mehr.
00:30:49: Ich weiß nicht warum man den zurzeit gar nicht so viel sieht Überrascht mich ehrlich gesagt ein bisschen.
00:30:54: Ich finde er ist relativ unsichtbar für die Rolle die er eigentlich hat.
00:30:57: Das kann damit zusammenhängen, dass er frustriert ist.
00:30:59: Die Genese war ja das er eigentlich Minister werden sollte und er war ja auch sehr programmatischer Kopf sozusagen dieser neuen CDU.
00:31:07: Er hatte auch eine zornige Antrittsrede gehalten damals als Generalsekretär.
00:31:13: Ich weiß es noch genau.
00:31:14: ich habe mir das angeschaut und danach bei NTV glaube ich ne Schalte gehabt oder sowas.
00:31:16: Jedenfalls saß er da wie so ein Boxer also richtig unter Druck und kämpferisch.
00:31:21: Und jetzt muss hier was sofort passieren?
00:31:22: Ich glaube ich hab dann gezählt wie oft er sofort sagte etliche Male Da war Energie Und er kann ja auch Zahlen produzieren, das kann alles.
00:31:30: Aber wo ist denn der jetzt eigentlich gerade?
00:31:33: Ich glaube da würde ich einen Akzent setzen und ihm ein bisschen mehr Raum verschaffen, dass er sichtbarer wird und vor allen Dingen auch diese frustrierten Stimmen.
00:31:42: Heute habe ich eben noch Schlagzeile gesehen, dass der CDU-Wirtschaftsrat, also der Wirtschaftsrat... Ah!
00:31:46: Der CDU ist kein Teil der CDU.
00:31:48: Dass der jetzt auch so bitter enttäuscht ist hat die FHZ glaube ich gerade exklusiv und sehr, sehr entsetzt ist über den Kurs der Bundesregierung.
00:31:57: Das kann man eben auch einfangen wenn so ein Karsten Lindemann mitspielt weiß natürlich nicht ob er mit spielen will.
00:32:04: Aber das Gefühl ist gut.
00:32:06: vielleicht schreibe ich jetzt auch nur mein Gefühl aber dass man diese ganzen Dinge also der Wirtschaftsrat regt sich auf morgen regt es sich wieder die Gewerkschaft auf dann regnet sich eine SPD auf dann in der CDU dann kommt Markus Söder Dann redet irgendjemand im Podcast, dann wird Berlin direkt in verschiedenen Talkshows.
00:32:23: Und wenn du so... Ich war ja nun auch viele Wochen und Monate für meine Reportage an Deutschland unterwegs, ich habe immer mehr den Eindruck dass das wirklich einfach gar nichts damit zu tun hat was die Leute bewitigt wollen.
00:32:38: jetzt einfach okay dann mach doch halt!
00:32:39: Wenn ihr meint das ist das Richtige können wir uns immer noch aufregen.
00:32:43: aber dass das jetzt alles Dass es jeden Tag eine neue Streitentwicklung gibt, geht das nicht anders?
00:32:53: Weil das eben erstritten werden muss.
00:32:54: Es gibt ja auch einige die sagen so ist nun mal Politik, dass ist Demokratie.
00:32:58: wir müssen darüber streiten bis wir zu einem Ergebnis kommen.
00:33:01: oder müsste man das jetzt mal anders machen und sagen hier wir schließen uns wirklich drei Tage ein wieder in dem Schloss aber dann kommen wir auch mit nem Gesamtplan.
00:33:11: Ich glaube, dieses Idee, dass sich einschließend ein Gesamtkonzept vorschlagen und dann durchziehen funktioniert nicht.
00:33:17: Das funktioniert ja schon wegen des parlamentarischen Verfahrens nicht.
00:33:20: Selbst wenn die Regierung eine Regierungskollektion sich jetzt irgendwie zusammenrauft, wird es im parlamentarische Verfahren nicht über drei Lesungen hin alles ruhig bleiben.
00:33:30: Man kann ja auch nicht alle gleichzeitig informieren, es gibt ja sowas wie Verbändeanhörungen.
00:33:34: Also da werden viele Details erst später kommen.
00:33:37: also der Streit ist im Grunde unvermeidlich und Teil der Demokratie.
00:33:40: ich glaube was uns so ein bisschen auf die Nerven geht und auch den Leuten mit denen du dann sprichst ist, dass es die Lautstärke extrem groß ist.
00:33:49: Das hängt natürlich ein bisschen mit unserem Medienwandel zusammen.
00:33:52: Die Dinge werden nicht über längere Zeiträume in Ruhe zu Ende gedacht sondern hat jeder sofort eine Meinung zu allem und man muss möglichst schnell sein und dann auch überall auf Sendung sein.
00:34:02: Und dementsprechend ist ein sehr großer Lernpigel da und ich glaube der nervt vor allen Dingen.
00:34:06: Ich fürchte aber er ist nicht ganz unumgänglich.
00:34:12: Wenn es nicht so viel ein kommunikatives Vakuum gäbe, dann wäre der Lernpegel wahrscheinlich besser zu ertragen.
00:34:17: Wenn man zum Beispiel wüsste, wofür machen wir das Ganze denn?
00:34:21: Denkt an die Rede von Mark Carney, die alle so toll fanden und ich fand sie übrigens auch toll.
00:34:26: Inhaltlich kann man darüber streiten, ob sich alles richtig und
00:34:28: toll ist.
00:34:28: Du kannst mal erklären, der
00:34:31: kanadische Premier hat in den Reden gehalten.
00:34:33: Er war auch seiner Blutschweiß-und Tränenrede.
00:34:35: da ging's um das Verblassen der regelbasierten Ordnung und wie die Mittelmächte sich jetzt wieder zuneinander finden sollen.
00:34:40: Und da war zum Beispiel ein ganz wichtiger Punkt, der mir sehr aufgefallen ist.
00:34:44: Die Identität.
00:34:45: Er hatte eine Identität geschaffen und mit einer Identität kommuniziert.
00:34:51: Da war unter anderem das Satz so drin... Wir sind Kanada!
00:34:56: So etwas fehlt komplett.
00:34:58: Das ist bei unserer Kommunikation nicht mehr da.
00:35:00: Das liegt natürlich einerseits an Aversionen gegen Nationalismus,
00:35:02: etc.,
00:35:03: aus deutscher Sicht auch absolut verständlich.
00:35:05: Es gibt aber ja verschiedene Möglichkeiten wie man Identitäten ansprechen kann.
00:35:09: Ich meine Deutschland hat ja eine Wirtschaftsgeschichte die von Comebacks geprägt ist, ne Trümmerfrauen nehmen irgendwie die Energiekrise, nämlich die Finanzkrise.
00:35:16: immeratz haben wir uns da wieder rausgewurschtelt.
00:35:18: wird an diesen Kampfgeist irgendwo mal appelliert oder der in Erinnerung gerufen wurde?
00:35:22: hat Merz irgendwann mal gesagt Wir schaffen das um mal so ein ganz billiges Obama-Zitat.
00:35:27: Das
00:35:27: wäre glaube ich
00:35:28: schwierig, wenn er das sagt.
00:35:29: Herr Merkel-Zitat, Obama mit Yes We Can genau.
00:35:31: wir schaffen.
00:35:31: das darf man natürlich auf Gottes Willen nicht sagen wird.
00:35:33: aber wird das würde ihm nicht passieren da bin ich ziemlich sicher.
00:35:36: Aber irgendein Art von Appell auch an die Leistungsfähigkeit der sich nicht daran erschöpft.
00:35:41: wir müssen jetzt den Gürtel enger schneiden und es wird alles ganz unangenehm.
00:35:44: Der fehlt.
00:35:45: Und
00:35:46: woran liegt das?
00:35:47: Wissen die Politiker auch nicht wo sie mit dem Land hin wollen also wo das Ziel ist?
00:35:53: Ich sehe das auch so wie du, wenn man auf der einen Seite die Sorgen und Ängste sieht.
00:35:57: Viele Menschen sagen was ist mit meinem Arbeitsplatz in zwei drei fünf Jahren?
00:36:02: Wo geht Deutschland hin?
00:36:03: Was ist mit der Bildung?
00:36:04: Was isst mit der Infrastruktur?
00:36:06: aber bleiben wir bei Jobs?
00:36:09: Es wird ja wenigen Leuten aus der klassischen Arbeiterschaft gesagt.
00:36:13: Nehmen wir jetzt mal die Autoindustrie, ist vielleicht in fünf Jahren nicht mehr da.
00:36:19: Aber macht dieses oder jenes, ja... Da is' die Zukunft Deutschlands!
00:36:25: Also haben unsere Politiker darauf keine Antwort?
00:36:29: Oder kommunizieren sie dir nur
00:36:31: nicht?!
00:36:33: Ich glaube nicht, dass die Politik oder irgendein Politiker eine Antwort darauf hat, wo die Zukunft des Landes ist.
00:36:39: Ich glaube sie haben eine Vorstellung davon was weniger gefragt ist und was mehr gefragt ist.
00:36:46: Wir machen uns auch viele Gedanken darüber wo eigentlich der Platz Deutschlands und Europas in der KI-Revolution zum Beispiel ist.
00:36:52: Also wir werden keine grundlegenden KI-Rewolutions schaffen wie jetzt Open AI, ChatGPT
00:36:59: etc.,
00:37:00: aber wir werden vielleicht auf Anwendungsgebne mehr machen können.
00:37:03: also so eine Vorstellung so oft abstrakten Ebene haben die glaube ich schon.
00:37:07: was jetzt mit einem Industriearbeiter isst?
00:37:09: er seinen Job verliert weil die Deindustrialisierung fortschreitet Bin ich so sicher, ob die dann eine Ahnung haben?
00:37:16: Ich persönlich weiß es nicht.
00:37:17: Ich bin aber auch kein Arbeitsmarktexperte.
00:37:20: Aber ich könnte mir vorstellen dass da eine Vorstellung auch fehlt.
00:37:23: nur Ich glaube auch nicht das man da eine konkrete vorstellung braucht.
00:37:28: jemand der führt Weiß nicht immer was genau als nächstes passiert und wo es als nächstes hingeht.
00:37:33: jemand erführt hat ein bild vor augen Und weiss auch dass er diesen dieses bild vermitteln kann.
00:37:39: und daran fehlt es ja und das wirst du auch bei anderen erfolgreichen Unternehmensführerinnen auch genau selber erleben, dass die auch nicht wissen welches Geschäftsmodell morgen gut funktionieren wird.
00:37:50: Aber sie wissen eine Erzählung zu erzählen über ihr eigenes Unternehmen und darüber wer sie da sein wollen wo sie ihren Platz finden wollen und dann entwickeln Sie daraus ihre Kommunikation und treffen Ihre Entscheidung.
00:38:01: Aber nochmal zurück zu Friedrich Merz und seiner Kommunikationsfähigkeit.
00:38:05: nach außen wurde das dann überschätzt, also diese Redegewandtheit hatte er die in Wahrheit nur vor Banken und Wirtschaftsführern.
00:38:14: Und schafft es eben nicht die gesamte Bevölkerung mitzunehmen wobei wenn man ihn zum Beispiel im Sauerland mal erlebt hat ist es ja nicht so dass er jetzt immer völlig abgeroben gewirkt hat.
00:38:26: klar wurde das Bild gezeichnet der geflogen ist aber Blackrock war.
00:38:33: Kriegt er das kommunikativ nicht hin, die Leute mitzunehmen?
00:38:37: Oder warum versucht der es nicht zumindest?
00:38:39: Mir empfehlt dafür glaube ich die Empathie.
00:38:43: Und ich finde auch diese Redegewandtheit, dass es auch so ein Begriff der in Deutschland ein bisschen seltsam verwendet wird.
00:38:48: Darunter versteht man immer jemanden, der irgendwie polter oder lautes oder besonders emotional auftritt.
00:38:53: Deswegen sagen die Leute dann auch Frau Merkel seine schlechte Rednerin was sich für Unsinn halte.
00:38:58: Merkel wusste immer sehr genau was sie sagen muss.
00:39:00: Sie hat sehr prägnante Formulierungen gefunden Und sie wusste vor allen Dingen, zu wem sie spricht.
00:39:05: Sie hatte diese Kommune dieses Gemeinschaftsgefühl, konnte sie herbeirufen und denkt daran wie sie sich mit Steinbrück in der Finanzkrise hingestellt hat und sagt halt die Einlagen sind sicher.
00:39:13: Denkt an das.
00:39:14: wir schaffen das was sie ja aufgenommen hat von ihrer Büroleiterin Frau Baumann, die ja irgendwie gesagt hat dann sagen sie doch einfach dass sagen sie auch wir schaffen es.
00:39:22: Das hat sie übernommen.
00:39:23: Dieser Mut zur Einfachheit des Satzes und zur Emotionalität des Satzes scheint Friedrich Merz abzugehen und er schafft nicht diese Gemeinschaft herzustellen.
00:39:34: Er schafft es im Bankenumfeld, er schafft das wenn Leute eh schon auf seiner Seite sind.
00:39:38: Das ist toll!
00:39:39: Das ist prima.
00:39:40: aber der gute Kommunikator zeichnet sich ja dadurch aus dass er sich auf jede Zielgruppe einstellen kann und das kann er nicht.
00:39:47: Wie ist das mit der Kommunikation in der Regierung insgesamt?
00:39:51: Also zwischen Lars Klingbeil, Friedrich Merz, zwischen der SPD und der Union?
00:39:56: wie wirken die als Team auf dich?
00:39:59: Da zeichnete ich glaube ganz stark Was ich zu Beginn schon sagte, dass die politischen Vektoren in unterschiedliche Richtungen zeigen, spricht.
00:40:06: Die SPD will eher nach links.
00:40:08: Die Union möchte eher einen wirtschaftsliberalen Kurs jetzt sehr holtschnittsartig runtergebrochen weil Lastlingball verknüpft sich das mit der Tragik, dass er ja eigentlich Seeheimer ist und eigentlich mit Merz gut kann.
00:40:20: Die haben ja ein offenbar gutes Verhältnis.
00:40:21: Ich kann es aus eigener Anschauung nicht sagen aber nach allem was man hört wobei auch da erinnere ich daran, dass Friedrich Merz mal über Lastingball sagt, er sei so ein Sensibilchen und wieder unterschätzt hat, dass Kommunikation heutzutage überall und gleichzeitig ist.
00:40:34: Und man nichts irgendwie in so einem kleinen Raum bleibt.
00:40:36: Das war auch wieder ein kleiner kommunikativer Fehler.
00:40:39: Und das war ja eine kleine Stichelei – ich weiß nicht ob Lasting bei ihr die mir jetzt übergenommen hat, das glaube ich eher nicht.
00:40:44: Aber ich glaube, das Grundproblem dort in der Kommunikierung liegt eben darin, dass sie in unterschiedlichen... politische Richtung zerren und deswegen auch so vertrauensvolle Absprachen nicht lange halten.
00:40:55: Und auch so eine Eskalation wie wir jetzt gerade erlebt haben, dass also dann Vorwürfe ausgetauscht werden, dass das einfach nachhaltt und nicht wieder gekittet werden
00:41:07: kann.".
00:41:07: Was muss passieren damit diese Regierung hält?
00:41:10: Und damit wir nicht vorzeitig Neuwahlen bekommen?
00:41:14: Weil der Zustand jetzt wirkt ja auf viele wieder sehr bedrohlich.
00:41:19: Ich würde damit rechnen, also Prognosen immer schwierig das ist klar.
00:41:23: aber ich würde mit Rechen das irgendwann noch an meiner Ansage kommt die der Öffentlichkeit klar vor Augen hält was eigentlich passiert wenn diese Regierung zerbricht und denn dann droht ja ein ziemliches Chaos.
00:41:36: also dann dann ist Frage welche mehr halten sollen in der Mitte entstehen?
00:41:40: soll da eine Minderheitsregierung kommen?
00:41:41: oder was steht dann an?
00:41:43: Was steht denn eigentlich an, wenn in Sachsen-Anhalt ein AfD-Ministerpräsident plötzlich da rumsteht?
00:41:49: Ich glaube so eine Ermahnung wird es irgendwann brauchen.
00:41:53: Vielleicht also so einen Blick in den Abgrund, dass wir jetzt der Blick in die Abgrund politischer Natur vielleicht wird's auch einen Blick im Abgrund wirtschaftlicher Natur geben das man wirklich nochmal sehr deutlich sagt wo wir eigentlich landen.
00:42:05: werden wir uns nicht schaffen uns auf Reform zu eiligen oder wenn wir jetzt eine Regierungskrise bekommen Dann kann es wirklich eng werden.
00:42:13: Das hat ja nicht nur wirtschaftliche Folgen, das wird hier nicht nur dazu führen als wenn das jetzt wenig wäre.
00:42:17: aber es wird nicht nur zu führen dass es uns ein schlechter gehen wird sondern es hat auch geopolitische Folgen.
00:42:22: Wir leben ja in Zeiten kompletten Umbruchs und die wirtschaftlichen Zustand der Wirtschaftlich Kraft einer Nation ist ja inzwischen so einem absoluten Machtfaktor geworden.
00:42:33: Das kann ich noch einmal an Mark Karni erinnern, der das unvergleichlich gut auf den Punkt gebracht hat.
00:42:38: Wenn man heute mitreden möchte in der Welt und nicht über Atomwaffen verfügt, dann muss man wenigstens wirtschaftlich einiges beibringen.
00:42:45: Und wenn das nicht mehr funktioniert, trübt sich da Himmel ziemlich stark ein.
00:42:48: Ich glaube so einen Warenruf wird es geben – und muss es dann wohl auch geben, wenn das so weitergeht wie jetzt?
00:42:56: Und der mich gefragt, sagt mal und die hören auch den Podcast, sagte Mensch bei euch ist aber immer wirklich immer sehr negativ.
00:43:06: Also jetzt nicht nur bei mir sondern in der deutschen Debatte und hat gesagt wieso redet ihr denn nicht einmal mehr auch über die guten Beispiele dies gibt?
00:43:15: Die tollen deutschen Firmen wie es gibt, die Hiddenschampions?
00:43:22: sehen wir die Dinge dann doch ein bisschen zu schwarz was das auch die Wirtschaft angeht.
00:43:34: Also Kommunikation soll ja wie gesagt nicht einfach nur bedeuten, dass man ein hübsches Geschenkpapier um ein hässliches Geschenke rumwickelt und dann sagt so jetzt ist doch gut oder?
00:43:43: Sondern ich glaube Kommunikations muss schon authentisch bleiben.
00:43:47: Ich bin kein Wirtschaftsexperte aber ich bin in Kontakt mit diversen Unternehmen die hier in Deutschland einen Standort haben Und die eben auch kommunikativ jetzt gerade mit diesen Themen zu tun haben Und zwar nicht jetzt im Hinblick auf die eigenen Unternehmen, sondern auf die Gesamtlage und auf den Standort.
00:44:06: Unternehmer sind per se optimistisch.
00:44:08: ja wenn mein Unternehmer ist selbstständig es muss man schon irgendwie darauf hoffen dass das wieder gut wird.
00:44:13: aber der Frust ist ganz enorm und ich glaube da sind wir wieder ein bisschen am Anfang unseres Gesprächs.
00:44:19: Das ist noch nicht überall vorgedrungen.
00:44:20: was sich immer wieder zum Beispiel aus unternehmen höre ist dass auch die eigene Belegschaft nicht realisiert hat wie eng es wird und wie kritisch die Lage ist, sondern er wird dann um einzelne kleine Benefits oder sowas gestritten.
00:44:32: Und das spiegelt sich zum Teil in der Öffentlichkeit wieder.
00:44:35: wo man auch sagt so ist jetzt wirklich das allergrößte Problem was wir haben.
00:44:40: ich glaube deswegen Ich glaube nicht, dass wir zu mies reden.
00:44:43: Ich glaube die Lage ist schon wirklich mies.
00:44:46: Das heißt aber nicht, das wir jetzt in Sack und Rauer gehen müssen.
00:44:48: Es heißt auch nicht, man meckern soll sondern man muss jetzt eben die Sehnsucht zum Meer wecken und versuchen da einen positiven Spin draufzukriegen eine positive Erzählung zu finden mit der man es aus dieser Krise raus schafft.
00:45:01: Und nochmal ich habe zu mir gesagt es gab schon diverse Krisen wirtschaftlicher Art in Deutschland und wir sind wieder rausgekommen.
00:45:07: daran kann man auch mal erinnern.
00:45:08: Hendrik, herzlichen Dank!
00:45:10: Hilfspannend deine Sicht zu hören.
00:45:12: Hilfsspannend mal über Kommunikation zu reden.
00:45:15: Du hast nämlich recht vertieft wird das viel zu wenig getan in Deutschland.
00:45:19: umso schöner dass du heute bei uns warst.
00:45:21: Danke dir
00:45:21: Paul.
00:45:22: danke dass du dem Thema soviel Raum gegeben hast.
00:45:27: Danke dass ihr zugehört habt.
00:45:28: Wenn es Feedback gibt, egal ob positiv oder kritisch, lasst gerne einen Kommentar da.
00:45:34: Ich lese die auch alle und bewertet den Podcast und abonniert ihn natürlich wenn ihr nichts verpassen wollt!
00:45:40: Ein herzliches Dankeschön geht an Philipp Jartof in der Redaktion, an meinen Producer Daniel van Molle und an Serda Dennis und Lieven Jenrich für die Aufnahme und Mischung.
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